Die schönsten Sehenswürdigkeiten der Extremadura
Drei Welterbestätten auf engem Raum, dazu ein Nationalpark voller Geier – die Extremadura verdichtet mehr Geschichte pro Quadratkilometer als fast jede andere Region Spaniens.
Das Grundgerüst bilden drei Städte, die zusammen wie ein Zeitstrahl funktionieren: Mérida für die Römer, Cáceres für das Mittelalter und die Renaissance, Trujillo für das Zeitalter der Konquistadoren. Alle drei liegen keine Stunde Fahrt auseinander, und alle drei erlebst du am besten zu Fuß und zu den Randzeiten des Tages – mittags zwischen 14 und 17 Uhr ruht das öffentliche Leben ohnehin, dann sind auch viele Kirchen und kleinere Museen geschlossen. Plane pro Stadt mindestens einen halben, besser einen ganzen Tag ein und übernachte in mindestens einer von ihnen: Nach Sonnenuntergang, wenn die wenigen Tagesbesucher weg sind, gehören dir die Gassen allein.
Vierter Fixpunkt ist der Monfragüe Nationalpark nördlich von Trujillo, wo der Tajo eine Schlucht durch die Bergketten gegraben hat und Hunderte Gänsegeier an den Felswänden brüten. Der Aussichtspunkt am Salto del Gitano liegt direkt an der Straße – du steigst aus dem Auto, und über dir kreisen die Vögel in Wurfweite. Weiter östlich lohnt das Königliche Kloster von Guadalupe, seit 1993 UNESCO-Welterbe: ein wehrhafter Klosterkomplex mit gotischem Kreuzgang, der über Jahrhunderte eines der wichtigsten Pilgerziele Spaniens war und bis heute von Mönchen geführt wird. Die Anfahrt über die Berge der Villuercas zieht sich, belohnt aber mit einer der einsamsten Landschaften der Region.
Unterschätz die Landschaft selbst nicht: Die Dehesa – jene offene, von Steineichen gesprenkelte Weidelandschaft, die die halbe Region bedeckt – ist ein eigenes Reiseziel. Hier wachsen die Eicheln, von denen sich die schwarzen Iberico-Schweine mästen, hier stehen Störche auf jedem Kirchturm und Granitburgen auf fast jedem Hügel. Im Norden schieben sich die Ausläufer des Gredos-Gebirges ins Bild: das Valle del Jerte mit seiner Kirschblüte, die Badegumpen der Garganta de los Infiernos und die Dörfer der La Vera mit ihren Fachwerkbalkonen. Wer nur die drei Städte abfährt, hat die Extremadura halb gesehen.

























