Stadt · Italien

Florenz

Über den Ziegeldächern steht Brunelleschis Kuppel wie ein zweiter Horizont, und darunter drängt sich die halbe Kunstgeschichte auf einen Fußweg von zwanzig Minuten.

6 Stadtviertel8 Sehenswürdigkeiten5 Hotels
Überblick

Deine Florenz-Reise auf einen Blick

Beste Reisezeit
Frühling (April bis Juni) und Frühherbst (September, Oktober) sind ideal: mildes Wetter, blühende Gärten und weniger Andrang als im Hochsommer, wenn es in den Gassen heiß und voll wird. Der Winter ist ruhig und museumsfreundlich, wenn auch kühl. Wer den Massen entgehen will, besucht die großen Galerien gleich nach Öffnung oder am späten Nachmittag.
Über Florenz

Reisen nach Florenz

Florenz ist die Stadt, in der die Renaissance nicht als Epoche im Museum steht, sondern als Straßenbild funktioniert. Über den Dächern spannt sich Brunelleschis Kuppel von Santa Maria del Fiore, seit 1436 die größte gemauerte Kuppel der Welt, daneben steigt Giottos Campanile auf, und gegenüber trägt das Baptisterium drei Bronzeportale – die Südtür von Andrea Pisano, Nordtür und Paradiespforte von Lorenzo Ghiberti, deren Originalpaneele inzwischen im Museo dell'Opera del Duomo hängen. Wenige Gehminuten südlich öffnen die Uffizien ihre Säle, hervorgegangen aus dem Verwaltungsbau, den Giorgio Vasari ab 1560 für die Medici errichtete: Botticellis Geburt der Venus, Leonardos Verkündigung, Caravaggios Medusa. Davor liegt die Piazza della Signoria mit dem Palazzo Vecchio, der Loggia dei Lanzi und einer Kopie von Michelangelos David, dessen Original ein paar Straßen weiter in der Galleria dell'Accademia steht. Über die Ponte Vecchio von 1345, die einzige Brücke der Stadt, die im August 1944 nicht gesprengt wurde, kommst du ins Oltrarno mit dem Palazzo Pitti, dem Boboli-Garten und den Werkstätten von San Frediano. Und abends steigen alle zum Piazzale Michelangelo hinauf, weil sich von dort die ganze Stadt in einen einzigen Blick fügt.

Florenz – Karte
Reiseführer

Florenz von A bis Z

Aktualisiert August 2026

Um halb neun liegt die Piazza del Duomo noch im Schatten, ein Lieferwagen rangiert vor der Baptisteriumstür, und über allem steht die Kuppel so selbstverständlich da, als hätte es nie die Frage gegeben, wie man so etwas ohne Lehrgerüst baut. Florenz ist keine große Stadt – vom Dom bis zum Arno sind es zehn Minuten, vom Arno bis zum Palazzo Pitti noch einmal fünf –, aber auf diesem knappen Quadratkilometer stapeln sich so viele Meisterwerke, dass die meisten Besucher zwei Tage lang von einer Warteschlange zur nächsten hetzen. Wer früh aufsteht, die drei entscheidenden Tickets vorab bucht und die Nachmittage ins Oltrarno verlegt, bekommt eine andere Stadt – eine mit offenen Werkstatttüren, mit den kleinen Weinfenstern in den Palastmauern und mit Abendlicht auf ockerfarbenem Putz.

Sehenswürdigkeiten

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Florenz

Zwischen Dom und Ponte Vecchio liegen keine zehn Gehminuten – der Engpass in Florenz ist nie die Entfernung, sondern der Einlass.

Alles beginnt am Domplatz, und der ist streng genommen ein Ensemble aus vier Bauwerken. Die Kathedrale Santa Maria del Fiore trägt Brunelleschis Kuppel, die 1436 vollendet wurde und bis heute als größte gemauerte Kuppel der Welt gilt – gebaut ohne durchgehendes Lehrgerüst, aus zwei ineinandergeschachtelten Schalen, zwischen denen der Aufstieg verläuft. Daneben steht Giottos Campanile mit seinen farbigen Marmorfeldern, gegenüber das achteckige Baptisterium San Giovanni mit seinen drei Bronzeportalen: Die Südtür schuf Andrea Pisano im 14. Jahrhundert, von Lorenzo Ghiberti stammen die Nordtür und die Paradiespforte, an der er Jahrzehnte arbeitete. Die Originalpaneele der Paradiespforte hängen heute klimatisiert im Museo dell'Opera del Duomo, am Bau selbst siehst du Kopien. Das Kirchenschiff selbst kostet keinen Eintritt – prüf nur vorab, ob für den Einlass eine kostenlose Reservierung nötig ist; alles andere läuft über kombinierte Pässe mit reservierten Zeitfenstern.

Wenige Gehminuten südlich liegen die Uffizien, die ihren Namen ihrer ursprünglichen Funktion verdanken: Giorgio Vasari baute den Doppelflügel ab 1560 als Amtsgebäude – uffizi – für die Verwaltung von Cosimo I. Heute hängt darin die dichteste Sammlung italienischer Renaissancemalerei überhaupt, von Giotto und Simone Martini über Botticellis Geburt der Venus und Primavera bis zu Leonardos Verkündigung, Michelangelos Tondo Doni, Tizians Venus von Urbino und Caravaggios Medusenschild. Plane mindestens drei Stunden ein und lauf die Säle nicht in der vorgegebenen Reihenfolge ab, wenn die Gruppen sich stauen – die Galerie ist ein Rundgang, kein Einbahnweg. Auf der Dachterrasse über der Loggia dei Lanzi steht ein kleines Café mit direktem Blick auf den Turm des Palazzo Vecchio.

Die Piazza della Signoria davor ist der politische Gegenpol zum Domplatz und zugleich das dichteste Freiluftmuseum der Stadt, ohne Eintritt und ohne Öffnungszeiten. Der Palazzo Vecchio, ab 1299 nach Plänen von Arnolfo di Cambio errichtet, schiebt seinen Wehrturm über den Platz; drinnen öffnet sich der Salone dei Cinquecento, ein Saal von enormen Ausmaßen, den Vasari mit Schlachtenfresken überzog. Vor dem Portal steht eine Kopie von Michelangelos David an der Stelle, an der bis 1873 das Original stand, daneben Ammannatis Neptunbrunnen. Unter der Loggia dei Lanzi stehen Benvenuto Cellinis bronzener Perseus mit dem Haupt der Medusa und Giambolognas Raub der Sabinerin frei zugänglich – am ruhigsten kurz nach Sonnenaufgang.

