Stadt · Italien

Siena

Auf drei Tuffrücken über der Toskana liegt eine Stadt, deren wichtigster Platz die Form einer Muschel hat und zweimal im Jahr zur Pferderennbahn wird.

5 Stadtviertel9 Sehenswürdigkeiten9 Hotels
Überblick

Deine Siena-Reise auf einen Blick

Beste Reisezeit
Frühling (April bis Juni) und Frühherbst (September, Oktober) bieten mildes Wetter und schönes Licht auf dem Backstein der Altstadt. Wer den Palio sehen will, reist Anfang Juli oder Mitte August an – muss dann aber mit großem Andrang und hohen Preisen rechnen. Der Hochsommer ist heiß, der Winter ruhig und atmosphärisch, ideal für Kunst und Genuss ohne Menschenmassen.
Über Siena

Reisen nach Siena

Siena liegt rund 70 Kilometer südlich von Florenz auf drei Tuffrücken und hat sein gotisches Gesicht so vollständig behalten, dass die Altstadt seit 1995 komplett zum UNESCO-Welterbe zählt. Im Zentrum fällt die Piazza del Campo in neun Backsteinsegmenten zum Palazzo Pubblico ab, über dem die Torre del Mangia knapp neunzig Meter aufragt; im Museo Civico im Palazzo Pubblico bedeckt Ambrogio Lorenzettis Freskenzyklus vom Guten und Schlechten Regiment die Wände des Saals der Neun – eines der frühesten großen politischen Bildprogramme Europas. Ein paar Gassen weiter westlich steht der Dom Santa Maria Assunta mit schwarz-weiß gestreiftem Marmor, einem Intarsienboden aus 56 Feldern und der von Pinturicchio ausgemalten Libreria Piccolomini. Gegenüber öffnet das ehemalige Pilgerhospital Santa Maria della Scala seine Freskensäle, in der Pinacoteca Nazionale hängt die dichteste Sammlung sienesischer Goldgrundmalerei, und unterhalb der Basilica di San Domenico liegt die Fonte Branda, die schon Dante erwähnt hat. Zusammengehalten wird das alles von den 17 Contraden, deren Rivalität am 2. Juli und am 16. August in ein rund 90 Sekunden kurzes Pferderennen auf dem Campo mündet.

Siena – Karte
Reiseführer

Siena von A bis Z

Aktualisiert August 2026

Kurz nach sieben Uhr morgens liegt der Campo noch leer, ein Mann kehrt mit einem Reisigbesen die Ziegelrinnen aus, und aus einer Seitengasse zieht der Geruch von warmem Brot aus einem Forno herüber. Wer Siena nur als Tagesstopp zwischen Florenz und San Gimignano kennt, verpasst genau die Stunden, in denen die Stadt sich selbst gehört. Das sind der frühe Morgen und die Zeit nach acht Uhr abends, wenn die Reisebusse längst wieder auf der Superstrada nach Norden rollen und in den Gassen wieder Sienesisch zu hören ist.

Sehenswürdigkeiten

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Siena

Sienas Altstadt misst von Nord nach Süd keine zwei Kilometer – nur liegt fast jeder Meter davon bergauf oder bergab.

Alles beginnt auf der Piazza del Campo. Der Platz liegt in der Senke, in der sich die drei Hügelrücken der Stadt treffen, und neigt sich in neun Backsteinsegmenten zum Palazzo Pubblico hinunter – die Neun stehen für den Governo dei Nove, den Rat, der Siena in seiner reichsten Zeit regierte und den Platz im 14. Jahrhundert in diese Form bringen ließ. Am oberen Rand plätschert die Fonte Gaia; was du dort siehst, ist eine Kopie aus dem 19. Jahrhundert, die verwitterten Originalreliefs von Jacopo della Quercia stehen im Santa Maria della Scala gegenüber dem Dom. Setz dich auf die warmen Ziegel statt in ein Café am Rand – das gehört zum Alltag auf dem Campo und kostet nichts. Ein Picknick solltest du dir dabei sparen: Sitzen zum Verzehr mitgebrachter Speisen untersagt die städtische Ordnung in der Altstadt.

Der Palazzo Pubblico am Fuß des Platzes ist Rathaus geblieben und beherbergt zugleich das Museo Civico. Im Saal der Neun zieht sich Ambrogio Lorenzettis Freskenzyklus über die Wirkungen des Guten und des Schlechten Regiments von 1338/39 über drei Wände, ein politisches Bildprogramm, das die gute Stadt mit tanzenden Bürgern und die schlechte mit verfallenden Häusern zeigt – kein Kunstwerk erklärt das mittelalterliche Selbstverständnis Sienas besser. Nebenan in der Sala del Mappamondo blickt Simone Martinis Maestà von der Wand. Aus demselben Gebäude ragt die Torre del Mangia auf, knapp neunzig Meter hoch, benannt nach einem Glöckner mit dem Spitznamen Mangiaguadagni. Gut 400 enge Stufen ohne Aufzug führen hinauf, die Zahl der Besucher oben ist begrenzt.

Der zweite Schwerpunkt liegt einen Hügel weiter westlich am Dom. Santa Maria Assunta ist außen wie innen schwarz-weiß gestreift – die Farben der Balzana, des Stadtwappens –, die untere Fassadenzone gestaltete Giovanni Pisano, im Inneren steht Nicola Pisanos Kanzel aus den 1260er Jahren. Der berühmte Marmorintarsienboden aus 56 Feldern ist der größte seiner Art in Italien und die meiste Zeit des Jahres zum Schutz abgedeckt; vollständig frei liegt er in der Regel in zwei Zeitfenstern pro Jahr – einige Wochen ab Ende Juni und dann noch einmal von Mitte August bis in den Herbst hinein. Die genauen Wochen legt die Opera della Metropolitana jedes Jahr neu fest; prüfe die Termine auf ihrer Seite, bevor du deine Reise legst. Im linken Seitenschiff öffnet sich, neben dem Piccolomini-Altar, die Libreria Piccolomini mit Pinturicchios leuchtenden Fresken zum Leben von Papst Pius II.

