Stadt · Spanien

Benidorm

Zwischen zwei kilometerlangen Sandbögen schiebt sich ein weiß gekalkter Felssporn ins Meer, und dahinter steht die dichteste Hochhauskulisse des Mittelmeers.

5 Stadtviertel9 Sehenswürdigkeiten6 Hotels
Überblick

Deine Benidorm-Reise auf einen Blick

Beste Reisezeit
Mai–Juni und September–Oktober (warm, badetauglich, weniger Andrang)
Anreise
Flughafen Alicante-Elche (ALC), ca. 50 km; TRAM-Linie 1 ab Alicante, Direktbusse & Transfers
Sprache
Spanisch & Valencianisch; im Tourismus durchgehend Englisch
Region
Costa Blanca, Provinz Alicante (Valencianische Gemeinschaft)
Währung
Euro (€)
Zeitzone
Europe/Madrid (MEZ/MESZ)
Über Benidorm

Reisen nach Benidorm

Benidorm ist der am meisten missverstandene Badeort Spaniens: ein Fischerdorf, das ab den 1950er Jahren konsequent nach oben gebaut wurde und heute mehrere hundert Türme auf wenigen Quadratkilometern trägt. Davor liegen zwei Strände mit völlig verschiedenem Charakter – die kerzengerade Playa de Levante mit Promenade, Bars und Nachtleben, die längere Playa de Poniente mit der wellenförmig gebauten Promenade von Carlos Ferrater und deutlich mehr Wohnalltag. Dazwischen ragt der Felssporn der Altstadt ins Wasser: ein enges Gassenraster aus der Fischerzeit, das der Bauboom ringsherum stehen ließ, mit einer Aussichtsterrasse auf der Klippenspitze und der kleinen Felsbucht Mal Pas an ihrem Fuß. Im Osten steigt die Serra Gelada als Steilküste aus dem Meer, im Westen liegt die geschützte Bucht von La Cala, vorgelagert die unbewohnte Isla de Benidorm mit ihrem Meeresschutzgebiet. Dazu Freizeitparks für Familien, ein Bergland-Hinterland mit Guadalest und den Algar-Wasserfällen und Winter, die mild genug für Strandspaziergänge im T-Shirt sind.

Benidorm – Karte
Reiseführer

Benidorm von A bis Z

Aktualisiert August 2026

Um sieben Uhr morgens gehört die Playa de Levante den Schwimmern und den Rentnern, die bis zur Hüfte im Wasser stehen und reden; spät am Abend drängen sich dieselben Leute an der Plaza Triangular beim Wermut, während über der Bucht Etage für Etage die Skyline angeht. Benidorm ist beides an einem einzigen Tag, und den schlechten Ruf verdankt es vor allem Gästen, die nur eine der beiden Hälften gebucht haben. Wer sich zwischen Altstadtgasse, Steilküste und Hochhausbalkon bewegt, merkt schnell, dass das hier kein Ort ist, den man in einem Satz erledigt.

Strände

Die Strände von Benidorm von Levante bis Mal Pas

Zwei große Bögen, eine Felsbucht dazwischen und ein paar Kieskalas am Rand – die Wahl des Strandes entscheidet in Benidorm über den ganzen Urlaub.

Playa de Levante
Playa de Levante

Die Playa de Levante ist der Strand, den alle im Kopf haben: rund zwei Kilometer heller, sehr flach abfallender Sand, dahinter eine geschlossene Wand aus Hotel- und Apartmenttürmen, davor eine Promenade, die morgens den Läufern und abends den Familien gehört. Weil der Strand nach Südosten schaut, steht die Sonne früh über dem Wasser, und ab dem späten Nachmittag schiebt sich der Schatten der eigenen Skyline über den Sand – wer die letzten Stunden am Wasser braucht, wechselt besser hinüber nach Poniente. Duschen, Liegen- und Schirmverleih und in der Saison Rettungsschwimmer sind Standard; an heißen Augustwochenenden ist der Abschnitt vor der Avenida del Mediterráneo trotzdem der vollste Fleck der ganzen Costa Blanca.

Die Playa de Poniente westlich der Altstadt ist der längere und der gelassenere Bogen. Hier wohnen mehr Einheimische als Kurzurlauber, die Türme stehen weiter auseinander, und die Promenade ist ein Bauwerk für sich: Der Architekt Carlos Ferrater hat sie als Betonwelle mit farbig gekachelten Flächen in Blau, Grün und Violett angelegt, die sich in Rampen, Kanzeln und Schattendächern über die ganze Länge schiebt, statt eine gerade Linie zu ziehen – ein Entwurf, der mehrfach ausgezeichnet wurde. Nach Westen hin wird es zunehmend leerer, bis der Sand am Hügel Tossal de la Cala endet. Weil die Sonne über dieser Seite untergeht, ist Poniente der Abendstrand, und an Sommerabenden sitzt die halbe Stadt auf den Betonstufen.

Zwischen den beiden großen Bögen liegt unterhalb der Altstadtklippe die Playa de Mal Pas, eine von Felsen gerahmte Bucht mit kaum mehr als hundert Metern Sand. Sie füllt sich entsprechend schnell, ist aber der beste Platz für alle, die nach dem Frühstück in der Altstadt nur ein paar Stufen bis ins Wasser laufen wollen. Am östlichen Stadtrand, hinter dem Rincón de Loix, folgen unterhalb der Serra Gelada die kleinen Kiesbuchten Cala del Tio Ximo und Cala Almadrava – felsig, klar und die besten Schnorchelplätze der Stadt. Badeschuhe sind dort keine schlechte Idee, Schatten gibt es nur den, den der Hang selbst wirft, und die Zufahrt ist eng, also besser zu Fuß oder mit dem Bus.

