Die Cattedrale Maria Santissima Assunta ist das vielleicht eindrücklichste Zeugnis dafür, wie viele Kulturen und Epochen Palermo geformt haben. Errichtet ab 1185 auf den Fundamenten einer früheren Moschee, die ihrerseits aus einer frühchristlichen Basilika hervorgegangen war, wuchs der Bau über mehr als sechs Jahrhunderte. Das Ergebnis ist eine außergewöhnliche Mischung der Stile: normannisch-arabische Außenmauern mit feinem Steinintarsienwerk, gotische Portale, eine katalanisch geprägte Vorhalle und eine klassizistische Kuppel aus dem späten 18. Jahrhundert. Im Inneren wirkt die Kathedrale nach dem barock-klassizistischen Umbau überraschend nüchtern und hell. Den größten kunsthistorischen Schatz bilden die Königsgräber der Normannen und Staufer: Hier ruhen unter mächtigen Porphyrsarkophagen Roger II., Kaiser Heinrich VI., Königin Konstanze und vor allem Kaiser Friedrich II., dessen Grab zu den bedeutendsten Herrschergräbern Europas zählt. Eine Säule im Portikus trägt zudem eine arabische Inschrift mit Versen aus dem Koran – ein stiller Hinweis auf die Vergangenheit des Ortes als Moschee. Wer mag, kann das Dach der Kathedrale besteigen und von dort über die Türme und Dächer der Altstadt bis zum Monte Pellegrino blicken. Auch die Schatzkammer mit der kostbaren Krone der Konstanze von Aragón sowie die Krypta mit antiken Sarkophagen lohnen den Besuch. Als Teil des UNESCO-Welterbes arabisch-normannisches Palermo erzählt die Kathedrale auf einem einzigen Bauwerk die Geschichte einer Stadt, in der Araber, Normannen, Staufer und Spanier ihre Spuren hinterlassen haben.
Die Südfassade mit dem Portikus aus seitlichem Winkel fotografieren.