Rund um den Dom liegen die übrigen Pflichtstationen dicht beieinander: das Baptisterium San Giovanni unter dem Chor mit dem Taufbecken, an dem Jacopo della Quercia, Donatello und Ghiberti arbeiteten; die 1999 wiederentdeckte Krypta mit ihren Fresken aus dem 13. Jahrhundert; das Museo dell'Opera mit Duccios Maestà von 1311 und dem Aufstieg auf das Facciatone. Gegenüber der Domtreppe zieht sich das ehemalige Pilgerhospital Santa Maria della Scala über mehrere Etagen in den Berg. Etwas abseits, aber lohnend: die Pinacoteca Nazionale im Palazzo Buonsignori mit Goldgrundtafeln von Duccio bis Beccafumi, in der du oft fast allein durch die Säle gehst, und im Nordwesten die Basilica di San Domenico über dem Tal von Fontebranda.

Sehenswürdigkeiten in Siena

Alle 9 Sehenswürdigkeiten
Campo & Palio

Piazza del Campo und der Palio di Siena

Das Rennen dauert rund 90 Sekunden, das Fest drumherum vier Tage – und die Vorbereitung das ganze Jahr.

Der Palio findet zweimal im Jahr statt: am 2. Juli als Palio di Provenzano und am 16. August als Palio dell'Assunta. Es starten nicht alle 17 Contraden, sondern jeweils zehn – die sieben, die beim entsprechenden Palio des Vorjahres nicht dabei waren, plus drei ausgeloste. Auch die Pferde werden verlost, in der sogenannten Tratta; welcher Fantino welches Tier reitet, entscheidet die Contrada danach. Geritten wird ohne Sattel, drei Runden über den mit Erde bedeckten Rand des Campo, und gewertet wird das Pferd, nicht der Reiter: Ein Cavallo scosso, das seinen Jockey unterwegs verloren hat, kann den Sieg holen und tut es gelegentlich auch.

Was den Palio von einem Folkloretermin unterscheidet, ist der Rest des Jahres. Die 17 Contraden sind keine Vereine, sondern Territorien mit eigener Verfassung, eigener Kirche, eigenem Museum und einem eigenen Brunnen, an dem Neugeborene in die Contrada aufgenommen werden. Wer in der Selva geboren wird, bleibt Selvaiolo, egal wohin er später zieht. An den Hauswänden markieren gusseiserne Wappen und Straßenlaternen in den Contradafarben die Grenzen; achte beim Bummeln darauf, wo aus dem Nashorn plötzlich die Schnecke wird. In den Wochen vor dem Rennen hängen die Fahnen aus den Fenstern, und abends wird auf langen Tischen mitten auf der Straße gegessen.

Zusehen kann man auf zwei Arten. Die Innenfläche des Campo ist kostenlos zugänglich, aber sie wird Stunden vor dem Start abgeriegelt – du stehst also bei über 30 Grad in der Sonne, ohne Schatten, ohne Toilette und ohne die Möglichkeit, vorher zu gehen. Wer das nicht will, mietet einen Platz auf einer der Tribünen oder an einem Balkonfenster; solche Plätze werden über Anwohner und Agenturen vergeben und sind teuer. Vorher lohnen die Prove, die Testläufe an den Tagen davor, sowie der Corteo Storico, der historische Umzug mit Fahnenschwingern, der dem Rennen unmittelbar vorausgeht. Hotelzimmer für diese Nächte solltest du sehr früh buchen – die Stadt ist Monate im Voraus ausgebucht.

Und wenn du nicht am 2. Juli oder 16. August in Siena bist: Der Palio bleibt trotzdem greifbar. Die Contrada-Museen zeigen die gewonnenen Seidenbanner, Kostüme und Trommeln und werden meist nur nach Voranmeldung oder im Rahmen einer Führung geöffnet. Eine geführte Contrada- und Palio-Runde durch die Territorien erklärt in zwei bis drei Stunden das System aus Rivalitäten, Bündnissen und Bräuchen, für das ein Reiseführer allein zu wenig ist. Gelegentlich wird zu besonderen Anlässen ein außerordentlicher Palio ausgerufen; verlass dich darauf aber nicht bei der Reiseplanung.

Aktivitäten & Touren in Siena

Dom & Museen

Der Dom von Siena und die Museen am Domplatz

Rund um die Domtreppe liegen fünf Besichtigungen auf hundert Metern – zusammen ein halber Tag, und zwar ein dichter.

Piazza del Campo
Piazza del Campo

Von außen ist der Dom eine Rechnung in Schwarz und Weiß: gestreifter Marmor rundum, die Farben der Balzana, dazu eine Fassade, deren untere Hälfte Giovanni Pisano gegen Ende des 13. Jahrhunderts mit Propheten- und Philosophenköpfen besetzte – die Originale stehen heute im Museo dell'Opera, an der Fassade hängen Kopien. Der romanische Campanile daneben trägt dieselben Streifen und wird nach oben hin von immer mehr Fenstern durchbrochen. Steh einmal unten am Beginn der Via del Capitano und schau bergauf: Von dort wirkt der Bau wie ein einziges gestreiftes Gebirge über dem Platz.

Innen zieht dich zuerst der Boden nach unten. 56 Felder aus eingelegtem Marmor erzählen Sibyllen, Tugenden und alttestamentliche Szenen, gearbeitet über mehrere Jahrhunderte hinweg, mit Beccafumi als wichtigstem Beiträger. Die empfindlichsten Felder sind normalerweise abgedeckt und werden in der Regel in zwei Zeitfenstern pro Jahr freigelegt – einige Wochen ab Ende Juni und dann von Mitte August bis in den Herbst; die genauen Wochen gibt die Opera della Metropolitana jedes Jahr neu bekannt. Sonst schaust du nach oben: auf Nicola Pisanos achteckige Kanzel mit ihren dicht bevölkerten Reliefs, auf den Piccolomini-Altar mit Figuren, an denen der junge Michelangelo beteiligt war, und auf die barocke Cappella del Voto, für die Bernini zwei Statuen lieferte.