Ganz im Westen, jenseits des Tossal de la Cala, liegt die Cala de Finestrat, eine geschützte kleine Bucht mit Promenade, Tapasbars und flach abfallendem Wasser, die verwaltungstechnisch schon zur Nachbargemeinde Finestrat gehört. Sie ist die familiärste Adresse der Gegend und im Hochsommer entsprechend eng. Für alle Hauptstrände gilt dasselbe Ausstattungsniveau: feste Holzstege über den Sand, Rampen ins Wasser und in der Saison ein Badehilfe-Service für Gäste mit eingeschränkter Mobilität – bei diesem Thema gehört Benidorm zu den am besten ausgerüsteten Badeorten Spaniens. Levante und Poniente tragen zudem seit Jahren die Blaue Flagge.

Sehenswürdigkeiten

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Benidorm

Die Sehenswürdigkeiten in Benidorm stehen nicht in Museen, sondern draußen – auf einer Klippe, auf einem Bergkamm und auf einer Insel vor der Küste.

Der Ausgangspunkt ist der Balcón del Mediterráneo, eine kleine Aussichtsterrasse mit weißer Balustrade auf der Spitze des Altstadtfelsens. Bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts stand hier eine Festung, heute steht hier jeder Besucher mindestens einmal und sieht in einem einzigen Schwenk beide Buchten, die Skyline und die vorgelagerte Insel. Von dort führen die Gassen des Casco Antiguo bergauf zur Pfarrkirche San Jaime y Santa Ana, deren blau gekachelte Kuppel das bekannteste Bauwerk aus der Zeit vor dem Tourismus ist. Ein paar Schritte weiter markiert die Plaza Triangular die Nahtstelle zwischen alter und neuer Stadt, und wer den Abend nicht am Strand verbringen will, landet fast zwangsläufig hier.

Östlich der Stadt steigt der Parque Natural de la Serra Gelada als Steilküste aus dem Wasser. Der Bergrücken fällt an manchen Stellen mehrere hundert Meter fast senkrecht ins Meer ab, und weil er 2005 zum Naturpark erklärt wurde, ist die Kante bis heute unbebaut geblieben – ein bemerkenswerter Kontrast direkt neben der Hochhausstadt. Auf dem Kamm über dem Rincón de Loix steht das Gipfelkreuz Mirador de la Cruz, der höchstgelegene Aussichtspunkt der Stadt, von dem der Blick an klaren Tagen bis zum Peñón de Ifach bei Calpe reicht. Der Aufstieg ist steil und schattenlos, also eine Sache für den frühen Morgen und mit ausreichend Wasser im Rucksack.

Zurück im Ort ist der Parque de l'Aigüera die große Überraschung. Der Stadtpark zieht sich als grüner Streifen durch das Zentrum und wurde vom Architekten Ricardo Bofill gestaltet, mit klassizistisch anmutenden Kolonnaden und zwei Freiluft-Auditorien, in denen im Sommer Konzerte und Feste stattfinden. Er ist die kühlste Achse der Stadt und der schnellste Weg vom Busbahnhof-Viertel Richtung Altstadt. Am anderen Ende der Stadt, über der Bucht von La Cala, liegt der Hügel Tossal de la Cala mit Ausgrabungen einer antiken Befestigung; Funde deuten auf eine römische Militäranlage aus vorchristlicher Zeit hin. Aussicht gibt es dort oben ohnehin, und zwar über die gesamte Westbucht.

Das vierte Stück gehört dem Meer. Die Isla de Benidorm liegt wenige Kilometer vor der Küste, gehört zum selben Naturpark wie die Serra Gelada und ist von einem Meeresschutzgebiet umgeben. Ausflugsboote brauchen vom Hafen nur eine kurze Überfahrt, viele haben einen Glasboden, und wer aussteigt, steht nach wenigen Minuten Aufstieg auf dem höchsten Punkt mit Blick zurück auf die Türme. Wenn du die Skyline lieber von oben statt von der Seite sehen willst, führt der Weg auf die Aussichtsplattform des Gran Hotel Bali, mit 186 Metern eines der höchsten Hotelgebäude Europas – die Öffnung für Nicht-Hotelgäste wird unterschiedlich gehandhabt, frag vorher nach.

Sehenswürdigkeiten in Benidorm

Alle 9 Sehenswürdigkeiten
Stadtviertel & Lage

Die Stadtviertel von Benidorm und wo du am besten wohnst

Benidorm ist keine Stadt, die man am Stück bucht – zwischen Rincón de Loix und La Cala liegen fünf Kilometer und zwei völlig verschiedene Urlaube.

