Stadt · Spanien

La Gomera

Knapp eine Fährstunde hinter Teneriffa liegt eine fast kreisrunde Insel, in deren Mitte ein Wald steht, der seit Jahrmillionen vom Nebel lebt.

6 Stadtviertel10 Sehenswürdigkeiten6 Hotels
Überblick

Deine La Gomera-Reise auf einen Blick

Beste Reisezeit
La Gomera ist ganzjährig mild und eignet sich besonders zum Wandern. Frühjahr und Herbst sind ideal: angenehme Temperaturen, gute Fernsicht und überschaubarer Andrang. Im Winter ist es mild, in den Höhen des Garajonay aber kühl und neblig. Der Sommer ist trockener und wärmer, an der Küste sonnig, während sich im Bergwald oft der Passatwind-Nebel hält.
Über La Gomera

Reisen nach La Gomera

La Gomera ist die zweitkleinste der sieben Hauptinseln der Kanaren, und an ihrer Küste steht kein Ort, der nach Hotelburg aussieht – das größte Haus der Insel ist eine Bungalowanlage in Gärten hoch über Playa de Santiago. Rund 370 Quadratkilometer, keine 25 Kilometer Durchmesser, und trotzdem brauchst du für die Fahrt von San Sebastián nach Valle Gran Rey gut eine Stunde, weil sich die Straßen um jede Schlucht herumwinden. Im Zentrum liegt der Nationalpark Garajonay, seit 1986 UNESCO-Weltnaturerbe, ein nebelfeuchter Lorbeerwald aus der Zeit vor den Eiszeiten, den der Passat das ganze Jahr über tränkt. Von dort ziehen tiefe Barrancos wie Speichen zur Küste hinunter, an ihren Enden liegen schwarze Lavastrände. Der Norden mit Hermigua, Agulo und Vallehermoso ist grün, terrassiert und oft bewölkt, der Süden um Playa de Santiago trocken und verlässlich sonnig, das Valle Gran Rey im Westen seit den 1970er-Jahren die Adresse für alle, die länger bleiben als geplant. Dazu kommt der Silbo Gomero, die gepfiffene Sprache, mit der sich die Inselbewohner über die Täler hinweg verständigten und die heute zum immateriellen UNESCO-Kulturerbe gehört.

La Gomera – Karte
Reiseführer

La Gomera von A bis Z

Aktualisiert August 2026

Die Fähre aus Los Cristianos braucht knapp eine Stunde, und in dieser Stunde ändert sich der Maßstab. Vor dir wächst eine fast kreisrunde Insel aus dem Atlantik, keine 25 Kilometer im Durchmesser, in die tiefe Schluchten wie Speichen vom Hochland bis zur Küste geschnitten sind. Oben in der Mitte steht ein Wald, den der Passat feucht hält, unten enden die Täler in schwarzem Sand. Dazwischen liegen sechs Orte, ein Wegenetz aus der Zeit vor den Straßen und eine Sprache, die gepfiffen statt gesprochen wird. La Gomera ist keine Insel für zwei Wochen Liegestuhl – sie ist für alle, die vormittags Höhenmeter machen und nachmittags allein am Wasser sitzen wollen.

Sehenswürdigkeiten

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten auf La Gomera

Fast alles Sehenswerte liegt an zwei Bergstraßen, die sich im Hochland treffen – der Rest beginnt dort, wo du das Auto stehen lässt.

Der Nationalpark Garajonay im Inselzentrum ist der Grund, warum La Gomera seit 1986 auf der UNESCO-Welterbeliste steht. Auf rund 4.000 Hektar wächst hier ein Lorbeerwald, wie er vor den Eiszeiten weite Teile des Mittelmeerraums bedeckte und heute nur noch auf wenigen Atlantikinseln überlebt hat. Der höchste Punkt der Insel liegt mittendrin: Der Alto de Garajonay misst 1.487 Meter, und vom Parkplatz Pajarito an der Passstraße steigst du in gut einer halben Stunde hinauf. Oben stehen Reste vorspanischer Kultstätten, und wenn der Passat das Wolkenmeer unter dir hält, ragen aus ihm der Teide auf Teneriffa sowie die Silhouetten von La Palma und El Hierro heraus. Genauso oft steckst du allerdings selbst im Nebel – beides gehört dazu.

Das Wahrzeichen der Insel steht ein Stück östlich davon an der Straße. Der Roque de Agando ist ein Vulkanschlot, dessen Gipfel 1.251 Meter über dem Meer liegt und der als Nadel rund 180 Meter frei über seine Umgebung aufragt: Das weichere Gestein ringsum wurde über Jahrmillionen abgetragen, stehen blieb nur die harte Füllung des alten Schlots; daneben schieben sich weitere Roques aus dem Waldrand. Vom Aussichtspunkt an der Straße bekommst du das komplette Motiv, ein Aufstieg ist nicht vorgesehen. Zwei weitere Miradores lohnen den Umweg: der von César Manrique gestaltete Mirador del Palmarejo hoch über dem Valle Gran Rey, an dem Bau und Landschaft ineinander übergehen, und der Mirador de Abrante über Agulo, wo ein gläserner Steg über die Felskante hinausragt und dir bei klarer Luft Dorf, Meer und Teide übereinander vor die Füße legt.

In San Sebastián de La Gomera steckt die Geschichte der Insel auf wenigen hundert Metern. Der Torre del Conde wurde Mitte des 15. Jahrhunderts als Wehrturm errichtet und gilt als ältestes erhaltenes Bauwerk der Kanaren; er steht heute frei in einem Park zwischen Hafen und Altstadt. Ein paar Schritte weiter erzählt die Casa de Colón vom Aufenthalt des Christoph Kolumbus, der 1492 in San Sebastián Wasser und Proviant fasste, bevor er nach Westen aufbrach – daher der Beiname Isla Colombina. Zur selben Erzählung gehören der alte Ziehbrunnen im Innenhof des Zollhauses und die Iglesia de la Asunción an der Hauptstraße. Für die Runde reicht ein Vormittag, und sie passt gut in die Wartezeit vor der Rückfähre.

Der Rest der Höhepunkte verlangt entweder Schuhe oder ein Boot. El Chorro del Cedro stürzt unterhalb des Weilers El Cedro über eine Felsstufe in die Schlucht Richtung Hermigua und ist nur zu Fuß erreichbar; die klassische Runde vom Hochland über El Cedro zum Wasserfall und weiter hinunter nach Hermigua ist ein durchgehender Abstieg und gehört zu den bekanntesten Touren der Insel. Die Chorros de Epina im Hochland über Vallehermoso sind sieben schmale Quellausläufe im Wald, um die sich Geschichten über Liebe und Glück ranken. Und Los Órganos, eine Wand aus senkrechten Basaltsäulen an der Nordküste, die tatsächlich wie Orgelpfeifen aussieht, bekommst du ausschließlich vom Meer aus zu sehen – Ausflugsboote starten im Hafen Vueltas im Valle Gran Rey, und bei unruhiger See fallen die Fahrten aus.

