Highlight
Streetart-Rundgang durch die Gassen
Zahlreiche großflächige Wandbilder internationaler und sizilianischer Künstler machen San Berillo zu einem der spannendsten Urban-Art-Viertel Süditaliens.
◆ STADTVIERTEL · CATANIA
San Berillo ist Catanias widersprüchlichstes Viertel: ein altes Stadtquartier, das in den 1950er-Jahren für ein nie vollendetes Großprojekt teilweise abgerissen wurde und seither zwischen Verfall, Rotlichtvergangenheit und kultureller Wiedergeburt schwebt. Heute ziehen Streetart, ein vielfältiges Miteinander und engagierte Initiativen Besucher an, die das andere, ehrlichere Catania suchen.
Im 19. Jahrhundert war San Berillo eines der dichtest besiedelten Viertel Catanias – hier wohnten Hafenarbeiter, Bahnbedienstete und Schwefelarbeiter, dazwischen Läden, Theater und Versammlungshäuser. In den 1950er-Jahren beschloss die Stadt einen radikalen Eingriff: Eine breite Verkehrsachse vom Bahnhof ins Zentrum sollte entstehen, und dafür wurde ein großer Teil des Quartiers abgerissen. Tausende Bewohner wurden zwangsweise in den Randbezirk San Leone umgesiedelt. Doch das versprochene neue Viertel kam nie – zurück blieb ein physisches Loch in der Stadt, ein Areal aus halb abgerissenen Häusern und vergessenen Gassen.
In diese Leere zogen andere Geschichten ein. San Berillo wurde lange als Rotlichtviertel bekannt, und ab den 1990er-Jahren fand hier die senegalesische Gemeinschaft eine Heimat; bis heute ist das Quartier rund um die kleine Moschee ein Ort gelebter Vielfalt. Wer durch die schmalen Gassen geht, spürt diese Schichtung aus Migration, Marginalisierung und einer trotzigen Menschlichkeit, die das Viertel über die Jahrzehnte zusammengehalten hat.
Seit einigen Jahren erlebt San Berillo eine kulturelle Wiedergeburt von unten. Der Verein Trame di Quartiere hat das Quartier gewissermaßen adoptiert und treibt eine behutsame Aufwertung voran, während ein groß angelegtes Streetart-Projekt viele Wände in farbenfrohe Großbildwerke verwandelt hat – internationale wie lokale Künstler haben hier gearbeitet. Geführte MigranTour-Spaziergänge erzählen die Kultur und Traditionen der zugewanderten Communities. So ist San Berillo heute weniger Sehenswürdigkeit als Erfahrung – ein Viertel, das man am besten mit Respekt und am Tag besucht.
01 · Highlights
Highlight
Zahlreiche großflächige Wandbilder internationaler und sizilianischer Künstler machen San Berillo zu einem der spannendsten Urban-Art-Viertel Süditaliens.
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Der Kulturverein betreibt die Wiederbelebung des Quartiers von unten und ist Anlaufstelle für Touren, Veranstaltungen und Begegnung.
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Interkulturelle Guides führen durch das Viertel und erzählen von den Bräuchen der zugewanderten Gemeinschaften.
Highlight
Rund um die Moschee zeigt sich die gelebte Vielfalt des Viertels mit afrikanischen Läden und Communities.
02 · Sehenswürdigkeiten
Noch keine Sehenswürdigkeiten hinterlegt.
03 · Essen & Trinken
04 · Hotels
Noch keine Hotels hinterlegt.
05 · Praktisch
06 · Häufige Fragen
Tagsüber besuchen viele Reisende das Viertel wegen der Streetart und der Touren problemlos. Abends gilt es als ruhiger und weniger einladend; ein geführter Rundgang ist die beste und respektvollste Art, San Berillo kennenzulernen.
In den 1950er-Jahren plante die Stadt eine große Verkehrsachse vom Bahnhof ins Zentrum und riss dafür einen Großteil des Quartiers ab. Das neue Viertel wurde nie gebaut, weshalb bis heute eine Lücke in der Stadt klafft.
Vor allem die Streetart entdecken, an einem MigranTour oder einer Tour von Trame di Quartiere teilnehmen und das multikulturelle, alternative Catania erleben.
Das Viertel liegt direkt östlich der Via Etnea zwischen dem historischen Zentrum und dem Hauptbahnhof, nur wenige Minuten von der Piazza Stesicoro entfernt.
07 · In der Nähe
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