Playa de Poniente
Playa de Poniente

Der Casco Antiguo auf dem Felssporn ist das inhaltliche Zentrum: weiße Gassen, die Kirche mit der blauen Kuppel, der Balcón del Mediterráneo und die Tapasbars der Calle Santo Domingo. Hier wohnst du kurz vor beiden Stränden, hast abends Auswahl ohne Taxi und bist gleichzeitig aus dem lautesten Teil der Stadt heraus. Der Preis dafür ist Bewegung: Die Altstadt liegt auf einem Hügel, und wer mit Rollkoffer oder Kinderwagen unterwegs ist, sollte sich die Adresse vorher auf der Karte ansehen. Häuser wie das RH Canfali an der Plaza San Jaime oder das Boutiquehotel Villa Venecia auf der Klippe stehen für genau diese Lage.

Direkt östlich schließt die Zone rund um die Playa de Levante an, der Kern des Massentourismus und zugleich die praktischste Adresse für einen kurzen Strandurlaub. Von der Avenida del Mediterráneo aus erreichst du Strand, Promenade, Supermärkte und Restaurants in Minuten, die Hotelauswahl ist größer als irgendwo sonst an der Costa Blanca, und die Zimmerpreise fallen außerhalb des Hochsommers deutlich. Dafür ist es laut, im Sommer bis spät, und die erste Reihe an der Promenade ist selten die ruhigste Wahl. Wer empfindlich schläft, bucht eine Etage höher und zur Rückseite statt zum Meer.

Am östlichen Ende der Levante-Bucht liegt der Rincón de Loix, eingerahmt von der Avenida Europa und dem Hang der Serra Gelada. Diese Zone ist zweigeteilt: Unten am Wasser reihen sich die Showpubs, die Benidorm seinen britischen Ruf eingebracht haben, weiter oben am Hang liegen ruhige Apartmentblocks und Resorthotels wie das Meliá Benidorm mit großem Familienangebot. Von hier startest du direkt in den Naturpark und zu den Kiesbuchten im Norden, und wenn du oben wohnst, hast du fast immer Meerblick – dafür läufst du bergab zum Strand und bergauf zurück, im Hochsommer kein Detail.

Auf der anderen Seite wird es leiser. Die Zone an der Playa de Poniente ist eher Wohnstadt als Urlaubskulisse, mit der Wellenpromenade, breiten Alleen und Lokalen, in denen mittags Einheimische essen. Ganz im Westen folgt schließlich La Cala an der Gemeindegrenze zu Finestrat, eine kleine Bucht mit überschaubarem Ortskern, familiärer Stimmung und deutlich weniger Betrieb. Wer den Trubel gezielt meiden will und ohnehin einen Mietwagen nimmt, ist hier richtig; wer abends ohne Auto losziehen möchte, wohnt besser weiter östlich, denn nach La Cala ist der Weg zurück nachts unbequem.

Übernachten

Hotels in Benidorm und die passende Lage für deinen Urlaub

Kaum ein Ort in Europa hat so viele Hotelbetten auf so wenig Fläche – genau deshalb entscheidet nicht die Sternezahl, sondern die Straßenseite.

Benidorm lebt vom Volumen, und das drückt die Preise auf ein Niveau, das an der übrigen Costa Blanca schwer zu finden ist. Der Standard ist das große Vier-Sterne-Haus mit Halbpension oder All-inclusive, Pooldeck, Animation und Buffet – Häuser wie das Meliá Benidorm mit Lagunenpool und tropischem Garten oder das 186 Meter hohe Gran Hotel Bali, das seine Gäste auf die Aussichtsplattform im obersten Stockwerk lässt. Wer mit Kindern reist, fährt mit diesem Modell am günstigsten, weil Verpflegung, Pool und Programm im Preis stecken und man an heißen Nachmittagen ohnehin nicht viel weiter kommt als bis zur Liege.

Am anderen Ende steht die kleine Auswahl an Häusern mit eigenem Charakter. Das Villa Venecia ist ein Fünf-Sterne-Boutiquehotel mit nur wenigen Zimmern auf der Altstadtklippe, mit Rooftop-Pool und Panorama über beide Buchten – die ruhigste teure Adresse der Stadt. Das RH Canfali liegt an der Plaza San Jaime unmittelbar am Balcón del Mediterráneo und damit so zentral, wie es in Benidorm überhaupt geht. Und das Hotel Bilbao ist eines der Traditionshäuser in erster Reihe an der Levante-Seite, näher an der Altstadt als an den Showpubs. Alle drei sind klein, alle drei früh ausgebucht.

Zwei Adressen erklären das Publikum. Das Sol Pelícanos Ocas nahe der Playa de Levante wurde als Kulisse der britischen Fernsehserie Benidorm bekannt, in der es das fiktive Hotel Solana spielte – ein Drei-Sterne-Familienhotel, das seither eigene Fans hat. Und in fast jedem großen Haus triffst du im Winter auf Langzeitgäste, die mehrere Wochen oder Monate bleiben, weil die Zimmerpreise dann fallen und der Winter hier zu den mildesten auf dem europäischen Festland gehört. Wer selbst im Januar bucht, sollte allerdings prüfen, ob Pool und Restaurant im Haus tatsächlich geöffnet sind.

Für die Lagewahl haben sich drei Faustregeln bewährt. Erstens: Zwischen Levante-Promenade und Rincón de Loix ist es nachts laut – buche eine höhere Etage oder zur Rückseite. Zweitens: Frag vor der Buchung nach dem Stellplatz, wenn du mit dem Mietwagen anreist – wie die Parksituation im Ort insgesamt aussieht, steht weiter unten im Abschnitt zur Anreise. Drittens: Die Preisspanne über das Jahr ist extrem. Im August verlangen viele Häuser Mindestaufenthalte und geben Zimmer fast nur im Paket mit Halbpension ab, während im Winter Wochen- und Monatspreise für Langzeitgäste gelten; in den Wochen der Patronatsfeste im Spätherbst zieht die Nachfrage kurzzeitig ebenfalls an.