Zum Arno hinunter führen alle Gassen auf die Ponte Vecchio, die seit 1345 an dieser Stelle steht und als einzige Brücke der Stadt im August 1944 nicht gesprengt wurde. Ihre Läden gehörten ursprünglich Metzgern und Gerbern; erst als die Medici 1565 den Vasarikorridor darüber legten, der die Uffizien mit dem Palazzo Pitti verbindet, wurden sie durch Goldschmiede und Juweliere ersetzt, die bis heute dort sitzen – der Korridor selbst ist nach langer Restaurierung seit Ende 2024 wieder begehbar, mit eigenem Ticket und eigenem Zeitfenster. Auf der anderen Seite des Flusses steigt der Weg über San Niccolò zum Piazzale Michelangelo hinauf, den Giuseppe Poggi 1869 als Aussichtsterrasse anlegte – von dort fügen sich Kuppel, Turm, Brücken und Hügel in ein einziges Bild. Wer noch fünf Minuten weiter steigt, steht vor San Miniato al Monte, einer romanischen Kirche mit grün-weißer Marmorfassade, in der die Mönche am späten Nachmittag die Vesper singen – die Zeiten hängen am Portal aus.

Sehenswürdigkeiten in Florenz

Alle 8 Sehenswürdigkeiten
Museen & Tickets

Uffizien, Accademia und die Tickets für die großen Museen

Drei Häuser bestimmen den Rhythmus deines Aufenthalts, und alle drei verkaufen Zeitfenster, die in der Saison Tage vorher vergeben sind.

Für die Uffizien buchst du ein Zeitfenster über die offizielle Website oder über eine geführte Tour mit Vorab-Einlass – spontan an der Kasse anzustehen kostet dich in der Hochsaison ein bis zwei Stunden, und an Tagen mit freiem Eintritt kommst du unter Umständen gar nicht hinein. Die besten Slots sind die erste Stunde nach Öffnung und der späte Nachmittag, wenn die Busgruppen schon wieder auf dem Rückweg sind. Rechne fest damit, dass die staatlichen Häuser montags geschlossen sind, und prüf das vor der Reise noch einmal, weil die Ruhetage gelegentlich angepasst werden. Große Rucksäcke, Regenschirme und Stative musst du an der Garderobe abgeben, was vor dem Eingang zusätzlich Zeit frisst.

Die Galleria dell'Accademia ist das zweite Pflichtticket und funktioniert anders, als viele erwarten. Michelangelos David steht am Ende eines eigens für ihn gebauten Tribünensaals, gut fünf Meter hoch, seit 1873 hier – und der Weg dorthin führt an den Prigioni vorbei, unvollendeten Sklavenfiguren, deren Körper halb aus dem Marmorblock heraustreten. Genau diese Gegenüberstellung ist der Grund, den Saal nicht in fünf Minuten zu durchqueren. Das übrige Haus ist überschaubar: Gipsmodelle der Bildhauerwerkstatt Bartolini, spätgotische Tafelbilder und eine Sammlung historischer Musikinstrumente. Anderthalb Stunden reichen, ein Zeitfenster brauchst du trotzdem.

Der Kuppelaufstieg ist die dritte Reservierung und die körperlichste. 463 Stufen führen ohne Aufzug nach oben, ein Teil davon durch den schmalen Zwischenraum der beiden Kuppelschalen, in dem die Wände sich neigen und du dich an manchen Stellen ducken musst. Auf halber Höhe läufst du auf einer Galerie direkt unter dem Jüngsten Gericht entlang, das Giorgio Vasari begann und Federico Zuccari nach dessen Tod zum größten Teil ausführte – näher an ein Fresko kommst du selten wieder. Wer unter Platzangst leidet, Kniebeschwerden hat oder ein Kleinkind trägt, sollte darauf verzichten – hinunter geht es über eine andere, ebenso enge Treppe, ein Umkehren auf halber Strecke ist praktisch unmöglich. Die entspanntere Alternative ist Giottos Campanile: 414 Stufen, breitere Treppen, Zwischenplattformen zum Verschnaufen und der Vorteil, dass du von dort die Kuppel selbst im Blick hast.

Wenn danach noch Zeit bleibt, lohnen die kleineren Häuser oft mehr als das nächste Highlight. Im Museo Nazionale del Bargello, dem ehemaligen Gerichts- und Gefängnisbau, steht Donatellos bronzener David neben Werken von Verrocchio, Cellini und Giambologna, meist in erstaunlicher Ruhe. Das Museo di San Marco ist ein ehemaliges Dominikanerkloster, in dessen Mönchszellen Fra Angelico jeweils ein eigenes Fresko malte; am Ende des Ganges liegt die Zelle Savonarolas. Das Museo dell'Opera del Duomo zeigt Ghibertis Originaltüren, Donatellos Magdalena und Michelangelos späte Pietà. Als vierte, optionale Reservierung kommt seit Ende 2024 der wieder geöffnete Vasarikorridor dazu, der von den Uffizien über die Ponte Vecchio bis zum Palazzo Pitti führt – ein eigenes Ticket mit Zeitfenster, das du zusätzlich buchst. Ob sich eine Sammelkarte wie die Firenze Card rechnet, hängt schlicht davon ab, wie viele kostenpflichtige Häuser du in wenigen Tagen wirklich schaffst – bei zwei oder drei Museen fährst du mit Einzeltickets meist besser.

Aktivitäten & Touren in Florenz

Rundgang & Tagesplan

Florenz in zwei Tagen – ein Rundgang vom Dom zum Piazzale Michelangelo

Zwei Tage reichen für das Zentrum, wenn du die Reihenfolge nach den Öffnungszeiten planst und nicht nach der Landkarte.

Der erste Vormittag gehört dem Domplatz, und zwar früh. Beginn mit dem Baptisterium, solange die Gruppen noch am Kuppeleingang stehen, danach das Kirchenschiff von Santa Maria del Fiore, das ohne Ticket zugänglich ist und innen viel karger wirkt, als die Marmorfassade vermuten lässt. Dein reserviertes Zeitfenster für den Kuppelaufstieg legst du am besten auf die Zeit direkt nach der Öffnung – oben ist es dann noch kühl und die Galerie unter dem Fresko nicht verstopft. Zum Abschluss das Museo dell'Opera del Duomo gleich hinter der Apsis, wo die Originale stehen, die draußen fehlen. Gegen Mittag bist du fertig und hast den anstrengendsten Teil hinter dir.

