Stadt · Italien

Palermo

An den Quattro Canti riecht es nach frittierten Kichererbsen, und zwei Gassen weiter liegt hinter einer schmucklosen Tür ein Goldmosaik aus dem 12. Jahrhundert – Palermo stellt seine Epochen nicht nebeneinander, es stapelt sie übereinander.

6 Stadtviertel8 Sehenswürdigkeiten5 Hotels
Überblick

Deine Palermo-Reise auf einen Blick

Beste Reisezeit
April bis Juni und September bis Oktober bieten warmes, angenehmes Wetter für Stadterkundung und Märkte. Der Hochsommer ist heiß und schwül, eignet sich aber für Strandtage in Mondello; der Winter ist mild, aber wechselhaft.
Über Palermo

Reisen nach Palermo

Palermo ist die Stadt, in der sich Europa und Nordafrika seit tausend Jahren ins Wort fallen. Über dem Cassaro steht der Palazzo dei Normanni, der als älteste Königsresidenz Europas gilt, und in seinem Obergeschoss liegt die Cappella Palatina, die Roger II. ab 1132 bauen ließ: byzantinische Goldmosaiken an den Wänden, darüber eine hölzerne Muqarnas-Decke mit arabischen Inschriften, wie man sie sonst in Kairo oder Córdoba sucht. Ein paar hundert Meter weiter mischt die Cattedrale normannische Zinnen, katalanisch-gotische Bögen und die klassizistische Kuppel Ferdinando Fugas zu einem einzigen Bauwerk – an einer Säule des Südportikus steht bis heute ein Koranvers, Rest der Moschee, die vorher an dieser Stelle stand. Seit 2015 ist dieses arabisch-normannische Erbe UNESCO-Welterbe, gemeinsam mit den Domen von Cefalù und Monreale. Aber Palermo ist nicht nur Mosaik: An den Quattro Canti kreuzen sich Via Vittorio Emanuele und Via Maqueda unter vier barocken Fassaden, auf der Piazza Pretoria steht der Marmorbrunnen, den die Stadt jahrhundertelang Brunnen der Schande nannte, und in Ballarò, am Capo und in der Vucciria rufen die Händler ihre Preise in einem Singsang aus, den nördlich von Neapel niemand mehr versteht. Gegessen wird im Stehen – Panelle, Arancine, Sfincione, für Mutige das Milzbrötchen Pani ca' meusa. Abends verlagert sich alles auf die Piazzette der Altstadt und an die Via Libertà, und wenn im Sommer die Hitze in den Gassen steht, bringt der Stadtbus dich in elf Kilometern zum weißen Sandbogen von Mondello unter dem Monte Pellegrino.

Palermo – Karte
Reiseführer

Palermo von A bis Z

Aktualisiert August 2026

Auf der Via Roma stehen Palmen im Verkehrslärm, ein Roller quetscht sich zwischen zwei Lieferwagen hindurch, und aus einem Hinterhof zieht der Geruch von heißem Öl über die Straße. Eine Viertelstunde bergauf, hinter dem Hof und der Freitreppe des Normannenpalasts, stehst du in einem Raum, an dessen Wänden seit 1140 Gold hängt – Mosaiken byzantinischer Handwerker unter einer Holzdecke, die arabische Zimmerleute gebaut haben. Palermo verteilt seine Sehenswürdigkeiten nicht auf hübsche Plätze, es versteckt sie hinter Fassaden, die niemand geputzt hat, und genau das macht diese Stadt zur intensivsten in Italien. Wer Ordnung sucht, fährt nach Taormina. Wer wissen will, wie Europa klingt, wenn Araber, Normannen, Katalanen und spanische Vizekönige übereinander gebaut haben, bleibt hier.

Sehenswürdigkeiten

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Palermo

Fast alles, was du in Palermo sehen willst, liegt im Rechteck zwischen Palazzo dei Normanni, Teatro Massimo und dem Hafen – zu Fuß in einer knappen halben Stunde durchquert.

Der Palazzo dei Normanni am oberen Ende des Cassaro ist der Ausgangspunkt für alles Weitere. Auf punischen Fundamenten errichtet, von den arabischen Emiren ausgebaut und von den Normannen zur Königsresidenz gemacht, gilt er als ältester noch genutzter Königspalast Europas – heute tagt darin das sizilianische Regionalparlament. Das eigentliche Ziel liegt im Obergeschoss: die Cappella Palatina, ab 1132 unter Roger II. errichtet, ein Raum von der Größe einer Dorfkirche, in dem byzantinische Mosaizisten die Wände vergoldeten, während arabische Handwerker die hölzerne Muqarnas-Decke einzogen. Weil Teile des Palasts dem Parlamentsbetrieb dienen, sind die Königsappartements nicht an allen Wochentagen zugänglich; die Zeitfenster für die Kapelle sind begrenzt, buche also vorab online und prüfe kurz vor der Reise, was am Besuchstag geöffnet ist.

Vom Palast führt die Via Vittorio Emanuele – seit arabischer Zeit al-qasr, daher der Name Cassaro – ostwärts bergab zur Cattedrale, deren Baugeschichte man an der Fassade abliest: normannische Zinnen und Ecktürme aus dem späten 12. Jahrhundert, eine katalanisch-gotische Vorhalle des 15. Jahrhunderts, die Kuppel von Ferdinando Fuga aus der Zeit um 1800. An einer Säule des Südportikus steht ein arabischer Koranvers, übrig aus der Moschee, die hier vor der Kirche stand. Im Inneren liegen die Sarkophage Rogers II., Friedrichs II. und Konstanzes von Hauteville aus Porphyr; das Kirchenschiff ist frei zugänglich, für Königsgräber, Krypta, Schatzkammer und den Rundgang über die Dächer brauchst du ein Ticket. Auf dem Boden des Seitenschiffs zieht sich die Meridianlinie entlang, die Giuseppe Piazzi 1801 einbauen ließ.

Weiter bergab kreuzt der Cassaro die Via Maqueda an den Quattro Canti, dem barocken Achteck von 1608 bis 1620, dessen vier konkave Fassaden Brunnen, spanische Könige und Stadtpatroninnen übereinander stapeln – Teatro del Sole heißt der Platz, weil im Lauf des Tages jede Seite einmal in der Sonne steht. Gleich um die Ecke steht auf der Piazza Pretoria der Marmorbrunnen, den Francesco Camilliani 1554 in Florenz für einen Garten entwarf und den Palermo zwanzig Jahre später kaufte; die nackten Figuren brachten ihm den Beinamen Brunnen der Schande ein. Die angrenzende Piazza Bellini trägt gleich zwei mittelalterliche Kirchen nebeneinander: La Martorana mit byzantinischen Mosaiken – darunter Roger II., der die Krone direkt von Christus empfängt – und San Cataldo mit seinen drei roten Kuppeln und dem völlig kahlen Inneren.

