Siena ist in drei Terzieri aufgeteilt, und das Terzo di San Martino bildet den südöstlichen Teil der Altstadt. Wer durch seine engen Gassen streift, bemerkt schnell: Hier schlägt das Alltagsleben der Sienesen seinen eigenen Takt. Keine Busladungen vor jedem Eingang, keine Souvenirgassen im Dutzend – stattdessen Handwerksläden, kleine Bars, in denen der Barista jeden Stammgast beim Namen kennt, und Backsteinpalazzi, deren Fassaden die Jahrhunderte ablesen lassen.
Das Viertel erstreckt sich vom südlichen Ende der Piazza del Campo entlang der Via di Pantaneto und der Via Roma bis hin zu den alten Stadtmauern. Die Kirche San Martino, die dem Terziere seinen Namen gibt, ist ein stilles Zentrum des Quartiers – ein romanisch-gotischer Bau, der weit weniger Besucher anzieht als der Dom, aber nicht weniger Geschichte in sich trägt. Wer früh morgens hier vorbeikommt, erlebt das Viertel in seiner ruhigsten Stunde: das Licht fällt schräg durch die Gassen, eine Bäckerei öffnet ihre Läden, und der Duft von frisch gebackenem Pane sciocco liegt in der Luft.
Kulturell ist das Terzo di San Martino eng mit dem Palio verbunden. Mehrere der traditionsreichen Contrade – darunter die Contrada del Nicchio und die Contrada della Torre – haben ihre Heimat in diesem Teil der Stadt. Ihre Museumssäle und Vereinslokale sind über das Viertel verteilt und gewähren gelegentlich Einblicke in eine Stadtkultur, die sich über Generationen erhalten hat. Wer Siena nicht nur als Kulisse, sondern als lebendige Stadt verstehen möchte, findet im Terzo di San Martino die glaubwürdigsten Antworten.
Gastronomisch hält das Viertel einige der bodenständigsten Adressen der Stadt bereit. Entlang der Via di Pantaneto reihen sich Trattorien und Osterie, in denen Ribollita, Pici all'aglione und Cinghiale-Ragù auf den Tisch kommen – ohne die Preisaufschläge, die unmittelbar am Campo üblich sind. Das Viertel eignet sich besonders für Reisende, die Siena in Ruhe erleben wollen: als Ausgangspunkt für Tagesausflüge in die Crete Senesi, als ruhige Alternative zu den überlaufeneren Teilen der Altstadt und als Ort, an dem man abends noch einen Platz in einer Trattoria bekommt.

Hotel Santa Caterina
Das Hotel Santa Caterina empfängt in einer Villa aus dem 18. Jahrhundert vor der Porta Romana – mit Garten, Talblick und persönlicher Beratung.