Sehenswürdigkeiten in La Gomera

Alle 10 Sehenswürdigkeiten
Nationalpark Garajonay

Der Nationalpark Garajonay und sein Lorbeerwald

Dieser Wald lebt weniger vom Regen als vom Nebel, den der Passat gegen die Hänge drückt und den die Blätter aus der Luft kämmen.

Nationalpark Garajonay
Nationalpark Garajonay

Laurisilva heißt der Vegetationstyp, Lorbeerwald auf Deutsch, und er ist ein lebendes Fossil. Vor Millionen von Jahren zog sich dieser immergrüne Feuchtwald über weite Teile Südeuropas und Nordafrikas; die Eiszeiten haben ihn dort ausgelöscht, auf den Kanaren, Madeira und den Azoren überlebte er in der Höhenlage, in der die Passatwolken hängen bleiben. Auf La Gomera ist der Bestand besonders groß und geschlossen, weil das Inselzentrum als flaches Hochplateau genau in diese Wolkenschicht ragt. Was du dort siehst, sind knorrige, moosbehangene Stämme, Baumheide, Farne bis in Kniehöhe und ein Licht, das selbst mittags gedämpft bleibt. Der Boden bleibt feucht, auch wenn seit Wochen kein Tropfen gefallen ist.

Das liegt am sogenannten horizontalen Niederschlag. Die Blätter der Lorbeerbäume fangen Nebeltröpfchen ab, die zu größeren Tropfen zusammenlaufen und am Stamm hinunter in den Boden sickern – ein Vorgang, der übers Jahr mehr Wasser in den Untergrund bringt als der eigentliche Regen. Aus diesem Speicher werden bis heute die Quellen und die alten Bewässerungskanäle der Täler gespeist, weshalb Hermigua und das Valle Gran Rey überhaupt Bananen anbauen konnten. Wie verletzlich das System ist, zeigte der Großbrand im August 2012, der einen erheblichen Teil der Parkfläche erfasste. Der Lorbeerwald treibt aus dem Stock wieder aus, an manchen Hängen sieht man den Unterschied zwischen altem Bestand und Nachwuchs noch heute.

Für den Besuch brauchst du keine Anmeldung und kein Ticket, der Park ist frei zugänglich. Die beste erste Anlaufstelle ist das Besucherzentrum Juego de Bolas im Norden bei Las Rosas mit Ausstellung, Garten der Inselpflanzen und aktuellen Wegeinformationen. Im Park selbst ist die Laguna Grande der bekannteste Ausgangspunkt, ein Rastplatz mitten im Wald, von dem mehrere Rundwege abzweigen. Die klassische Tour führt vom Parkplatz an der Passstraße hinauf zum Alto de Garajonay, die zweite Klassikerin durch die Schlucht El Cedro zum Wasserfall. Beide sind ausgeschildert, aber im Nebel wird aus einem übersehenen Abzweig schnell ein langer Umweg.

Zwei Dinge unterschätzen Erstbesucher regelmäßig. Erstens die Temperatur: Auf 1.300 Metern ist es bei feuchtem Passat auch im Sommer empfindlich kühl, und wer im T-Shirt vom Strand hochfährt, friert nach zwanzig Minuten. Eine winddichte Jacke gehört ganzjährig in den Rucksack. Zweitens die Sicht: Wolkenlage und Tageszeit entscheiden darüber, ob du vom Gipfel bis El Hierro schaust oder fünfzig Meter weit. Am klarsten ist die Sicht meist am frühen Morgen; im Lauf des Tages baut der Passat die Wolkenschicht auf, nachmittags steckt der Gipfel oft im Nebel – deshalb starten Einheimische früh. Und weil die Straßen im Park kurvig und schmal sind, plane für die Anfahrt aus dem Valle Gran Rey oder aus Playa de Santiago jeweils rund eine Stunde ein.

Wandern & Touren

Wandern auf La Gomera zwischen Schlucht und Nebelwald

Das Wegenetz stammt aus der Zeit, als es auf der Insel keine Straßen gab – und führt deshalb genau dorthin, wo heute kein Auto hinkommt.

Keine Kanareninsel hat auf so kleiner Fläche ein so dichtes Netz alter Verbindungswege – deshalb steht La Gomera bei Wanderern gleichauf mit La Palma, und das hat einen einfachen geografischen Grund. Bis weit ins 20. Jahrhundert waren die Täler untereinander kaum über Straßen verbunden; wer von Hermigua nach Agulo wollte, ging über den Kamm. Diese gepflasterten Verbindungswege, Caminos Reales genannt, sind erhalten geblieben und heute markiert. Dadurch bekommst du auf kleinstem Raum eine ungewöhnliche Bandbreite: Innerhalb einer einzigen Tour wechselst du von Bananenterrassen am Meer über kahle Kammrücken mit Kandelaberwolfsmilch in den moosgrünen Nebelwald und wieder hinunter. Der Rundweg um die Insel lässt sich in Etappen laufen, die meisten Gäste kombinieren aber lieber Tagestouren von einem festen Standort aus.

Drei Touren stehen fast auf jeder Liste. Der Aufstieg zum Alto de Garajonay ist der kürzeste Klassiker und mit gut einer halben Stunde ab der Passstraße auch für ungeübte Beine machbar. Die Wanderung durch die Schlucht El Cedro in den Lorbeerwald ist die stimmungsvollste, mit dem Wasserfall Chorro del Cedro als Ziel und, je nach Variante, einem langen Abstieg nach Hermigua. Und im Westen führen die Wege vom Valle Gran Rey durch das Barranco de Argaga oder hinauf nach El Guro und Chele in eine trockene, felsige Welt, die mit dem Nebelwald nichts gemein hat. Wer nur einmal groß wandern will, nimmt El Cedro – wer Aussicht will, den Kamm.

Anspruchsvoll wird es weniger durch technische Passagen als durch Höhenmeter und Hitze. Ein Abstieg von 1.000 Metern zurück ans Meer klingt bequem, geht aber auf die Knie, und in den Barrancos des Südens staut sich mittags die Wärme. Nimm mehr Wasser mit, als dir vernünftig erscheint, plane Rückwege im Hellen, und rechne damit, dass an ausgesetzten Stellen kein Geländer steht. Feste Schuhe mit Profil sind Pflicht, weil das alte Pflaster bei Feuchtigkeit rutschig wird. Handyempfang gibt es in den Tälern nicht durchgehend, weshalb du deine Route offline speichern solltest.