Nördlich davon markiert das Teatro Massimo an der Piazza Verdi den Sprung ins 19. Jahrhundert. Giovan Battista Filippo Basile begann den Bau 1875, sein Sohn Ernesto vollendete ihn, 1897 wurde eröffnet; es ist das größte Opernhaus Italiens und war zwischen 1974 und 1997 komplett geschlossen. Die Führung dauert rund vierzig Minuten und führt durch Foyer, Zuschauerraum und Königsloge. Ganz anders der Weg zwei Kilometer westlich der Cattedrale: In den Katakomben unter dem Kapuzinerkloster hängen und liegen mehrere tausend Verstorbene aus vier Jahrhunderten in Gängen nach Stand und Geschlecht sortiert, darunter das 1920 zweijährig gestorbene Mädchen Rosalia Lombardo. Der Ort ist kein Gruselkabinett, sondern ein Friedhof – Fotografieren ist untersagt, und wer empfindlich ist, lässt ihn aus.

Sehenswürdigkeiten in Palermo

Alle 8 Sehenswürdigkeiten
Arabisch-normannisches Erbe

Das arabisch-normannische Palermo und sein UNESCO-Welterbe

Für rund zweihundert Jahre war Palermo eine Stadt, in der Arabisch, Griechisch und Latein nebeneinander Amtssprachen waren – die Bauten aus dieser Zeit sind der Grund, warum du herkommst.

Cappella Palatina
Cappella Palatina

831 nahmen arabische Truppen die Stadt ein, und Palermo wurde zur Hauptstadt eines Emirats, das über zwei Jahrhunderte hinweg Bewässerung, Zitrusanbau, Papierherstellung und eine der größten Städte des Mittelmeerraums hervorbrachte. Als die Normannen 1072 einzogen, rissen sie das nicht ab, sondern übernahmen es: Roger II., 1130 im Vorgängerbau der heutigen Cattedrale zum König gekrönt, ließ sich von griechischen Mosaizisten, arabischen Zimmerleuten und lateinischen Bauhütten gleichzeitig arbeiten. Sein Hof rechnete auf Arabisch, urkundete auf Griechisch und Latein, und der Geograf al-Idrisi zeichnete hier für ihn eine Weltkarte. Diese Gleichzeitigkeit ist nirgends sonst in Europa so an Wänden ablesbar geblieben – das ist der eigentliche Inhalt des Welterbe-Titels, den die UNESCO 2015 vergab.

Am dichtesten steht sie in der Cappella Palatina. Unten laufen Sockel aus buntem Marmor und ein Boden aus Opus sectile, darüber setzen sich die Mosaikzyklen an: Schöpfungsgeschichte im Mittelschiff, Christus Pantokrator in der Apsis, Petrus und Paulus in den Seitenschiffen, alles auf Goldgrund. Und darüber hängt eine Holzdecke aus tausenden ineinandergeschobenen Stalaktitenzellen, bemalt mit Jagdszenen, Tänzerinnen, Schachspielern und kufischen Schriftbändern – ein Werk fatimidischer Handwerker in einer christlichen Königskapelle. Nimm dir Zeit und ein Fernglas, wenn du eins hast: Vieles hängt zwölf Meter über dir, und die Beleuchtung wechselt mit dem Tageslicht durch die Fenster.

Die serielle Welterbestätte umfasst neun Bauwerke, sieben davon in Palermo. Neben Palast, Kapelle und Cattedrale gehören die Martorana und San Cataldo an der Piazza Bellini dazu, San Giovanni degli Eremiti mit fünf roten Kuppeln über einem Kreuzgang voller Zitrusbäume, der Palast der Zisa im Westen der Stadt – ein arabisch geprägter Sommerpalast mit Muqarnas-Nische, Brunnenlauf und heute einer Sammlung islamischer Kunst – sowie die Ponte dell'Ammiraglio, eine Brücke des 12. Jahrhunderts, die seit der Verlegung des Flusses Oreto über trockenem Grund steht. Die beiden übrigen Bauten sind die Dome von Monreale und Cefalù, beide als Tagesausflug erreichbar.

Praktisch lässt sich das an einem langen Vormittag bündeln: Beginne oben am Palazzo dei Normanni mit der Cappella Palatina zur Öffnungszeit, geh die zwei Minuten hinüber zu San Giovanni degli Eremiti, dann den Cassaro hinunter zur Cattedrale und weiter bis zur Piazza Bellini, wo Martorana und San Cataldo Tür an Tür stehen. Für Zisa und Ponte dell'Ammiraglio brauchst du Bus oder Taxi, beide liegen außerhalb der Altstadt. Die meisten Kirchen erheben inzwischen Eintritt und schließen mittags oder haben eingeschränkte Gottesdienstzeiten – plane die Runde vormittags und prüfe für die Martorana, ob an dem Tag eine Liturgie im byzantinischen Ritus stattfindet, denn die Gemeinde nutzt den Bau bis heute.

Märkte & Streetfood

Streetfood in Palermo und die Märkte von Ballarò bis zur Vucciria

Palermo isst im Stehen, und zwar seit dem Mittelalter – das billigste Mittagessen der Stadt kommt aus einer Fritteuse am Straßenrand, im Sesambrötchen und ohne Teller.

Ballarò im Viertel Albergheria ist der größte der Märkte, gilt als der älteste und ist der einzige, der ohne Besucher genauso funktionieren würde. Die Stände ziehen sich von der Piazza Ballarò über mehrere Gassen bis zur Casa Professa, und was hier verkauft wird, landet abends in den Küchen der Nachbarschaft: Artischocken bündelweise, Schwertfischscheiben auf Eis, Zitronen mit Blättern, Gewürze und Gemüse aus den Läden bengalischer, tamilischer und westafrikanischer Händler, die den Markt seit zwei Jahrzehnten mitprägen. Die abbanniata – der ausgerufene Singsang der Verkäufer – ist kein Folklore-Programm, sondern Werbung. Am lebendigsten ist es am Vormittag; sonntags läuft deutlich weniger.

