Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten auf La Gomera
Fast alles Sehenswerte liegt an zwei Bergstraßen, die sich im Hochland treffen – der Rest beginnt dort, wo du das Auto stehen lässt.
Der Nationalpark Garajonay im Inselzentrum ist der Grund, warum La Gomera seit 1986 auf der UNESCO-Welterbeliste steht. Auf rund 4.000 Hektar wächst hier ein Lorbeerwald, wie er vor den Eiszeiten weite Teile des Mittelmeerraums bedeckte und heute nur noch auf wenigen Atlantikinseln überlebt hat. Der höchste Punkt der Insel liegt mittendrin: Der Alto de Garajonay misst 1.487 Meter, und vom Parkplatz Pajarito an der Passstraße steigst du in gut einer halben Stunde hinauf. Oben stehen Reste vorspanischer Kultstätten, und wenn der Passat das Wolkenmeer unter dir hält, ragen aus ihm der Teide auf Teneriffa sowie die Silhouetten von La Palma und El Hierro heraus. Genauso oft steckst du allerdings selbst im Nebel – beides gehört dazu.
Das Wahrzeichen der Insel steht ein Stück östlich davon an der Straße. Der Roque de Agando ist ein Vulkanschlot, dessen Gipfel 1.251 Meter über dem Meer liegt und der als Nadel rund 180 Meter frei über seine Umgebung aufragt: Das weichere Gestein ringsum wurde über Jahrmillionen abgetragen, stehen blieb nur die harte Füllung des alten Schlots; daneben schieben sich weitere Roques aus dem Waldrand. Vom Aussichtspunkt an der Straße bekommst du das komplette Motiv, ein Aufstieg ist nicht vorgesehen. Zwei weitere Miradores lohnen den Umweg: der von César Manrique gestaltete Mirador del Palmarejo hoch über dem Valle Gran Rey, an dem Bau und Landschaft ineinander übergehen, und der Mirador de Abrante über Agulo, wo ein gläserner Steg über die Felskante hinausragt und dir bei klarer Luft Dorf, Meer und Teide übereinander vor die Füße legt.
In San Sebastián de La Gomera steckt die Geschichte der Insel auf wenigen hundert Metern. Der Torre del Conde wurde Mitte des 15. Jahrhunderts als Wehrturm errichtet und gilt als ältestes erhaltenes Bauwerk der Kanaren; er steht heute frei in einem Park zwischen Hafen und Altstadt. Ein paar Schritte weiter erzählt die Casa de Colón vom Aufenthalt des Christoph Kolumbus, der 1492 in San Sebastián Wasser und Proviant fasste, bevor er nach Westen aufbrach – daher der Beiname Isla Colombina. Zur selben Erzählung gehören der alte Ziehbrunnen im Innenhof des Zollhauses und die Iglesia de la Asunción an der Hauptstraße. Für die Runde reicht ein Vormittag, und sie passt gut in die Wartezeit vor der Rückfähre.
Der Rest der Höhepunkte verlangt entweder Schuhe oder ein Boot. El Chorro del Cedro stürzt unterhalb des Weilers El Cedro über eine Felsstufe in die Schlucht Richtung Hermigua und ist nur zu Fuß erreichbar; die klassische Runde vom Hochland über El Cedro zum Wasserfall und weiter hinunter nach Hermigua ist ein durchgehender Abstieg und gehört zu den bekanntesten Touren der Insel. Die Chorros de Epina im Hochland über Vallehermoso sind sieben schmale Quellausläufe im Wald, um die sich Geschichten über Liebe und Glück ranken. Und Los Órganos, eine Wand aus senkrechten Basaltsäulen an der Nordküste, die tatsächlich wie Orgelpfeifen aussieht, bekommst du ausschließlich vom Meer aus zu sehen – Ausflugsboote starten im Hafen Vueltas im Valle Gran Rey, und bei unruhiger See fallen die Fahrten aus.








































