Auf halbem Weg über den Corso Umberto öffnet sich die Stadt zu ihrer großen Terrasse: Die Piazza IX Aprile mit ihrem schwarz-weißen Schachbrettpflaster ist der zentrale Treffpunkt Taorminas. Der Platz verdankt seinen Namen einem historischen Datum und fungiert seit jeher als Bühne der Passeggiata – jenes abendlichen Flanierens, das in sizilianischen Städten zum festen Ritual gehört.
Flankiert wird die Piazza von markanten Bauten: der Barockfassade der Kirche San Giuseppe, der ehemaligen Kirche Sant'Agostino, die heute eine Bibliothek beherbergt, und dem mittelalterlichen Uhrturm, der Torre dell'Orologio. Durch das Tor des Uhrturms beginnt der ältere, engere Teil der Altstadt. An der Balustrade zur Meerseite reihen sich besonders abends die Gäste für den weiten Blick über die Küste und den Ätna.
Die Cafés am Platz stellen ihre Stühle in die erste Reihe, Straßenmusiker spielen, und zur goldenen Stunde wird die Piazza zur Freilichtbühne. Die Preise an dieser Adresse sind entsprechend hoch und das Ambiente bewusst theatralisch – doch für ein Foto an der Balustrade, einen Aperitivo mit Ätna-Blick oder schlicht zum Beobachten des sizilianischen Straßenlebens führt kaum ein Weg an der Piazza IX Aprile vorbei. Wer es ruhiger mag, kommt am Vormittag, wenn der Platz noch nicht überläuft.