Der Mercato del Capo zieht sich nordwestlich der Cattedrale durch die Via Sant'Agostino und die Via Porta Carini und ist der kompakteste der drei: eng, überdacht von Planen, mit einer hohen Dichte an Ständen, die direkt vom Blech weg verkaufen. Die Vucciria dagegen, einst der berühmteste Markt der Stadt und 1974 von Renato Guttuso auf ein Gemälde gebannt, ist tagsüber auf wenige Stände zusammengeschrumpft – dafür wird die Piazza Caracciolo ab dem frühen Abend zum Treffpunkt: Grillroste auf dem Pflaster, Getränke aus dem Fenster, Menschen bis in die Nacht auf den Stufen. Wer Fisch will, geht früh zum Markt im Borgo Vecchio nördlich der Altstadt, wo auch die Fischtrattorien der Gegend einkaufen.

Das Repertoire ist überschaubar und überall gleich gut: Panelle, dünne Kichererbsenfladen, frittiert und mit Cazzilli, den Kartoffelkroketten, ins Sesambrötchen gepackt. Arancine – in Palermo weiblich und rund, in Catania männlich und spitz, worüber die Insel sich ernsthaft streitet – gefüllt mit Fleischragù oder Butter, Schinken und Käse. Sfincione, ein fingerdicker Fladen mit Zwiebeln, Sardellen, Caciocavallo und Bröseln, den Verkäufer aus Kleintransportern anbieten. Stigghiola, über Kohle gegrillte Innereienröllchen, deren Rauch abends ganze Straßenzüge markiert. Und Pani ca' meusa, das Milzbrötchen: schietta pur mit Zitrone, maritata mit Ricotta und Caciocavallo – die Mutprobe, an der sich Besucher zuverlässig teilen.

Süß geht es danach weiter. Cannoli werden in guten Häusern erst bei der Bestellung gefüllt, damit die Röhre knackt statt zu weichen; die Ricotta stammt idealerweise vom Schaf. Dazu Cassata mit Marzipanmantel, Frutta martorana – täuschend echt geformtes Marzipanobst, benannt nach dem Kloster neben der Martorana-Kirche –, im Sommer Gelo di melone aus Wassermelone und Zimt sowie Granita, die man hier zum Frühstück in eine Brioche tunkt. Die Pasticceria Cappello gilt in Palermo als Heimat der Torta Setteveli, der siebenschichtigen Schokoladentorte, und ist auch für Pistazienarbeiten bekannt. Wer sich nicht durch die Märkte fragen will, bucht eine geführte Streetfood-Runde durch Ballarò und Vucciria – sie nimmt die Hemmschwelle vor den Ständen, an denen keine Karte hängt.

Aktivitäten & Touren in Palermo

Essen & Trinken

Restaurants in Palermo und die Küche zwischen Orient und Meer

Die palermitanische Küche kommt ohne Sahne und fast ohne Butter aus, dafür mit Rosinen, Pinienkernen, wildem Fenchel und Sardellen an Stellen, an denen du sie nicht erwartest.

Die bekannteste Adresse ist die Antica Focacceria San Francesco an der gleichnamigen Piazza, 1834 eröffnet und bis heute der Ort, an dem Besucher ihr erstes Pani ca' meusa essen – aus einem kupfernen Kessel, an dem seit Generationen dieselbe Handbewegung gemacht wird. Bekannt wurde das Haus über Palermo hinaus, weil sich sein Betreiber öffentlich gegen Schutzgeldforderungen wehrte und vor Gericht aussagte; seither steht die Focacceria für eine Gastronomie, die sich zu dieser Frage bekennt. Ähnlich traditionsreich, aber unaufgeregter ist die Trattoria al Ferro di Cavallo von 1944 nahe den Quattro Canti, wo die Weine an der Wand notiert sind und die Tische so eng stehen, dass Reservieren ratsam ist. Das Bisso Bistrot in den Räumen einer alten Buchhandlung direkt an den Quattro Canti nimmt keine Reservierungen an – geh früh oder plane Wartezeit ein.

Für Fisch fährst oder gehst du nach Norden. Die Trattoria Piccolo Napoli am Borgo Vecchio kocht seit 1951 in Familienhand und richtet die Karte nach dem, was die Boote am Morgen gebracht haben – Sardinen, Rotbarbe, roter Thun, Schwertfisch, dazu Pasta con le sarde oder Spaghetti mit Seeigel, wenn Saison ist. Draußen an der Küste liegen die Fischlokale von Sferracavallo und Mondello, wo man am Tisch eine Platte Frittiertes bestellt und dazu nichts weiter braucht als Zitrone. Für den Abend gilt in beiden Fällen: Reserviere, gerade am Wochenende und im Sommer, wenn halb Palermo ans Meer fährt.

Auf der Karte tauchen fast überall dieselben Klassiker auf, und sie lohnen alle. Pasta con le sarde verbindet Sardinen mit wildem Fenchel, Rosinen und Pinienkernen – ein Gericht mit hörbar arabischer Herkunft. Sarde a beccafico sind gefüllte, gerollte Sardinen mit Lorbeer dazwischen; Caponata ist süßsaures Auberginengemüse und steht als Antipasto auf jedem zweiten Tisch. Involtini alla siciliana, Panelle als Beilage, Schwertfisch alla ghiotta, im Winter Broccoli affogati. Getrunken wird sizilianisch: Nero d'Avola und Frappato rot, Grillo und Catarratto weiß, vom Ätna kommen mineralische Weine aus Nerello Mascalese, und zum Dessert steht ein Marsala oder ein Passito von Pantelleria auf der Karte.

Ein paar Gewohnheiten machen den Abend leichter. Gegessen wird spät – vor 20 Uhr sind viele Küchen zwar offen, aber leer, die Einheimischen kommen ab halb neun. Auf der Rechnung steht meist ein Coperto pro Person für Gedeck und Brot, das ist normal und kein Trinkgeld; ein aufgerundeter Betrag genügt danach. Viele kleinere Trattorien haben einen festen Ruhetag, klassischerweise Sonntag oder Montag, und rund um Ferragosto Mitte August schließen Familienbetriebe für ein bis zwei Wochen ganz. Karten werden fast überall genommen, an Marktständen und bei Streetfood-Verkäufern aber nicht zuverlässig – ein paar Scheine in kleiner Stückelung gehören in die Tasche.

Restaurants in Palermo

Übernachten

Hotels in Palermo und die passende Lage für deinen Aufenthalt

In Palermo entscheidet die Lage weniger über die Wege als über die Nachtruhe – zwischen zwei Adressen mit zehn Minuten Abstand liegen Welten.