Hotels in Benidorm

Alle 6 Hotels

Ferienhäuser & Villen mit Pool

Die beliebteste Wahl in der Region — privates Ferienhaus oder Villa mit Pool, oft mitten in den Weinbergen.

Agriturismi & Weingüter

Urlaub auf dem Land: übernachten auf einem Weingut oder Bauernhof, mit Wein und Öl aus eigener Ernte.

Essen & Trinken

Essen und Trinken in Benidorm von der Tapas-Gasse bis zum Reistopf

Zwischen Full-English-Breakfast und Currywurst steht in Benidorm eine sehr lebendige valencianische Küche – man muss nur eine Straße weiter gehen.

Die kürzeste Abkürzung zum guten Essen ist die Calle Santo Domingo in der Altstadt, im Ort schlicht die Tapas-Gasse genannt. Auf wenigen hundert Metern reihen sich Lokale aneinander, in denen abends im Stehen gegessen wird, viele davon seit Jahrzehnten am selben Platz. Die Tapería gehört zu den moderneren Adressen mit Pintxos-Küche, während gleich um die Ecke am Paseo de la Carretera La Mejillonera seit den frühen 1980er Jahren fast nur eines macht: Muscheln in verschiedenen Zubereitungen, dazu ein Getränk, laut, schnell und immer voll. Rechne mit Wartezeit und plane sie als Teil des Abends ein.

Die eigentliche Regionalküche ist Reisküche, und sie ist ein Mittagsgericht. Arroz a banda, der Safranreis, der mit dem Fischsud gekocht und ohne den Fisch serviert wird, arroz caldoso mit Brühe und kleinen Fischen, arroz del senyoret mit bereits gepulten Meeresfrüchten oder Fideuà mit Nudeln statt Reis – alles wird frisch angesetzt, dauert entsprechend lang und wird üblicherweise ab zwei Personen bestellt. Traditionshäuser wie das Restaurante Aitona nahe der Altstadt oder das Restaurante Ulía in erster Reihe an der Playa de Poniente leben genau davon. Wenn du eine gute Paella willst, iss sie mittags und nicht abends aus der Warmhaltevitrine.

Für den unkomplizierten Abend funktionieren die Tapasbars außerhalb des Zentrums am besten. Die Tapería Ayala an der Bucht von La Cala serviert großzügige Portionen mit Blick aufs Wasser, das familiengeführte El Quijote am Rand der Altstadt steht für klassische spanische Karte mit Terrasse. Bestell dazu, was die Einheimischen bestellen: einen Wermut mit Eis und Olive vor dem Essen, danach Wein aus der Region oder einen Alicante-Rotwein aus der Monastrell-Traube. Und wenn dir nach dem Essen ein heißer Kaffee mit Rum, Zimt und Zitronenschale hingestellt wird, ist das ein Cremaet, das valencianische Kaffeeritual – mit Brandy statt Rum heißt er Carajillo, und beides ist kein Touristenscherz.

Ein paar Uhrzeiten machen den Unterschied. Spanisch wird spät gegessen, die Küchen laufen mittags zwischen 14 und 16 Uhr und abends ab 21 Uhr; wer um 19 Uhr essen geht, sitzt in den Lokalen, die sich auf ausländische Gäste eingestellt haben, und bekommt selten das Beste der Karte. Umgekehrt ist ein später Tisch in der Altstadt am Wochenende ohne Reservierung schwierig. Als Mitbringsel taugen Turrón aus dem nahen Jijona, der weiche, gemahlene Mandelnougat – die harte weiße Variante mit ganzen Mandeln heißt Turrón de Alicante –, den es das ganze Jahr gibt, und Schokolade aus Villajoyosa, wo seit dem 19. Jahrhundert produziert wird.

Restaurants in Benidorm

Freizeitparks & Wassersport

Freizeitparks, Bootstouren und Wassersport in Benidorm

Kein anderer Ort in Spanien hat so viele große Parks in Sichtweite voneinander – mit Kindern plant man hier eher nach Tagen als nach Stunden.

Aqualandia am Fuß der Serra Gelada gehört zu den ältesten und größten Wasserparks Europas und liegt hoch genug, dass man von den Rutschen aus über die ganze Bucht sieht. Direkt benachbart liegt Mundomar, ein Tierpark mit Schwerpunkt auf Meeres- und Exotenarten, für den es meist Kombitickets gibt. Aqualandia ist ein reiner Sommerpark und in der Regel nur im Sommerhalbjahr geöffnet, Mundomar als Tierpark hat ganzjährig auf – prüfe trotzdem beide Saisonzeiten vor der Buchung, das ist der häufigste Planungsfehler im Frühjahr und Herbst. Und plane für den Wasserpark einen ganzen Tag ein, halbe Tage lohnen sich beim Eintrittspreis nicht.

