Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Mérida
Zwischen Theater und Templo de Diana liegen keine zehn Gehminuten – dieses Welterbe passt komplett in einen Fußweg.
Das Zentrum des Ganzen ist das Ensemble aus Römischem Theater und Amphitheater, die direkt nebeneinander in einem gemeinsamen Grabungsgelände liegen. Das Theater entstand um 16 bis 15 v. Chr., wenige Jahre nach der Stadtgründung, und seine zweigeschossige Bühnenwand aus Marmorsäulen und Statuen ist der Grund, warum Mérida auf jedem Plakat der Extremadura auftaucht. Das Amphitheater von 8 v. Chr. daneben fasste rund 15.000 Zuschauer und ist so weit erhalten, dass du über die Zugangstunnel bis in die Arena hinabgehst und von unten hinaufschaust. Direkt gegenüber, auf der anderen Straßenseite, steht das Nationalmuseum für Römische Kunst – die drei gehören zusammen und sollten auch an einem Stück besucht werden.
Der zweite Block liegt in der Altstadt und ist in wenigen Minuten abgelaufen. Der Templo de Diana an der Calle Sagasta ist ein Podiumstempel des Kaiserkults mit Granitsäulen, in dessen Cella im 16. Jahrhundert ein Adelspalast gebaut wurde; die Reste dieses Palasts stehen bis heute zwischen den antiken Säulen und ergeben eine der seltsamsten Baukombinationen Spaniens. Fünf Minuten entfernt spannt sich der Trajansbogen über die Calle Trajano, fünfzehn Meter hoher nackter Granit, dem die Marmorverkleidung längst abhandengekommen ist. Dazwischen liegt die Plaza de España mit Rathaus und Concatedral Santa María la Mayor, und südlich davon die Casa del Mitreo, ein römisches Wohnhaus mit dem berühmten kosmologischen Mosaik. Umsonst ist dieser Block nicht komplett: Das eingefriedete Areal des Templo de Diana und die Casa del Mitreo zählen zu den eintrittspflichtigen Stätten des Consorcio und stecken im Kombiticket, während Trajansbogen, Aquädukt und Römerbrücke frei im Stadtraum stehen.
Der dritte Block ist der Fluss. Die Römische Brücke zieht sich über sechzig Bögen fast achthundert Meter über den Guadiana und war bis 1991 Hauptverkehrsader, bis die Calatrava-Brücke ein Stück flussabwärts den Verkehr übernahm; heute gehört sie Fußgängern, und der Blick zurück auf die Stadt ist von der Mitte aus am besten. Am nördlichen Brückenkopf steht die Alcazaba, 835 errichtet und damit die älteste maurische Festung der Iberischen Halbinsel, gebaut aus wiederverwendeten römischen Quadern. Im Inneren führt eine Doppeltreppe zu einer Zisterne hinab, deren Türgewände aus westgotischen Marmorpfeilern besteht – spürbar kühler als draußen und im Sommer die beste Pause des Vormittags.
Bleiben die Ränder, und die lohnen den Weg. Der Acueducto de los Milagros steht nordwestlich der Altstadt im Tal des Albarregas, gestreifte Pfeiler aus grauem Granit und rotem Ziegel, bis zu fünfundzwanzig Meter hoch, auf den obersten Bögen Storchennester. Er brachte das Wasser des römischen Stausees Proserpina in die Stadt. Östlich davon liegt der Römische Circus, mit einer Länge von rund vierhundert Metern eine der größten erhaltenen Wagenrennbahnen des Reiches und heute vor allem eine gewaltige Grasmulde mit Besucherzentrum – wenig Mauerwerk, dafür ein Maßstab, den keins der anderen Monumente vermittelt. Nördlich des Zentrums schließlich die Basilika Santa Eulalia mit ihrer begehbaren Grabungskrypta.