Am oberen Ende steht die Rocco Forte Villa Igiea, ein Jugendstil-Palazzo über der Bucht von Acquasanta nördlich des Zentrums, den die Unternehmerfamilie Florio um 1900 von Ernesto Basile ausbauen ließ. Die Sala Basile mit den Wandbildern Ettore De Maria Berglers gehört zum Bestand, dazu kommen Park, Meerblick, Außenpool und Spa – ein Haus für alle, die abends nicht in die Gassen zurückwollen. Städtischer, aber ebenso historisch ist das Grand Hotel et des Palmes an der Via Roma: Ernesto Basile gab dem Haus 1907 sein Liberty-Gesicht, und Richard Wagner vollendete hier im Januar 1882 die Partitur des Parsifal. Von der Tür sind es wenige Minuten zum Teatro Massimo und zum Politeama.

Die interessanteste Kategorie sind die umgebauten Stadtpaläste. Das Palazzo Natoli Boutique Hotel liegt mit rund einem Dutzend Zimmern direkt an der Via Vittorio Emanuele zwischen Cattedrale und Quattro Canti, das Palazzo Brunaccini an einer ruhigen Piazzetta wenige Schritte vom Ballarò-Markt – beide bringen hohe Decken, Innenhöfe und kurze Wege mit. Das Hotel Porta Felice & Spa steht an der Via Butera nahe der Porta Felice und der Uferpromenade und hat Spa und Dachterrasse; von dort sind Piazza Marina, Palazzo Abatellis und das Foro Italico fußläufig. Wer eher Ruhe als Altstadtkulisse sucht, findet sie in den Wohnstraßen rund um die Via Libertà.

Grob sortiert: Rund um Teatro Massimo, Via Maqueda und den Cassaro wohnst du im Zentrum von allem, hast aber abends Fußgängerbetrieb vor dem Fenster. Die Kalsa ist der ruhigere Teil der Altstadt mit Museen und Meernähe. Politeama und Via Libertà bieten breitere Straßen, mehr Bürgerlichkeit und die besseren Abendlokale, dafür zehn Minuten mehr Weg zu den Mosaiken. Die Vucciria ist die lauteste Adresse der Stadt – wer dort bucht, sollte Nachtleben mögen. Und wer im Sommer vor allem baden will, nimmt Mondello als Basis und fährt für die Kultur mit dem Bus ins Zentrum. Rund um Palermo Centrale ist es günstiger, aber deutlich weniger einladend.

Zwei Punkte gehören in die Buchung. Erstens der Wagen: Altstadthotels haben fast nie eigene Stellplätze, das Zentrum ist teils Fußgängerzone und teils verkehrsbeschränkte Zone, du landest in einem bewachten Parkhaus und zahlst Tagessätze – frag beim Buchen nach dem Kontingent des Hauses. Zweitens die Termine: Zu Ostern, rund um das Festino di Santa Rosalia Mitte Juli und über Ferragosto ziehen Preise und Auslastung deutlich an, ebenso an langen Wochenenden im Frühjahr. Wer flexibel ist, reist unter der Woche im Mai, Anfang Juni oder im Oktober. Und im Juli und August ist eine funktionierende Klimaanlage kein Komfortextra, sondern die Bedingung für eine durchgeschlafene Nacht.

Hotels in Palermo

Alle 5 Hotels

Ferienhäuser & Villen mit Pool

Die beliebteste Wahl in der Region — privates Ferienhaus oder Villa mit Pool, oft mitten in den Weinbergen.

Agriturismi & Weingüter

Urlaub auf dem Land: übernachten auf einem Weingut oder Bauernhof, mit Wein und Öl aus eigener Ernte.

Stadtviertel

Palermos Stadtviertel von Albergheria bis Mondello

Der Grundriss der Altstadt ist ein Kreuz aus zwei Straßen, und an ihm hängt bis heute die gesamte Orientierung der Stadt.

Teatro Massimo
Teatro Massimo

Die Achse Via Vittorio Emanuele läuft seit der Antike vom Palast zum Meer, quer dazu ließ der spanische Vizekönig Herzog von Maqueda um 1600 die nach ihm benannte Via Maqueda schlagen. Wo sich beide kreuzen, entstanden die Quattro Canti – und die vier Ecken teilen die Altstadt seither in vier Mandamenti: Albergheria im Südwesten beim Palast, Capo im Nordwesten hinter der Cattedrale, Vucciria beziehungsweise Loggia im Nordosten zum Hafen und Kalsa im Südosten zum Meer. Drei der vier haben ihren eigenen Markt, alle haben ihre Kirchen und ihren eigenen Ton, und alle vier passen zusammen in einen Fußweg von einer Stunde.

Albergheria rund um Ballarò ist das ärmste und lauteste der vier, gleichzeitig das mit der größten Dichte an Welterbe: Palazzo dei Normanni, San Giovanni degli Eremiti und die Barockkirche Casa Professa liegen alle im Umkreis weniger Gassen, dazwischen Wäscheleinen, Werkstätten und der Markt. Nordwestlich schließt Il Capo an, dessen Namen der Markt trägt, der sich von der Porta Carini bis zur Via Sant'Agostino zieht; die Gassen sind enger, das Publikum lokaler, und am östlichen Rand des Viertels öffnet sich die Piazza Verdi mit dem Teatro Massimo, wo die Altstadt in die Geschäftsstraßen des 19. Jahrhunderts übergeht.

Die Kalsa im Südosten war ab dem 10. Jahrhundert die befestigte Emirsstadt am Hafen, wurde 1943 schwer bombardiert und ist bis heute das Viertel mit den großen Lücken zwischen den Palästen – dafür mit den besten Museen: Palazzo Abatellis, Palazzo Mirto, das Marionettenmuseum Pasqualino, dazu Piazza Marina mit dem Steri und die dachlose Spasimo-Kirche. Die Vucciria nördlich davon lebt heute vom Abend: Der Markt ist geschrumpft, die Piazza Caracciolo dafür seit Jahren der Treffpunkt der Stadt. Ein paar Straßen weiter stehen mit den Oratorien von Santa Cita und San Lorenzo die Stuckräume Giacomo Serpottas, die kaum jemand mitnimmt und die zum Besten gehören, was Palermo hat.

Jenseits der Altstadt beginnt an der Piazza Ruggero Settimo mit dem Teatro Politeama Garibaldi von 1874 das bürgerliche Palermo. Die Via Libertà zieht als breiter Boulevard nach Norden, mit Geschäften, Cafés und Resten der Liberty-Villen, die Ernesto Basile und seine Zeitgenossen hier bauten – viele davon fielen dem Bauboom der 1950er und 1960er Jahre zum Opfer, den die Stadt Sacco di Palermo nennt und der ganze Straßenzüge kostete. Am Ende dieser Entwicklung liegen die Wohnviertel des Nordens, dahinter der Monte Pellegrino, und hinter dem Berg der Badeort Mondello, elf Kilometer vom Zentrum entfernt und im Sommer der eigentliche Abendtreffpunkt der Palermitaner.

