Der Ponte Vecchio ist die bekannteste Brücke von Florenz und zugleich die älteste der Stadt. Bereits seit 1345 überspannt der heutige Steinbau den Arno an seiner schmalsten Stelle und verbindet das historische Zentrum mit dem Stadtteil Oltrarno auf der Südseite des Flusses. Anders als die meisten Brücken trägt der Ponte Vecchio auf beiden Seiten dicht gedrängte Häuschen, die über das Wasser hinausragen und der Brücke ihre unverwechselbare Silhouette geben. Ursprünglich waren auf der Brücke Metzger, Gerber und Fischhändler angesiedelt – Gewerbe, die ihre Abfälle bequem in den Fluss kippen konnten. 1593 erließ Großherzog Ferdinand I. de’ Medici jedoch ein Dekret, das ausschließlich Goldschmieden und Juwelieren erlaubte, hier ihre Werkstätten und Geschäfte zu betreiben. Diese Tradition besteht bis heute: Wer über den Ponte Vecchio geht, schlendert an Schaufenstern vorbei, in denen Schmuck, Goldarbeiten und Uhren ausgestellt sind. Über den Läden verläuft der Vasari-Korridor, ein 1565 von Giorgio Vasari errichteter Gang, der einst dem Medici-Hof einen geschützten, überdachten Weg vom Palazzo Vecchio über den Fluss bis zum Palazzo Pitti bot. Die kleinen Rundfenster dieses Korridors sind von der Mitte der Brücke aus gut zu erkennen. Mitten auf dem Ponte Vecchio öffnet sich auf der Westseite ein kleiner Platz mit einer Büste des Goldschmieds und Bildhauers Benvenuto Cellini. Von hier reicht der Blick flussaufwärts und flussabwärts über die Brücken und Ufer des Arno. Im Zweiten Weltkrieg blieb der Ponte Vecchio als einzige Brücke von Florenz von der Zerstörung verschont. Der Übergang ist kostenlos zugänglich und besonders am frühen Morgen oder zum Sonnenuntergang stimmungsvoll, wenn das Licht die Fassaden der Läden golden färbt.
Das klassische Postkartenmotiv gelingt vom benachbarten Ponte Santa Trinita aus.
