Lucca liegt im Norden der Toskana, eingebettet in die fruchtbare Ebene des Flusses Serchio und nur eine knappe Autostunde von Pisa und der Versilia-Küste entfernt. Wer durch eines der alten Stadttore in den historischen Kern tritt, betritt eine Stadt, die ihren mittelalterlichen und Renaissance-Grundriss fast vollständig bewahrt hat. Anders als Florenz oder Siena hat Lucca nie kapituliert vor dem Massentourismus, sondern lebt ein eigenes, gelassenes Tempo zwischen Espresso-Bars, Buchläden und Werkstätten.
Das bekannteste Merkmal ist die mächtige Stadtmauer aus dem 16. und 17. Jahrhundert, die als geschlossener Ring von rund vier Kilometern erhalten geblieben ist. Heute verläuft auf ihrer breiten Krone ein baumbestandener Spazier- und Radweg, von dem aus man auf die Dächer der Altstadt und hinüber zu den Apuanischen Alpen blickt. Die Bastionen mit ihren alten Platanen sind ein Treffpunkt für Einheimische, die hier joggen, picknicken oder die Sonne hinter den Bergen versinken sehen.
Im Inneren reihen sich romanische Kirchen aneinander, allen voran der Dom San Martino mit dem berühmten Volto-Santo-Kruzifix und die fein gegliederte Fassade von San Michele in Foro auf dem ehemaligen römischen Forum. Über die Dächer ragt der Torre Guinigi, dessen Spitze von alten Steineichen gekrönt wird – ein Aufstieg lohnt sich für den Rundblick. Die ovale Piazza dell’Anfiteatro folgt exakt dem Grundriss des einstigen römischen Amphitheaters und ist heute von Cafés und Wohnhäusern gerahmt.
Lucca ist außerdem die Geburtsstadt von Giacomo Puccini, dessen Opern jeden Sommer in der Stadt erklingen. Wer länger bleibt, entdeckt die toskanische Küche der Garfagnana mit Dinkelsuppe, Tordelli-Teigtaschen und Olivenöl aus den umliegenden Hügeln – eine Stadt zum Verweilen, nicht zum Abhaken.
Mongolo1984, edited by MenkinAlRire (CC BY-SA 4.0) · WikimediaCattedrale di San Martino
Der Dom San Martino mit asymmetrischer Marmorfassade birgt zwei Schätze: den Volto Santo und das Grabmal der Ilaria del Carretto von Jacopo della Quercia.
Asymmetrische Marmorfassade, dem älteren Glockenturm angepasst