Städtereise & Tagesplan

Palermo in zwei bis drei Tagen erleben

Zwei Tage decken die Altstadt ab, der dritte gehört Monreale und dem Meer – mehr Struktur braucht diese Stadt nicht.

Tag eins gehört dem Cassaro von oben nach unten. Starte zur Öffnungszeit am Palazzo dei Normanni mit der Cappella Palatina, geh dann die zwei Minuten hinüber zu San Giovanni degli Eremiti und weiter bergab zur Cattedrale, wo du zwischen Königsgräbern und Dachrundgang wählst. Zur Mittagszeit biegst du nach Ballarò ab und isst dich durch den Markt – Panelle, eine Arancina, dazu ein Glas vom Fass. Nachmittags weiter zu den Quattro Canti, zur Fontana Pretoria und auf die Piazza Bellini zu Martorana und San Cataldo. Den Abend beginnst du an der Piazza Caracciolo in der Vucciria und lässt ihn in einer Trattoria im Umkreis ausklingen.

Tag zwei zieht nach Osten und Norden. Vormittags in die Kalsa: Palazzo Abatellis mit dem Trionfo della Morte und der Annunciata, danach Piazza Marina mit dem Steri und dem Ficus im Giardino Garibaldi, dann durch die Porta Felice hinaus auf das Foro Italico ans Wasser. Am frühen Nachmittag der Mercato del Capo hinter der Cattedrale, anschließend die Oratorien von Santa Cita und San Lorenzo, für die du zusammen keine zwei Stunden brauchst. Am späten Nachmittag eine Führung durch das Teatro Massimo, abends – wenn es sich einrichten lässt – eine Vorstellung dort oder eine Aufführung der Opera dei Pupi, des sizilianischen Marionettentheaters, das seit 2008 zum immateriellen UNESCO-Kulturerbe zählt.

Tag drei fährt hinaus. Vormittags mit dem Stadtbus ab Piazza Indipendenza die acht Kilometer hinauf nach Monreale zum Dom mit seinen Goldmosaiken und dem Kreuzgang; rechne mit gut drei Stunden inklusive Fahrt und Pause auf der Aussichtsterrasse über der Conca d'Oro. Zurück in der Stadt bleibt der Nachmittag entweder für die Katakomben unter dem Kapuzinerkloster oder – von Mai bis Oktober die bessere Wahl – für Mondello: Bus ab Politeama, ein paar Stunden Wasser, ein Teller Frittiertes am Abend. Wer will, hängt eine Bootstour ins Naturreservat Capo Gallo an, die ab Mondello startet und Badestopps entlang der Steilküste macht.

Für Varianten: Bei nur einem Tag reduzierst du konsequent auf Cappella Palatina, Cattedrale, Quattro Canti, Piazza Bellini und Ballarò – das ist eng, aber machbar. Bei Regen funktionieren Palazzo Abatellis, das Archäologische Museum Salinas, die Oratorien und das Teatro Massimo als Kette ohne lange Wege. Mit Kindern verschiebst du das Gewicht auf Markt, Marionettentheater und Mondello und lässt die Katakomben aus. Und wer vier Tage hat, nimmt Cefalù dazu: rund eine Stunde mit dem Regionalzug ab Palermo Centrale, Normannendom und Sandstrand direkt unter der Altstadt.

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Strand & Küste

Mondello, Monte Pellegrino und die Küste vor Palermo

Palermo ist eine der wenigen Großstädte Italiens, in denen du nach einem Vormittag zwischen Mosaiken mittags im Meer stehen kannst.

Cattedrale di Palermo
Cattedrale di Palermo

Mondello liegt elf Kilometer nördlich zwischen den Kalkkaps Monte Pellegrino und Monte Gallo, und der Bogen aus hellem, flach abfallendem Sand ist der Grund, warum an heißen Wochenenden halb Palermo dorthin fährt. Vor der Küste steht auf Stelzen das Badehaus im Liberty-Stil, das um 1913 für die damalige Sommergesellschaft entstand und heute Restaurant und Wahrzeichen zugleich ist. Ein großer Teil des Strands ist an Lidos verpachtet, die Liegen und Schirme vermieten; dazwischen und an den Rändern gibt es frei zugängliche Abschnitte, die im Juli und August allerdings früh belegt sind. Unter der Woche und außerhalb der Ferienzeit bist du dort weitgehend allein.

Über Mondello erhebt sich der 606 Meter hohe Monte Pellegrino, ein Kalkklotz mit steilen Flanken, den Goethe auf seiner italienischen Reise 1787 als das schönste Vorgebirge der Welt bezeichnete. Auf gut zwei Dritteln der Höhe liegt das Santuario di Santa Rosalia, halb Kirche und halb Höhle, an der Stelle, an der man 1624 die Gebeine der Stadtpatronin fand – die Pest endete kurz darauf, und Palermo hat Rosalia seither nie mehr losgelassen. Am 4. September zieht die traditionelle Fußwallfahrt über die alte Rampe hinauf. Wer das ohne Anlass macht, hat oben einen Blick über die ganze Conca d'Oro, das Becken zwischen Bergen und Meer, in dem die Stadt liegt.

Nordwestlich von Mondello beginnt das Naturreservat Capo Gallo, eine Steilküste mit Macchia, Grotten und klarem Wasser über Felsgrund, die man am besten vom Boot aus sieht. Touren ab Mondello fahren an der Küste entlang, halten zum Schwimmen und Schnorcheln und legen unterwegs eine Pause mit Aperitif ein – ein guter Nachmittag, wenn die Stadt zu heiß geworden ist. Rund um das Kap liegt Sferracavallo, ein Fischerort im Stadtgebiet, der abends von seinen Trattorien lebt; östlich von Mondello reiht sich an der Küste von Addaura Badefelsen an Badefelsen. Für längere Sandstrände fährst du weiter nach Westen Richtung Isola delle Femmine und Capaci.

Saisonal gilt: Das Meer erwärmt sich im Juni auf badetaugliche Werte und bleibt bis in den Oktober angenehm, während im Mai vor allem Hartgesottene hineingehen. Der Hochsommer bringt lange Abende am Wasser, aber auch Verkehr auf der Strecke ins Zentrum – nimm den Bus statt des Mietwagens, Parkplätze sind an Wochenenden ein Ärgernis. Und behalte den Wind im Blick: Bläst der Scirocco aus Süden, wird es in der ganzen Stadt heiß und diesig, das Wasser dagegen bleibt vor Mondello meist ruhig, weil die Bucht nach Norden offen ist.