Am Nachmittag arbeitest du dich nach Süden. Über die Fußgängerstraße Via dei Calzaiuoli erreichst du die Piazza della Signoria, vorbei an der Kirche Orsanmichele, deren Zunftfiguren in den Außennischen alle Kopien sind – die Originale stehen im Museum im Obergeschoss der Kirche, das nur eingeschränkt geöffnet ist, Donatellos San Giorgio im Bargello. Wer will, steigt in den Palazzo Vecchio und in den Salone dei Cinquecento. Dein Uffizien-Slot sollte am späten Nachmittag liegen, weil die Säle dann spürbar leerer sind und du zum Schluss auf der Dachterrasse sitzt, während unten das Licht warm wird. Danach sind es zwei Minuten zur Ponte Vecchio, und der Aperitivo gehört an das Ufer oder in eine der Gassen zwischen Borgo Santi Apostoli und Piazza della Repubblica.

Der zweite Morgen beginnt nördlich des Doms. Zuerst die Galleria dell'Accademia mit dem David, dann fünf Minuten zu Fuß zur Basilika San Lorenzo mit ihrer bis heute rohen, unverkleideten Fassade: dahinter liegen die Medici-Kapellen mit Michelangelos Grabfiguren und die Biblioteca Medicea Laurenziana, deren Treppenhaus für sich allein einen Umweg wert ist. Zum Mittagessen bist du ohnehin am richtigen Ort – rund um den Mercato Centrale liegen die klassischen Mittagstrattorien der Stadt, etwa die Trattoria Mario direkt hinter der Markthalle und die Trattoria Sergio Gozzi an der Piazza San Lorenzo, beide seit Generationen im Familienbetrieb und nur mittags geöffnet.

Den Nachmittag verlegst du über den Fluss. Vom Palazzo Pitti mit der Galleria Palatina steigst du in den Boboli-Garten hinauf, oder du lässt die Museen aus und gehst direkt ins Viertel: Santo Spirito, die Piazza davor, die Werkstätten der Via di Santo Spirito, dazu die Cappella Brancacci in Santa Maria del Carmine, für die ein eigenes Zeitfenster nötig sein kann. Zum Sonnenuntergang steigst du über die Rampen von San Niccolò zum Piazzale Michelangelo hinauf und noch ein Stück weiter zu San Miniato al Monte, wo deutlich weniger Menschen stehen und der Blick derselbe ist. Wer einen dritten Tag hat, hängt Santa Croce, das Bargello und einen Ausflug ins Chianti oder nach Fiesole an.

zoomen mit KlickSehenswürdigkeitenErlebnisse
Stadtviertel

Die Stadtviertel von Florenz vom Centro Storico bis zum Oltrarno

Der Arno teilt Florenz in eine Museums- und eine Werkstattseite, und zwischen beiden liegen fünf Gehminuten.

Ponte Vecchio
Ponte Vecchio

Das Centro Storico ist das, wofür die Stadt seit 1982 auf der UNESCO-Welterbeliste steht: Dom, Baptisterium, Piazza della Signoria, Uffizien, Ponte Vecchio und die Palastfassaden dazwischen, alles auf einem knappen Quadratkilometer. Hier sind die Wege am kürzesten und die Straßen zwischen zehn und siebzehn Uhr am vollsten. Wer hier wohnt, spart jeden Tag Zeit und zahlt sie in Lärm und Zimmerpreis zurück. Zwei Achsen strukturieren das Ganze: die Fußgängerstraße Via dei Calzaiuoli zwischen Dom und Signoria und die Via Tornabuoni, an der die großen Modehäuser sitzen. Kaum eine Gasse abseits davon ist breiter als ein Lieferwagen.

Nördlich schließt San Marco an, das Viertel der Klöster und der Universität. Hier stehen die Galleria dell'Accademia, das Klostermuseum San Marco mit Fra Angelicos Zellenfresken und die Piazza Santissima Annunziata mit Brunelleschis Findelhaus-Loggia, dem ersten wirklich renaissancehaften Bau der Stadt. Tagsüber ist das Museumsgebiet, abends studentisch geprägt und deutlich ruhiger als das Zentrum. Am Borgo Pinti, nordöstlich des Doms, verteilt sich das Four Seasons Hotel Firenze auf zwei historische Paläste und umgibt den größten privaten Garten der Stadt. Gleich westlich von San Marco beginnt das Quartier um San Lorenzo mit den Medici-Kapellen, dem Mercato Centrale und den Mittagstrattorien.

Im Osten liegt Santa Croce, das lauteste Viertel der Altstadt. Um die Franziskanerbasilika mit den Grabmälern von Michelangelo, Galilei und Machiavelli gruppieren sich Lederwerkstätten, Studentenkneipen und Abendlokale, und der große Platz davor wird im Juni zum Spielfeld des Calcio Storico. Direkt östlich schließt Sant'Ambrogio an, wo die Florentiner tatsächlich einkaufen: eine kleine Markthalle, Gemüsestände davor, Trattorien mit handgeschriebener Tageskarte. Die Cibreo Trattoria, von Einheimischen Cibreino genannt, sitzt in dieser Gegend und ist die entspannteste Adresse für ein Abendessen ohne Touristenmenü.

Südlich des Flusses beginnt das Oltrarno, wörtlich das Land jenseits des Arno. Rund um Santo Spirito und weiter westlich in San Frediano reihen sich Werkstätten für Vergoldung, Rahmen, Schuhe und Restaurierung, an der Via Maggio sitzen Antiquare, und abends füllt sich die Piazza Santo Spirito mit Leuten, die auf den Stufen der Kirche sitzen. Am östlichen Rand liegt San Niccolò, ein schmaler Streifen zwischen Arno und Hang mit mittelalterlichem Stadttor, kleinen Bars und den Rampen, die zum Piazzale Michelangelo hinaufführen. Wer beim zweiten Besuch in Florenz eine Unterkunft sucht, sucht sie hier.

Übernachten

Hotels in Florenz und die passende Lage für deinen Aufenthalt

Ab sieben Uhr abends leert sich das Zentrum schlagartig – und genau dann beginnt der Teil, für den sich die Übernachtung lohnt.

Ganz oben in der Skala stehen zwei Häuser mit sehr unterschiedlichem Charakter. Das Four Seasons Hotel Firenze verteilt sich auf zwei historische Paläste im Norden der Altstadt und umgibt den größten privaten Garten der Stadt – eine Lage, die zehn Gehminuten vom Dom entfernt ist und dafür Ruhe und Grün liefert, die es im Zentrum schlicht nicht gibt. Das Hotel Savoy der Gruppe Rocco Forte steht dagegen direkt an der Piazza della Repubblica, also im Scharnier zwischen Dom, Uffizien und Via Tornabuoni; wer von dort morgens loszieht, hat alle drei Pflichttickets in Gehweite und braucht kein einziges Verkehrsmittel.