Die Libreria Piccolomini geht links vom Mittelschiff ab, gleich neben dem Piccolomini-Altar, und ist der Raum, in dem die meisten Besucher stehen bleiben. Pinturicchio malte hier um 1500 zehn großformatige Szenen aus dem Leben des sienesischen Papstes Pius II. in Farben, die nach fünf Jahrhunderten immer noch wirken, als seien sie gestern aufgetragen worden. In der Mitte steht eine römische Kopie der drei Grazien, ringsum liegen illuminierte Chorbücher in Vitrinen. Baptisterium und Krypta erreichst du nicht von innen: Du verlässt den Dom, gehst um die Apsis herum und die Treppe zur Piazza San Giovanni hinunter. Dort liegen die Eingänge zur 1999 freigelegten Krypta mit ihrem Freskenzyklus aus dem späten 13. Jahrhundert und zum Baptisterium San Giovanni, wo Jacopo della Quercia, Donatello und Ghiberti gemeinsam an einem einzigen Taufbecken gearbeitet haben.

Zwei Dinge solltest du noch einplanen. Erstens das Facciatone: Siena wollte im 14. Jahrhundert die größte Kirche der Christenheit bauen und begann, den bestehenden Dom quer zu erweitern; die Pest von 1348 beendete das Vorhaben, und übrig blieb die Fassadenwand des nie vollendeten Duomo Nuovo. Über das Museo dell'Opera steigst du auf ihre Krone und stehst mitten über den Dächern, mit dem Campo auf der einen und den Hügeln auf der anderen Seite. Zweitens die Führung Porta del Cielo, die Zwischengeschosse, Galerien über dem Kirchenschiff und Dachterrassen öffnet – Plätze sind begrenzt, buche vorab. Für den ganzen Komplex gibt es ein Kombiticket der Opera della Metropolitana, das sich ab drei Stationen rechnet.

Rundgang & Tagesplan

Siena an einem Tag – ein Rundgang durch die drei Terzi

Der Weg vom Campo zum Dom dauert sieben Minuten, der zurück gefühlt zehn – in Siena rechnest du in Höhenmetern, nicht in Kilometern.

Starte früh auf der Piazza del Campo, solange die Ziegel noch kühl sind und die Kellner erst die Stühle herausstellen. Dann direkt in den Palazzo Pubblico ins Museo Civico, weil dort später Schlangen entstehen: erst der Saal der Neun mit Lorenzettis Regierungsfresken, dann Simone Martinis Maestà. Wer Kondition und einen festen Magen für enge Wendeltreppen hat, hängt gleich die Torre del Mangia an – oben ist es am Vormittag noch angenehm, und du hast von Anfang an die Geografie der Stadt im Kopf. Zeitfenster für den Turm sind begrenzt; buche sie am besten schon vor der Anreise.

Vom Campo führt die Via di Città bergauf in den Terzo di Città, vorbei am Palazzo Chigi-Saracini, in dem die Accademia Musicale Chigiana ihren Sitz hat. Nach ein paar Minuten öffnet sich der Domplatz. Plane hier den Hauptteil des Tages ein: Dom mit Libreria Piccolomini, Baptisterium, Krypta, dann das Museo dell'Opera mit Duccios Maestà und dem Aufstieg aufs Facciatone. Wenn dir das zu viel wird, streiche das Museo dell'Opera und geh stattdessen gegenüber ins Santa Maria della Scala, dessen Pellegrinaio-Saal in Fresken zeigt, wie ein mittelalterliches Hospital Findelkinder aufnahm und Pilger versorgte.

Zur Mittagszeit tauchst du eine Ebene tiefer ab. Hinter dem Palazzo Pubblico liegt die Piazza del Mercato, wo die Trattoria Papei seit Generationen sienesische Hausmannskost auf den Tisch bringt, und von dort blickst du über die Valle di Porta Giustizia auf offenes Land, das mitten in der Stadt anfängt. Am Nachmittag entweder ruhig weiter in die Pinacoteca Nazionale im Palazzo Buonsignori – Goldgrund satt, meist ohne Gedränge – oder hinunter in den Terzo di Camollia: über die Banchi di Sopra am Palazzo Tolomei und am Palazzo Salimbeni vorbei, mit einem Espresso im Stehen bei Nannini und einem Stück Ricciarelli.

Für den späten Nachmittag der beste Teil: hinüber nach Fontebranda. Von San Domenico blickst du über das grüne Tal auf Dom und Turm, unten liegt das überwölbte Brunnenhaus der Fonte Branda, dazwischen das Geburtshaus der heiligen Katharina. Zum Sonnenuntergang steigst du auf die Wälle der Fortezza Medicea, wo abends halb Siena joggt oder mit einem Glas Wein auf der Mauer sitzt. Abendessen dann wieder oben in der Altstadt, und danach noch einmal auf den Campo: Wenn die Beleuchtung angeht und die Tagesgäste weg sind, hat der Platz eine Ruhe, die man mittags nicht ahnt. Wer zwei Tage hat, nimmt am nächsten Morgen den Contrada-Rundgang und nachmittags eine Fahrt ins Chianti.

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Terzi & Contraden

Sienas Stadtviertel von Terzo di Città bis Camollia

Siena ist nicht in Bezirke geteilt, sondern in drei Terzi – und darunter in 17 Contraden, die den Alltag stärker prägen als jede Verwaltungsgrenze.

Palio und Contraden
Palio und Contraden

Die drei Terzi folgen den drei Hügelrücken, auf denen die Stadt gewachsen ist, und laufen an der Croce del Travaglio zusammen, jener Kreuzung nahe dem Campo, an der Via di Città, Banchi di Sopra und Banchi di Sotto aufeinandertreffen. Der Terzo di Città im Südwesten ist der älteste: Domhügel, Museen, enge Gassen wie die Via Stalloreggi, dazu ruhige Ecken am Pian dei Mantellini, in denen kaum ein Reiseführer landet. Wer wegen Kunst und Architektur kommt, verbringt hier den größten Teil seiner Zeit und wohnt am kürzesten Weg zu allem.

Der Terzo di Camollia im Norden ist die geschäftliche und gesellschaftliche Seite. Über die Banchi di Sopra zieht abends die Passeggiata, links und rechts stehen der gotische Palazzo Tolomei und der Palazzo Salimbeni, Sitz der 1472 gegründeten Monte dei Paschi di Siena. Hier liegen die Traditionsgeschäfte, die Caffès und die Enotheken, dazu die Piazza Gramsci als zentraler Busbahnhof, die Grünfläche La Lizza mit ihrem Wochenmarkt und die Wälle der Fortezza Medicea. Am Nordende steht die Porta Camollia mit der Inschrift Cor magis tibi Sena pandit – Siena öffnet dir sein Herz weiter als dieses Tor.

