Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Florenz
Zwischen Dom und Ponte Vecchio liegen keine zehn Gehminuten – der Engpass in Florenz ist nie die Entfernung, sondern der Einlass.
Alles beginnt am Domplatz, und der ist streng genommen ein Ensemble aus vier Bauwerken. Die Kathedrale Santa Maria del Fiore trägt Brunelleschis Kuppel, die 1436 vollendet wurde und bis heute als größte gemauerte Kuppel der Welt gilt – gebaut ohne durchgehendes Lehrgerüst, aus zwei ineinandergeschachtelten Schalen, zwischen denen der Aufstieg verläuft. Daneben steht Giottos Campanile mit seinen farbigen Marmorfeldern, gegenüber das achteckige Baptisterium San Giovanni mit seinen drei Bronzeportalen: Die Südtür schuf Andrea Pisano im 14. Jahrhundert, von Lorenzo Ghiberti stammen die Nordtür und die Paradiespforte, an der er Jahrzehnte arbeitete. Die Originalpaneele der Paradiespforte hängen heute klimatisiert im Museo dell'Opera del Duomo, am Bau selbst siehst du Kopien. Das Kirchenschiff selbst kostet keinen Eintritt – prüf nur vorab, ob für den Einlass eine kostenlose Reservierung nötig ist; alles andere läuft über kombinierte Pässe mit reservierten Zeitfenstern.
Wenige Gehminuten südlich liegen die Uffizien, die ihren Namen ihrer ursprünglichen Funktion verdanken: Giorgio Vasari baute den Doppelflügel ab 1560 als Amtsgebäude – uffizi – für die Verwaltung von Cosimo I. Heute hängt darin die dichteste Sammlung italienischer Renaissancemalerei überhaupt, von Giotto und Simone Martini über Botticellis Geburt der Venus und Primavera bis zu Leonardos Verkündigung, Michelangelos Tondo Doni, Tizians Venus von Urbino und Caravaggios Medusenschild. Plane mindestens drei Stunden ein und lauf die Säle nicht in der vorgegebenen Reihenfolge ab, wenn die Gruppen sich stauen – die Galerie ist ein Rundgang, kein Einbahnweg. Auf der Dachterrasse über der Loggia dei Lanzi steht ein kleines Café mit direktem Blick auf den Turm des Palazzo Vecchio.
Die Piazza della Signoria davor ist der politische Gegenpol zum Domplatz und zugleich das dichteste Freiluftmuseum der Stadt, ohne Eintritt und ohne Öffnungszeiten. Der Palazzo Vecchio, ab 1299 nach Plänen von Arnolfo di Cambio errichtet, schiebt seinen Wehrturm über den Platz; drinnen öffnet sich der Salone dei Cinquecento, ein Saal von enormen Ausmaßen, den Vasari mit Schlachtenfresken überzog. Vor dem Portal steht eine Kopie von Michelangelos David an der Stelle, an der bis 1873 das Original stand, daneben Ammannatis Neptunbrunnen. Unter der Loggia dei Lanzi stehen Benvenuto Cellinis bronzener Perseus mit dem Haupt der Medusa und Giambolognas Raub der Sabinerin frei zugänglich – am ruhigsten kurz nach Sonnenaufgang.
Zum Arno hinunter führen alle Gassen auf die Ponte Vecchio, die seit 1345 an dieser Stelle steht und als einzige Brücke der Stadt im August 1944 nicht gesprengt wurde. Ihre Läden gehörten ursprünglich Metzgern und Gerbern; erst als die Medici 1565 den Vasarikorridor darüber legten, der die Uffizien mit dem Palazzo Pitti verbindet, wurden sie durch Goldschmiede und Juweliere ersetzt, die bis heute dort sitzen – der Korridor selbst ist nach langer Restaurierung seit Ende 2024 wieder begehbar, mit eigenem Ticket und eigenem Zeitfenster. Auf der anderen Seite des Flusses steigt der Weg über San Niccolò zum Piazzale Michelangelo hinauf, den Giuseppe Poggi 1869 als Aussichtsterrasse anlegte – von dort fügen sich Kuppel, Turm, Brücken und Hügel in ein einziges Bild. Wer noch fünf Minuten weiter steigt, steht vor San Miniato al Monte, einer romanischen Kirche mit grün-weißer Marmorfassade, in der die Mönche am späten Nachmittag die Vesper singen – die Zeiten hängen am Portal aus.





















