Die schönsten Sehenswürdigkeiten der Kanaren
Morgens um acht liegt die Straße durch den Teide-Nationalpark noch leer, das Licht steht flach über den Lavafeldern, und die Roques de García werfen lange Schatten auf den Kraterboden.
Die Nummer eins des Archipels ist der Teide-Nationalpark auf Teneriffa: Eine Hochebene auf gut 2.000 Metern, aus der Spaniens höchster Berg noch einmal 1.700 Meter aufsteigt. Die Seilbahn bringt dich auf 3.555 Meter, für die letzten Meter zum Gipfelkrater brauchst du eine kostenlose Genehmigung des Nationalparks, die du online reservierst – in der Saison sind die Kontingente Wochen im Voraus vergeben. Wer keine bekommt, läuft stattdessen den Aussichtsweg zum Mirador de La Fortaleza oder umrundet die Felstürme der Roques de García: gut anderthalb bis zwei Stunden durch erstarrte Lavaströme, ohne Genehmigung und ohne Seilbahnticket.
Auf Lanzarote fährst du durch die Feuerberge von Timanfaya, wo die Ausbrüche von 1730 bis 1736 ein Viertel der Insel unter Lava begruben. Der Zugang ist streng geregelt: Am Islote de Hilario im Parkinneren – dem Kassen- und Parkbereich – startet der Bus über die Ruta de los Volcanes durch eine Landschaft aus rostroten Kratern und schwarzen Aschefeldern, aussteigen ist nicht erlaubt – dafür grillt dort das Restaurant El Diablo sein Fleisch über einem Erdloch, aus dem echte Vulkanhitze steigt. Danach gehören die Manrique-Orte auf deine Liste: die Lavagrotte Jameos del Agua, die Cueva de los Verdes und der Mirador del Río mit Blick auf die Nachbarinsel La Graciosa.
Gran Canaria kontert mit den Dünen von Maspalomas, einem geschützten Wanderdünenfeld direkt am Meer – lauf früh morgens oder zum Sonnenuntergang hinein, wenn der Sand Schattenkanten wirft und die Tagesgäste fehlen, und bleib auf den markierten Zugängen. Im Inselinneren führt ein gut ausgebauter Weg zum Roque Nublo, dem Wahrzeichen-Monolithen auf gut 1.800 Metern; vom nahen Pico de las Nieves siehst du bei klarer Sicht bis zum Teide. Dazu die Altstadt Vegueta in Las Palmas mit Kathedrale und Kolumbus-Haus und das Wallfahrtsdorf Teror mit seinen Holzbalkonen.
Die westlichen Inseln sind Sehenswürdigkeiten in Landschaftsform: Auf La Palma reißt die Caldera de Taburiente einen acht Kilometer weiten Kessel in die Insel, und auf dem Roque de los Muchachos stehen auf 2.426 Metern die Kuppeln eines der wichtigsten Observatorien der Welt – die Straße hinauf ist selbst der Ausflug. La Gomera hütet mit dem Garajonay einen UNESCO-Lorbeerwald, in dem Moos von den Ästen hängt und Nebel durch die Stämme zieht, dazu die Pfeifsprache Silbo Gomero, die in Restaurants wie im Schulunterricht weiterlebt. El Hierro schließlich ist der stille Endpunkt: Wacholderbäume, die der Wind zu Boden gebogen hat, und das Taucherdorf La Restinga.



