Der Terzo di San Martino im Osten und Südosten wird von Besuchern am häufigsten übersehen und ist genau deshalb interessant. An der Banchi di Sotto steht der Palazzo Piccolomini, in dem das Staatsarchiv die Tavolette di Biccherna verwahrt – bemalte Buchdeckel der städtischen Finanzverwaltung, die seit dem 13. Jahrhundert von namhaften Malern gestaltet wurden. Weiter südlich öffnet sich vor der Basilica dei Servi eine Terrasse mit einem der schönsten Blicke auf Dom und Torre del Mangia, und hinter der Porta Romana beginnt das offene Land. Abends isst man hier ohne Reservierung leichter als rund um den Campo.

Und dann sind da die Contraden, die quer zu den Terzi liegen. Siebzehn Territorien mit Namen wie Oca (Gans), Torre (Turm), Onda (Welle) oder Nicchio (Muschel), jedes mit Kirche, Museum, Brunnen und eigenen Farben. Ihre Grenzen sind an Wappen, Laternen und Straßenschildern ablesbar, ihre Rivalitäten uralt, und ihre Zugehörigkeit gilt lebenslang. Für Besucher heißt das vor allem: Wenn du in einer Gasse plötzlich auf Fahnen, Trommelwirbel oder eine lange Tafel mitten auf der Straße triffst, ist das kein Event für dich, sondern der Alltag der Contrada. Zuschauen ist erwünscht, Mitfeiern nur auf Einladung.

Übernachten

Hotels in Siena und die passende Lage in der Altstadt

Die meisten kommen als Tagesgäste – und genau deshalb lohnt die Übernachtung: Ab 19 Uhr gehört Siena denen, die bleiben.

Die repräsentativste Adresse innerhalb der Mauern ist das Grand Hotel Continental Siena, untergebracht in einem barocken Palazzo an der Banchi di Sopra, mit Fresken im Festsaal und einer Lage, von der aus du in fünf Minuten auf dem Campo stehst. Deutlich intimer geht es im Campo Regio Relais zu, einem kleinen Haus mit wenigen Zimmern, dessen Frühstücksterrasse über das Tal auf Dom und Altstadt blickt – für viele der beste Blick, den man in Siena buchen kann. Wer lieber in einem Renaissance-Palazzo mit Antiquitäten und Garten wohnt, findet im Hotel Palazzo Ravizza am Pian dei Mantellini eine ruhige Alternative im Terzo di Città.

Praktisch wird es eine Kategorie darunter. Das Hotel Duomo liegt in einem mittelalterlichen Palazzo in der stillen Via Stalloreggi, aus einigen Zimmern schaust du direkt auf die gestreifte Domflanke. Das Hotel Athena im Süden der Altstadt nahe der Porta San Marco kombiniert die Lage innerhalb der Mauern mit etwas, das hier selten ist: einem eigenen Parkplatz. Das Albergo Chiusarelli, eine ockerfarbene Villa mit Säulenloggia gegenüber San Domenico, gilt als eines der ältesten Hotels der Stadt und liegt günstig für alle, die mit dem Bus ankommen. Und das NH Siena an der Lizza ist die funktionale Wahl mit kurzem Weg zur Piazza Gramsci.

Vor den Mauern wird es grüner und ruhiger. Das Hotel Santa Caterina residiert in einer Villa aus dem 18. Jahrhundert kurz hinter der Porta Romana, mit Garten und Blick ins Tal, und ist trotzdem in einer Viertelstunde zu Fuß am Campo. Die Certosa di Maggiano, 1314 als Kartäuserkloster gegründet, ist die Landvariante: Kreuzgang, Pool, Olivenhaine, wenige Zimmer – ein Haus für Leute, die Siena besichtigen und abends nicht mehr in der Stadt sein wollen. Für beide brauchst du entweder ein Auto oder Geduld mit dem Stadtbus; für die Certosa faktisch ein Auto.

Zwei Regeln gelten unabhängig vom Haus. Erstens: Nimm Gepäck, das du tragen kannst. Die Altstadt liegt in der ZTL, Taxis dürfen zwar zu vielen Hotels fahren, aber die letzten Meter über Kopfsteinpflaster und Treppen legst du oft selbst zurück – Hartschalenkoffer mit kleinen Rollen sind hier eine schlechte Idee. Zweitens: Die Preise folgen dem Kalender, nicht der Kategorie. Um den 2. Juli und den 16. August ist die Stadt praktisch ausgebucht und die Raten vervielfachen sich, im Frühling und Frühherbst zahlst du an Wochentagen einen Bruchteil davon. Frag beim Buchen gezielt nach der ZTL-Anmeldung deines Kennzeichens, wenn du mit dem Auto kommst.

Hotels in Siena

Alle 9 Hotels

Ferienhäuser & Villen mit Pool

Die beliebteste Wahl in der Region — privates Ferienhaus oder Villa mit Pool, oft mitten in den Weinbergen.

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Agriturismi & Weingüter

Urlaub auf dem Land: übernachten auf einem Weingut oder Bauernhof, mit Wein und Öl aus eigener Ernte.

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Essen & Trinken

Restaurants in Siena und die Küche der Crete Senesi

Sienas Küche kommt aus dem Hinterland und bleibt ihm treu – dicke handgerollte Nudeln, Schwein von den Hügeln und harte Mandelkekse zum Schluss.

Fang bei den Nudeln an. Pici sind dicke, von Hand gerollte Weizennudeln aus dem Süden der Toskana, ungleichmäßig und deshalb gut für kräftige Saucen: all'aglione mit viel Knoblauch und Tomate, mit Wildschweinragù oder schlicht mit geriebenem Brot und Öl als pici alle briciole. Dazu kommen Crostini neri mit Geflügelleber als Vorspeise, Ribollita als dicker Brot-Bohnen-Eintopf im Winter und Pecorino aus den Crete Senesi, jenen tonigen Hügeln südöstlich der Stadt. Die regionale Spezialität beim Fleisch ist die Cinta Senese, eine alte Schweinerasse mit weißem Gürtel, die halb wild in den Wäldern gehalten wird.