Eine Kategorie darunter wird es interessanter. Das Brunelleschi Hotel liegt an der stillen Piazza Sant'Elisabetta einen Block vom Dom entfernt und ist teilweise in den Pagliazza-Turm hineingebaut, den ältesten erhaltenen Rundturm der Stadt – im Erdgeschoss gibt es dazu ein kleines hauseigenes Museum mit Funden aus dem Untergrund. Das Hotel Calzaiuoli sitzt mitten auf der Fußgängerachse zwischen Dom und Palazzo Vecchio, so zentral, wie es in Florenz geht. Und das familiengeführte Hotel Davanzati an der Via Porta Rossa ist die Adresse für alle, die persönlichen Service über Hotelketten-Standards stellen, ohne auf die Lage nahe der Piazza della Repubblica zu verzichten.

Die Lagefrage entscheidet sich an deinem Reisestil. Im Centro Storico wohnst du in Gehweite zu allem und hörst nachts Rollkoffer auf Pflaster; frag beim Buchen nach einem Zimmer zum Innenhof. San Marco und die Gegend um San Lorenzo sind der Kompromiss aus Nähe und Ruhe, mit Museen und Mittagstrattorien vor der Tür. Das Oltrarno ist die Wahl beim zweiten Besuch – abends lebendig, morgens still, über die Brücken in fünf Minuten im Zentrum. Rund um den Bahnhof Santa Maria Novella findest du die günstigsten Zimmer und die unattraktivste Umgebung; für eine Nacht vor der Weiterfahrt geht das in Ordnung, für drei Tage nicht.

Zwei Dinge solltest du vor der Buchung klären. Erstens das Auto: Fast kein Altstadthotel hat eigene Stellplätze, und die Altstadt liegt komplett in der kameraüberwachten ZTL. Manche Häuser können dein Kennzeichen für die Anfahrt registrieren lassen, aber verlass dich nicht darauf, sondern lass es schriftlich bestätigen – sonst bekommst du Monate später einen Bußgeldbescheid pro Durchfahrt. Zweitens der Zeitpunkt: April bis Juni und September bis Oktober sind die teuersten Monate, dazu kommen die Modemessen im Januar und Juni, die die Hotels im Zentrum füllen. Im Hochsommer und im tiefen Winter reist du deutlich günstiger. Die kommunale Übernachtungssteuer wird in Italien pro Person und Nacht erhoben und meist vor Ort bezahlt, häufig in bar.

Hotels in Florenz

Alle 5 Hotels

Ferienhäuser & Villen mit Pool

Die beliebteste Wahl in der Region — privates Ferienhaus oder Villa mit Pool, oft mitten in den Weinbergen.

Agriturismi & Weingüter

Urlaub auf dem Land: übernachten auf einem Weingut oder Bauernhof, mit Wein und Öl aus eigener Ernte.

Essen & Trinken

Restaurants in Florenz zwischen Bistecca und Lampredotto

Die ehrlichste Florentiner Küche isst du mittags im Stehen oder an einem Tisch, den du dir mit Fremden teilst.

Die klassischen Mittagstrattorien liegen alle in Gehweite des Mercato Centrale. Die Trattoria Mario hinter der Markthalle wird seit den 1950er-Jahren von derselben Familie betrieben, serviert nur mittags, hat Gemeinschaftstische und eine Karte, die sich nach dem Markteinkauf des Morgens richtet – wer nach 13 Uhr kommt, wartet draußen. Die Trattoria Sergio Gozzi an der Piazza San Lorenzo, 1915 gegründet, funktioniert genauso: Tagesgerichte, toskanische Hausmannskost, geöffnet über Mittag. Beide sind keine Geheimtipps mehr, aber sie sind auch keine Inszenierung geworden, und genau das ist der Punkt.

Die Bistecca alla Fiorentina ist das abendliche Ritual und ein Missverständnis, wenn man sie falsch bestellt. Sie kommt vom Chianina-Rind, wiegt mindestens ein Kilo, wird nach Gewicht abgerechnet und ist für zwei oder drei Personen gedacht – außen dunkel gekrustet, innen blutrot. Wer sie durchgebraten haben will, bekommt in manchen Küchen eine höfliche Absage. Das Buca Mario, 1886 gegründet und in einem Gewölbekeller aus dem 16. Jahrhundert untergebracht, ist eine der Adressen, die dieses Ritual seit Generationen pflegen. Dazu gehört pane sciocco, das ungesalzene toskanische Brot, das beim ersten Bissen irritiert und im Zusammenspiel mit salzigem Aufschnitt und kräftigem Öl plötzlich Sinn ergibt.

Für Abende jenseits des Fleischtellers wechselst du das Ufer. Il Santo Bevitore im Oltrarno interpretiert die toskanische Küche seit 2002 zeitgenössischer und legt Wert auf die Weinbegleitung; die Gegend um Santo Spirito ist ohnehin die beste Adresse, wenn du nicht neben zehn anderen Tischen mit Bildkarte sitzen willst. Östlich des Zentrums serviert die Cibreo Trattoria nahe dem Markt von Sant'Ambrogio ihre Klassiker im zwanglosen Rahmen. Und wer bereit ist, das Zentrum ganz zu verlassen, fährt zur 1901 gegründeten Trattoria da Burde hinaus an die Via Pistoiese, weit weg von jeder Touristenroute. Reservieren solltest du überall, spontan gehen abends höchstens die Weinbars.

Der Alltag spielt sich unterhalb der Restaurantebene ab. Lampredotto, der geschmorte vierte Kuhmagen, kommt an den Karren der Lampredottai in ein Brötchen, mit grüner Sauce und scharfer Paste, im Stehen gegessen und in drei Minuten erledigt – vor den besseren Karren stehen um elf Uhr Handwerker und Marktleute an, nicht Reisegruppen. Dazu die crostini di fegatini mit Geflügelleberpaste, die Ribollita aus Schwarzkohl, Bohnen und altem Brot, im Sommer Panzanella und Pappa al pomodoro, zum Kaffee ein Stück Schiacciata. Zwei Regeln erleichtern das Bezahlen: An der Theke kostet der Espresso weniger als am Tisch, und viele Lokale berechnen ein coperto pro Person für Gedeck und Brot. Ein Trinkgeld darüber hinaus ist üblich, aber nicht in deutscher Höhe.

Restaurants in Florenz

Handwerk & Shopping

Handwerk und Shopping in Florenz vom Oltrarno bis zur Via Tornabuoni

Die interessantesten Läden der Stadt haben kein Schaufenster, sondern eine offene Werkstatttür.

