Die Pinacoteca Nazionale di Siena hat ihren Sitz im Palazzo Buonsignori, einem gotischen Stadtpalast in der Via San Pietro im Terzo di Città. Hinter der schlichten Backsteinfassade verbirgt sich die wichtigste Sammlung sienesischer Tafelmalerei überhaupt – ein Haus, das man besucht, um zu verstehen, warum Siena im 14. Jahrhundert als eigene Malerschule neben Florenz bestand. Der Rundgang folgt grob der Chronologie. In den frühen Sälen leuchten Goldgrund-Tafeln von Duccio di Buoninsegna, dem Begründer der sienesischen Schule, sowie Werke von Simone Martini und den Brüdern Pietro und Ambrogio Lorenzetti. Hier sieht man jene elegant geschwungene Linienführung und die feine Farbigkeit, die Siena von der robusteren florentinischen Malerei unterschied. In den oberen Etagen schließen die Manieristen des 16. Jahrhunderts an: Domenico Beccafumi mit seinen flirrenden Lichtkompositionen und Giovanni Antonio Bazzi, genannt Sodoma. Wer von der Domtreppe oder der Piazza del Campo kommt, ist in wenigen Minuten an der Pinacoteca – und wechselt von der Menschenmenge in eine fast meditative Ruhe. Anders als Dom und Campo zählt das Museum zu den stillen Adressen Sienas; gerade am frühen Nachmittag, wenn sich die Reisegruppen an den großen Attraktionen stauen, hat man die Säle oft fast für sich. Für Liebhaber mittelalterlicher Kunst ist das einer der eindrucksvollsten Orte der Toskana, für alle anderen eine willkommene Atempause zwischen den Hauptsehenswürdigkeiten. Einen Besuch lohnt es, vorab zu prüfen, ob die Sammlung gerade vollständig zugänglich ist – einzelne Bereiche des historischen Palazzo wurden in den vergangenen Jahren restauriert. Die zentrale Lage macht den Besuch jedenfalls leicht mit Dom, Santa Maria della Scala und dem Aufstieg auf den Facciatone zu verbinden.
Ein chronologischer Rundgang durch die sienesische Malerschule: unten frühe Goldgrund-Tafeln von Duccio, Simone Martini und den Lorenzetti, oben die Manieristen Beccafumi und Sodoma. Die Räume des Palazzo Buonsignori sind ruhig und ohne Gedränge, sodass man die feine Linienführung der Tafeln in aller Ruhe betrachten kann.
Die Pinacoteca ist im Palazzo Buonsignori untergebracht, einem gotischen Stadtpalast aus dem 14./15. Jahrhundert. Ihr Bestand dokumentiert die Entwicklung der sienesischen Schule von Duccio di Buoninsegna, der um 1300 die Bildsprache der Stadt prägte, über Simone Martini und die Lorenzetti-Brüder bis zu den Manieristen Beccafumi und Sodoma im 16. Jahrhundert.