Bei den Restaurants deckt Siena die ganze Bandbreite ab. Die Osteria Le Logge wenige Schritte vom Campo bewahrt hinter historischer Fassade ihre Einrichtung aus dem 19. Jahrhundert und schenkt Wein aus eigener Produktion aus. Die Antica Osteria Da Divo serviert moderne toskanische Küche in Tuffstein-Grotten mit etruskischen Wurzeln, wenige Schritte vom Dom. Die Taverna di San Giuseppe verbindet einen in den Fels gehauenen Weinkeller mit gehobenen Klassikern – ohne Reservierung kommst du dort abends kaum unter. Und die Enoteca I Terzi verbindet unter Backsteingewölben eine ernstzunehmende Weinkarte mit einer Küche, die mittags pragmatisch und abends ambitionierter ist.

Bodenständiger, aber nicht schlechter: Die Trattoria Papei auf der Piazza del Mercato hinter dem Palazzo Pubblico ist eine Institution für unverstellte sienesische Hausmannskost, mit Tischen im Freien und einer Karte, die sich seit Jahrzehnten kaum ändert. Die Osteria Il Grattacielo, deren Name über den tatsächlichen Ausmaßen des Raums liegt, stellt Platten mit Salumi, Pecorino und eingelegtem Gemüse auf den Tresen und schenkt Wein aus der Karaffe aus – klein, laut, günstig. Das Ristorante Tre Cristi bewirtet seit dem 19. Jahrhundert und hat sich als Ausnahme in dieser fleischlastigen Stadt dem Fisch verschrieben.

Zum Süßen und zum Wein. Panforte, der dichte, gewürzte Kuchen aus Honig, Nüssen und kandierten Früchten, ist die Süßigkeit Sienas schlechthin und hält sich wochenlang – ideal als Mitbringsel. Daneben stehen die mandeligen Ricciarelli, die harten Cavallucci und Cantucci, die man in Vin Santo tunkt; die klassische Adresse dafür ist Nannini Conca d'Oro an der Banchi di Sopra, wo der Espresso im Stehen an der Theke getrunken wird. Im Glas kommt meist Chianti Colli Senesi auf den Tisch, aus dem Umland dazu Brunello di Montalcino und Vino Nobile di Montepulciano. Ein Hinweis für den Abend: In den kleineren Osterien wird oft nur bis etwa 22 Uhr Essen ausgegeben, spät kommen lohnt sich nicht.

Restaurants in Siena

Alle 8 Restaurants
Anreise & vor Ort

Anreise nach Siena und Parken vor den Stadtmauern

Siena hat keinen Schnellzuganschluss – wer aus Florenz kommt, ist mit dem Bus meist schneller als mit der Bahn.

Aus Florenz sind es rund 70 Kilometer nach Süden. Die schnellste öffentliche Verbindung sind die Direktbusse ab der Autostazione in Florenz, die in rund 75 Minuten an der Piazza Gramsci mitten in Siena halten – näher am Zentrum kommt kein Verkehrsmittel. Die Bahn braucht mit rund anderthalb Stunden länger und hält unten im Tal, weil Siena an einer Regionalstrecke liegt und je nach Verbindung ein Umstieg in Empoli nötig ist. Vom Bahnhof überwinden Rolltreppen und Aufzüge durch das Einkaufszentrum gegenüber den Höhenunterschied zur Altstadt, ansonsten bringt dich ein Stadtbus hinauf; zu Fuß ist der Anstieg mit Gepäck kein Vergnügen.

Wer fliegt, landet in Pisa oder Florenz. Von Pisa fährst du mit dem Zug nach Empoli und weiter nach Siena oder nimmst einen Mietwagen; von Florenz führt die Superstrada Firenze–Siena, eine mautfreie Schnellstraße, direkt in Richtung Süden. Der kleine Flugplatz Siena-Ampugnano spielt für Linienflüge keine Rolle, du brauchst dort nicht zu suchen. Mit dem eigenen Auto rechnest du ab München je nach Route mit einem langen Tag über Brenner, Verona, Modena und die A1; die Mautkosten in Österreich und Italien kommen dazu.

In der Stadt selbst brauchst du kein Fahrzeug – und darfst mit ihm ohnehin fast nirgends hin. Die gesamte Altstadt ist ZTL, Zona a Traffico Limitato: Kameras erfassen jedes Kennzeichen, jede unberechtigte Durchfahrt wird einzeln abgerechnet, und der Bescheid trifft oft erst Monate später in Deutschland ein. Wer in einem Hotel innerhalb der Mauern wohnt, lässt sein Kennzeichen dort vorab anmelden und fragt vorher nach, welche Zufahrt erlaubt ist. Verlass dich dabei nicht aufs Navi – es lotst dich zuverlässig mitten durch die Zone.

Geparkt wird deshalb vor oder unter den Mauern. Rund um die Altstadt liegen mehrere bewirtschaftete Parkhäuser und Parkplätze, darunter der Parcheggio Santa Caterina im Westen, von dem Rolltreppen zum Viertel Fontebranda hinaufführen, sowie Anlagen an der Fortezza und beim Stadion. Alle sind kostenpflichtig, Tagessätze sind üblich, und in der Hochsaison füllen sie sich am Vormittag. Innerhalb der Mauern kommst du zu Fuß überall hin – aber unterschätze das Profil nicht: Zwischen Fontebranda und Domhügel liegen spürbare Höhenmeter, und die Gassen sind durchgehend gepflastert. Feste Schuhe mit Profil sind hier kein Übertreiben, sondern Grundausstattung.

Mietwagen

Die schönsten Orte liegen abseits von Bahn und Bus — mit dem Mietwagen bist du flexibel.

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Ausflüge ins Umland

Ausflüge ab Siena ins Chianti und ins Val d'Orcia

Siena liegt genau zwischen den drei berühmtesten Weinlandschaften der Toskana – als Standquartier liegt kaum eine Stadt der Region günstiger zwischen Chianti, Crete Senesi und Val d'Orcia.