Ein Punkt, der die Planung erleichtert: Viele der schönsten Wege sind Strecken, keine Runden. Für die Rückkehr brauchst du entweder ein zweites Auto, ein Taxi oder den Linienbus, der die Hauptorte verbindet, allerdings nur mit wenigen Kursen pro Tag – Fahrpläne also vorher prüfen, gerade an Sonn- und Feiertagen. Wer sich das sparen will, bucht eine geführte Tour; deutschsprachige Wanderführer sind auf La Gomera seit Jahrzehnten etabliert, und im Winterhalbjahr laufen wöchentliche Programme mit Transfer. Für die Selbstplaner gilt der schlichteste Tipp der Insel: erst die Wolkenlage anschauen, dann entscheiden, ob es hoch oder ans Wasser geht.

Aktivitäten & Touren in La Gomera

Alle 7 Aktivitäten
Strände & Küste

Strände auf La Gomera und wo du sicher badest

Der Sand ist dunkel, die Buchten sind klein, und der Atlantik meint es an den offenen Abschnitten ernst.

Valle Gran Rey
Valle Gran Rey

Wer weiße Karibikstrände erwartet, ist auf der falschen Insel. Die Küste von La Gomera besteht aus Steilabbrüchen, in die sich am Ausgang jedes Barrancos eine Bucht mit dunklem Lavasand oder Kiesel schiebt. Genau das macht den Reiz aus: Statt einer durchgehenden Strandpromenade findest du einzelne, überschaubare Abschnitte, die selbst in der Hochsaison nicht überlaufen sind. Die größte Auswahl liegt im Valle Gran Rey, wo sich die Playa de la Calera, die ruhigere Playa de Vueltas am Hafen und die Promenade von La Puntilla auf wenige Kilometer verteilen. Wasserqualität und Klarheit sind fast überall gut, Schatten dagegen ist knapp.

Die entspannteste Adresse für Familien ist der Charco del Conde im Valle Gran Rey, eine flache, von Lavariffen abgeschirmte Lagune, in der das Wasser kaum Wellen abbekommt und sich in der Sonne schneller aufwärmt als draußen. Direkt daneben liegt mit dem Restaurante El Charcón ein Strandlokal, das den halben Tag am Wasser erst rund macht. Deutlich anders ist die Lage an der offenen Playa del Inglés etwas weiter nördlich: lange dunkle Sandfläche, viel Platz, oft kräftige Brandung. Zum Schwimmen ist dieser Strand nicht geeignet – er ist unbewacht, der Sog gilt als der gefährlichste der Insel, und es kommt dort immer wieder zu tödlichen Unfällen. Zum Sitzen, Laufen und Zuschauen ist die Bucht großartig; zum Baden fährst du an den Charco del Conde oder an die geschützte Playa de Vueltas am Hafen.

Im Süden ist das Wasser eine Spur wärmer und die Sonnenwahrscheinlichkeit am höchsten. Playa de Santiago hat einen Kiesstrand direkt am Ort, dazu kleinere Buchten in der Nachbarschaft, die sich zu Fuß oder per Boot erreichen lassen; vor dieser Küste liegt auch das Tauchrevier der Insel, weil die See hier am ruhigsten ist. Im Norden dagegen ist Baden eher Ausnahme als Regel. Der Strand von Hermigua gilt wegen Strömung und Brandung als gefährlich, was vor Ort auch ausgeschildert ist. Das alte Meerwasserbecken unten an der Küste ist keine Alternative: Es wird nicht mehr unterhalten, der Zuweg ist wegen Steinschlaggefahr gesperrt, und bei Wellengang schlägt die See über die Beckenkante. Wer im Norden wohnt und schwimmen möchte, fährt dafür an den Charco del Conde im Valle Gran Rey oder in den Süden nach Playa de Santiago.

Vom Wasser aus zeigt die Insel ihre beste Seite, und dafür gibt es zwei Gründe zum Ablegen. Der eine ist Los Órganos, die Basaltsäulenwand an der Nordküste, die nur vom Boot aus sichtbar ist; Ausflugsfahrten starten im Hafen Vueltas und dauern einen halben Tag. Der andere sind Wale und Delfine: In der Meerenge zwischen La Gomera und Teneriffa leben ganzjährig Grindwale und Große Tümmler, und die Sichtungsquote gehört zu den höchsten in Europa. Achte bei der Buchung auf Anbieter, die sich an die Abstandsregeln halten. Wer selbst paddeln will, findet an der Westküste Kajaktouren zu Steilküsten und Buchten, die vom Land aus unerreichbar bleiben.

Orte auf der Insel

Die Orte auf La Gomera von San Sebastián bis Valle Gran Rey

Sechs Gemeinden teilen sich die Insel, und zwischen zweien von ihnen kann eine Stunde Serpentine liegen, obwohl kaum 20 Kilometer Luftlinie dazwischenpassen.

San Sebastián de La Gomera
San Sebastián de La Gomera

San Sebastián de La Gomera ist das Tor zur Insel. Hier legen die Fähren aus Teneriffa an, hier liegen die meisten Behörden, das Krankenhaus und die größte Auswahl an Läden, und hier begann 1492 ein Stück Weltgeschichte. Die Hauptstadt ist klein, in einer knappen Stunde hast du Torre del Conde, Casa de Colón, Kirche und Hafenpromenade gesehen. Als Standquartier eignet sie sich für alle, die ohne Mietwagen anreisen und die Busse nutzen wollen, oder für kurze Aufenthalte mit früher Rückfahrt. Wer badet, findet den Ortsstrand direkt an der Bucht; wer Ruhe und Aussicht sucht, wohnt oben am Hang, wo der Parador de La Gomera über der Stadt sitzt.

Im Norden liegen die drei Gemeinden dicht beieinander, praktisch getrennt sind sie trotzdem. Hermigua ist der größte Ort der Nordküste, aber keiner mit Zentrum: Die Häuser ziehen sich über mehrere Kilometer an der Talstraße entlang, vom oberen Ortsteil bis hinunter zur Mündung, und für Einkauf oder Restaurant nimmst du auch innerhalb des Orts eher das Auto. Agulo dahinter ist die flächenkleinste der sechs Gemeinden und das Gegenteil: ein kompakter Kern knapp über dem Meer, in dem du alles in zehn Minuten abgelaufen hast. Vallehermoso, flächenmäßig die größte Gemeinde, liegt selbst nicht am Wasser, sondern ein paar Kilometer landeinwärts im Tal unter dem Roque Cano; zum schwarzen Strand an der Mündung führt eine eigene Stichstraße. Supermarkt, Bäcker und Apotheke findest du in Hermigua, Vallehermoso und im Valle Gran Rey, in den Weilern am Hang oft nur noch eine Bar.

