Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Alicante
Vom Rathausplatz bis zum Fuß des Burgfelsens sind es zehn Gehminuten, und dazwischen liegt fast alles, was Alicante an Bauten zu bieten hat.
Die Explanada de España ist der Ort, an dem sich die Stadt selbst zeigt. Rund 6,6 Millionen kleine Marmorsteine in Rot, Schwarz und Creme sind zu einem Wellenmuster verlegt, das sich am Hafen entlangzieht, darüber stehen vier Reihen Palmen und ein Musikpavillon, in dem im Sommer Konzerte gespielt werden. Am nordöstlichen Ende, an der Plaza Puerta del Mar, ragt die Casa Carbonell auf, ein 1925 fertiggestellter Wohnpalast, den ein Textilfabrikant bauen ließ und der bis heute die Silhouette der Promenade bestimmt. Tagsüber ist die Explanada einer der wenigen durchgehend beschatteten Wege der Innenstadt, abends der Laufsteg der Stadt, mit Ständen und Eisdielen an den Rändern.
Zwei Kirchen und ein Rathaus bilden den historischen Kern, und alle drei liegen keine fünf Gehminuten auseinander. Die Concatedral de San Nicolás entstand im 17. Jahrhundert im nüchternen Herrera-Stil; ihre blaue Kuppel misst rund 45 Meter, und der stille Kreuzgang neben dem Hauptschiff ist an heißen Nachmittagen der kühlste Ort der Altstadt. Die Basílica de Santa María ist die ältere von beiden, gotisch im Kern, errichtet über der einstigen Hauptmoschee und mit einer barocken Schaufassade, die dem strengen Bau erst nachträglich vorgesetzt wurde. Das Ayuntamiento aus dem 18. Jahrhundert wiederum verbirgt hinter seiner Barockfassade eine Kuriosität: Auf der ersten Stufe der Haupttreppe liegt die Cota Cero, der Nullpunkt, auf den sich sämtliche Höhenangaben in Spanien beziehen.
Für Museen brauchst du in Alicante keinen Regentag, sondern nur die heißen Stunden. Das MARQ am nördlichen Fuß des Benacantil wurde 2004 zum Europäischen Museum des Jahres gewählt und erzählt die Geschichte der Provinz von der Vorgeschichte über Iberer und Römer bis in die Neuzeit, mit rekonstruierten Räumen und Projektionen statt endloser Vitrinenreihen – auch ohne Spanischkenntnisse gut zu verstehen und ein sicherer Treffer mit Kindern. Das MACA sitzt dagegen mitten in der Altstadt neben der Basílica de Santa María, in der Casa de la Asegurada von 1685, dem ältesten Profanbau der Stadt. Grundlage der Sammlung war die Schenkung des Künstlers Eusebio Sempere, entsprechend hängen dort Arbeiten von Picasso, Miró, Dalí, Chillida und Tàpies. Der Eintritt kostet nichts.
Bleiben drei Orte, die kein Pflichtprogramm sind und trotzdem hängen bleiben. Der Mercado Central an der Avenida Alfonso el Sabio, 1921 eröffnet, ist eine modernistische Markthalle mit Kuppel und Freitreppe, in der vormittags Gamba roja, Salzfisch und Käse über den Tresen gehen; am Bau erinnert eine Gedenktafel an den Bombenangriff vom 25. Mai 1938, bei dem hunderte Menschen starben. Der Parque de la Ereta terrassiert den Hang zwischen Altstadt und Burg mit Rampen, Treppen und Aussichtsplattformen und ist der schönste Zwischenhalt auf dem Weg zur Festung, hinauf wie hinunter. Und in der Albufereta, wenige Kilometer nördlich, liegen mit dem Yacimiento Romano de Lucentum die Grundmauern jener römischen Stadt, aus deren Namen sich Alicante herleitet.







