Santa Maria del Fiore
Santa Maria del Fiore

Im Oltrarno hat sich bewahrt, was anderswo längst verschwunden ist. Zwischen Via Maggio, Via di Santo Spirito und den Gassen von San Frediano arbeiten Vergolder, Rahmenmacher, Buchbinder, Restauratoren, Schuhmacher und Marmorpapier-Werkstätten in ebenerdigen Räumen, deren Türen im Sommer offen stehen. Du darfst hineinschauen, oft auch zusehen; gekauft wird selten von der Stange, sondern bestellt. Marmoriertes Papier ist dabei das florentinischste Mitbringsel überhaupt – auf einem Bad aus verdicktem Wasser werden Farben aufgetropft und mit Kämmen gezogen, jeder Bogen ein Unikat. Wer nur bummeln will, läuft die Via Maggio mit ihren Antiquariaten und Antiquitätenhändlern ab.

Leder ist der zweite Klassiker und zugleich die größte Fehlerquelle. In der Scuola del Cuoio, der Lederschule im ehemaligen Klosterbereich von Santa Croce, siehst du die Verarbeitung an offenen Werkbänken und kaufst dort auch – das ist die Referenz, an der du alles andere misst. Auf dem Straßenmarkt rund um San Lorenzo hängen dagegen tausend Jacken und Taschen sehr unterschiedlicher Qualität; wenn du dort kaufst, prüf die Schnittkanten, die Nähte und den Geruch, und rechne damit, dass gehandelt wird. Preisschilder ohne Herkunftsangabe bedeuten in Florenz nicht automatisch florentinische Herstellung.

Die Via Tornabuoni ist die Luxusachse der Stadt, mit den großen italienischen Modehäusern in Palästen des 15. und 16. Jahrhunderts – Salvatore Ferragamo hat hier sogar sein Schuhmuseum im eigenen Stammhaus. Ein paar Schritte weiter, neben der Kirche Santa Maria Novella, liegt die Officina Profumo-Farmaceutica di Santa Maria Novella: Sie geht auf die Klosterapotheke der Dominikaner zurück, verkauft seit dem 17. Jahrhundert auch an die Öffentlichkeit, und ihre Verkaufsräume mit Fresken, Gewölben und Apothekerschränken sind sehenswert, ohne dass du etwas kaufen musst. Seifen, Wasser und Potpourris sind teuer, halten aber ewig.

Für Märkte gehst du zum Mercato Centrale, dessen gusseiserne Halle 1874 nach Plänen von Giuseppe Mengoni entstand – im Erdgeschoss Fleisch, Fisch, Käse und Gemüse, im umgebauten Obergeschoss eine Foodhall mit Ständen bis in den Abend. Authentischer, weil weniger besucht, ist der Mercato di Sant'Ambrogio im Osten mit einer kleinen Halle und den Gemüseständen davor. Und unter der Loggia des Mercato Nuovo steht Il Porcellino, die Bronzeplastik eines Wildschweins, dessen Schnauze von Generationen blank gerieben wurde; das Original des 17. Jahrhunderts steht längst im Museum, angefasst wird ein Abguss.

Anreise & vor Ort

Anreise nach Florenz und unterwegs ohne eigenes Auto

Der Bahnhof liegt mitten in der Stadt, der Flughafen an der Straßenbahn – und das Auto ist in Florenz eher Belastung als Hilfe.

Mit dem Flugzeug hast du zwei Optionen. Der Stadtflughafen Florenz-Peretola liegt nordwestlich vor der Stadt und ist über die Straßenbahnlinie T2 direkt mit dem Hauptbahnhof Santa Maria Novella verbunden – eine Fahrt von rund zwanzig Minuten, tagsüber im dichten Takt. Aus Deutschland wird er allerdings nicht aus jeder Stadt direkt angeflogen. Die Alternative ist Pisa, der größere Flughafen der Toskana mit deutlich mehr Direktverbindungen: Vom Terminal bringt dich der automatische Pisamover in wenigen Minuten zum Bahnhof Pisa Centrale, von dort fährt der Regionalzug in gut einer Stunde nach Florenz.

Mit der Bahn ist Florenz einer der bequemsten Städtetrips Italiens, weil der Hauptbahnhof Santa Maria Novella mitten im Zentrum endet – vom Bahnsteig zum Dom läufst du eine Viertelstunde. Auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke liegst du von Bologna in gut einer halben Stunde, von Rom und Mailand jeweils bei rund anderthalb bis zwei Stunden. Aus Deutschland fährst du über den Brenner nach Bologna und steigst dort um; ab München bist du je nach Verbindung sieben bis acht Stunden unterwegs. Achte bei der Buchung darauf, welchen Bahnhof dein Zug bedient: Manche Verbindungen halten in Firenze Rifredi oder Campo di Marte statt in Santa Maria Novella.

Mit dem eigenen Auto kommst du problemlos bis Florenz und dann nicht weiter. Die gesamte Altstadt ist ZTL, eine kameraüberwachte Zone mit beschränktem Verkehr, und jede unerlaubte Durchfahrt wird einzeln abgerechnet – die Bescheide erreichen deutsche Halter zuverlässig, oft erst Monate später. Verlass dich nicht auf das Navi, das dich gern quer durch die Zone lotst. Die entspannteste Lösung ist der große Park-and-Ride-Platz Villa Costanza an der Endhaltestelle der Straßenbahnlinie T1 im Südwesten, direkt an der A1 gelegen: Wagen abstellen, einsteigen, in gut zwanzig Minuten am Hauptbahnhof. Alternativ steuerst du eines der bewachten Parkhäuser am Rand der Altstadt an und lässt den Wagen dort stehen.

In der Stadt selbst brauchst du kein Verkehrsmittel. Das Zentrum ist weitgehend Fußgängerzone, die Wege zwischen den Hauptzielen liegen bei fünf bis fünfzehn Minuten, und die Straßenbahn erschließt vor allem die Außenbezirke, nicht die Altstadt. Für die Hügel im Süden fahren Stadtbusse zum Piazzale Michelangelo hinauf, was vor allem bergauf und bei Hitze eine Erleichterung ist – runter läuft man ohnehin lieber. Taxis nimmst du an den Ständen oder bestellst sie telefonisch beziehungsweise per App; auf der Straße heranwinken funktioniert in Italien nicht. Und pack feste Schuhe ein: Das Pflaster besteht aus großen, glatt getretenen Steinplatten, die bei Regen rutschig werden.

Mietwagen

Die schönsten Orte liegen abseits von Bahn und Bus — mit dem Mietwagen bist du flexibel.

