Das Antiquarium liegt gleich hinter dem Eingang Porta Marina und ist der ideale Auftakt für den Besuch der Ruinen. Die 2021 neu eingerichtete Dauerausstellung erzählt die Geschichte Pompejis chronologisch: von den samnitischen Anfängen über die römische Blütezeit als wohlhabende Handelsstadt am Golf von Neapel bis zur Katastrophe des Jahres 79 n. Chr. Statt einzelne Funde isoliert zu zeigen, ordnet das Museum sie in den Lebensalltag der Stadt ein – wer hier eine halbe Stunde verbringt, läuft danach mit ganz anderem Blick durch die antiken Straßen. Zu sehen sind Fresken und Wandmalereien, Silbergefäße und Schmuck, Werkzeuge und Gegenstände des täglichen Lebens sowie einige der eindrücklichsten Gipsabgüsse von Opfern des Ausbruchs. Diese Abgüsse entstanden, indem man die Hohlräume, die die verwesten Körper in der erstarrten Asche hinterlassen hatten, mit Gips ausgoss – sie machen die Haltung der Menschen im Moment des Todes sichtbar und gehören zu den bewegendsten Zeugnissen der Ausgrabung. Der Besuch ist im regulären Eintritt des Parco Archeologico enthalten; ein separates Ticket ist nicht nötig. Gerade weil das Antiquarium direkt am Haupteingang liegt, lohnt es sich, es als Erstes anzusteuern, bevor der Rundgang durch Forum und Stadt beginnt. Wer dagegen erschöpft vom langen Tag zurückkommt, läuft Gefahr, die Ausstellung nur noch im Vorbeigehen mitzunehmen – schade um den Kontext, den sie für alles andere liefert.
Ein überschaubares, modern gestaltetes Museum mit klimatisierten Innenräumen direkt am Haupteingang. Die Vitrinen führen chronologisch durch die Stadtgeschichte und zeigen Fresken, Edelmetall, Alltagsobjekte und Gipsabgüsse von Opfern. Es ist ein ruhiger, geführter Rundgang im Gegensatz zum weitläufigen Außengelände der Ruinen.
Ein erstes Antiquarium gab es in Pompeji bereits im 19. Jahrhundert; es wurde im Zweiten Weltkrieg beschädigt und durch ein Erdbeben 1980 weiter in Mitleidenschaft gezogen. 2021 eröffnete die heutige Dauerausstellung neu und bündelt seither zentrale Funde der Stadt sowie die Geschichte der Ausgrabungen in moderner Präsentation.