Nach Norden beginnt gleich hinter den Mauern das Chianti Classico. Die SR222, die Chiantigiana, windet sich in rund 70 Kurvenkilometern nach Florenz, über Castellina, Panzano und Greve mit seinem arkadengesäumten Marktplatz. Als Tagesprogramm reichen zwei Weingüter, ein Mittagessen im Dorf und ein Aussichtsstopp – Degustationen sind fast nie Laufkundschaftsgeschäft, ruf ein bis zwei Tage vorher an oder buche online. Wer selbst fährt, spuckt bei der Probe aus oder wechselt sich am Steuer ab; alternativ nimmst du eine geführte Halbtagestour ab Siena, dann fällt die Frage weg.

Nach Süden liegt das Val d'Orcia, seit 2004 als Kulturlandschaft auf der UNESCO-Liste. Von Siena aus fährst du über Buonconvento nach San Quirico d'Orcia, weiter nach Pienza mit seinem Renaissance-Platz und dem Pecorino, und nach Montalcino, wo der Brunello reift. Setz den Wecker früh: In der ersten Morgenstunde hängt Nebel in den Senken, und die Zypressengruppen stehen frei. Auf dem Rückweg, zwischen Val d'Orcia und Siena, beginnen die Crete Senesi, jene tonige, fast baumlose Hügellandschaft, deren markantester Punkt die Abtei Monte Oliveto Maggiore mit dem Freskenzyklus von Signorelli und Sodoma im Kreuzgang ist.

Westlich reihen sich die Türmestädte. San Gimignano ist rund 40 Kilometer entfernt, mit dem Bus über Poggibonsi erreichbar, und lohnt vor allem früh am Morgen oder nach 17 Uhr, wenn die Tagesbusse weg sind. Volterra liegt eine gute Stunde weiter, deutlich ruhiger, mit römischem Theater, etruskischem Museum und Alabasterwerkstätten. Gut 15 Kilometer nördlich von Siena, an der Straße Richtung Florenz, spannt Monteriggioni seinen kompletten Mauerring mit vierzehn Türmen über einen Hügel – ein Halt von einer Stunde, den schon Dante in seinem Inferno beschrieben hat.

Und zu Fuß? Siena liegt an der Via Francigena, dem mittelalterlichen Pilgerweg von Canterbury nach Rom. Die Etappe von Monteriggioni nach Siena ist mit rund 20 Kilometern gut an einem Tag zu gehen und endet, wie es sich gehört, an der Porta Camollia; der Bus bringt dich morgens zum Startpunkt. Südwärts führt der Weg in die Crete Senesi Richtung Buonconvento, mit weiten Blicken und wenig Schatten – zwischen Juni und August entsprechend früh starten. Kürzere Runden lassen sich direkt aus der Stadt heraus laufen, etwa durch das grüne Tal unterhalb der Basilica dei Servi.

Aussichten & stille Ecken

Aussichtspunkte und stille Ecken abseits des Campo

Zwischen den drei Hügelrücken liegen grüne Täler, die nie bebaut wurden – mitten in der Stadt und trotzdem fast leer.

Torre del Mangia
Torre del Mangia

Die drei besten Blicke auf Siena kosten wenig bis nichts. Vom Vorplatz der Basilica di San Domenico schaust du über das Tal von Fontebranda hinüber auf Dom und Torre del Mangia – am schönsten am späten Nachmittag, wenn die Sonne von hinten auf die gestreifte Flanke fällt. Die Terrasse vor der Basilica dei Servi im Terzo di San Martino liefert die gleiche Silhouette aus der anderen Richtung und ist fast immer leer. Und auf den Wällen der Fortezza Medicea von 1561, heute ein öffentlicher Park, sitzen abends Jogger, Studenten und Familien nebeneinander auf der Mauerkrone.

Innerhalb der Mauern hat Siena grüne Talsenken behalten, die nie zugebaut wurden. Unterhalb des Campo öffnet sich die Valle di Porta Giustizia mit dem Orto de' Pecci, einem landwirtschaftlich genutzten Areal mit Gemüsegärten, alten Rebsorten und einem einfachen Lokal – zehn Minuten von der Piazza entfernt und trotzdem eine andere Welt. Auf der anderen Seite des Terzo di Città liegt der Botanische Garten der Universität am Hang. Beides sind Orte, an denen du nach einem Museumsvormittag den Kopf frei bekommst, ohne die Stadt verlassen zu müssen.

Auch die Kirchen abseits des Doms lohnen. Der Oratorio di San Bernardino im Norden vereint Fresken von Sodoma und Beccafumi mit dem Diözesanmuseum. Die gotische Basilica di San Francesco daneben wirkt nach dem Dom fast karg – und genau deshalb funktioniert der Kontrast. In der Contrada-Kirche deines Viertels wiederum steht mit ziemlicher Sicherheit ein Seidenbanner vom letzten Palio-Sieg an der Wand. Öffnungszeiten sind bei den kleineren Kirchen unregelmäßig; wenn eine Tür offen steht, geh hinein, statt es für später einzuplanen.

Zum Schluss zwei Gewohnheiten, die den Aufenthalt verändern. Erstens: Geh mindestens einmal ohne Ziel durch die Gassen zwischen Via di Città und Fontebranda und achte nur auf die Contrada-Wappen an den Hauswänden – du liest die Stadt danach anders. Zweitens: Nimm dir eine Stunde auf dem Campo, ohne Handy und ohne Plan. Der Platz ist so gebaut, dass er Menschen zum Sitzen bringt, und die Sienesen nutzen das seit siebenhundert Jahren. Am frühen Abend, wenn das Licht flach über die Ziegel läuft und die Schwalben um die Torre del Mangia kreisen, verstehst du, warum niemand hier eine Bank braucht.