Ausflüge

Ausflüge ab Palermo nach Monreale, Cefalù und Segesta

Palermo ist der beste Ausgangspunkt für den Westen Siziliens – die lohnendsten Ziele liegen zwischen acht und hundert Kilometern entfernt.

Mercato di Ballarò
Mercato di Ballarò

Monreale ist der Ausflug, den du nicht auslässt. Acht Kilometer südwestlich, oberhalb der Conca d'Oro, ließ Wilhelm II. ab 1174 einen Dom bauen, dessen Innenraum fast vollständig mit Goldmosaiken ausgekleidet ist – über sechstausend Quadratmeter, mit einem Christus Pantokrator in der Apsis, dessen Ausmaße jede Fotografie unterschätzt. Direkt daneben liegt der Kreuzgang des ehemaligen Benediktinerklosters mit 228 paarweise gestellten Säulen, von denen keine zwei gleich verziert sind. Stadtbusse fahren ab Piazza Indipendenza hinauf, mit dem Auto sind es rund zwanzig Minuten Serpentinen. Für Dom, Kreuzgang und einen Blick von der Terrasse planst du einen halben Tag ein; Kreuzgang und Dachaufstieg haben eigene Tickets.

Nach Osten führt die Küstenbahn in rund einer Stunde nach Cefalù, wo ein weiterer Normannendom mit Mosaiken – ebenfalls Teil derselben Welterbestätte – über einer Altstadt aus engen Gassen steht, an die sich direkt ein Sandstrand anschließt. Der Ort ist im Sommer voll, im Frühjahr und Herbst dagegen eine der angenehmsten Tagesfahrten Siziliens, zumal du kein Auto brauchst. Rund fünfzehn Kilometer östlich liegt Bagheria mit der Villa Palagonia, deren Mauern von grotesken Steinfiguren besetzt sind, über die sich schon Goethe wunderte, und darüber die Ausgrabung von Solunto, eine antike Stadt auf einem Bergrücken mit Blick über den Golf.

Nach Westen wird es archäologisch. Bei Segesta, rund achtzig Kilometer entfernt, steht ein dorischer Tempel des 5. Jahrhunderts v. Chr. allein auf einem Hügel zwischen Feldern – nie fertiggestellt, ohne Dach, ohne Cella, und gerade deshalb der eindrücklichste Tempelbau der Insel; oben am Hang liegt zusätzlich ein griechisches Theater mit Fernblick. Weiter westlich folgen Trapani mit seinen Salinen, das Bergstädtchen Erice über der Küste und die Badebuchten von Scopello, dazu das Naturreservat dello Zingaro mit seinem Küstenwanderweg. Diese Strecke ergibt einen langen Tag mit dem Mietwagen oder besser gleich zwei Übernachtungen im Westen.

Zwei kleinere Ziele lohnen ebenfalls. Piana degli Albanesi, rund fünfundzwanzig Kilometer südlich, wurde im 15. Jahrhundert von albanischen Flüchtlingen gegründet, spricht bis heute Arbëresh, feiert im byzantinischen Ritus und ist außerdem für besonders große Cannoli bekannt. Und ab dem Hafen fahren Schiffe zur Vulkaninsel Ustica, einem Meeresschutzgebiet mit Grotten und klarem Wasser, das unter Tauchern einen Namen hat – für einen Tagesausflug ist die Überfahrt knapp, für zwei Nächte lohnt sie. Wer sich mit der jüngeren Geschichte der Insel befassen will, findet an der Autobahn bei Capaci das Mahnmal für das Attentat vom 23. Mai 1992, bei dem Giovanni Falcone getötet wurde – nach ihm und Paolo Borsellino ist der Flughafen der Stadt benannt.

Anreise & Praktisches

Anreise nach Palermo und praktische Tipps für die Stadt

Der Flughafen liegt 35 Kilometer westlich, das Zentrum erkundest du zu Fuß – dazwischen brauchst du genau eine Entscheidung, nämlich die gegen den Mietwagen.

Aus Deutschland fliegst du direkt zum Flughafen Falcone Borsellino bei Punta Raisi, benannt nach den 1992 ermordeten Richtern Giovanni Falcone und Paolo Borsellino. Vom Terminal fährt eine Regionalbahn nach Palermo Centrale und Palermo Notarbartolo; für die Strecke solltest du je nach Verbindung etwa eine knappe Stunde rechnen. Parallel verkehren Flughafenbusse ins Zentrum, die an Politeama und Hauptbahnhof halten und ähnlich lange brauchen. Taxis stehen vor dem Terminal; für die Fahrt in die Innenstadt gelten Festpreise, die aushängen – frag vor dem Einsteigen danach. Prüfe die aktuellen Fahrpläne kurz vorher, gerade bei Ankünften spät am Abend.

Ohne Flugzeug kommst du über das Wasser: Autofähren verbinden Genua, Livorno, Neapel, Salerno und Cagliari mit dem Hafen von Palermo, meist über Nacht mit Kabine. Wer mit der Bahn anreist, erlebt eine Kuriosität – die Züge aus Rom werden in Villa San Giovanni auf die Fähre über die Straße von Messina verladen und rollen auf der Insel weiter. Mit dem eigenen Auto führt der Weg über dieselbe Fährstrecke und dann quer über die Insel; die Autobahn A19 zwischen Catania und Palermo ist mautfrei. Nur: In Palermo selbst willst du das Auto nicht haben. Stell es ins Parkhaus oder gib es erst am Tag der Weiterreise wieder auf.

In der Stadt selbst brauchst du vor allem feste Schuhe. Zwischen Palazzo dei Normanni und Hafen sind es gut zwei Kilometer, Via Maqueda und Teile des Cassaro sind für den Verkehr gesperrt, und alles Wesentliche liegt an dieser Achse. Für Mondello, Monreale, die Zisa und die Katakomben nimmst du die städtischen Busse – Tickets kaufst du vor dem Einsteigen an Kiosken oder Tabaccherie und entwertest sie im Fahrzeug. Der Vorortzug verbindet Hauptbahnhof, Notarbartolo und den Flughafen. Für die Altstadt gilt eine kameraüberwachte Zone mit Verkehrsbeschränkung; jede unerlaubte Durchfahrt wird einzeln als Bußgeld nach Deutschland geschickt, auch Monate später.