Ausflüge in die Toskana

Ausflüge ab Florenz ins Chianti und in die Toskana

Florenz ist der beste Bahnknoten der Toskana – die halbe Region liegt in Tagesausflugsdistanz, ganz ohne Mietwagen.

Der naheliegendste Ausflug ist Fiesole, und er dauert keine halbe Stunde. Vom Zentrum fährt ein Stadtbus die Hügel hinauf in den etruskischen Ort über Florenz, wo ein römisches Theater, Thermenreste und ein kleines archäologisches Museum in einer Grabungszone zusammenliegen. Von der Terrasse vor der Kirche San Francesco blickst du auf die gesamte Stadt im Arnobecken, mit der Kuppel als Fixpunkt – für viele der schönere Blick als der vom Piazzale Michelangelo, weil er aus größerer Höhe und ohne Selfie-Stangen kommt. Ein halber Tag reicht, am besten am späten Nachmittag.

Siena erreichst du am schnellsten mit dem Direktbus, der in gut einer Stunde durch die Hügel fährt und im Zentrum endet; der Zug ist die langsamere Variante, weil man in Empoli umsteigen muss. Nach Pisa fährst du mit dem Regionalzug etwa eine Stunde und stehst vom Bahnhof aus in zwanzig Gehminuten oder einer kurzen Busfahrt auf der Piazza dei Miracoli. Lucca erreichst du entweder direkt ab Florenz über Prato und Pistoia in etwa anderthalb Stunden oder von Pisa aus in rund einer halben Stunde auf der Stichstrecke nach Norden – so lassen sich Pisa und Lucca zu einem langen Tag verbinden. Dort läufst oder radelst du auf der komplett erhaltenen Stadtmauer einmal um die Altstadt. Für alle drei gilt: früh los, spät zurück, dann hast du die Orte auch abseits der Tagesbusse.

Das Chianti beginnt südlich der Stadt und ist der klassische Ausflug ins Weinland – aber der einzige, für den du Fahrer, Tour oder viel Geduld brauchst. Die Weinstraße SR222 führt in Kurven über Greve und Panzano nach Castellina, und Verkostungen auf den Gütern sind fast nie Laufkundschaft-Geschäft: Man ruft ein, zwei Tage vorher an oder bucht online, dann nimmt sich jemand eine Stunde Zeit für Keller und Jahrgänge. Wer selbst fährt, spuckt bei der Probe aus wie die Profis. Geführte Chianti-Touren ab Florenz lösen das Problem elegant, weil sie Fahrt, Termine und Mittagessen bündeln – meist als Halb- oder Ganztagestour mit zwei Gütern.

Für längere Tage lohnen zwei Ziele in entgegengesetzte Richtungen. Nach Süden liegt San Gimignano mit seinen Geschlechtertürmen, per Zug bis Poggibonsi und weiter mit dem Bus, dazu das Val d'Orcia, das ohne Auto oder Tour allerdings kaum erreichbar bleibt. Nach Norden bringt dich der Hochgeschwindigkeitszug in gut einer halben Stunde nach Bologna, was einen kompletten Stimmungswechsel bedeutet: Arkadenstraßen, Universitätsstadt, andere Küche. Und wer noch weiter will, steht von Florenz aus in rund anderthalb Stunden in Rom – als Tagesausflug anstrengend, als zweite Station einer Italienreise dagegen naheliegend.

Feste & Veranstaltungen

Calcio Storico, Scoppio del Carro und der Festkalender der Stadt

Ein paarmal im Jahr hört Florenz auf, Museumsstadt zu sein, und wird für ein Wochenende wieder eine Stadt mit Stadtvierteln.

Piazzale Michelangelo
Piazzale Michelangelo

Das älteste Ritual ist der Scoppio del Carro am Ostersonntag. Ein historischer, von weißen Ochsen gezogener Wagen wird vor die Domfassade gefahren, und aus dem Inneren der Kathedrale schießt während des Hochamts eine als Taube geformte Rakete an einem Draht nach draußen, die das Feuerwerk auf dem Wagen zündet. Der Brauch geht auf die Kreuzzugszeit zurück und ist einer der wenigen Anlässe, zu denen der Domplatz am Vormittag komplett gesperrt wird. Wer zusehen will, steht früh dort – der Platz ist voll, lange bevor der Zug in Kostümen aus dem Rathausviertel eintrifft.

Im Juni gehört die Piazza Santa Croce dem Calcio Storico Fiorentino, einer Mischung aus Fußball, Rugby und Ringkampf, die auf ein Spiel des 16. Jahrhunderts zurückgeht. Vier Mannschaften vertreten die historischen Stadtviertel – Santa Croce, Santo Spirito, Santa Maria Novella und San Giovanni –, der Platz wird mit Sand aufgeschüttet, und die Partien sind so hart, wie ihr Ruf verspricht. Das Finale fällt traditionell auf den 24. Juni, den Tag des Stadtpatrons San Giovanni, an dessen Abend über dem Arno ein Feuerwerk steigt; die besten Plätze dafür sind die Uferstraßen und die Hänge um den Piazzale Michelangelo.

Der Rest des Jahres ist ruhiger, aber nicht leer. Im Frühjahr läuft der Maggio Musicale Fiorentino, eines der ältesten Musikfestivals Italiens, mit Oper und Konzerten im modernen Opernhaus am Parco delle Cascine. Anfang September ziehen Kinder mit selbstgebastelten Papierlaternen zur Festa della Rificolona durch die Gassen zur Piazza Santissima Annunziata – ein kleines, sehr lokales Fest, das kaum in Reiseführern steht. Und zweimal im Jahr, im Januar und im Juni, füllen die Modemessen in der Fortezza da Basso die Hotels der Stadt mit Fachpublikum, was Zimmerpreise und Restaurantauslastung spürbar nach oben treibt.

Praktisch heißt das: Schau vor der Buchung in den Kalender, egal in welche Richtung deine Vorliebe geht. Wer Trubel sucht, plant um Ostern oder um den Juni herum und nimmt Preise und Gedränge in Kauf. Wer Florenz in seinem Normalzustand will, mit Museumssälen ohne Stau und Trattorien ohne Wartezeit, wählt eine gewöhnliche Woche im April, Oktober oder November. Am stillsten ist die Stadt im Januar und Februar, kühl und oft klar, mit den kürzesten Schlangen vor den Uffizien – die Wochen um Weihnachten und Neujahr sind dagegen voll, dazu stand im Advent in den vergangenen Jahren ein Weihnachtsmarkt auf der Piazza Santa Croce.