Stadtviertel

Die Stadtviertel von Siena – und welches zu dir passt

Terzo di CittàTerzo di CittàDas älteste der drei Stadtdrittel zieht sich vom Campo über die Via di Città auf den Domhügel. Hier stehen Dom, Baptisterium, Santa Maria della Scala und die Pinacoteca Nazionale auf engstem Raum, dahinter beginnen ruhige Gassen wie die Via Stalloreggi und der Pian dei Mantellini.Ideal für: Kunst & kurze Wege1 TagIl CampoIl CampoDer muschelförmige Platz in der Senke zwischen den drei Hügelrücken ist Sienas Wohnzimmer: neun geneigte Backsteinsegmente, der Palazzo Pubblico mit dem Museo Civico und die Torre del Mangia. Zweimal im Jahr wird daraus die Rennbahn des Palio.Ideal für: Herzstück der Stadt½ TagTerzo di CamolliaTerzo di CamolliaDer nördliche Terzo ist Sienas weltliche Seite: Über die Banchi di Sopra mit den Palästen Salimbeni und Tolomei zieht abends die Passeggiata, dazwischen Caffès, Enotheken und Traditionsgeschäfte. Am Nordende steht die Porta Camollia, im Westen liegen La Lizza und die Fortezza Medicea.Ideal für: Bummeln & Aperitivo½ TagSan Domenico & FontebrandaSan Domenico & FontebrandaÜber dem grünen Tal von Fontebranda ragt die gotische Backsteinbasilika San Domenico auf, unten liegt das mittelalterliche Brunnenhaus, das schon Dante erwähnt. Dazwischen das Geburtshaus der heiligen Katharina und der beste Blick der Stadt hinüber auf Dom und Torre del Mangia.Ideal für: Aussicht & Mittelalter½ TagTerzo di San MartinoTerzo di San MartinoDas östliche Stadtdrittel wird von Besuchern am häufigsten übersehen und ist genau deshalb interessant. Von der Terrasse vor der Basilica dei Servi blickst du auf Dom und Turm, hinter der Porta Romana beginnt offenes Land, und abends findest du hier eher einen Tisch als rund um den Campo.Ideal für: Ruhe & Talblick½ Tag
Beste Reisezeit & Wetter

Beste Reisezeit für Siena mit Wetter und Palio im Jahreslauf

Siena liegt gut 300 Meter hoch auf einem Hügelrücken – im Sommer ein paar Grad kühler als Florenz im Talkessel, im Winter dafür windiger.

Das Klima in Siena ist mediterran mit kontinentalem Einschlag: milde, feuchte Winter um zehn Grad, ein grünes Frühjahr, heiße und trockene Hochsommer mit Spitzen über 30 Grad und ein langer, goldener Herbst. Weil die Altstadt fast durchgehend aus Ziegel und Stein besteht und Schatten in den engen Gassen zwar reichlich, auf den Plätzen aber kaum vorhanden ist, fühlen sich Juli und August spürbar heißer an, als das Thermometer sagt. Genauso wichtig wie das Wetter ist der Kalender: Der 2. Juli und der 16. August verändern Preise, Verfügbarkeit und Stimmung in der Stadt stärker als jede Hitzewelle.

Jan10°2°still, Museen ohne Schlange
Feb11°2°kühl und klar, wenig los
Mär15°4°wechselhaft, erstes Grün
Apr18°7°mild, Ostern wird voll
Mai23°11°lange Abende, ideal
Jun27°15°warm, Palio-Vorbereitung
Jul30°17°Palio am 2. Juli, heiß
Aug30°17°Palio am 16. August, voll
Sep25°14°Weinlese, klare Luft
Okt20°10°goldenes Licht, Domboden
Nov14°6°regenreich, Olivenernte
Dez10°3°kurze Tage, ruhige Gassen

Beste Reisezeit · Balken = Tageshöchstwert

Die beste Reisezeit für Siena sind Mai und Juni sowie September und Oktober. Dann liegen die Höchstwerte zwischen 20 und 27 Grad, die Abende sind lang genug für einen Aperitivo auf dem Campo, und die Ausflüge ins Chianti und ins Val d'Orcia lassen sich ohne Mittagshitze fahren. Der Oktober hat zusätzlich den Vorteil, dass der Marmorboden des Doms dann meist noch freiliegt. Juli und August sind heiß und rund um den Palio komplett ausgebucht – wer das Rennen sehen will, plant Monate im Voraus, alle anderen weichen aus. Januar bis März sind still, günstig und ideal für Museen, wenn dir kühle Gassen nichts ausmachen.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zu Siena