Im Hinterland, ein Stück nordwestlich der Stadt, liegen die beiden großen Landparks. Terra Mítica erzählt die antiken Mittelmeerkulturen als Themenpark nach, mit Zonen zu Ägypten, Griechenland, Rom und den Inseln, Achterbahnen und Shows; er ist der spektakulärste Park der Region und ebenfalls saisonal geöffnet. Terra Natura setzt dagegen auf naturnahe Gehege mit Sichtachsen ohne Gitter und ist damit die ruhigere, aber inhaltlich stärkere Variante für jüngere Kinder. Zu allen Parks fahren im Sommer Shuttles ab der Stadt; mit Mietwagen bist du flexibler, weil sich die Öffnungszeiten am Abend unterscheiden.

Am Wasser ist das Angebot ähnlich dicht. Vom Hafen an der Altstadt starten die Ausflugsboote zur Isla de Benidorm, viele mit Glasboden über den Seegraswiesen, dazu in der Saison Küstenfahrten nach Altea und Calpe. Rund um die Insel liegt ein Meeresschutzgebiet, in dem Tauchbasen Schnupperkurse und Lizenztauchgänge anbieten – die Sichtweiten sind für Mittelmeerverhältnisse gut, die beste Zeit ist der Spätsommer, wenn das Wasser um 26 Grad hat. Wer lieber an der Oberfläche bleibt, mietet Kajak oder SUP an der Levante-Seite und paddelt in der ruhigen Morgenstunde Richtung Insel.

Der Klassiker für den Adrenalinmoment ist das Parasailing über der Levante-Bucht: Am Zugseil hinter dem Boot steigst du hoch genug, um die komplette Skyline und die Serra Gelada in einem Bild zu sehen. Dazu kommen Bananaboot, Jetski und Wasserskischulen, alle konzentriert am östlichen Teil der Levante-Promenade. Zwei Hinweise: Die Anbieter arbeiten wetterabhängig, bei auflandigem Wind wird kurzfristig abgesagt – und Angebote werden am Strand mündlich verhandelt, frag vorher konkret nach Dauer und Leistung, statt dich vom Aushang leiten zu lassen.

Aktivitäten & Touren in Benidorm

Alle 8 Aktivitäten
Wandern & Radfahren

Wandern und Radfahren rund um Benidorm

Fünfzehn Gehminuten hinter der letzten Hotelzeile beginnt Steilküste, und eine halbe Autostunde weiter stehen Berge mit über 1.000 Metern.

Parque Natural de la Serra Gelada
Parque Natural de la Serra Gelada

Die Küstenwanderung durch den Parque Natural de la Serra Gelada ist der Weg, den man in Benidorm gemacht haben sollte. Vom Rincón de Loix führen markierte Pfade auf den Kamm und weiter an der Abbruchkante entlang, mit ständigem Blick senkrecht hinunter aufs Wasser und auf der anderen Seite zurück auf die Türme. Der Untergrund ist steinig, es gibt praktisch keinen Schatten und keine Wasserstelle unterwegs; feste Schuhe, Kopfbedeckung und mindestens anderthalb Liter Wasser pro Person sind Pflicht. Im Hochsommer gehst du früh los oder gar nicht – die beste Zeit für diese Route liegt zwischen Oktober und Mai.

Wer es kürzer will, nimmt den Anstieg zum Mirador de la Cruz mit dem Gipfelkreuz über der Stadt, ein knackiger, aber überschaubarer Weg mit Rundumblick als Belohnung. Und wer es bequemer will, fährt an das andere Ende des Bergrückens nach Albir, wo ein breiter, fast ebener Weg durch alte Ockerbrüche zum Leuchtturm an der Nordspitze führt – die familienfreundlichste Variante, auch mit Kinderwagen machbar, und am späten Nachmittag im schönsten Licht. Ganz im Westen bleibt der kurze Aufstieg auf den Tossal de la Cala mit den Ausgrabungen und dem Blick über die Westbucht.

Hinter der Stadt beginnt sofort das Bergland. Der Puig Campana bei Finestrat ragt mit gut 1.400 Metern direkt hinter Benidorm auf und ist an seiner markanten Kerbe im Grat von überall zu erkennen; die Besteigung ist eine anspruchsvolle Ganztagestour mit viel loserem Geröll und nichts für den spontanen Nachmittag. Deutlich einfacher sind die Wege rund um Guadalest und die Sierra de Bèrnia oder der Talweg zu den Fuentes del Algar. Für alle Touren im Hinterland gilt: Ohne Auto kommst du nur eingeschränkt an die Startpunkte, Busse fahren zwar, aber selten passend zum Wanderrhythmus.

Zwischen November und März wird die Gegend zum Trainingsrevier für Rennradfahrer aus halb Europa, und das hat Gründe: milde Temperaturen, kaum Regen und ein Netz aus gut asphaltierten Bergstraßen, das direkt am Ortsrand beginnt. Klassiker sind der Anstieg nach Guadalest, die Runde über Callosa d'en Sarrià und der Coll de Rates weiter nördlich. Leihräder vom Rennrad bis zum E-Bike gibt es in mehreren Stationen im Ort, oft mit Wochenpreisen. Wichtig ist die Tageszeit: Auf den Küstenstraßen ist morgens deutlich weniger los, und ab Mai wird es in der Mittagssonne im Landesinneren ungemütlich heiß.

Ausflüge & Tagestouren

Ausflüge ab Benidorm ins Hinterland der Costa Blanca

Eine halbe Autostunde landeinwärts hört das Mittelmeer auf und ein sehr karges, sehr altes Spanien fängt an.

