Die Villa Arbusto in Lacco Ameno beherbergt das Museo di Pithecusae, eines der bedeutendsten archäologischen Museen Kampaniens. Untergebracht ist es in einem Landsitz aus dem 18. Jahrhundert, der später dem Verleger Angelo Rizzoli als Residenz diente. Das Museum erzählt die Geschichte von Pithekoussai, der ältesten griechischen Siedlung des westlichen Mittelmeers, die im 8. Jahrhundert vor Christus am nahen Monte Vico gegründet wurde. Pithekoussai war ein Handelsstützpunkt griechischer Siedler, lange bevor sich die berühmten Kolonien auf dem süditalienischen Festland entwickelten. Die Funde aus den Gräbern und Wohnbereichen dieser Siedlung bilden den Kern der Sammlung und zeigen, wie eng Ischia schon in der Antike in die Handelsnetze des Mittelmeers eingebunden war. Star der Sammlung ist die Coppa di Nestore, ein importierter Trinkbecher aus dem 8. Jahrhundert vor Christus, der eine der frühesten erhaltenen Inschriften in griechischer Alphabetschrift trägt. Die eingeritzten Verse spielen scherzhaft auf den sagenhaften Becher des Nestor aus Homers Ilias an – ein außergewöhnliches Zeugnis dafür, dass das griechische Alphabet und die Dichtung Homers im Westen bereits sehr früh bekannt waren. Für die Erforschung der frühen griechischen Schrift ist dieses Stück von herausragender Bedeutung. Zur Villa gehören Gärten mit weitem Blick über den Golf, die den Museumsbesuch ergänzen. Für den Eintritt ist ein Ticket erforderlich. Lacco Ameno mit dem Felsen Il Fungo, die Gärten La Mortella und das San-Montano-Gebiet liegen in unmittelbarer Nähe, sodass sich das Museum gut in einen Tag im Nordwesten der Insel einbauen lässt.
Die Coppa di Nestore in der Vitrine





