Im Westen liegt das Valle Gran Rey, für viele der eigentliche Grund der Reise – und der einzige Ort der Insel, an dem abends noch etwas los ist. Für die Standortwahl zählt hier weniger die Hotelkategorie als die Höhenlage: Oben am Hang wohnst du ruhiger, hast den Blick und die Wanderwege vor der Tür, brauchst aber für jeden Strandgang Auto oder Taxi; unten an Promenade und Hafen läufst du zu Supermarkt, Restaurants, Tauchbasis und den Schaltern der Bootsanbieter. Die Szene aus Fischerei, Bananenwirtschaft und seit den 1970er-Jahren Zugezogenen mischt sich vor allem unten. Wer eine Woche bleibt und nur einmal umziehen will, macht das Tal zur Basis – die Fahrt nach San Sebastián dauert allerdings gut eine Stunde, und in den Nationalpark ist es kaum kürzer.

Bleibt der Süden: Playa de Santiago, größter Ort der Gemeinde Alajeró und die Wetterversicherung der Insel. Das Dorf Alajeró selbst, das der Gemeinde den Namen gibt, sitzt oben auf der trockenen Hochebene, in der Nähe des kleinen Inselflughafens. Unten am Wasser hat sich der frühere Fischer- und Bananenhafen zu einem ruhigen Ferienziel entwickelt: weniger Auswahl als im Valle Gran Rey, dafür Sonne, wenn im Norden die Wolken hängen, warmes Wasser und ein geschütztes Tauchrevier. Wer badeorientiert reist, Kinder dabei hat oder im Winter auf Sonnenstunden angewiesen ist, fährt hier besser als im Norden. Wer wandern will, verliert dafür bei jeder Fahrt in den Park eine gute Stunde. Und weil die Linienbusse sternförmig ab San Sebastián fahren, ist der direkte Weg von Süd nach West mit dem Bus kein Selbstläufer – zwischen den Talenden hilft nur der Umweg über die Hauptstadt oder das eigene Auto.

Route & Mietwagen

Mit dem Mietwagen über La Gomera in einer Woche

Die Insel misst kaum 25 Kilometer im Durchmesser, aber die Fahrzeiten rechnest du besser in Stunden als in Kilometern.

Es gibt im Wesentlichen zwei Hauptstraßen, und beide gehen von San Sebastián aus. Die eine führt nach Norden über Hermigua, Agulo und Vallehermoso, die andere nach Süden Richtung Alajeró und Playa de Santiago; verbunden werden sie über die Passstraße durchs Hochland am Nationalpark vorbei. Alles andere sind Stichstraßen in die Täler. Weil jede Route um die Barrancos herumführt, liegen zwischen zwei Punkten, die auf der Karte nebeneinander aussehen, gern vierzig Kurvenminuten. Für San Sebastián nach Valle Gran Rey rechnest du gut eine Stunde, für Vallehermoso nach Playa de Santiago ähnlich. Der Asphalt ist überwiegend gut, die Fahrbahnen sind aber schmal, und Gegenverkehr in engen Kurven ist Normalzustand.

Eine Woche lässt sich sauber aufteilen. Tag eins ab der Fähre für San Sebastián und die Fahrt zur Unterkunft, Tag zwei für den Nationalpark mit Alto de Garajonay und Laguna Grande, Tag drei für den Norden mit Hermigua, dem Besucherzentrum Juego de Bolas, Agulo und dem Mirador de Abrante. Tag vier gehört dem Valle Gran Rey mit Mirador del Palmarejo und Strandnachmittag, Tag fünf einer längeren Wanderung durch El Cedro, Tag sechs dem Boot nach Los Órganos oder der Wal- und Delfintour ab Vueltas. Der siebte Tag bleibt Puffer für Wetter, für den Süden um Playa de Santiago oder schlicht für einen zweiten Anlauf auf den Gipfel, falls die Wolken beim ersten Versuch dichtgehalten haben.

Zum Mietwagen selbst: Buchen lohnt sich früh, weil der Fuhrpark auf der Insel begrenzt ist und in der Hochsaison im Winter tatsächlich ausgeht. Du kannst einen Wagen in San Sebastián am Fährhafen übernehmen, was der bequemste Weg ist, oder dein eigenes Fahrzeug beziehungsweise einen auf Teneriffa gemieteten Wagen auf die Fähre mitnehmen – Letzteres musst du beim Vermieter allerdings vorher freigeben lassen, viele Verträge schließen Inselwechsel aus. Tankstellen gibt es nur in den größeren Orten und nicht rund um die Uhr, deshalb füllst du auf, wenn du an einer vorbeikommst, statt zu warten, bis die Anzeige es verlangt.

Zwei Fahrhinweise für alle, die zum ersten Mal hier fahren. Erstens sind die Kurven häufig einsehbar, aber eng, und Linienbusse sowie Baufahrzeuge nutzen die volle Breite – lieber früh anhalten als in der Kurve zurücksetzen. Zweitens ist die Straße bei Nebel im Hochland ein anderes Thema als bei Sonne unten am Meer, mit Sichtweiten von wenigen Metern und feuchtem Belag. Plane Bergfahrten deshalb tagsüber und nicht als Rückweg nach dem Abendessen. Wer sich das Fahren nicht antun will, kommt mit den Linienbussen zwischen den Hauptorten zurecht, muss sich aber nach wenigen Kursen pro Tag richten und die Wanderplanung daran ausrichten.

zoomen mit KlickSehenswürdigkeitenErlebnisse
Übernachten

Hotels auf La Gomera und die passende Basis für deinen Urlaub

Große Resorts gibt es hier fast keine, dafür Apartments, Landhäuser und ein Hotel, das über der Hauptstadt in einem Herrenhausgarten sitzt.

Die Standortfrage entscheidet den Urlaub stärker als die Kategorie. Im Valle Gran Rey findest du die größte Auswahl und die kürzesten Wege zu Strand, Restaurants und Bootstouren; das Hotel Gran Rey liegt in erster Reihe an der Promenade von La Puntilla mit Pools, Dachterrasse und Meerblick, die Apartamentos Laurisilva by Checkin bieten die günstigere Selbstversorgervariante mit Pool wenige Gehminuten von Hafen und Lavastrand. Wer eher wandert als badet, sollte wissen, dass jede Fahrt in den Nationalpark von hier aus rund eine Stunde kostet – dafür hast du abends die lebendigste Ecke der Insel vor der Tür.

