Während sich an der Amalfiküste unten am Wasser die Menschen drängen, liegt Ravello rund 360 Meter höher in den Bergen – ruhiger, kühler und von einer fast aristokratischen Eleganz. Wer die kurvenreiche Straße hinauffährt oder von Amalfi durch die Zitronengärten heraufwandert, wird mit einem der berühmtesten Panoramen des Mittelmeers belohnt: dem weiten Blick über die Terrassengärten hinunter zum tiefblauen Tyrrhenischen Meer.
Das Herz des Ortes ist die Piazza Duomo mit dem romanischen Dom aus dem 11. Jahrhundert, dessen Bronzeportal und kunstvoll gearbeitete Kanzeln zu den schönsten Süditaliens zählen. Von hier führen schmale Gassen zu den beiden Villen, die Ravello weltberühmt gemacht haben. Die Villa Rufolo mit ihren maurisch geprägten Bögen und üppigen Gärten inspirierte einst Richard Wagner zum Zaubergarten des Klingsor in seinem Parsifal – bis heute finden hier im Sommer die berühmten Konzerte des Ravello Festival statt, mit einer Bühne, die scheinbar frei über dem Meer schwebt.
Noch spektakulärer ist die Villa Cimbrone mit ihrer Terrasse der Unendlichkeit, der „Terrazza dell'Infinito", gesäumt von antiken Marmorbüsten, die hinaus auf das offene Meer blicken. Es ist einer der meistfotografierten Aussichtspunkte Italiens.
Ravello hat seit jeher Künstler, Schriftsteller und Musiker angezogen – von Wagner über D. H. Lawrence bis zu Gore Vidal, der hier viele Jahre lebte. Diese kulturelle Aura, die Stille abseits des Küstentrubels und die Gärten machen den Ort zu einem Ziel für alle, die die Amalfiküste in ihrer kontemplativsten und elegantesten Form erleben wollen.

Villa Rufolo
Mittelalterlicher Palast aus dem 13. Jahrhundert in Ravello mit maurischen Gärten und dem Belvedere – Bühne des Ravello Festivals und Vorlage für Wagners Klingsor-Garten.
Maurisch inspirierter Kreuzgang aus dem 13. Jahrhundert