Stadtviertel

Die Stadtviertel von Florenz – und welches zu dir passt

Centro StoricoCentro StoricoZwischen Dom, Piazza della Signoria und Ponte Vecchio liegt auf einem knappen Quadratkilometer alles, wofür Florenz steht – seit 1982 komplett UNESCO-Welterbe. Hier sind die Wege am kürzesten und die Gassen zwischen zehn und siebzehn Uhr am vollsten.Ideal für: Erster Besuch1–2 TageSan MarcoSan MarcoNördlich des Doms liegen das Klostermuseum San Marco mit Fra Angelicos Zellenfresken, die Galleria dell'Accademia mit Michelangelos David und die Universität. Tagsüber Museumsviertel, abends studentisch geprägt und spürbar ruhiger als das Zentrum.Ideal für: Museen & Ruhe½ TagOltrarnoOltrarnoJenseits des Arno wird Florenz alltäglich: Werkstätten für Vergoldung und Rahmen, Antiquare an der Via Maggio, Brunelleschis schmucklose Santo Spirito und abends die Stufen der Kirche als Treffpunkt. Palazzo Pitti und Boboli-Garten liegen am oberen Rand.Ideal für: Handwerk & Abende1 TagSanta CroceSanta CroceRund um die Franziskanerbasilika mit den Grabmälern von Michelangelo, Galilei und Machiavelli liegt das lauteste Viertel der Altstadt. Auf dem Platz davor wird im Juni Calcio Storico gespielt, ringsum reihen sich Lederwerkstätten und Abendlokale.Ideal für: Kirche & Ausgehen½–1 TagSant'AmbrogioSant'AmbrogioÖstlich des Zentrums liegt das Viertel um den Mercato di Sant'Ambrogio, wo die Florentiner tatsächlich einkaufen. Kleine Markthalle, Gemüsestände davor, Trattorien mit handgeschriebener Tageskarte – die entspannteste Ecke für ein Mittagessen ohne Bildkarte.Ideal für: Markt & Alltag½ TagSan NiccolòSan NiccolòEin schmaler Streifen zwischen südlichem Arno-Ufer und Hang, mit mittelalterlichem Stadttor, kleinen Bars und wenig Reisegruppen. Von hier führen Rampen und Treppen zum Piazzale Michelangelo hinauf und weiter zur Marmorfassade von San Miniato al Monte.Ideal für: Aussicht & Aperitivo½ Tag
Beste Reisezeit & Wetter

Beste Reisezeit für Florenz mit Wetter und Andrang im Jahreslauf

Florenz liegt in einem Talkessel am Arno, und das merkst du in beide Richtungen – im Sommer staut sich die Hitze zwischen den Hügeln, im Winter der Nebel.

Das Klima in Florenz ist mediterran mit kontinentalem Einschlag: milde, feuchte Winter um zehn Grad, ein schnell wärmer werdendes Frühjahr, heiße und trockene Sommer mit regelmäßig über 30 Grad und ein langer, goldener Herbst. Weil die Stadt in einem Becken liegt, das von Hügeln umschlossen ist, wirkt der Juli hier drückender als an der Küste, und zwischen den aufgeheizten Steinfassaden kühlt es abends nur langsam ab. Für eine Städtereise, bei der du täglich mehrere Stunden zu Fuß unterwegs bist, verschiebt das die beste Reisezeit deutlich in Richtung Frühling und Herbst.

Jan10°2°leere Säle, kurze Tage
Feb12°3°kühl, günstige Zimmer
Mär16°6°wechselhaft, erste Terrassen
Apr19°8°mild, Scoppio del Carro
Mai24°12°warm, lange Abende
Jun28°16°Calcio Storico, schon heiß
Jul31°18°Hitze im Talkessel
Aug31°18°sehr heiß, viele Läden zu
Sep27°15°mild, Rificolona
Okt21°11°goldenes Licht, ruhiger
Nov15°6°regenreich, Museumsmonat
Dez11°3°Feiertage voll, sonst ruhig

Beste Reisezeit · Balken = Tageshöchstwert

Die beste Reisezeit für Florenz sind April und Mai sowie September und Oktober: 19 bis 27 Grad, angenehme Temperaturen für lange Fußwege, lange Abende auf den Plätzen und Museumsschlangen, die sich noch bewältigen lassen. Der Juni ist bereits warm und wegen des Calcio Storico voll, Juli und August sind im Talkessel zäh – dann verlegst du Besichtigungen in den frühen Vormittag und den späten Nachmittag und hältst mittags Siesta. Der November ist der nasseste Monat des Jahres und gerade deshalb der beste Museumsmonat; Januar und Februar sind kühl, oft klar und haben die kürzesten Wartezeiten des Jahres.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zu Florenz