In San Sebastián wohnst du am dichtesten am Fährhafen, was bei kurzen Aufenthalten und bei Anreise ohne Auto der praktischste Ansatz ist. Der Parador de La Gomera thront als staatliches Hotel im Stil eines kanarischen Herrenhauses auf der Klippe über der Stadt, mit dunklem Holz, Innenhöfen, Garten und weitem Blick über die Bucht bis zum Teide; das ist die stimmungsvollste Adresse der Insel und eine der wenigen, die man auch ohne Übernachtung zum Essen ansteuert. Deutlich schlichter und günstiger liegt das familiengeführte Hotel Villa Gomera mitten im Ort, fußläufig zu Hafen, Altstadt und Strand.

Der Süden ist die Wahl für Sonnensicherheit und Badeurlaub. Über Playa de Santiago erstreckt sich das Hotel Jardín Tecina als weitläufige Bungalowanlage auf der Klippe, mit großen Gärten, mehreren Pools, Spa und einem eigenen Golfplatz in der Nähe – das größte Haus der Insel und trotzdem eher Gartenanlage als Betonblock. Wer lieber direkt unten am Wasser wohnt und selbst kocht, findet mit den Apartamentos Tapahuga eine strandnahe Alternative mit Pool und Meerblick. Beide profitieren davon, dass hier auch dann die Sonne scheint, wenn im Norden der Passat die Wolken staut.

Bleiben die Alternativen abseits der Hotelkategorien. Auf La Gomera gibt es eine ungewöhnlich lebendige Landschaft aus Casas Rurales und Ferienwohnungen, oft restaurierte Steinhäuser in Hermigua, Vallehermoso oder in den Weilern am Hang, teils in deutscher Hand und seit Jahrzehnten an Stammgäste vermietet. Wer drei Wochen bleibt oder zu viert reist, fährt damit meist besser als mit einem Hotelzimmer. Zwei Hinweise zur Buchung: Die Hauptsaison liegt hier im Winterhalbjahr, wenn Mitteleuropa Sonne sucht, und rund um Weihnachten sowie Ostern sind gute Häuser lange im Voraus belegt. Und je höher du wohnst, desto häufiger sitzt du abends über und nicht unter den Wolken.

Hotels in La Gomera

Alle 6 Hotels

Ferienhäuser & Villen mit Pool

Die beliebteste Wahl in der Region — privates Ferienhaus oder Villa mit Pool, oft mitten in den Weinbergen.

Agriturismi & Weingüter

Urlaub auf dem Land: übernachten auf einem Weingut oder Bauernhof, mit Wein und Öl aus eigener Ernte.

Essen & Trinken

Essen und Trinken auf La Gomera von Almogrote bis Palmhonig

Die Inselküche ist bäuerlich, salzig und süß zugleich – und zwei ihrer Spezialitäten bekommst du auf den Nachbarinseln so kaum.

Der Almogrote ist die Signatur der Insel, eine kräftige Paste aus lange gereiftem gomerischem Ziegenkäse, Paprika, Knoblauch und Olivenöl, die zu frischem Brot gereicht wird und in fast jeder Tasca auf dem Tisch steht. Die zweite Eigenheit ist die Miel de Palma, ein dunkler Sirup aus dem Saft der Kanarischen Dattelpalme, der eingekocht wie flüssiger Karamell schmeckt und sowohl über Käse als auch über Nachtisch wandert – geerntet wird er fast ausschließlich in der Gemeinde Vallehermoso, rund um Alojera, Epina und Tazo, von Guaraperos, die dafür in die Palmenkronen steigen und den Saft anzapfen. Dazu die kanarischen Standards: Papas arrugadas mit rotem und grünem Mojo, Gofio, Potaje de Berros mit Brunnenkresse und fangfrischer Fisch, meist schlicht gegrillt.

Im Valle Gran Rey liegt die größte Auswahl, und sie deckt beide Enden ab. Das Restaurante El Charcón sitzt direkt am Charco del Conde und macht Fisch und kanarisch-mediterrane Küche mit dem Wasser vor der Nase; das Restaurante Colorado an der Playa de la Calera setzt auf eine kreativere Karte und eine große Terrasse. Im Hafenviertel Vueltas kocht das Restaurante Tuyo Inselprodukte mit asiatisch-mediterraner Handschrift und gilt als die Feinschmeckeradresse des Tals. Wer es traditioneller mag, fährt hinauf ins Bergdorf La Calera zum Restaurante Casa María, wo es ehrliche Inselküche und einen weiten Blick über das Tal zum Meer gibt.

Im Norden isst du dichter an der Landwirtschaft. Das Restaurante Los Telares in Hermigua gehört zum ethnografischen Park und bezieht einen Teil der Zutaten von der eigenen Bio-Farm, was man an Gemüse und Ziegenkäse merkt. Ein paar Kurven weiter ist das Restaurante Las Chácaras bei Einheimischen für seinen Almogrote und bodenständige Gerichte bekannt. In Agulo führt die Tasca Las Cruces die kleine, urige Variante mit sorgfältig gekochter gomerischer Küche, und im Ortskern von Vallehermoso steht mit der Tasca Restaurante El Carraca eine mehrfach ausgezeichnete Adresse, die neben Klassikern auch überzeugende vegane Teller auf die Karte nimmt.

In San Sebastián lohnt vor allem der Weg hinauf zum Restaurant im Parador de La Gomera, wo kanarische Inselküche in einem historischen Speisesaal mit Blick in den Garten serviert wird – der beste Rahmen der Insel für einen letzten Abend vor der Rückfähre. Drei praktische Hinweise für alle Orte: Gegessen wird auf den Kanaren später als in Deutschland, vor 20 Uhr sind viele Küchen erst am Aufwärmen. Außerhalb der Hauptorte haben Lokale oft feste Ruhetage, und in der Nebensaison schließen einzelne Häuser ganz. Und in kleinen Tascas ist Bargeld nach wie vor die sicherere Zahlungsart, gerade in den Bergdörfern.

Restaurants in La Gomera

Alle 9 Restaurants
Anreise & vor Ort

Anreise nach La Gomera mit Fähre und Flug

Es gibt keinen Direktflug aus Deutschland, und genau das hält die Insel so leer, wie sie ist.

