Im Jahr 79 nach Christus brach der Vesuv aus und begrub die florierende Römerstadt Pompeji unter einer meterdicken Schicht aus Asche und Bimsstein. Was eine Katastrophe war, wurde zum archäologischen Glücksfall: Die Asche konservierte Häuser, Fresken, Mosaike und sogar die Abdrücke der Opfer so vollständig, dass Pompeji heute den unmittelbarsten Blick in den römischen Alltag ermöglicht, den es weltweit gibt.
Die Ausgrabungsstätte ist riesig – man wandert durch echte römische Straßen mit ausgefahrenen Wagenspuren, vorbei an Tavernen, Bäckereien und Thermen. Höhepunkte sind das Forum mit dem Vesuv im Hintergrund, das gut erhaltene Amphitheater, die kunstvollen Fresken der Mysterienvilla (Villa dei Misteri) und das Haus des Fauns mit seinem berühmten Alexandermosaik. Die in Gips gegossenen Körperabdrücke der Opfer im Garten der Flüchtlinge gehören zu den bewegendsten Zeugnissen der Antike.
Neben den Ruinen existiert das moderne Pompei – eine quirlige kampanische Kleinstadt, die sich um die Wallfahrtsbasilika Santuario della Beata Vergine del Rosario gruppiert. Sie zieht das ganze Jahr über Pilger an und bildet einen lebendigen Kontrast zur stillen Totenstadt nebenan.
Wer mehr Zeit hat, kombiniert Pompeji mit einem Aufstieg auf den Vesuv selbst, dessen Kraterrand einen weiten Blick über den Golf von Neapel freigibt, oder mit dem benachbarten Herculaneum, das kleiner, aber noch besser erhalten ist. Pompei liegt verkehrsgünstig zwischen Neapel und Sorrent an der Circumvesuviana-Bahn und ist damit ein idealer Tagesausflug – wobei die Ausgrabungen leicht einen ganzen Tag füllen.