Der Monte Epomeo ist der höchste Punkt Ischias und prägt mit 789 Metern die Silhouette der Insel. Anders als oft angenommen ist er kein klassischer Vulkankegel, sondern ein aus dem Meer gehobener Block aus grünem Tuffgestein – das Ergebnis langer geologischer Hebungsprozesse im vulkanisch aktiven Phlegräischen Gebiet. Dieser grünliche Tuff bestimmt das Aussehen des Gipfels und wurde über Jahrhunderte auch als Baustein verwendet. In den Gipfelfels geschlagen liegt der Eremo di San Nicola, eine Einsiedelei mit Kapelle, die direkt aus dem weichen Gestein gehauen wurde. Von den Terrassen rund um die Einsiedelei reicht der Blick an klaren Tagen weit über den Golf von Neapel: von Capri im Süden über den Vesuv auf dem Festland bis hinauf zu den Pontinischen Inseln im Norden. Es ist der umfassendste Rundblick, den Ischia zu bieten hat. Der kürzeste Aufstieg beginnt im Bergdorf Fontana und dauert rund 60 bis 90 Minuten. Der Weg führt zunächst über eine Fahrstraße und dann über einen Pfad vorbei an Weinterrassen und Kastanienwäldern hinauf zum Gipfel. Der letzte Abschnitt verläuft über ausgetretenes Tuffgestein, das bei Nässe rutschig sein kann. Festes Schuhwerk und ausreichend Wasser gehören deshalb in den Rucksack, besonders im Sommer, wenn der obere, schattenlose Teil in der Sonne liegt. Der Aufstieg ist frei und jederzeit möglich; ein Ticket ist nicht erforderlich. Wer früh aufbricht, erlebt klarere Fernsicht und mildere Temperaturen. Der Monte Epomeo eignet sich gut als halbtägige Wanderung und lässt sich mit einer Einkehr in einem der Lokale auf dem Weg verbinden.
Der Golfblick von den Terrassen der Einsiedelei





