Der Standardweg führt über Teneriffa. Du fliegst nach Teneriffa Süd, fährst rund 20 Minuten zum Hafen von Los Cristianos und setzt von dort mit der Fähre nach San Sebastián de La Gomera über. Zwei Reedereien bedienen die Strecke, mit dem Schnellkatamaran dauert die Überfahrt etwa 50 Minuten, mit dem größeren konventionellen Schiff eine gute Stunde. Beide nehmen Fahrzeuge mit. In der Hochsaison, an Wochenenden und um Feiertage herum solltest du die Überfahrt im Voraus buchen, gerade mit Auto. Und plane den Puffer großzügig: Bei starkem Seegang können Abfahrten gestrichen werden, was mehrmals im Winter vorkommt.

Die Alternative ist der kleine Inselflughafen auf der Hochebene über Playa de Santiago, der ausschließlich im Regionalverkehr angeflogen wird, vor allem von Teneriffa Nord. Das ist praktisch für alle, die ohnehin im Süden wohnen, kostet aber den Umweg vom Ankunftsflughafen Teneriffa Süd quer über die Nachbarinsel und ist bei Anschlussverspätungen unflexibler als die Fähre. Von San Sebastián aus gibt es außerdem Fährverbindungen weiter zu den westlichen Nachbarinseln, sodass sich La Gomera gut mit La Palma oder El Hierro zu einer Inselkombination verbinden lässt. Fahrpläne ändern sich saisonal, prüfe sie kurz vor der Reise.

Vor Ort ist der Mietwagen die bequemste Lösung, aber keine Pflicht. Die Linienbusse der Insel verbinden San Sebastián mit Valle Gran Rey, Vallehermoso und Playa de Santiago und nehmen unterwegs die Bergdörfer mit; die Fahrten sind günstig und landschaftlich beeindruckend, fahren aber nur wenige Male am Tag und an Sonn- und Feiertagen noch seltener. Für Wanderer ist das trotzdem oft die eleganteste Variante, weil sich Streckentouren so ohne zweites Auto planen lassen. Taxis gibt es in allen Hauptorten, für längere Strecken vereinbarst du den Preis besser vorher.

Zwei Details, die den Anreisetag entspannter machen. Erstens: Der Hafen von Los Cristianos ist eng und die Zufahrt vor den Abfahrten voll – sei mit Auto rechtzeitig da, zu Fuß reicht deutlich weniger Vorlauf. Zweitens: Wenn du am Ankunftstag noch quer über die Insel willst, rechne ab Fähre je nach Ziel mit bis zu einer Stunde Bergstraße, und die fährt sich im Dunkeln unangenehmer als bei Tageslicht. Wer spät landet, übernachtet die erste Nacht besser in San Sebastián und fährt am nächsten Morgen weiter. Die Insel läuft ohnehin in einem Tempo, das sich mit Hetze schlecht verträgt.

Mietwagen

Die schönsten Orte liegen abseits von Bahn und Bus — mit dem Mietwagen bist du flexibel.

Kultur & Silbo Gomero

Silbo Gomero und das Leben auf den Terrassen

Wenn ein Tal 500 Meter tief ist und der Nachbar auf der anderen Seite steht, dann ruft man nicht – man pfeift.

Der Silbo Gomero ist keine Geheimsprache und kein Signalcode, sondern eine gepfiffene Form des Spanischen. Vokale und Konsonanten werden auf Tonhöhen und Tonübergänge übertragen, sodass sich ganze Sätze übermitteln lassen; über die Schluchten hinweg trägt ein Pfiff mehrere Kilometer weit und ersetzte damit Wege, die zu Fuß Stunden gedauert hätten. Mit dem Straßenbau und dem Telefon geriet die Praxis fast außer Gebrauch, bevor sie auf der Insel zum Unterrichtsfach gemacht wurde und die UNESCO sie 2009 in die Liste des immateriellen Kulturerbes aufnahm. Heute lernen gomerische Schulkinder den Silbo wieder, und die Zahl der Pfeifenden wächst.

Hören kannst du ihn am ehesten dort, wo er bewusst vorgeführt wird. Vorführungen gehören zum Programm vieler Inselrundfahrten und finden regelmäßig in Restaurants und Kultureinrichtungen statt; auch im Besucherzentrum des Nationalparks wird der Silbo erklärt. Der Effekt ist bemerkenswert unspektakulär und genau deshalb überzeugend: Zwei Menschen stehen auf zwanzig Meter Abstand, einer pfeift eine Frage, der andere antwortet, und was wie Vogelgezwitscher klingt, ist ein vollständiger Satz. Frag im Zweifel in deiner Unterkunft nach aktuellen Terminen, das Angebot wechselt saisonal.

Die zweite kulturelle Schicht liegt in der Landschaft selbst. Die Terrassen, die sich in Hermigua und im Valle Gran Rey über hunderte Höhenmeter stapeln, sind über Generationen aus Trockenmauern gebaut worden, dazu ein System aus Kanälen, das Quellwasser aus dem Lorbeerwald bis zu den Bananenfeldern führt. Viele dieser Flächen liegen heute brach, weil sich der Anbau nicht mehr rechnet, aber die Struktur prägt jedes Panorama. Zur selben Wirtschaft gehört der Palmhonig: Das Anzapfen der Palmen ist ein eigenes Handwerk mit festen Regeln, das in den Familien weitergegeben wird und heute nur noch von wenigen ausgeübt wird.

Historisch ist La Gomera vor allem als letzter Halt vor der Neuen Welt bekannt, doch die interessantere Geschichte liegt davor. Die Ureinwohner, die Gomeros, lebten in Höhlen und auf den Hochflächen und leisteten dem kastilischen Zugriff lange Widerstand; 1488 endete ein Aufstand mit der Tötung des Inselherrn Hernán Peraza, woraufhin sich seine Witwe Beatriz de Bobadilla im Torre del Conde verschanzte. Vier Jahre später brach von genau diesem Hafen Kolumbus nach Westen auf. Wer diese Spuren sehen will, kombiniert San Sebastián mit den Fundstätten am Alto de Garajonay – und mit der Bajada de la Virgen de Guadalupe, dem größten Fest der Insel, das nur alle fünf Jahre stattfindet.

