Die Torre del Mangia ragt vom Palazzo Pubblico an der Piazza del Campo schlank in den Himmel und gehört zu den höchsten mittelalterlichen Türmen Italiens. Errichtet im 14. Jahrhundert, wurde sie bewusst so hoch gebaut wie der Domhügel auf der gegenüberliegenden Seite der Stadt – ein steinernes Statement, dass weltliche und kirchliche Macht in Siena gleichrangig waren.
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Ihren ungewöhnlichen Namen verdankt der Turm dem ersten Glöckner, einem gewissen Giovanni di Balduccio, der sein Geld so schnell ausgab, dass man ihn „Mangiaguadagni“ nannte – Gewinnfresser. Aus dem Spitznamen wurde Mangia, und so heißt der Turm bis heute. Am Fuß steht die Cappella di Piazza, eine offene Loggia, die nach dem Ende der Pest des 14. Jahrhunderts als Dank errichtet wurde.
Der Aufstieg erfolgt über eine enge Wendeltreppe mit gut vierhundert Stufen. Er ist schweißtreibend und nichts für Menschen mit Platzangst, doch der Lohn ist überwältigend: Von der Spitze liegt das Muschelrund der Piazza del Campo direkt unter den Füßen, dahinter breiten sich die roten Ziegeldächer der Altstadt, der gestreifte Dom und die sanften Hügel der Crete Senesi aus. Es ist der beste Rundblick über Siena überhaupt.
Der Zugang ist kontingentiert, es dürfen nur eine begrenzte Zahl Besucher gleichzeitig auf den Turm. In der Hochsaison sollte man daher früh kommen oder vorab ein Ticket sichern. Das Ticket für den Turm ist getrennt von dem für das Museo Civico im selben Gebäude. Wer beides verbinden möchte, plant am besten einen halben Tag rund um den Palazzo Pubblico ein.