Die Via Etnea ist die wichtigste Flaniermeile Catanias und die zentrale Achse, an der sich das Leben der Stadt orientiert. Schnurgerade verläuft sie von der Piazza del Duomo etwa drei Kilometer Richtung Norden – und ihr Name ist Programm: Sie weist direkt auf den Ätna, dessen Gipfel an klaren Tagen am Ende der Straße über den Dächern aufragt. Dieser Blick auf den Vulkan, eingerahmt von den Häuserzeilen, ist eines der charakteristischsten Bilder Catanias und macht den Spaziergang über die Via Etnea zu mehr als einem reinen Einkaufsbummel.
Gesäumt wird die Straße von Boutiquen, Geschäften, Cafés und barocken Palästen, die nach dem Erdbeben von 1693 im sizilianischen Spätbarock entstanden. Damit ist die Via Etnea zugleich Einkaufsstraße und architektonisches Schaufenster der wiederaufgebauten Stadt. Wer ihr von Süden nach Norden folgt, durchquert das gesamte historische Zentrum und passiert dabei zahlreiche der wichtigsten Sehenswürdigkeiten – die Straße fungiert so als roter Faden, an dem sich eine Stadterkundung problemlos aufhängen lässt.
Unterwegs verbindet die Via Etnea mehrere zentrale Plätze und Orte: die Piazza dell'Università mit ihren historischen Gebäuden, die Piazza Stesicoro mit den Resten des römischen Amphitheaters und den Giardino Bellini, den ältesten Stadtpark Catanias. Cafés und Pasticcerie laden zu Pausen ein, etwa für eine Granita oder einen Espresso. Der Bummel ist kostenlos und zu jeder Tageszeit möglich; besonders stimmungsvoll ist er am frühen Abend, wenn die Catanesen zum Spaziergang aufbrechen und die Straße sich mit Leben füllt.