Stadtviertel

Die Stadtviertel von La Gomera – und welches zu dir passt

San Sebastián de La GomeraSan Sebastián de La GomeraDie kleine Hauptstadt ist das Tor zur Insel: Hier legen die Fähren aus Teneriffa an, hier stehen der Torre del Conde aus dem 15. Jahrhundert und die Casa de Colón, und hier fasste Kolumbus 1492 Wasser für die Fahrt nach Westen. Oben auf der Klippe sitzt der Parador über der Bucht.Ideal für: Ankunft & Geschichte½–1 TagValle Gran ReyValle Gran ReyDas lebendigste Tal der Insel und für die meisten Gäste das Standquartier: Zwischen La Calera am Hang, der Promenade von La Puntilla und dem Fischerhafen Vueltas liegen die meisten Unterkünfte, Restaurants, Tauch- und Bootsanbieter – dazu die Lagune Charco del Conde zum Baden.Ideal für: Standquartier & Strand3–5 TageHermiguaHermiguaEin langes grünes Tal, das vom Rand des Nationalparks bis ans Meer zieht, gesäumt von Bananenterrassen und alten Wassermühlen. Der ethnografische Park Los Telares zeigt Handwerk und Inselküche, und von hier starten die Wanderungen durch die Schlucht El Cedro in den Lorbeerwald.Ideal für: Wandern & Nordküste1–2 TageAguloAguloDie flächenkleinste der sechs Gemeinden und der kompakteste Ortskern der Insel: enge Kopfsteingassen, weiße Häuser, eine kuppelgekrönte Kirche, alles in zehn Minuten zu Fuß. Vom gläsernen Aussichtssteg des Mirador de Abrante schaust du fast senkrecht auf die Dächer und hinüber zum Teide.Ideal für: Aussicht & Ortsbummel½ TagVallehermosoVallehermosoDie flächengrößte Gemeinde der Insel breitet sich im rauen Norden unter dem Vulkanschlot Roque Cano aus, dünn besiedelt und ursprünglich geblieben. Von hier sind es die kürzesten Wege in den nordwestlichen Nationalpark und zu den Chorros de Epina; vor der Nordküste fällt Los Órganos ins Meer ab – zu sehen allerdings nur vom Boot.Ideal für: Ruhe & Nationalpark1–2 TagePlaya de SantiagoPlaya de SantiagoDer größte Ort der Gemeinde Alajeró und die Sonnenseite der Insel: Kiesstrand, Hafenpromenade und das große Klippenresort darüber, dazu das geschützte Tauchrevier des Südens und der kleine Inselflughafen oben auf der Hochebene. Ruhig, badeorientiert, im Winter die sicherste Karte fürs Wetter.Ideal für: Sonne & Baden2–4 Tage
Beste Reisezeit & Wetter

Beste Reisezeit für La Gomera mit Wetter und Wanderwochen

Auf La Gomera entscheidet weniger der Monat als die Höhenlage – unten kann Sommer sein, während oben der Passat den Wald in Nebel packt.

Das Klima ist subtropisch und über das Jahr erstaunlich ausgeglichen: Zwischen dem kühlsten und dem wärmsten Monat liegen an der Küste nur rund sieben Grad. Entscheidender als die Jahreszeit ist die Lage. Der Norden mit Hermigua, Agulo und Vallehermoso bekommt den Passat und damit Wolken und Feuchtigkeit ab, der Süden um Playa de Santiago bleibt trocken und sonnig, und im Hochland ist es ganzjährig deutlich kühler als am Wasser. Regen fällt fast ausschließlich zwischen November und März, meist als kurze Schauer. Hauptsaison ist auf La Gomera das Winterhalbjahr, wenn Wanderer aus Mitteleuropa kommen.

Jan21°15°mild, im Norden Schauer
Feb21°15°grün, Mandelblüte im Hochland
Mär22°16°wechselhaft, mögliche Calima
Apr22°16°trocken, beste Wandertage
Mai23°17°stabil, klare Sicht vom Kamm
Jun25°19°warm, viel Passatwind
Jul27°20°heiß in den Schluchten
Aug28°21°wärmster Monat, spanische Ferien
Sep27°21°warmes Meer, ruhiger
Okt26°20°warm und trocken, top zum Wandern
Nov24°18°erste Regenfronten im Norden
Dez22°16°mild, Hochsaison über Weihnachten

Beste Reisezeit · Balken = Tageshöchstwert

Die beste Reisezeit für La Gomera sind April, Mai und Oktober. Dann liegen die Höchstwerte zwischen 22 und 26 Grad, die Wege sind trocken, die Luft ist klar genug für die Fernsicht vom Alto de Garajonay, und weder Hitze in den Barrancos noch Regenfronten im Norden stören die Planung. Juli und August sind zum Baden gut, zum Wandern in den tiefen Schluchten aber zu warm. Januar bis März bringen mildes Wetter und die grünste Landschaft des Jahres, dafür im Norden mehr Wolken und Schauer – wer dann kommt, wohnt besser im sonnigen Süden.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zu La Gomera

