Murcia Sehenswürdigkeiten – von der Kathedrale bis zum Römertheater
Gegen sechs Uhr abends, wenn das Licht flach über die Plaza Cardenal Belluga fällt, glüht die Barockfassade der Kathedrale wie frisch vergoldet – und die Cafétische davor füllen sich mit dem ersten Feierabend.
Der Startpunkt in der Hauptstadt ist die Kathedrale Santa María an der Plaza Cardenal Belluga: gotischer Kern, eine der prächtigsten Barockfassaden Spaniens und ein Glockenturm, der mit gut 90 Metern zu den höchsten des Landes zählt – über Jahrhunderte in mehreren Stilepochen fertiggebaut. Innen lohnen die Capilla de los Vélez mit ihrem spätgotischen Sterngewölbe und das Museum im Kreuzgang. Danach schlenderst du die Fußgängerachse Trapería hinauf zum Real Casino de Murcia: kein Spielkasino, sondern ein Herrenclub des 19. Jahrhunderts, dessen maurisch inspirierter Eingangspatio, Bibliothek und Ballsaal gegen Eintritt zu besichtigen sind.
Murcias zweites Gesicht zeigt das Museo Salzillo an der Plaza San Agustín: Francisco Salzillo schnitzte im 18. Jahrhundert die Prozessionsfiguren, die bis heute am Karfreitagmorgen durch die Stadt getragen werden – ausdrucksstarke Barockskulpturen, die du hier das ganze Jahr über aus der Nähe siehst. Dazu passt ein Vormittag wie ihn die Murcianer verbringen: Markthalle Verónicas am Fluss Segura, dann über den Paseo del Malecón, den alten Hochwasserdamm, der als Promenade schnurgerade in die Gemüsegärten der Huerta hinausführt. Auf dem Rückweg warten die Tapas-Theken rund um die Plaza de las Flores.
Die spektakulärsten Bauwerke der Region stehen allerdings in Cartagena, eine knappe Stunde südlich: das römische Theater unter der Altstadt, die Modernismo-Fassaden der Calle Mayor und die Festungsanlagen über dem Naturhafen – so viel Stoff, dass die Hafenstadt weiter unten ein eigenes Kapitel bekommt. Rechne für die Doppelstadt-Kombination mindestens zwei volle Tage: einen für Murcias Plätze, Kirchen und Museen, einen für Cartagenas Antike und Hafen. Beide Altstädte sind kompakt und komplett zu Fuß machbar, geparkt wird jeweils in den ausgeschilderten Tiefgaragen am Rand.
Wer weiter ausholt, findet im Hinterland zwei Städte, die kaum ein Ausländer auf der Liste hat: Caravaca de la Cruz im Nordwesten zählt zu den heiligen Städten der katholischen Kirche und feiert alle sieben Jahre ein Jubiläumsjahr rund um die Kreuzreliquie in der Basilika der Vera Cruz. Lorca im Südwesten trägt den Beinamen Barockstadt zu Recht auf seinen Palastfassaden, überragt von der langgestreckten Burg auf dem Stadtberg. Beide erreichst du in rund einer Stunde ab Murcia – ideale Halbtagesausflüge für die Tage, an denen dir die Küste zu voll wird.



























