Das Castello Aragonese erhebt sich auf einem 113 Meter hohen Lavafelsen vor Ischia Ponte und ist das Wahrzeichen der Insel. Über die Jahrhunderte stapeln sich auf dem Felsen Festungsmauern, Kirchen, Klöster und Gärten zu einer eigenen kleinen Welt, die über einen steinernen Damm mit dem Hauptort verbunden ist. Die Geschichte des Ortes reicht bis in die Antike zurück, doch die heutige Anlage prägte vor allem Alfonso von Aragón, der im 15. Jahrhundert den Verbindungsdamm und die Befestigungen ausbauen ließ. In dieser Zeit war der Felsen ein Zufluchtsort für die Bevölkerung Ischias bei Piraten- und Feindangriffen. Später lebte hier die Renaissance-Dichterin Vittoria Colonna, die in engem Austausch mit Michelangelo stand – ihr Name lebt im Corso Vittoria Colonna von Ischia Porto fort. Heute führen ein in den Fels gebauter Aufzug oder der alte Tunnelpfad hinauf zu den Terrassen mit weitem Golfblick. Oben warten die Reste der einstigen Kathedrale, der eindrucksvolle Nonnenfriedhof des Klarissenklosters, in dem die verstorbenen Nonnen auf steinernen Sitzen aufgebahrt wurden, sowie Cafés zwischen Weinreben und Aussichtspunkte über das Meer. Die Anlage ist privat geführt und ganzjährig geöffnet; für den Besuch ist ein Ticket erforderlich. Ein Rundgang dauert leicht zwei bis drei Stunden, da sich die verschiedenen Ebenen, Kirchen und Gärten über den ganzen Felsen verteilen. Vom Borgo von Ischia Ponte aus erreicht man den Damm zu Fuß. Wer Geschichte, Architektur und Aussicht verbinden möchte, findet im Castello Aragonese die wohl vielschichtigste Sehenswürdigkeit Ischias.
Das Castello vom Borgo Ischia Ponte aus






























