Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Catania
Der barocke Kern passt in ein Rechteck von rund einem Kilometer Kantenlänge – du läufst alles zu Fuß, und zwar über Lavapflaster, das im Sommer die Hitze des halben Tages speichert.
Alles beginnt auf der Piazza del Duomo, und der Platz erklärt die Stadt in einem einzigen Blick. In seiner Mitte steht die Fontana dell'Elefante, die Giovanni Battista Vaccarini 1736 aus einem antiken Elefanten aus Lavagestein und einem ägyptischen Obelisken zusammensetzte – 'u Liotru' heißt er im Dialekt und gilt als Wappentier Catanias. An der Ostseite schließt die Cattedrale di Sant'Agata den Platz ab, eine Gründung Rogers I. aus dem 11. Jahrhundert, nach dem Beben von 1693 barock wiederaufgebaut und bis heute der Ort, an dem die Stadtheilige verehrt wird; in einer Seitenkapelle liegt Vincenzo Bellini begraben, der 1801 wenige Straßen entfernt zur Welt kam. An der Südwestecke fällt das Wasser der Fontana dell'Amenano wie ein dünnes Tuch über den Beckenrand, im Dialekt 'acqua a linzolu', und gleich dahinter beginnt, eine Treppe unter dem Platzniveau, die Pescheria.
Rund einen halben Kilometer westlich der Via Etnea, oben im Antico Corso an der Piazza Dante, liegt mit dem Monastero dei Benedettini di San Nicolò l'Arena die größte Überraschung der Stadt. Die Anlage gehört zu den ausgedehntesten Klosterbauten Europas, wurde nach 1693 unmittelbar an der erstarrten Lava von 1669 wieder aufgebaut und beherbergt heute die Geisteswissenschaften der Universität Catania. Studierende sitzen in Kreuzgängen mit Springbrunnen über ihren Skripten, unter dem Boden liegen Reste römischer Häuser frei, und Führungen bringen dich in Bereiche, die sonst verschlossen bleiben. Die zugehörige Kirche San Nicolò l'Arena blieb an der Fassade unvollendet – abgebrochene Säulenstümpfe stehen bis heute dort, wo ein Portikus geplant war. Im Querschiff zieht sich eine Meridianlinie aus dem 19. Jahrhundert über den Boden, auf die zur Mittagszeit ein Lichtpunkt wandert.
Vom Meer weggerückt ist auch die Burg der Stadt. Das Castello Ursino entstand ab 1239 unter Kaiser Friedrich II. auf einem Felsen direkt am Wasser, doch der Lavastrom von 1669 schob die Küstenlinie nach Osten und ließ die Festung im Landesinneren zurück. Heute steht sie an einem weiten, staubigen Platz, beherbergt das Museo Civico und wirkt von außen wuchtiger als von innen. Ein paar Minuten nördlich, an der Via Vittorio Emanuele II, klemmt das Teatro Romano zwischen Wohnhäusern – ein antikes Theater mit Rängen aus schwarzem Lavagestein, über dessen Zuschauerraum im 19. Jahrhundert schlicht weitergebaut wurde, sodass Balkone über der Cavea hängen; daneben liegt das kleinere Odeon. An der Piazza Stesicoro taucht mitten im Verkehr ein ausgegrabener Ausschnitt des römischen Amphitheaters auf, dessen weitaus größter Teil bis heute unter der modernen Stadt liegt.
Die schönste Straße Catanias ist die Via dei Crociferi, und sie ist keine dreihundert Meter lang. Vom Arco di San Benedetto aus reihen sich vier Barockkirchen dicht hintereinander, dazwischen die geschwungene Freitreppe von San Benedetto und Fassaden, deren Geschosse sich nach oben verjüngen – abends, wenn das warme Licht auf den Kalkstein fällt, sitzt halb Catania auf den Stufen. Wer Innenräume sehen will, meldet sich beim Palazzo Biscari an, dem bedeutendsten Privatpalast der Stadt, dessen Festsaal nur nach Voranmeldung zugänglich ist. Für die Pause reicht ein Stück Via Etnea nach Norden. Der älteste öffentliche Park der Stadt, die Villa Bellini, liegt in Terrassen über der Straße, mit Palmen, einer Blumenuhr und einem Beet, in das jeden Tag das aktuelle Datum gepflanzt wird; von der oberen Balustrade fällt der Blick über die Dächer zum Vulkan.















