Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Taormina
Der historische Kern passt in einen Streifen von knapp einem Kilometer Länge – von der Porta Messina bis zur Porta Catania läufst du zwanzig Minuten, wenn dich nichts aufhält.
Alles beginnt beim Teatro Antico di Taormina am östlichen Ende der Altstadt. Die Griechen schlugen die Ränge im 3. Jahrhundert v. Chr. in den Hang des Monte Tauro, die Römer bauten die Anlage später für Gladiatorenspiele um und mauerten sie mit Ziegeln aus; nach Syrakus ist es das zweitgrößte antike Theater Siziliens. Der Grund, warum hier jeden Vormittag Schlangen stehen, ist aber nicht die Archäologie, sondern eine Lücke: Die Bühnenwand ist über die Jahrhunderte aufgebrochen, und durch die verbliebenen Säulen und Bögen schaut man geradewegs auf die Küste und den Ätna. Geh früh, am besten zur Öffnung, dann hast du die oberen Ränge fast für dich und das Licht steht noch von der Seite.
Vom Theater führt die Via Teatro Greco in zwei Minuten hinunter zum Corso Umberto, der autofreien Hauptgasse. Gleich am Anfang steht der Palazzo Corvaja, in dessen Kern ein arabischer Wehrturm aus dem 10. Jahrhundert steckt und in dem 1411 das sizilianische Parlament tagte – heute Museum und Touristeninformation. Dahinter liegen die Reste eines kleinen römischen Odeons, halb unter der Kirche Santa Caterina verschwunden. Weiter westlich öffnet sich die Piazza IX Aprile mit ihrem schwarz-weißen Schachbrettpflaster als Aussichtsterrasse über der Bucht, begrenzt von der Barockkirche San Giuseppe und dem Torre dell'Orologio, dem Uhrturm über der Porta di Mezzo, der die obere Altstadt vom Borgo Medievale trennt.
Hinter dem Uhrturm wird die Gasse enger und wohnlicher. Am Ende steht der Duomo di Taormina, die Kathedrale San Nicolò di Bari aus dem 13. Jahrhundert, deren Zinnenkranz sie eher wie eine kleine Festung aussehen lässt als wie eine Kirche. Auf dem Platz davor sprudelt der barocke Brunnen mit der zweibeinigen Zentaurin, dem Wappentier der Stadt. Wenige Schritte weiter markiert die Porta Catania das westliche Stadttor. Ein Abstecher lohnt in die Via Naumachia, wo eine über hundert Meter lange römische Ziegelmauer mit Nischen im Hang steckt – vermutlich die Stützwand einer antiken Zisternenanlage und der unspektakulärste große Bau der Stadt.
Zwei Ziele liegen abseits der Hauptachse und werden von Tagesgästen regelmäßig übersehen. Unterhalb des Corso zieht sich die Villa Comunale di Taormina als Terrassengarten am Hang entlang, angelegt von Florence Trevelyan, mit ihren verspielten Backsteintürmchen, schattigen Bänken und freiem Blick auf Küste und Vulkan. Und oberhalb der Stadt duckt sich das Santuario Madonna della Rocca unter einen Felsüberhang des Monte Tauro; hinauf führt die Salita Castello, ein steiler, gepflasterter Treppenweg, für den du eine gute halbe Stunde und feste Schuhe brauchst. Der Blick von dort oben zurück auf Theater, Altstadt und Bucht ist der beste, den du ohne Eintritt bekommst.









