Wie viele Tage sollte man für Florenz einplanen?
Zwei volle Tage decken den Kern ab, wenn du sie nach Öffnungszeiten planst: Tag eins Domplatz und Kuppelaufstieg am Morgen, Piazza della Signoria und Uffizien am Nachmittag; Tag zwei Accademia und San Lorenzo am Vormittag, Oltrarno und Piazzale Michelangelo danach. Ein dritter Tag bringt Santa Croce, das Bargello und einen Ausflug nach Fiesole oder ins Chianti unter.
Welche Tickets muss man für Florenz vorab buchen?
Drei, und sie sind voneinander unabhängig: das Zeitfenster für die Uffizien, das Zeitfenster für die Galleria dell'Accademia mit Michelangelos David und den Slot für den Kuppelaufstieg im Dom-Pass. Alle drei sind in der Saison Tage vorher vergeben. Das Kirchenschiff der Kathedrale kostet keinen Eintritt, für Kuppel, Campanile, Baptisterium und Museum brauchst du dagegen einen der Pässe. Wer zusätzlich durch den seit Ende 2024 wieder geöffneten Vasarikorridor gehen will, bucht dafür ein eigenes Zeitfenster.
Für wen ist der Aufstieg auf die Domkuppel nichts?
463 Stufen ohne Aufzug, ein Teil davon im engen Zwischenraum der beiden Kuppelschalen mit geneigten Wänden und niedriger Decke, dazu ein Abstieg über eine zweite schmale Treppe ohne Umkehrmöglichkeit. Bei Platzangst, Kniebeschwerden oder mit Kleinkind auf dem Arm lässt du das besser. Die Alternative ist Giottos Campanile mit 414 Stufen, Zwischenplattformen und Blick auf die Kuppel selbst.
Lohnt sich die Firenze Card?
Nur bei sehr hoher Museumsdichte. Die Sammelkarte rechnet sich erst, wenn du in kurzer Zeit viele kostenpflichtige Häuser wirklich besuchst – bei zwei oder drei Museen fährst du mit Einzeltickets günstiger. Rechne vor der Reise deine geplante Liste durch, und bedenke, dass du für die großen Häuser trotzdem ein Zeitfenster reservieren musst.
In welchem Viertel wohnt man in Florenz am besten?
Beim ersten Besuch im Centro Storico, weil du dort alles zu Fuß erreichst – dafür nachts Rollkoffer auf Pflaster hörst; frag nach einem Zimmer zum Innenhof. San Marco und die Gegend um San Lorenzo sind der Kompromiss aus Nähe und Ruhe. Das Oltrarno ist die Wahl beim zweiten Besuch: abends lebendig, morgens still, über die Brücken in fünf Minuten im Zentrum.
Wie kommt man vom Flughafen ins Zentrum von Florenz?
Vom Stadtflughafen Florenz-Peretola fährt die Straßenbahnlinie T2 in rund zwanzig Minuten direkt zum Hauptbahnhof Santa Maria Novella, tagsüber im dichten Takt. Wer über Pisa anreist, nimmt den automatischen Pisamover zum Bahnhof Pisa Centrale und von dort den Regionalzug, der in gut einer Stunde in Florenz ankommt – ebenfalls mitten in der Stadt.
Darf man mit dem Auto in die Altstadt von Florenz fahren?
Nein. Die gesamte Altstadt ist ZTL, eine kameraüberwachte Zone mit beschränktem Verkehr, und jede unerlaubte Durchfahrt wird einzeln abgerechnet – die Bescheide erreichen deutsche Halter oft erst Monate später. Stell den Wagen am Park-and-Ride an der Straßenbahn-Endhaltestelle im Südwesten ab oder in einem Parkhaus am Altstadtrand. Hotels können ein Kennzeichen manchmal anmelden, lass dir das schriftlich bestätigen.
Was isst man in Florenz typischerweise?
Mittags Lampredotto vom Karren, den geschmorten vierten Kuhmagen im Brötchen mit grüner Sauce, oder crostini di fegatini mit Geflügelleberpaste. Abends die Bistecca alla Fiorentina vom Chianina-Rind, mindestens ein Kilo schwer, nach Gewicht berechnet und für zwei Personen gedacht. Dazu Ribollita, Pappa al pomodoro und das ungesalzene pane sciocco, das erst mit salzigem Aufschnitt Sinn ergibt.
Wann ist die beste Reisezeit für Florenz?
April und Mai sowie September und Oktober, mit 19 bis 27 Grad, langen Abenden und Schlangen, die sich noch bewältigen lassen. Juli und August sind im Talkessel zwischen den Hügeln zäh und heiß – dann besichtigst du früh morgens und spät nachmittags. Der November ist der regenreichste Monat und deshalb der ruhigste in den Museen; Januar und Februar sind kühl, oft klar und die Zeit mit den kürzesten Wartezeiten.
Wo hat man den schönsten Blick über Florenz?
Der bekannteste ist der Piazzale Michelangelo, den Giuseppe Poggi 1869 anlegte – geh zum Sonnenuntergang, aber rechne mit Publikum. Fünf Minuten weiter oben steht San Miniato al Monte, gleicher Blick und deutlich weniger Menschen. Von oben herab siehst du die Stadt von Kuppel und Campanile aus, und der weiteste Blick gehört Fiesole in den Hügeln nördlich der Stadt.
Uffizien oder Accademia – was, wenn nur eins geht?
Die Uffizien, wenn dich Malerei interessiert: Sie sind die dichteste Sammlung italienischer Renaissancemalerei überhaupt und füllen mindestens drei Stunden. Die Accademia besuchst du wegen einer einzigen Skulptur und wegen der unvollendeten Prigioni auf dem Weg dorthin – das ist stark, aber in anderthalb Stunden erledigt. Eine Kopie des David steht ohnehin kostenlos auf der Piazza della Signoria.
Was kann man in Florenz bei Regen machen?
Die Stadt ist dafür überdurchschnittlich gut ausgestattet: Uffizien, Accademia, Bargello mit Donatellos Bronze-David, das Klostermuseum San Marco mit Fra Angelicos Zellenfresken und das Museo dell'Opera del Duomo füllen mühelos zwei Tage. Dazu die Galleria Palatina im Palazzo Pitti, der Mercato Centrale mit seiner Foodhall im Obergeschoss und die historischen Verkaufsräume der Officina di Santa Maria Novella.
Welche Tagesausflüge lohnen sich ab Florenz?
Fiesole in den Hügeln über der Stadt für einen halben Tag mit römischem Theater und Panoramablick. Siena in gut einer Stunde mit dem Direktbus, Pisa in etwa einer Stunde mit dem Regionalzug, Lucca ab Pisa in rund einer halben Stunde oder direkt ab Florenz über Pistoia. Ins Chianti fährst du am besten mit einer geführten Weintour, weil Verkostungen Voranmeldung brauchen und niemand danach fahren sollte.

Entdecken

Sehenswürdigkeiten in Florenz – Dom, Uffizien & Arno die großen Klassiker und stille Gassen

Die Uffizien und die Accademia (Michelangelos David) brauchen ein Zeitfenster-Ticket – online buchen, sonst stehst du Stunden an. Für die Domkuppel gilt dasselbe, dort ist die Reservierung Pflicht.

Übernachten

Die besten Hotels in Florenz – zentral & mit Domblick von Boutique bis Palazzo, für jedes Budget

Im Centro Storico wohnst du fußläufig zu allem, zahlst aber Lagepreise. Ruhiger und mit echtem Viertelgefühl: Oltrarno und San Niccolò jenseits des Arno, Santa Croce für Abende mit Leben.

Alle · 5HotelsBoutiqueDesignLuxus

Genießen

Restaurants in Florenz – Trattoria, Bistecca & Aperitivo wo die Florentiner wirklich essen

Toskanisch heißt deftig: Bistecca alla Fiorentina, Ribollita, Lampredotto-Panini vom Straßenstand. Die ehrlichen Trattorien findest du in Sant'Ambrogio und im Oltrarno, nicht rund um den Dom.

Erleben

Aktivitäten & Touren in Florenz – Uffizien & Toskana Skip-the-Line-Tickets und Weintouren

Plane einen halben Tag für die großen Museen und einen für das Gehen: Handwerksateliers im Oltrarno, Sonnenuntergang vom Piazzale Michelangelo, eine Verkostung in den Hügeln des Chianti.

FlorenzÜber den Ziegeldächern steht Brunelleschis Kuppel wie ein zweiter Horizont, und darunter drängt sich die halbe Kunstgeschichte auf einen Fußweg von zwanzig Minuten.

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