Toledo Sehenswürdigkeiten und die Höhepunkte der Region
Morgens um neun, bevor die Tagesbusse aus Madrid eintreffen, hallt in Toledos Kathedrale noch jeder Schritt – zwei Stunden später schiebst du dich durch die Gassen.
Toledo verlangt einen vollen Tag, besser anderthalb. Der Anker ist die Kathedrale Santa María, eine der großen gotischen Kirchen Europas, gebaut ab 1226 auf den Fundamenten der Hauptmoschee: Innen führt der Rundgang am Transparente vorbei, einem barocken Altar, den ein eigens in die Decke geschnittenes Lichtloch von hinten anstrahlt, und in die Sakristei, die mit El Greco, Tizian und Goya wie eine kleine Gemäldegalerie gehängt ist. Komm zur Öffnung um 10 Uhr oder am späten Nachmittag – dazwischen gehört das Kirchenschiff den Gruppen.
Der Rest der Altstadt erzählt die Geschichte der drei Kulturen in Stein: die Sinagoga del Tránsito mit ihrem Stuckdekor und dem Sefardischen Museum, die weiß getünchten Hufeisenbögen von Santa María la Blanca, die winzige Moschee Cristo de la Luz aus dem Jahr 999 und das Kloster San Juan de los Reyes, an dessen Fassade noch die Ketten befreiter Gefangener hängen. In der Kirche Santo Tomé wartet El Grecos Begräbnis des Grafen von Orgaz – ein einzelnes Bild, für das sich das Anstehen lohnt. Wer mehrere dieser Bauten sehen will, kauft die Pulsera Turística, ein Sammelbändchen für sieben Monumente, das an jeder der teilnehmenden Kassen erhältlich ist – die Sinagoga del Tránsito gehört als staatliches Museum allerdings nicht dazu und hat eine eigene, günstige Kasse.
Den besten Blick auf Toledo gibt es von außen: Die Ringstraße am Südufer des Tajo führt zum Mirador del Valle, von dem sich die Stadt als komplette Kulisse über der Flussschleife aufbaut – Kathedrale links, der wuchtige Alcázar rechts, dazwischen ein Gewirr aus Ziegeldächern. Fahr am Abend hinauf, wenn die Fassaden Farbe annehmen und die Beleuchtung angeht. Im Alcázar selbst sitzt heute das Armeemuseum; die Brücken Alcántara und San Martín sowie das Stadttor Puerta de Bisagra rahmen die Altstadt für alle, die lieber unten am Fluss laufen.
Jenseits von Toledo verteilen sich die Höhepunkte der Region über die Ebene: die Windmühlen von Consuegra und Campo de Criptana, Cuencas Hängende Häuser über der Schlucht, Almagros Theaterhof von 1628 – alle drei bekommen weiter unten eigene Kapitel. Dazu kommen die Burg von Belmonte, eine der besterhaltenen Festungen Kastiliens mit Mudéjar-Decken hinter dicken Mauern, das in den Felshang gebaute Dorf Alcalá del Júcar im Osten und die Felsenlandschaft der Ciudad Encantada bei Cuenca. Nichts davon liegt weiter als zwei Autostunden vom jeweils nächsten Punkt entfernt.




