Der bekannteste Ausflug führt nach Guadalest, einem Bergdorf, das auf einem Felsen über einem türkis leuchtenden Stausee klebt und dessen Oberdorf nur durch einen in den Fels geschlagenen Tunnel zu erreichen ist. Oben stehen die Reste der Maurenburg, ein Glockenturm auf dem Felsen und eine überraschende Dichte an kleinen Privatmuseen. Der Ort ist an Sommervormittagen sehr voll, weil die Busse aus allen Küstenorten gleichzeitig ankommen – fahr entweder früh oder erst am späten Nachmittag, wenn die Gruppen weg sind und das Licht über dem Tal weicher wird. Rechne mit gut einer halben Stunde Fahrt über Callosa.

Auf demselben Weg liegen die Fuentes del Algar bei Callosa d'en Sarrià, eine Kette von Wasserfällen und Naturbecken im Kalkstein, in denen man baden kann. Das Wasser ist auch im August unangenehm kalt, was bei 35 Grad genau der Punkt ist. Ein Rundweg führt an den Becken entlang nach oben, Badeschuhe helfen auf den glatten Steinen. Wichtig zu wissen: In trockenen Jahren führt der Río Algar deutlich weniger Wasser, und in den Sommerferien ist der Andrang groß – der frühe Vormittag ist beide Male die Lösung. Guadalest und Algar lassen sich gut zu einem Halbtagesausflug kombinieren.

An der Küste liegen die Nachbarorte in Reichweite. Altea, zehn Minuten nördlich, hat eine weiße Altstadt auf einem Hügel und die blau gekachelten Kuppeln ihrer Kirche über dem Meer – der ruhige Gegenentwurf zu Benidorm und ein guter Abendausflug. Calpe dahinter wird vom Peñón de Ifach beherrscht, dem 332 Meter hohen Kalkfelsen, der direkt aus dem Wasser steigt; der Aufstieg ist möglich, aber reglementiert und stellenweise ausgesetzt, informiere dich vorab über Zugang und Kontingent. Südlich lohnt Villajoyosa mit seinen bunt gestrichenen Fischerhäusern am Wasser und einer langen Schokoladentradition.

Für einen ganzen Tag fährst du nach Alicante, gut 45 Kilometer südlich, mit der Burg Santa Bárbara über der Stadt, der Palmenpromenade Explanada de España und dem Altstadtviertel Santa Cruz. Die schönste Anreise ist die TRAM-Linie 1 direkt an der Küste entlang. In die andere Richtung führt die schmalspurige TRAM-Linie 9 nach Dénia, von wo Fähren zu den Balearen ablegen – wer Benidorm mit ein paar Tagen auf Ibiza oder Mallorca kombinieren will, hat den Hafen also vor der Haustür. Und Valencia ist mit knapp anderthalb Stunden Fahrzeit auf der Autobahn ein ambitionierter, aber machbarer Tagesausflug.

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Anreise & Mobilität

Anreise nach Benidorm und unterwegs vor Ort

Benidorm hat keinen Fernbahnhof und keinen Flughafen, dafür zwei sehr gut funktionierende Alternativen.

Der Weg führt fast immer über den Flughafen Alicante-Elche, rund 50 Kilometer südlich und aus dem gesamten deutschsprachigen Raum ganzjährig angeflogen. Vom Terminal fahren Direktbusse nach Benidorm, die Fahrzeit liegt bei etwa 45 bis 60 Minuten; private Transfers und Taxis brauchen ähnlich lange und kosten deutlich mehr. Die dritte Variante ist die schönste: mit dem Bus oder der Bahn nach Alicante hinein und dort in die TRAM-Linie 1 umsteigen, die in gut einer Stunde direkt an der Küste entlang nach Benidorm fährt. Alternativ liegt der Flughafen Valencia rund 150 Kilometer nördlich, meist ohne Preisvorteil.

Einen Fernbahnhof gibt es in Benidorm nicht – der nächste Renfe-Anschluss ans spanische Hochgeschwindigkeitsnetz ist Alicante. Dafür ist der Busbahnhof im Norden der Stadt gut angebunden, mit Fernbussen nach Valencia, Madrid und entlang der Küste. Die TRAM verbindet Benidorm in beide Richtungen: nach Süden über Villajoyosa und El Campello bis Alicante, nach Norden auf der schmalspurigen Linie 9 über Altea, Calpe und Teulada bis Dénia. Diese Nordstrecke ist eine der landschaftlich reizvollsten Bahnfahrten Spaniens und für Ausflüge ohne Auto das wichtigste Verkehrsmittel überhaupt.

In der Stadt selbst brauchst du kein Auto. Die beiden Strandpromenaden sind durchgehend begehbar, Stadtbuslinien fahren die Küstenachse und die Zonen am Hang ab, und für alles zwischen Altstadt und Levante reichen Schuhe. Anders sieht es aus, sobald du ins Hinterland willst: Guadalest, die Algar-Wasserfälle, die Wander-Startpunkte und die Landparks erreichst du mit dem Mietwagen erheblich flexibler als mit den wenigen Landbussen. Eine praktikable Lösung ist, den Wagen nur für zwei oder drei Tage zu mieten, statt ihn eine Woche lang teuer in einem Parkhaus stehen zu lassen.

