Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Siena
Sienas Altstadt misst von Nord nach Süd keine zwei Kilometer – nur liegt fast jeder Meter davon bergauf oder bergab.
Alles beginnt auf der Piazza del Campo. Der Platz liegt in der Senke, in der sich die drei Hügelrücken der Stadt treffen, und neigt sich in neun Backsteinsegmenten zum Palazzo Pubblico hinunter – die Neun stehen für den Governo dei Nove, den Rat, der Siena in seiner reichsten Zeit regierte und den Platz im 14. Jahrhundert in diese Form bringen ließ. Am oberen Rand plätschert die Fonte Gaia; was du dort siehst, ist eine Kopie aus dem 19. Jahrhundert, die verwitterten Originalreliefs von Jacopo della Quercia stehen im Santa Maria della Scala gegenüber dem Dom. Setz dich auf die warmen Ziegel statt in ein Café am Rand – das gehört zum Alltag auf dem Campo und kostet nichts. Ein Picknick solltest du dir dabei sparen: Sitzen zum Verzehr mitgebrachter Speisen untersagt die städtische Ordnung in der Altstadt.
Der Palazzo Pubblico am Fuß des Platzes ist Rathaus geblieben und beherbergt zugleich das Museo Civico. Im Saal der Neun zieht sich Ambrogio Lorenzettis Freskenzyklus über die Wirkungen des Guten und des Schlechten Regiments von 1338/39 über drei Wände, ein politisches Bildprogramm, das die gute Stadt mit tanzenden Bürgern und die schlechte mit verfallenden Häusern zeigt – kein Kunstwerk erklärt das mittelalterliche Selbstverständnis Sienas besser. Nebenan in der Sala del Mappamondo blickt Simone Martinis Maestà von der Wand. Aus demselben Gebäude ragt die Torre del Mangia auf, knapp neunzig Meter hoch, benannt nach einem Glöckner mit dem Spitznamen Mangiaguadagni. Gut 400 enge Stufen ohne Aufzug führen hinauf, die Zahl der Besucher oben ist begrenzt.
Der zweite Schwerpunkt liegt einen Hügel weiter westlich am Dom. Santa Maria Assunta ist außen wie innen schwarz-weiß gestreift – die Farben der Balzana, des Stadtwappens –, die untere Fassadenzone gestaltete Giovanni Pisano, im Inneren steht Nicola Pisanos Kanzel aus den 1260er Jahren. Der berühmte Marmorintarsienboden aus 56 Feldern ist der größte seiner Art in Italien und die meiste Zeit des Jahres zum Schutz abgedeckt; vollständig frei liegt er in der Regel in zwei Zeitfenstern pro Jahr – einige Wochen ab Ende Juni und dann noch einmal von Mitte August bis in den Herbst hinein. Die genauen Wochen legt die Opera della Metropolitana jedes Jahr neu fest; prüfe die Termine auf ihrer Seite, bevor du deine Reise legst. Im linken Seitenschiff öffnet sich, neben dem Piccolomini-Altar, die Libreria Piccolomini mit Pinturicchios leuchtenden Fresken zum Leben von Papst Pius II.
Rund um den Dom liegen die übrigen Pflichtstationen dicht beieinander: das Baptisterium San Giovanni unter dem Chor mit dem Taufbecken, an dem Jacopo della Quercia, Donatello und Ghiberti arbeiteten; die 1999 wiederentdeckte Krypta mit ihren Fresken aus dem 13. Jahrhundert; das Museo dell'Opera mit Duccios Maestà von 1311 und dem Aufstieg auf das Facciatone. Gegenüber der Domtreppe zieht sich das ehemalige Pilgerhospital Santa Maria della Scala über mehrere Etagen in den Berg. Etwas abseits, aber lohnend: die Pinacoteca Nazionale im Palazzo Buonsignori mit Goldgrundtafeln von Duccio bis Beccafumi, in der du oft fast allein durch die Säle gehst, und im Nordwesten die Basilica di San Domenico über dem Tal von Fontebranda.



















