Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Palermo
Fast alles, was du in Palermo sehen willst, liegt im Rechteck zwischen Palazzo dei Normanni, Teatro Massimo und dem Hafen – zu Fuß in einer knappen halben Stunde durchquert.
Der Palazzo dei Normanni am oberen Ende des Cassaro ist der Ausgangspunkt für alles Weitere. Auf punischen Fundamenten errichtet, von den arabischen Emiren ausgebaut und von den Normannen zur Königsresidenz gemacht, gilt er als ältester noch genutzter Königspalast Europas – heute tagt darin das sizilianische Regionalparlament. Das eigentliche Ziel liegt im Obergeschoss: die Cappella Palatina, ab 1132 unter Roger II. errichtet, ein Raum von der Größe einer Dorfkirche, in dem byzantinische Mosaizisten die Wände vergoldeten, während arabische Handwerker die hölzerne Muqarnas-Decke einzogen. Weil Teile des Palasts dem Parlamentsbetrieb dienen, sind die Königsappartements nicht an allen Wochentagen zugänglich; die Zeitfenster für die Kapelle sind begrenzt, buche also vorab online und prüfe kurz vor der Reise, was am Besuchstag geöffnet ist.
Vom Palast führt die Via Vittorio Emanuele – seit arabischer Zeit al-qasr, daher der Name Cassaro – ostwärts bergab zur Cattedrale, deren Baugeschichte man an der Fassade abliest: normannische Zinnen und Ecktürme aus dem späten 12. Jahrhundert, eine katalanisch-gotische Vorhalle des 15. Jahrhunderts, die Kuppel von Ferdinando Fuga aus der Zeit um 1800. An einer Säule des Südportikus steht ein arabischer Koranvers, übrig aus der Moschee, die hier vor der Kirche stand. Im Inneren liegen die Sarkophage Rogers II., Friedrichs II. und Konstanzes von Hauteville aus Porphyr; das Kirchenschiff ist frei zugänglich, für Königsgräber, Krypta, Schatzkammer und den Rundgang über die Dächer brauchst du ein Ticket. Auf dem Boden des Seitenschiffs zieht sich die Meridianlinie entlang, die Giuseppe Piazzi 1801 einbauen ließ.
Weiter bergab kreuzt der Cassaro die Via Maqueda an den Quattro Canti, dem barocken Achteck von 1608 bis 1620, dessen vier konkave Fassaden Brunnen, spanische Könige und Stadtpatroninnen übereinander stapeln – Teatro del Sole heißt der Platz, weil im Lauf des Tages jede Seite einmal in der Sonne steht. Gleich um die Ecke steht auf der Piazza Pretoria der Marmorbrunnen, den Francesco Camilliani 1554 in Florenz für einen Garten entwarf und den Palermo zwanzig Jahre später kaufte; die nackten Figuren brachten ihm den Beinamen Brunnen der Schande ein. Die angrenzende Piazza Bellini trägt gleich zwei mittelalterliche Kirchen nebeneinander: La Martorana mit byzantinischen Mosaiken – darunter Roger II., der die Krone direkt von Christus empfängt – und San Cataldo mit seinen drei roten Kuppeln und dem völlig kahlen Inneren.
Nördlich davon markiert das Teatro Massimo an der Piazza Verdi den Sprung ins 19. Jahrhundert. Giovan Battista Filippo Basile begann den Bau 1875, sein Sohn Ernesto vollendete ihn, 1897 wurde eröffnet; es ist das größte Opernhaus Italiens und war zwischen 1974 und 1997 komplett geschlossen. Die Führung dauert rund vierzig Minuten und führt durch Foyer, Zuschauerraum und Königsloge. Ganz anders der Weg zwei Kilometer westlich der Cattedrale: In den Katakomben unter dem Kapuzinerkloster hängen und liegen mehrere tausend Verstorbene aus vier Jahrhunderten in Gängen nach Stand und Geschlecht sortiert, darunter das 1920 zweijährig gestorbene Mädchen Rosalia Lombardo. Der Ort ist kein Gruselkabinett, sondern ein Friedhof – Fotografieren ist untersagt, und wer empfindlich ist, lässt ihn aus.















