Über den Dächern von Castelmola, dem Bergdorf oberhalb Taorminas, halten auf gut 500 Metern Höhe die Mauerreste einer mittelalterlichen Burg Wache. Ihre Ursprünge reichen bis in byzantinische und arabische Zeit zurück; die heutige Anlage geht auf spätere Ausbauten zurück. Viel ist von der einstigen Festung nicht geblieben – ein paar Zinnen, Reste von Zisternen und der freie Burghof –, doch das ist nicht der Grund für den Aufstieg.
Der Lohn ist der Rundblick. Von der Burg aus liegt der Ätna in seiner ganzen Breite vor einem, die Küste reicht hinunter bis Giardini Naxos, und an klaren Tagen erkennt man jenseits der Straße von Messina die Berge Kalabriens. Castelmola selbst, eingewachsen unterhalb der Ruine, gilt vielen als noch ursprünglicher als Taormina – mit engen Gassen, kleinen Bars und der berühmten Bar Turrisi am Dorfplatz.
Der kurze, aber steile Aufstieg zur Burg beginnt am Dorfplatz von Castelmola; der Zugang zur Ruine ist frei. Festes Schuhwerk ist hilfreich, da der Weg uneben ist. Castelmola erreicht man von Taormina aus mit dem Bus, dem Auto oder zu Fuß über einen alten Pfad, der teils an der Madonna della Rocca vorbeiführt. Besonders abends entfaltet der Ort seinen Reiz: Wenn die Sonne sinkt, verwandelt das Licht die Küste in eine Lichterkette, und vom Burghof aus wird der Ätna zur Silhouette vor dem Abendhimmel.