Im Alltag sind drei Dinge wichtig. Erstens der Straßenverkehr: Roller und Autos halten an Zebrastreifen nicht selbstverständlich an – geh entschieden, aber mit Blickkontakt, und folge notfalls einfach einer Palermitanerin über die Fahrbahn. Zweitens das Übliche in einer großen Hafenstadt: Taschendiebstahl kommt im Gedränge der Märkte und in vollen Bussen vor, Wertsachen gehören nach vorn, teure Kameras nicht offen um den Hals. Gefährlich ist Palermo für Besucher nicht, unaufmerksam sollte man trotzdem nicht sein. Und drittens der Rhythmus: Zwischen etwa 13 und 16 Uhr schließen viele kleine Läden und Kirchen, dafür geht der Abend lang – plane die Innenbesichtigungen am Vormittag und die Piazze für später.

Mietwagen

Die schönsten Orte liegen abseits von Bahn und Bus — mit dem Mietwagen bist du flexibel.

Stadtviertel

Die Stadtviertel von Palermo – und welches zu dir passt

Albergheria / BallaròAlbergheria / BallaròDas südwestliche Mandamento rund um den ältesten Markt der Stadt: Palazzo dei Normanni mit der Cappella Palatina, San Giovanni degli Eremiti und die Barockkirche Casa Professa liegen im Umkreis weniger Gassen, dazwischen Wäscheleinen, Werkstätten und die lautesten Marktrufe Palermos.Ideal für: Welterbe & Streetfood1 TagIl CapoIl CapoNordwestlich hinter der Cattedrale zieht sich der Mercato del Capo unter Planen von der Porta Carini bis zur Via Sant'Agostino. Die Gassen sind eng, das Publikum lokal, und am östlichen Rand öffnet sich die Piazza Verdi mit dem Teatro Massimo, wo die Altstadt in das Palermo des 19. Jahrhunderts übergeht.Ideal für: Markt & Oper½ TagLa KalsaLa KalsaAb dem 10. Jahrhundert die befestigte Emirsstadt am Hafen, 1943 schwer bombardiert und bis heute das Viertel mit den größten Lücken zwischen den Palästen. Dafür stehen hier die besten Museen der Stadt, dazu Piazza Marina mit dem Steri, die dachlose Spasimo-Kirche und der Weg ans Wasser durch die Porta Felice.Ideal für: Museen & Meernähe1 TagVucciriaVucciriaDer Markt zum Hafen hin ist über Jahrzehnte geschrumpft, die Piazza Caracciolo dafür seit Jahren der Treffpunkt der Stadt: Grillroste auf dem Pflaster, Getränke aus dem Fenster, Betrieb bis in die Nacht. Ein paar Straßen weiter stehen mit Santa Cita und San Lorenzo die stillsten Stuckräume Palermos.Ideal für: Abends ausgehen½ TagPoliteama / Via LibertàPoliteama / Via LibertàAn der Piazza Ruggero Settimo mit dem Teatro Politeama Garibaldi von 1874 beginnt das bürgerliche Palermo. Die Via Libertà zieht als breiter Boulevard nach Norden, mit Geschäften, Cafés und den Resten der Liberty-Villen, die dem Bauboom der Nachkriegsjahrzehnte entgangen sind.Ideal für: Ruhe & Abendlokale½ TagMondelloMondelloElf Kilometer nördlich liegt zwischen Monte Pellegrino und Monte Gallo Palermos Stadtstrand: heller Sand, flaches Wasser und das Badehaus im Liberty-Stil auf Stelzen vor der Küste. Belle-Époque-Villen zwischen Pinien, Lidos mit Liegen und dazwischen frei zugängliche Abschnitte.Ideal für: Badetag & Abendessen am Meer½–1 Tag
Beste Reisezeit & Wetter

Beste Reisezeit für Palermo mit Wetter und Festen im Jahreslauf

Palermo hat einen der mildesten Winter unter Italiens großen Städten und einen Sommer, in dem die Altstadtgassen die Hitze bis in die Nacht speichern.

Das Klima ist ausgeprägt mediterran und wird durch die Lage direkt am Meer gedämpft: Im Januar liegen die Höchstwerte noch bei rund sechzehn Grad, Frost gibt es praktisch nie, dafür fällt zwischen November und Februar der meiste Regen, meist als kräftiger Schauer statt als Landregen. Von Juni bis September bleibt es fast durchgehend trocken, und im Hochsommer stehen dreißig Grad und mehr über der Stadt – spürbar heißer wird es, wenn der Scirocco Wüstenluft von Süden heranträgt und den Himmel diesig färbt. Wichtiger als die reinen Zahlen ist die Kombination aus Hitze und Andrang: Wer im Juli oder August über die Märkte geht und danach in Monreale die Mosaiken anschaut, hat sich den Tag härter gemacht als nötig.

Jan16°9°mild und nass, kaum Besucher
Feb16°9°kühl, Mandelblüte im Umland
Mär18°10°wechselhaft, erste warme Tage
Apr20°12°angenehm, Ostern voll
Mai24°16°warm und trocken, beste Zeit
Jun28°20°Badesaison beginnt in Mondello
Jul31°23°heiß, Festino di Santa Rosalia
Aug31°23°schwül, viele Lokale geschlossen
Sep28°21°warm, Meer auf Höchststand
Okt24°18°goldenes Licht, ruhige Gassen
Nov20°14°regnerisch, günstige Preise
Dez17°11°mild, Krippen und Weihnachtsmärkte

Beste Reisezeit · Balken = Tageshöchstwert

Die beste Reisezeit für Palermo sind April und Mai sowie September und Oktober. Dann liegen die Höchstwerte zwischen 20 und 28 Grad, die Märkte lassen sich ohne Hitzestau begehen, Monreale und die Katakomben sind angenehm zu erreichen, und ab Juni bis in den Oktober ist das Meer vor Mondello warm genug zum Baden. Juli und August funktionieren als Strandreise, nicht als Kulturprogramm – dazu kommt, dass um Ferragosto Mitte August viele Familienbetriebe schließen. Der Winter ist die günstigste und ruhigste Zeit, mit milden sechzehn Grad am Tag, aber der höchsten Regenwahrscheinlichkeit des Jahres.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zu Palermo