Beim Parken lohnt es sich, vorauszudenken. Die Hochhäuser haben selten genug eigene Stellplätze, im Zentrum gilt weitgehend bewirtschaftetes Parken, und in der Altstadt kommst du mit dem Auto ohnehin kaum sinnvoll voran. Kläre die Parkfrage vor der Hotelbuchung, nicht bei der Ankunft. Für die Anreise mit dem eigenen Wagen aus Deutschland solltest du mit zwei langen Fahrtagen rechnen; die Strecke über Frankreich und die katalanische Küste ist streckenweise mautpflichtig. Für einen einwöchigen Strandurlaub rechnet sich der Flug in fast allen Fällen, für einen längeren Winteraufenthalt sieht die Rechnung anders aus.

Mietwagen

Die schönsten Orte liegen abseits von Bahn und Bus — mit dem Mietwagen bist du flexibel.

Abends & Nachtleben

Nachtleben in Benidorm zwischen Showpubs und Wermut-Bars

Der Ruf der Stadt entsteht auf ungefähr drei Straßen – und wer sie nicht sucht, bekommt sie auch nicht.

Balcón del Mediterráneo
Balcón del Mediterráneo

Die lauteste Zone liegt im Rincón de Loix am östlichen Ende der Levante-Bucht. Rund um die Calle Gerona reihen sich Showpubs aneinander, in denen Tribute-Acts, Comedians und Karaoke bis in die Nacht laufen, meist mit freiem Eintritt und britischem Publikum. Das ist genau die Kulisse, die Benidorm seinen Ruf eingebracht hat, und man kann sie mögen oder meiden – nur überraschen sollte sie einen nicht, wenn man das Hotel dort gebucht hat. Wer mit Kindern reist oder früh schlafen will, sucht sich besser eine Adresse ein paar Straßen weiter westlich oder oben am Hang.

Die spanische Version des Abends beginnt später und sieht komplett anders aus. Ab etwa 21 Uhr füllen sich die Tapasbars der Calle Santo Domingo in der Altstadt, an der Plaza Triangular stehen die Leute mit Wermut oder Bier vor der Tür, und die Gruppen wechseln alle halbe Stunde die Bar, statt den ganzen Abend an einem Tisch zu sitzen. Das ist der beste Weg, den Ort kennenzulernen: Man bestellt an jeder Station eine Kleinigkeit, geht weiter, und irgendwann ist aus dem Aperitif das Abendessen geworden. Am Wochenende wird es hier nach Mitternacht voll.

Dazwischen liegt die große Show-Ebene. Das Varieté-Theater Benidorm Palace zeigt seit den 1970er Jahren abendfüllende Revuen mit Tanz, Akrobatik und Livemusik, oft im Paket mit Abendessen buchbar – ein Format, das in Deutschland fast ausgestorben ist und hier ganz selbstverständlich funktioniert. Dazu kommen die Freiluft-Auditorien im Parque de l'Aigüera, in denen im Sommer Konzerte und Stadtfeste stattfinden, und die Hotelbühnen der großen Häuser, deren Abendprogramm oft auch externen Gästen offensteht. Termine wechseln saisonal, ein Blick auf den Veranstaltungskalender vor Ort lohnt sich.

Am ruhigsten ist der Abend am Wasser. Die Promenade von Poniente ist nach Sonnenuntergang eine der angenehmsten Strecken der Stadt, mit Blick zurück auf die beleuchteten Türme und wenig Betrieb, und auf dem Balcón del Mediterráneo stehen zur blauen Stunde immer ein paar Leute, die einfach nur schauen. Wenn du den Abend planen willst, ohne dich festzulegen, funktioniert diese Reihenfolge gut: Sonnenuntergang an der Poniente-Promenade, Tapas in der Altstadt, danach je nach Laune Show, Loix oder zurück ins Hotel. Zwischen allen drei Etappen liegen keine zwanzig Gehminuten.

Stadtviertel

Die Stadtviertel von Benidorm – und welches zu dir passt

Casco AntiguoCasco AntiguoWohnen auf dem Felssporn heißt: zu beiden Stränden zu Fuß, abends Auswahl ohne Taxi – und jeden Tag ein paar Höhenmeter Kopfsteinpflaster. Die Häuser hier sind klein und früh ausgebucht, vom Boutiquehotel auf der Klippenkante bis zum Traditionshaus an der Plaza San Jaime.Ideal für: Altstadt & Tapas1 TagPlaya de LevantePlaya de LevanteZwei Kilometer kerzengerader Sand, dahinter die geschlossene Hochhauswand und die Promenade der Avenida del Mediterráneo. Die praktischste Adresse für einen kurzen Strandurlaub, mit der größten Hotelauswahl der Costa Blanca und entsprechend viel Betrieb bis in die Nacht.Ideal für: Strand & Hotels2–4 TagePlaya de PonientePlaya de PonienteDer längere und gelassenere Bogen westlich der Altstadt, begleitet von der preisgekrönten Wellenpromenade des Architekten Carlos Ferrater. Hier wohnen mehr Einheimische als Urlauber, mittags isst man in Lokalen ohne Speisekarte auf Deutsch, und am späten Nachmittag liegt der Sand hier noch in der Sonne, wenn Levante längst im Schatten der eigenen Türme steht.Ideal für: Ruhiger Strandtag1–2 TageRincón de LoixRincón de LoixDie Zone, in der die Stadt den Hang der Serra Gelada hinaufsteigt: unten die Hotelzeile mit dem kürzesten Weg zu Aqualandia und Mundomar, oben Apartmenttürme mit Meerblick und ein paar Minuten Fußweg zum Einstieg in die Küstenwanderung. Über die Avenida Europa fahren die Stadtbusse.Ideal für: Nachtleben & Wandern1–3 TageLa CalaLa CalaGanz im Westen, jenseits des Hügels Tossal de la Cala, liegt eine geschützte kleine Bucht an der Gemeindegrenze zu Finestrat. Überschaubarer Ortskern, flaches Wasser, Tapasbars am Strand und deutlich weniger Betrieb – die familiärste Ecke der Gegend, am besten mit Mietwagen.Ideal für: Familien & Ruhe1–2 Tage
Beste Reisezeit & Wetter

