Cortona liegt hoch über dem Val di Chiana im Südosten der Toskana, nahe der Grenze zu Umbrien. Schon die Etrusker befestigten den Hügel, und Teile der gewaltigen, aus großen Steinblöcken errichteten Stadtmauer stammen noch aus jener Zeit. Wer heraufkommt, blickt über ein weites, fruchtbares Tal bis zum schimmernden Trasimenischen See – einer der Gründe, warum die Stadt seit Jahrhunderten Maler, Pilger und Reisende anzieht.
Das Zentrum ordnet sich um die Piazza della Repubblica mit dem Palazzo Comunale und seiner breiten Freitreppe – ein beliebter Treffpunkt, an dem sich abends das Stadtleben sammelt. Von dort führen steile, schmale Gassen bergan und bergab; Cortona ist eine Stadt zum Erlaufen, mit ständigen Höhenunterschieden und überraschenden Ausblicken zwischen den Häusern hindurch.
Künstlerisch ist Cortona reich beschenkt: Das Museo Diocesano bewahrt die berühmte „Verkündigung“ von Fra Angelico, eines der zartesten Werke der Frührenaissance. Der Maler Luca Signorelli stammte aus Cortona, ebenso wirkte hier Pietro da Cortona, ein Hauptmeister des römischen Barock. Das Museo dell'Accademia Etrusca zeigt bedeutende etruskische Funde, darunter einen kunstvollen bronzenen Kronleuchter.
Über der Stadt thront die Basilica di Santa Margherita, das Ziel vieler Pilger, und noch höher die Festung Girifalco, von der aus sich das gesamte Tal überblicken lässt. In der Umgebung liegen etruskische Hügelgräber (die „Meloni del Sodo“) und das Heiligtum der Wiege des Franziskanerordens, das Eremo Le Celle, in dem der heilige Franziskus selbst weilte.
Internationale Bekanntheit erlangte Cortona durch Frances Mayes' Buch und den Film „Unter der Sonne der Toskana“, der hier spielt. Trotz des dadurch gewachsenen Tourismus hat sich die Stadt ihren Charakter bewahrt: Handwerksläden, Trattorien mit Blick und ruhige Gassen abseits der Hauptachse machen Cortona zu einem Ort, an dem die Toskana noch so wirkt, wie man sie sich erträumt – auf einem Hügel, im warmen Licht des späten Nachmittags.

Fortezza del Girifalco
Medici-Festung aus dem 16. Jahrhundert auf dem höchsten Punkt von Cortona, heute Veranstaltungsort mit dem besten Panoramablick über das Val di Chiana.
Höchster Punkt der Stadt über der Altstadt