Wie viele Tage sollte man für La Gomera einplanen?
Fünf bis sieben Tage sind das richtige Maß, eine Woche ist ideal. Damit bekommst du den Nationalpark, den grünen Norden, das Valle Gran Rey, eine längere Wanderung und eine Bootstour unter, ohne jeden Tag Serpentinen zu fahren. Bei drei bis vier Tagen konzentrierst du dich besser auf eine Inselhälfte. Wer wandert, plant eher zehn bis vierzehn Tage, weil die Touren Ruhetage brauchen.
Wie kommt man nach La Gomera?
In aller Regel über Teneriffa. Vom Flughafen Teneriffa Süd sind es rund 20 Minuten zum Fährhafen Los Cristianos, von dort setzen zwei Reedereien nach San Sebastián über – mit dem Schnellkatamaran etwa 50 Minuten, mit dem konventionellen Schiff eine gute Stunde, jeweils auch mit Auto. Buche in der Hochsaison vorab und rechne bei starkem Seegang mit Ausfällen.
Braucht man auf La Gomera einen Mietwagen?
Nicht zwingend, aber er macht vieles leichter. Die Linienbusse verbinden San Sebastián mit Valle Gran Rey, Vallehermoso und Playa de Santiago, fahren jedoch nur wenige Male täglich und an Sonn- und Feiertagen noch seltener. Wanderer kommen damit gut zurecht, weil sich Streckentouren so ohne zweites Auto planen lassen. Wer flexibel sein will, mietet vor Ort und bucht früh.
Lohnt sich La Gomera als Tagesausflug ab Teneriffa?
Als erster Eindruck ja, als Ersatz für einen Aufenthalt nein. In einem Tag schaffst du San Sebastián und mit Tour oder Mietwagen einen Abstecher ins Hochland oder ins Valle Gran Rey – mit viel Fahrzeit und knappem Zeitfenster bis zur Rückfähre. Das Beste der Insel, frühe Wanderstunden und leere Abende, bekommst du nur, wenn du übernachtest.
Wie anspruchsvoll ist das Wandern auf La Gomera?
Technisch selten schwierig, konditionell oft fordernd. Weil die Täler tief eingeschnitten sind, kommen auf kurzen Strecken schnell 800 bis 1.000 Höhenmeter zusammen, und in den Barrancos des Südens staut sich mittags die Hitze. Feste Schuhe mit Profil sind Pflicht, weil das alte Pflaster bei Feuchtigkeit rutscht. Nimm reichlich Wasser mit und speichere die Route offline.
Was muss man im Garajonay-Nationalpark beachten?
Der Park ist frei zugänglich, du brauchst weder Ticket noch Anmeldung. Wichtiger ist die Ausrüstung: Auf über 1.200 Metern ist es bei feuchtem Passat auch im Sommer kühl, eine winddichte Jacke gehört ganzjährig in den Rucksack. Bleib auf den markierten Wegen, im Nebel wird ein übersehener Abzweig schnell zum Umweg. Erste Anlaufstelle ist das Besucherzentrum Juego de Bolas.
Wo kann man auf La Gomera gut baden?
Am entspanntesten am Charco del Conde im Valle Gran Rey, einer flachen, von Lavariffen geschützten Lagune, die auch für Kinder passt. Dazu die Playa de Vueltas am Hafen und der Kiesstrand von Playa de Santiago im Süden. Nicht geschwommen wird an der offenen Playa del Inglés – sie ist unbewacht und hat den gefährlichsten Sog der Insel. Auch der Strand von Hermigua gilt als gefährlich und ist entsprechend ausgeschildert; das alte Meerwasserbecken dort wird nicht mehr unterhalten.
Wo ist es auf La Gomera am sonnigsten?
Im Süden rund um Playa de Santiago und Alajeró. Der Passat drückt die Wolken gegen die Nordflanke der Insel, sodass Hermigua, Agulo und Vallehermoso deutlich häufiger bedeckt sind, während der Süden trocken und sonnig bleibt. Wer im Winterhalbjahr auf Sonnenstunden angewiesen ist oder badeorientiert reist, wohnt dort richtig.
Was ist der Silbo Gomero und wo kann man ihn hören?
Eine gepfiffene Form des Spanischen, mit der sich die Inselbewohner über die tiefen Täler hinweg verständigten und die seit 2009 zum immateriellen UNESCO-Kulturerbe zählt. Sie wird heute wieder an den Schulen der Insel unterrichtet. Zu hören ist sie bei Vorführungen, die zu vielen Inselrundfahrten gehören und regelmäßig in Restaurants und Kultureinrichtungen stattfinden.
Welcher Ort eignet sich am besten als Standquartier?
Das Valle Gran Rey, wenn du die größte Auswahl an Unterkünften, Restaurants und Bootstouren willst. Playa de Santiago, wenn Sonne und Baden im Vordergrund stehen. San Sebastián, wenn du ohne Auto anreist oder nur kurz bleibst. Für Wanderer im Nationalpark sind Hermigua und Vallehermoso die kürzesten Wege ins Hochland.
Kann man Los Órganos ohne Boot sehen?
Nein. Die Basaltsäulenwand fällt an der Nordküste senkrecht ins Meer und ist vom Land aus nicht einsehbar. Ausflugsboote starten im Hafen Vueltas im Valle Gran Rey, die Fahrt dauert einen halben Tag und wird bei unruhiger See abgesagt. Viele Anbieter kombinieren sie mit einem Badestopp in einer Bucht.
Was sollte man auf La Gomera unbedingt probieren?
Almogrote, die kräftige Paste aus gereiftem gomerischem Ziegenkäse mit Paprika, Knoblauch und Öl, dazu frisches Brot. Und Miel de Palma, den dunklen Sirup aus dem Saft der Kanarischen Dattelpalme, der über Käse und Nachtisch wandert. Beides bekommst du auf den Nachbarinseln so kaum. Dazu Papas arrugadas mit Mojo, Gofio und gegrillten Fisch des Tages.
Wann ist die beste Reisezeit für La Gomera?
April, Mai und Oktober, mit Höchstwerten zwischen 22 und 26 Grad, trockenen Wegen und klarer Fernsicht vom Kamm. Juli und August sind zum Baden gut, zum Wandern in den Schluchten aber zu heiß. Januar bis März bringen mildes Wetter und die grünste Landschaft, im Norden dafür mehr Wolken – dann wohnst du besser im sonnigen Süden.

Entdecken

Sehenswürdigkeiten in La Gomera die großen Höhepunkte und die stillen Entdeckungen

Übernachten

Hotels in La Gomera zum Ankommen und Wohlfühlen

Alle · 6HotelsBoutiqueDesignLuxus

Genießen

Restaurants in La Gomera wo die Stadt am besten schmeckt

Erleben

Aktivitäten & Touren in La Gomera Erlebnisse, die in Erinnerung bleiben

La GomeraKnapp eine Fährstunde hinter Teneriffa liegt eine fast kreisrunde Insel, in deren Mitte ein Wald steht, der seit Jahrmillionen vom Nebel lebt.

Der Reisebrief

Ein Ziel, ein Preisfund, ein Plan — mehr nicht.

Einmal im Monat: wohin es sich gerade lohnt — mit geprüftem Preis und fertigem Plan.

Kostenlos & jederzeit abbestellbar — Anmeldung mit Bestätigungs-Mail.

Reise buchen

Deine La Gomera-Reise buchen

Ferienhäuser & Villen mit Pool

Die beliebteste Wahl in der Region — privates Ferienhaus oder Villa mit Pool, oft mitten in den Weinbergen.

Hotels

Vom Boutique-Hotel in der Altstadt bis zum Landhaus im Grünen.

Hotels ansehen6 in La Gomera

Touren & Tickets

Museen, Wahrzeichen und Weinproben — Tickets und geführte Touren, oft ohne Anstehen.

Touren & Tickets7 in La Gomera

Anzeige · Buchung über Partner. Preise & Verfügbarkeit beim Anbieter. Warum wir empfehlen, was wir empfehlen

Keine Lust zu suchen? Sag uns Budget und Reisezeit — wir stellen dir La Gomera zusammen.

Persönliches Angebot anfragen →
Reiseplaner

Deine perfekte Reise – in Minuten geplant.

Sag uns, wohin und wie lange – der travelperfect Reiseplaner stellt dir Route, Highlights und Programm passend zusammen.

Reise planen
  • KI-Copilot
  • Route
  • Highlights
  • Crew
  • Budget
Reise buchen