Wie viele Tage sollte man für Palermo einplanen?
Zwei volle Tage reichen für die Altstadt zwischen Palazzo dei Normanni, Cattedrale, Quattro Canti, Piazza Bellini und den Märkten. Der dritte Tag gehört Monreale und – je nach Saison – Mondello oder den Katakomben. Mit vier Tagen kommt Cefalù dazu, das der Regionalzug in rund einer Stunde erreicht.
Was sollte man in Palermo auf keinen Fall auslassen?
Die Cappella Palatina im Palazzo dei Normanni mit ihrer Muqarnas-Decke, die Cattedrale mit den Königsgräbern, die Piazza Bellini mit Martorana und San Cataldo sowie einen Vormittag auf dem Ballarò-Markt. Dazu die Serpotta-Oratorien Santa Cita und San Lorenzo, die viele übersehen, und den Dom von Monreale.
Muss man Tickets für die Cappella Palatina vorab buchen?
Ja, das ist die sicherste Variante. Die Kapelle liegt im Palazzo dei Normanni, in dem das sizilianische Regionalparlament tagt, deshalb sind Zeitfenster begrenzt und die Königsappartements nicht an allen Wochentagen zugänglich. Buche online vor und prüfe kurz vor dem Besuch, was an deinem Tag geöffnet ist.
Wie kommt man vom Flughafen Palermo ins Zentrum?
Der Flughafen Falcone Borsellino liegt rund 35 Kilometer westlich bei Punta Raisi. Vom Terminal fährt eine Regionalbahn nach Palermo Centrale und Notarbartolo, parallel dazu verkehren Flughafenbusse über Politeama zum Hauptbahnhof; beides dauert etwa eine knappe Stunde. Taxis fahren zu ausgehängten Festpreisen.
Braucht man in Palermo ein Auto?
Für die Stadt nicht – im Gegenteil. Die Altstadt hat eine kameraüberwachte Verkehrsbeschränkung, Via Maqueda und Teile des Cassaro sind gesperrt, Hotels haben selten Stellplätze, und Bußgelder werden zuverlässig nach Deutschland zugestellt. Nimm den Mietwagen erst am Abreisetag für die Weiterfahrt in den Westen Siziliens.
Wie kommt man von Palermo nach Monreale?
Der Dom liegt acht Kilometer südwestlich oberhalb der Stadt. Stadtbusse fahren ab Piazza Indipendenza direkt am Palazzo dei Normanni hinauf, mit dem Auto sind es rund zwanzig Minuten über Serpentinen. Für Dom, Kreuzgang und die Terrasse mit Blick über die Conca d'Oro solltest du einen halben Tag einplanen.
Wie kommt man nach Mondello an den Strand?
Mondello liegt elf Kilometer nördlich zwischen Monte Pellegrino und Monte Gallo, Stadtbusse fahren vom Politeama aus dorthin. Im Sommer ist der Bus dem Auto klar vorzuziehen, weil Parkplätze an Wochenenden knapp sind. Ein Teil des Strands gehört Lidos mit Liegenvermietung, dazwischen bleiben frei zugängliche Abschnitte.
Was isst man in Palermo typischerweise?
Auf der Straße Panelle und Cazzilli im Sesambrötchen, Arancine – in Palermo weiblich und rund –, Sfincione und über Kohle gegrillte Stigghiola; für Mutige Pani ca' meusa, das Milzbrötchen. Am Tisch Pasta con le sarde mit wildem Fenchel, Sarde a beccafico und Caponata, danach Cannoli, die erst bei der Bestellung gefüllt werden.
In welchem Viertel wohnt man in Palermo am besten?
Rund um Teatro Massimo und Via Maqueda bist du zentral, hast aber abends Betrieb vor der Tür. Die Kalsa ist der ruhigere Teil der Altstadt mit Museen und Meernähe, Politeama und Via Libertà bieten bürgerliche Ruhe und gute Restaurants. Die Vucciria ist die lauteste Adresse, Mondello die Wahl für Badetage.
Ist Palermo sicher für Reisende?
Für Besucher ja, mit den üblichen Vorsichtsmaßnahmen einer großen Hafenstadt. Taschendiebstahl kommt im Gedränge der Märkte und in vollen Bussen vor, Wertsachen gehören nach vorn getragen. Größere Aufmerksamkeit fordert der Straßenverkehr: An Zebrastreifen wird nicht selbstverständlich gehalten, geh entschieden und mit Blickkontakt.
Was kann man in Palermo bei Regen machen?
Einiges, und zwar auf kurzen Wegen. Palazzo Abatellis mit dem Trionfo della Morte, das Archäologische Museum Salinas, die Stuckoratorien Santa Cita und San Lorenzo, eine Führung durch das Teatro Massimo und die Katakomben unter dem Kapuzinerkloster liegen alle im oder am Zentrum und füllen zusammen leicht zwei Tage.
Wann ist die beste Reisezeit für Palermo?
April und Mai sowie September und Oktober, mit Höchstwerten zwischen 20 und 28 Grad und trockenem Wetter. Im Juli und August wird es mit rund 31 Grad heiß, dafür ist das Meer vor Mondello von Juni bis Oktober warm. Der Winter bleibt mit etwa 16 Grad mild, bringt aber die höchste Regenwahrscheinlichkeit des Jahres.
Lohnt sich Palermo mit Kindern?
Ja, wenn du das Programm dosierst. Märkte, das Marionettentheater der Opera dei Pupi, der Ficus im Giardino Garibaldi und ein Nachmittag in Mondello funktionieren gut, ebenso die Bootstour ins Reservat Capo Gallo. Die Katakomben unter dem Kapuzinerkloster lässt du mit jüngeren Kindern besser aus.

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Sehenswürdigkeiten in Palermo – Palatina & Quattro Canti arabisch-normannisches Erbe zwischen Dom und Fontana

Palermos Höhepunkte liegen dicht beieinander – die Cappella Palatina im Palazzo dei Normanni und die Catacombe dei Cappuccini brauchen reservierte Zeitfenster, den Rest erläuft man bequem zu Fuß.

Übernachten

Hotels in Palermo – nah an Teatro Massimo & Kalsa von Palazzi an der Via Libertà bis Mondello

Wer mittendrin sein will, wohnt in La Kalsa oder rund um die Vucciria; ruhiger und eleganter wird es entlang der Via Libertà im Politeama-Viertel, Strandtage gehören nach Mondello.

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Restaurants in Palermo – Ballarò, Vucciria & Streetfood Panelle, Sfincione und Pasta con le sarde

Palermos Street Food isst man stehend an den Ständen von Ballarò und Il Capo – Panelle, Arancine, Sfincione; für ein Abendessen mit Meeresfrüchten lohnt die Gegend um die Vucciria.

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Aktivitäten & Touren in Palermo – Märkte bis Mondello Marktführungen, Katakomben und ein Tag am Meer

Geführte Märkte-Touren, ein Abstecher zum Dom von Monreale und Bootsfahrten ab Mondello erschließen Palermo am besten – vieles lässt sich gut zu Fuß oder per Bus verbinden.

PalermoAn den Quattro Canti riecht es nach frittierten Kichererbsen, und zwei Gassen weiter liegt hinter einer schmucklosen Tür ein Goldmosaik aus dem 12. Jahrhundert – Palermo stellt seine Epochen nicht nebeneinander, es stapelt sie übereinander.

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