Die schönsten Sehenswürdigkeiten in Kantabrien
Kantabriens große Nummern liegen erstaunlich dicht beieinander – zwischen Santander und Comillas passt der komplette Pflichtteil in einen Küstenstreifen von 50 Kilometern.
Der berühmteste Ort der Region liegt unter der Erde: In der Höhle von Altamira bei Santillana del Mar malten und ritzten Menschen über rund 20.000 Jahre hinweg – die ältesten Zeichen sind bis zu 36.000 Jahre alt, die berühmten Bisons der Deckengalerie entstanden vor etwa 15.000 Jahren. Sie sind so plastisch, dass die Forschung die Bilder nach ihrer Entdeckung 1879 zunächst für eine Fälschung hielt. Das Original ist zum Schutz der Malereien praktisch geschlossen, aber die Neocueva im Museum von Altamira ist eine millimetergenaue Nachbildung des bemalten Saals, inklusive der Unebenheiten im Fels, die die Maler in ihre Tiere einbauten. Plane anderthalb bis zwei Stunden ein und lies dich vorher kurz ein – dann siehst du keine Kopie, sondern begreifst, warum man Altamira die Sixtinische Kapelle der Steinzeit nennt.
Gleich nebenan wartet Santillana del Mar, ein komplett erhaltenes mittelalterliches Ensemble aus Steinpalästen, Wappenfassaden und Kopfsteinpflaster, dazu die romanische Stiftskirche Santa Juliana mit einem der schönsten Kreuzgänge Nordspaniens. Eine Viertelstunde weiter westlich steht in Comillas Gaudís El Capricho, die verspielte Sommervilla mit Sonnenblumenkacheln – der einzige Gaudí außerhalb Kataloniens und Kastiliens. Und in Santander selbst gehören die Halbinsel La Magdalena mit ihrem Königspalast und Renzo Pianos Centro Botín über dem Hafenbecken auf die Liste; das Kunstzentrum hat der Stadt seit 2017 eine neue Uferpromenade beschert.
Unter der Erde geht es weiter: Die Höhle El Soplao im Westen der Region gilt unter Geologen als eine der schönsten Schauhöhlen Europas – nicht wegen Malereien, sondern wegen ihrer exzentrischen Stalaktiten, die wie weiße Korallen in alle Richtungen wachsen, der Schwerkraft zum Trotz. Die Besichtigung läuft geführt und mit Zeitfenstern; in den Sommerferien sind die Nachmittagstermine schnell weg, also buch online vor. Wer die Dosis Steinzeit noch erhöhen will: Auch die Höhlen von Monte Castillo bei Puente Viesgo mit ihren Handabdrücken und Tierzeichnungen gehören zum UNESCO-Welterbe – und dort besichtigst du die Originale.
Dazwischen lohnen die kleinen Ziele: San Vicente de la Barquera mit der langen Steinbrücke Puente de la Maza und ihren 28 Bögen, dem Burghügel und dem Postkartenblick auf die Picos de Europa hinter dem Fischerhafen; das Bergdorf Bárcena Mayor im Saja-Tal, wo sich zweistöckige Steinhäuser mit Holzgalerien um eine einzige Gasse drängen; und Santoña mit seinen Sardellen-Manufakturen, in denen die berühmtesten Anchoas Spaniens von Hand filetiert werden. Keiner dieser Orte kostet dich mehr als einen halben Tag – genau das macht Kantabrien so bequem: kurze Wege, dichte Taktung, wenig Fahrzeit.

























