Santa Cruz de Tenerife ist keine glattgebügelte Inselhauptstadt, sondern eine arbeitende Hafenstadt mit Charakter. Containerkräne und Kreuzfahrtschiffe prägen die Skyline ebenso wie das Auditorio de Tenerife, Santiago Calatravas weiße Betonsegel, die sich an der Avenida Marítima in den Himmel recken. Wer von Bord geht, steht mitten im kanarischen Alltagsleben: Boulevard-Cafés, Tabakläden, Marktstände und ein Tempo, das eher zum Verweilen als zum Abhaken einlädt. Das Herz der Altstadt schlägt rund um die Plaza de España mit ihrem runden Wasserbecken und der Plaza de la Candelaria. Von hier führen Fußgängerzonen zum Mercado de Nuestra Señora de África, einer Markthalle im neokolonialen Stil, in der sich Käsestände, Fischtheken, Blumen und Obst aus dem Inselinneren drängen. Ein paar Straßen weiter liegt der Parque García Sanabria, ein üppiger Stadtpark voller Drachenbäume, Bougainvillea und Skulpturen. Berühmt ist Santa Cruz für seinen Karneval, der jedes Jahr im Februar die Stadt in einen Ausnahmezustand versetzt und in seiner Größe und Ausgelassenheit oft mit dem von Rio verglichen wird. Federkostüme, Murgas und nächtliche Umzüge verwandeln die Straßen für Tage in eine Bühne. Gleich hinter der Stadt beginnt eine ganz andere Welt: das Anaga-Gebirge, ein UNESCO-Biosphärenreservat mit nebelfeuchten Lorbeerwäldern, schroffen Bergrücken und versteckten Dörfern. Und nur wenige Kilometer nördlich liegt der Stadtstrand Las Teresitas mit hellem, eigens aus der Sahara herangeschafftem Sand und Palmen – ein bewusster Kontrast zum dunklen Vulkangestein des Restes der Insel. So ist Santa Cruz Ausgangspunkt und Ziel zugleich: städtisch, maritim und von Natur umgeben.