Wie viele Tage sollte man für Siena einplanen?
Ein voller Tag reicht für Campo, Palazzo Pubblico, Dom und einen Bummel durch die Terzi. Zwei Tage sind die bessere Wahl, weil dann Santa Maria della Scala, die Pinacoteca, das Museo dell'Opera mit dem Facciatone und die Ecken um Fontebranda dazupassen. Ab drei Tagen nutzt du Siena als Standquartier für Chianti, Crete Senesi und Val d'Orcia.
Lohnt sich Siena als Tagesausflug von Florenz?
Es funktioniert – die Direktbusse ab der Autostazione in Florenz halten in rund 75 Minuten mitten in der Stadt an der Piazza Gramsci. Du bekommst dann aber genau die Stunden, in denen Siena am vollsten ist. Wer eine Nacht bleibt, erlebt den Campo am frühen Morgen und nach Sonnenuntergang, und das ist eine andere Stadt.
Muss man Tickets für den Dom und die Torre del Mangia vorab buchen?
Für die Torre del Mangia dringend: Es gibt keinen Aufzug, die Zahl der Besucher oben ist begrenzt, und die Zeitfenster sind in der Saison früh vergeben. Für den Dom und die zugehörigen Stationen gibt es ein Kombiticket der Opera della Metropolitana, das sich ab drei Besichtigungen rechnet – auch hier ersparen dir vorab gebuchte Zeitfenster die Warteschlange.
Wann liegt der Marmorboden im Dom von Siena frei?
Der Intarsienboden aus 56 Feldern ist die meiste Zeit des Jahres zum Schutz abgedeckt und wird in der Regel in zwei Zeitfenstern pro Jahr vollständig freigelegt: einige Wochen ab Ende Juni sowie von Mitte August bis in den Herbst hinein. Die genauen Wochen wechseln von Jahr zu Jahr und werden von der Opera della Metropolitana veröffentlicht – prüfe die aktuellen Termine, bevor du die Reise darauf ausrichtest.
Wie sieht man den Palio, ohne teure Plätze zu buchen?
Die Innenfläche der Piazza del Campo ist kostenlos zugänglich. Sie wird allerdings Stunden vor dem Start abgeriegelt, du stehst in praller Sonne, ohne Schatten und ohne die Möglichkeit, zwischendurch zu gehen. Wer das nicht will, nimmt stattdessen eine der Prove an den Tagen davor mit oder schaut sich den Corteo Storico an, den historischen Umzug vor dem Rennen.
In welchem Viertel wohnt man in Siena am besten?
Im Terzo di Città bist du am nächsten an Dom und Museen und wohnst zwischen ruhigen Gassen. Der Terzo di Camollia rund um die Banchi di Sopra bietet die kürzesten Wege zum Busbahnhof an der Piazza Gramsci und das lebendigere Abendbild. Der Terzo di San Martino ist die stillere Variante mit gutem Talblick, direkt am Campo wird es dagegen laut.
Darf man mit dem Auto in Sienas Altstadt fahren?
Nein, die gesamte Altstadt ist ZTL. Kameras erfassen jedes Kennzeichen, und jede unberechtigte Durchfahrt wird separat abgerechnet, oft erst Monate später per Post. Wohnst du innerhalb der Mauern, lässt du dein Kennzeichen vom Hotel anmelden und fragst vorher nach der erlaubten Zufahrt. Ansonsten parkst du in einem der Parkhäuser vor den Mauern und gehst zu Fuß hinauf.
Wie kommt man vom Bahnhof Siena in die Altstadt?
Der Bahnhof liegt unten im Tal, die Altstadt oben auf dem Hügel. Rolltreppen und Aufzüge durch das Einkaufszentrum gegenüber überwinden den Höhenunterschied, alternativ fahren Stadtbusse hinauf. Zu Fuß ist der Anstieg mit Gepäck unangenehm. Wer aus Florenz kommt, ist mit dem Direktbus zur Piazza Gramsci meist bequemer unterwegs als mit der Bahn.
Was isst man in Siena typischerweise?
Pici, die dicken handgerollten Nudeln, klassisch all'aglione mit Knoblauch und Tomate oder mit Wildschweinragù. Dazu Crostini neri mit Geflügelleber, Ribollita im Winter, Pecorino aus den Crete Senesi und Fleisch von der Schweinerasse Cinta Senese. Süß folgen Panforte, Ricciarelli und Cavallucci, im Glas meist Chianti Colli Senesi oder ein Brunello aus dem Umland.
Welche Contrada gehört zu welchem Viertel?
Die 17 Contraden liegen quer zu den drei Terzi und haben eigene Grenzen, die du an Wappen, Straßenlaternen und Schildern ablesen kannst. Jede hat eine eigene Kirche, ein Museum, einen Taufbrunnen und feste Rivalitäten. Die Zugehörigkeit gilt lebenslang und wird bei der Geburt vergeben – für Besucher ist das kein Folklorethema, sondern die eigentliche Sozialstruktur der Stadt.
Ist Siena barrierefrei oder anstrengend zu Fuß?
Anstrengend. Die Stadt liegt auf drei Hügelrücken, zwischen Fontebranda und Domhügel überwindest du spürbare Höhenmeter, und die Gassen sind durchgehend gepflastert. Rolltreppen und Aufzüge an mehreren Zugängen helfen beim Aufstieg von den Parkhäusern und vom Bahnhof. Feste Schuhe mit Profil sind Grundausstattung, Koffer mit kleinen Rollen eine schlechte Idee.
Wie weit ist Siena von Florenz und San Gimignano entfernt?
Nach Florenz sind es rund 70 Kilometer nach Norden, über die mautfreie Superstrada oder mit dem Direktbus in rund 75 Minuten. San Gimignano liegt etwa 40 Kilometer nordwestlich und ist per Bus über Poggibonsi erreichbar. Monteriggioni schafft man in einer Viertelstunde Fahrzeit, Montalcino und Pienza im Val d'Orcia liegen rund eine Stunde südlich.
Wann ist die beste Reisezeit für Siena?
Mai und Juni sowie September und Oktober mit Höchstwerten zwischen 20 und 27 Grad, langen Abenden und guten Bedingungen für Ausflüge ins Chianti und ins Val d'Orcia. Juli und August sind heiß und rund um den Palio am 2. Juli und 16. August ausgebucht. Von Januar bis März reist du günstig und findest leere Museen, musst aber mit kühlen, zugigen Gassen rechnen.
Was kann man in Siena bei Regen machen?
Die Stadt ist dafür gut ausgestattet: Museo Civico im Palazzo Pubblico, Dom mit Libreria Piccolomini, Baptisterium und Krypta, das Museo dell'Opera mit Duccios Maestà, die Pinacoteca Nazionale und das weitläufige Santa Maria della Scala, das mehrere Etagen in den Berg reicht. Zusammen füllt das zwei Tage. Nur den Aufstieg auf Turm und Facciatone verschiebst du besser.

Entdecken

Sehenswürdigkeiten in Siena – Dom & Torre del Mangia vom Palazzo Pubblico bis Santa Maria della Scala

Plane Dom und Torre del Mangia mit Zeitfenster-Ticket voraus – der Aufstieg ist kontingentiert und vormittags am ruhigsten. Den Rest der Altstadt erläuft man ohne Plan, fast alles liegt im fußläufigen Zentrum.

Übernachten

Hotels in Siena – nah an Piazza del Campo in den Gassen der Terzi, nicht am Stadtrand

Im Terzo di Città und rund um die Piazza del Campo wohnt man mittendrin – ideal für eine Nacht ohne Auto. Wer es ruhiger mag, sucht im Terzo di Camollia oder bei San Domenico nach Zimmern mit Domblick.

Alle · 6HotelsBoutiqueDesignLuxus

Genießen

Restaurants in Siena – Pici, Cinta & Panforte toskanische Küche zwischen Dom und Fontebranda

Sienesische Küche heißt Pici, Wildschwein-Ragù, Pecorino aus Pienza und Panforte zum Abschluss. Abseits der Piazza, in den Gassen des Terzo di San Martino, kocht man oft ehrlicher und günstiger.

Erleben

Aktivitäten & Touren in Siena – Contraden & Palio die Stadtrepublik mit ihren 17 Contraden verstehen

Vom Palio-Erbe der 17 Contraden bis zu Weinfahrten ins Chianti reicht das Angebot. Geführte Domführungen und Tagestouren ins Umland startet man am besten morgens von der Altstadt aus.

SienaAuf drei Tuffrücken über der Toskana liegt eine Stadt, deren wichtigster Platz die Form einer Muschel hat und zweimal im Jahr zur Pferderennbahn wird.
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