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Spaccanapoli
Die schnurgerade Gassenachse, die das Welterbe-Zentrum durchschneidet und an Kirchen, Pizzerien und Palazzi entlangführt.
◆ STADTVIERTEL · NEAPEL
Im Centro Storico schlägt das uralte Herz Neapels: Die schnurgerade Spaccanapoli zerschneidet das größte zusammenhängende Altstadtzentrum Europas, das die UNESCO zum Welterbe erklärt hat. Zwischen barocken Kirchen, der Krippenmacher-Gasse San Gregorio Armeno und dem verschleierten Christus der Cappella Sansevero verdichtet sich hier 2.500 Jahre Stadtgeschichte auf wenigen Quadratkilometern.
Das Centro Storico folgt noch immer dem Raster der griechisch-römischen Stadt Neapolis. Die antiken Decumani – darunter die Via dei Tribunali und die berühmte Spaccanapoli (offiziell aus der Via Benedetto Croce, Via San Biagio dei Librai und weiteren Abschnitten zusammengesetzt) – durchziehen das Viertel als enge, schnurgerade Schluchten. Von oben betrachtet scheint die Spaccanapoli die Stadt buchstäblich aufzuschneiden, daher ihr Name. Wer hier entlanggeht, passiert in dichter Folge Pizzerien, Kirchen, Werkstätten und farbverwitterte Palazzi, über denen die Wäsche von Gasse zu Gasse hängt.
Die Dichte an Sakralbauten ist überwältigend: die strahlend weiße Klarissenkirche Santa Chiara mit ihrem majolikageschmückten Kreuzgang, der diamantbossierte Fassadenstein der Gesù Nuovo, der Dom San Gennaro mit dem Wunder des sich verflüssigenden Blutes. In der Cappella Sansevero hat Giuseppe Sanmartino 1753 den „Cristo velato“ geschaffen – einen marmornen Christus unter einem Schleier, der so hauchdünn wirkt, dass Legenden von Alchemie raunten. Unter San Lorenzo Maggiore steigt man hinab in die griechisch-römische Markthalle, ein erhaltenes Stück der antiken Unterstadt.
Ihr volkstümliches Gegenstück findet die Hochkultur in der Via San Gregorio Armeno, der „Weihnachtsgasse“. Seit dem 18. Jahrhundert formen die Werkstätten hier von Hand die figurenreichen neapolitanischen Krippen (presepi) – eine Kunst, die 2017 in die UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen wurde. Neben Hirten und Königen tauchen längst auch Fußballer und Politiker als Tonfiguren auf, ein typisch neapolitanischer Schmunzelmoment zwischen Heiligkeit und Alltag.
01 · Highlights
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Die schnurgerade Gassenachse, die das Welterbe-Zentrum durchschneidet und an Kirchen, Pizzerien und Palazzi entlangführt.
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Sanmartinos verschleierter Marmorchrist von 1753 gilt als eines der erstaunlichsten Bildwerke Europas.
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Die ganzjährige Krippenmacher-Gasse, deren handgefertigte Presepi UNESCO-Kulturerbe sind.
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Der majolikabunte Kreuzgang des Klarissenklosters ist eine stille Oase mitten im Altstadttrubel.
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Unter der Altstadt liegt die griechisch-römische Unterstadt mit antikem Markt und Tuffstein-Tunneln.
02 · Sehenswürdigkeiten
03 · Essen & Trinken
05 · Praktisch
06 · Häufige Fragen
Sie ist keine einzelne Straße, sondern eine fast schnurgerade Gassenachse aus mehreren Abschnitten (u. a. Via Benedetto Croce und Via San Biagio dei Librai), die die historische Altstadt der Länge nach durchschneidet.
Der Cristo velato steht in der Cappella Sansevero in der Via Francesco de Sanctis, wenige Gehminuten von der Spaccanapoli entfernt. Tickets sollte man wegen des Andrangs vorab buchen.
Ja. Die Krippenwerkstätten arbeiten das ganze Jahr, am vollsten und stimmungsvollsten ist es aber im Dezember rund um die Festtage.
Tagsüber ist das Viertel sehr belebt und gut besuchbar. Wie in jeder Großstadt gilt: auf Taschen achten, in engen, vollen Gassen wachsam bleiben.
07 · In der Nähe
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