
◆ STADT · GALICIEN
A Coruña liegt auf einer schmalen Landzunge, die wie ein Finger in den Atlantik weist, und kehrt der See nirgends den Rücken zu. Über der Stadt wacht der Torre de Hércules, der einzige römische Leuchtturm der Welt, der nach fast zweitausend Jahren noch immer in Betrieb ist. Darunter wölben sich die gläsernen Galerien der Avenida de la Marina wie eine Wand aus weißem Licht über dem Hafen – sie haben dieser galicischen Hafenstadt den Beinamen "Ciudad de Cristal" eingetragen. Zwischen Surf-Wellen am Stadtstrand Riazor, dampfendem Pulpo in den Tabernen der Calle de la Estrella und dem Salz, das in den Gassen der Cidade Vella hängt, ist A Coruña eine Stadt, die man riecht, schmeckt und hört, bevor man sie versteht.

Wer von der Avenida de la Marina zum Hafen blickt, versteht den Beinamen sofort. Hunderte verglaste Erker – die galerías acristaladas – reihen sich zu einer einzigen, schimmernden Fassade, einer der größten Ansammlungen verglaster Holzbauten der Welt. Ihren Ursprung haben sie in den Häusern der Fischer: Das Glas fängt das spärliche atlantische Licht ein, bildet eine Wärmekammer gegen den ewigen Wind und schützt das Holz vor dem salzigen Regen. Gebaut wurden die ersten Galerien zwischen 1869 und 1884, viele nach Entwürfen des Baumeisters Gabriel Vitini Alonso. An grauen Tagen wirken sie wie Perlmutt, in der Abendsonne wie flüssiges Gold.
Hinter dieser Fassade liegt die Cidade Vella, der mittelalterliche Kern auf der Halbinsel, mit der romanischen Kirche Santiago und stillen Plätzen aus Granit. Daneben breitet sich die Pescadería aus, das alte Fischerviertel auf der Landenge, heute das pulsierende Herz für Tapas und Nachtleben. In einer Wohnung in der Calle Payo Gómez 14 verbrachte ein Junge namens Pablo Ruiz Picasso vier prägende Jahre seiner Kindheit, von 1891 bis 1895 – hier malte er seine ersten ernsthaften Ölbilder. Die Casa Museo Picasso bewahrt die Atmosphäre jener Jahre.
Und über allem thront der Torre de Hércules, seit 2009 UNESCO-Welterbe und der älteste noch funktionierende Leuchtturm der Antike. 242 Stufen führen hinauf zu einem Rundblick, bei dem sich an klaren Abenden die Sonne langsam in den Atlantik senkt. Rundherum verläuft der Paseo Marítimo, eine kilometerlange Promenade entlang der Klippen und Stadtstrände – die längste ihrer Art in Europa und der beste Ort, um zu begreifen, dass A Coruña und das Meer ein und dasselbe sind.
01 · Auf einen Blick
· Stadtviertel






· Sehenswürdigkeiten
· Entdecken & Buchen
02 · Was tun
Wahrzeichen & Küste
Start an den gläsernen Galerien der Avenida de la Marina, weiter über die Plaza de María Pita mit ihrem Rathaus, durch die Granitgassen der Cidade Vella zur romanischen Santiago-Kirche – und schließlich am Paseo Marítimo entlang bis zum Torre de Hércules. Wer den Aufstieg über 242 Stufen wagt, wird mit dem weitesten Atlantikblick der Stadt belohnt.
Genuss & Tapas
Eine Runde durch das Tabernen-Geflecht der Pescadería: Calle de la Estrella, Calle de los Olmos und Calle de la Franja. Hier kommt Pulpo a la gallega mit Paprika und Olivenöl auf den Holzteller, dazu galicische Empanada, frische Muscheln und ein kühler Albariño aus den Rías. Am Abend füllen sich die Gassen mit Familien und Freunden.
Strand & Surf
Riazor und Orzán liegen Wand an Wand mit dem Zentrum und fangen echten Atlantikswell – ungewöhnlich wild für Stadtstrände. Morgens gehören sie den Surfern, nachmittags den Sonnenanbetern. Weiter draußen lockt der grüne Hügel Monte de San Pedro mit Panoramaaufzug, und das Aquarium Finisterrae zeigt die Tiefsee Galiciens.
03 · Wann
Der Atlantik hält die Temperaturen das ganze Jahr mild – nie sehr heiß, selten sehr kalt, aber immer feucht. Die Sommer sind kühl und sonnig, die Winter regnerisch und stürmisch. Wer Strand, Feste und langes Tageslicht sucht, kommt zwischen Juni und September.
04 · Häufige Fragen
Vor allem für den Torre de Hércules, den einzigen noch in Betrieb befindlichen römischen Leuchtturm der Welt und seit 2009 UNESCO-Welterbe. Berühmt ist die Stadt außerdem für ihre gläsernen Galerien (die galerías acristaladas), die ihr den Beinamen 'Ciudad de Cristal' (Stadt aus Glas) eingebracht haben, sowie für ihre Stadtstrände Riazor und Orzán und die galicische Meeresfrüchteküche.
Der Flughafen A Coruña-Alvedro (LCG) liegt nur etwa 15 Minuten vom Zentrum entfernt, ein Stadtbus verbindet ihn günstig mit der Innenstadt. Mit dem Hochgeschwindigkeitszug AVE erreicht man den Bahnhof A Coruña-San Cristóbal aus Madrid in rund 3,5 Stunden. Santiago de Compostela ist per Bus oder Auto in etwa einer Stunde erreichbar.
Die beste Reisezeit liegt zwischen Juni und September, den trockensten und sonnigsten Monaten in Galicien. Der Juli und August bringen das beste Strandwetter und die großen Feste, während der September mit warmem Meer und weniger Andrang oft als schönster Monat gilt. Dank des Atlantiks bleibt das Klima ganzjährig mild.
Ja. Die Stadtstrände Riazor und Orzán liegen direkt im Zentrum und fangen echten Atlantikswell – ungewöhnlich wild für urbane Strände. Morgens sind sie ein beliebter Surfspot, nachmittags gehören sie den Badegästen. Auch San Amaro und As Lapas in der Nähe des Leuchtturms laden zum Schwimmen ein.
Das emblematische Gericht ist Pulpo a la gallega – Oktopus mit grobem Salz, Olivenöl und Paprikapulver, oft auf einem Holzteller serviert. Dazu gehören die galicische Empanada, frische Muscheln und Meeresfrüchte sowie ein kühler Albariño-Weißwein. Das dichteste Tapas-Viertel findet man in der Pescadería rund um die Calle de la Estrella und die Calle de los Olmos.
Pablo Picasso verbrachte vier prägende Kindheitsjahre in A Coruña, von 1891 bis 1895, als seine Familie aus Málaga hierherzog. Sie wohnte in der Calle Payo Gómez 14, wo der junge Künstler seine ersten ernsthaften Öl- und Kohlezeichnungen schuf. Die heutige Casa Museo Picasso bewahrt die Wohnung im Stil der Zeit und gilt als 'kreatives Erwachen' des Malers.
05 · In der Nähe
Sagen Sie uns, worauf Sie Lust haben — wir planen Ihre Tage in A Coruna.
Karte