Beste Reisezeit für Benidorm mit Wetter und Wassertemperatur

Benidorm hat kein echtes Loch im Kalender – die Frage ist nur, ob du baden, wandern oder überwintern willst.

Benidorm liegt in einer nach Süden geöffneten Bucht, die von der Serra Gelada im Osten und dem Bergland im Rücken vor kalten Winden geschützt wird. Das Ergebnis ist ein außergewöhnlich mildes Klima mit sehr vielen Sonnenstunden, Wintertagen um 17 Grad und Sommern, die zwar heiß sind, aber durch den Seewind erträglicher bleiben als im Landesinneren. Regen fällt selten und dann konzentriert, meist im Herbst als kurzer, kräftiger Starkregen. Entscheidender als das Thermometer ist für viele die Wassertemperatur: Sie steigt erst im Juni über 22 Grad und bleibt bis in den Oktober angenehm warm.

Jan17°7°mild, viele Langzeitgäste
Feb18°8°sonnig, gute Wanderzeit
Mär20°9°warme Tage, kühles Meer
Apr22°11°Hinterland grün, Radsaison
Mai24°14°warm und noch leer
Jun28°18°Badesaison startet
Jul30°21°heiß, Strände voll
Aug31°22°Hochsaison, wärmstes Meer
Sep28°20°Meer noch sommerwarm
Okt25°16°warm, Starkregen möglich
Nov20°12°Patronatsfeste, ruhige Strände
Dez17°8°mild, Wintersaison läuft

Beste Reisezeit · Balken = Tageshöchstwert

Die beste Reisezeit für Benidorm sind Mai und Juni sowie September und Oktober. Dann liegen die Höchstwerte zwischen 24 und 28 Grad, das Meer ist warm genug zum Baden, die Strände sind nicht überfüllt und die Hotelpreise liegen weit unter dem August-Niveau. Der September verbindet ein noch sommerwarmes Meer mit deutlich weniger Andrang und ist damit die angenehmste Badezeit; am wärmsten ist das Wasser im August. Juli und August sind heiß, laut und teuer – lohnend nur, wenn du Ferienzeiten nicht umgehen kannst. Und von November bis März ist Benidorm ein Wander-, Rad- und Überwinterungsziel mit Tagen um 17 bis 20 Grad, in dem manche Pools und Parks allerdings geschlossen bleiben.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zu Benidorm

Wie viele Tage sollte man für Benidorm einplanen?
Für einen reinen Strandaufenthalt sind drei bis vier Tage genug, um beide Buchten, die Altstadt und einen Bootsausflug zur Isla de Benidorm unterzubringen. Eine Woche wird es, sobald Freizeitparks, die Küstenwanderung in der Serra Gelada und Tagestouren nach Guadalest, Altea oder Alicante dazukommen. Wer im Winter zum Wandern oder Radfahren anreist, bleibt meist deutlich länger.
Welcher Strand passt zu welchem Urlaub?
Levante ist der lebhafte Bogen mit Promenade, Bars und den meisten Hotels, morgens sonnig und am späten Nachmittag von der Skyline beschattet. Poniente ist länger, ruhiger, wohnlicher und der Strand für den Sonnenuntergang. Mal Pas unter der Altstadtklippe ist die kleine Zwischenlösung, und die Kiesbuchten hinter dem Rincón de Loix sind die klarsten Schnorchelplätze.
Wann kann man in Benidorm baden?
Die eigentliche Badesaison im Meer läuft von Juni bis Oktober, mit den wärmsten Wassertemperaturen im August und September, wenn das Mittelmeer hier um 26 bis 27 Grad erreicht. Im Mai ist das Wasser noch frisch, aber die Luft schon sommerlich, im November sinkt es spürbar ab. Beheizte Hotelpools verlängern die Saison das ganze Jahr über.
Braucht man in Benidorm einen Mietwagen?
In der Stadt nicht. Die Promenaden sind durchgehend begehbar, Stadtbusse decken die Küstenachse ab, und die TRAM bringt dich ohne Auto nach Alicante, Altea, Calpe und Dénia. Sobald du ins Bergland willst – Guadalest, Algar-Wasserfälle, Wanderstartpunkte, Landparks – lohnt ein Mietwagen für zwei bis drei Tage mehr als eine Wochenmiete, die nur im Parkhaus steht.
Wo wohnt man in Benidorm am ruhigsten?
Am ruhigsten wohnst du an der Playa de Poniente oder ganz im Westen in La Cala, wo weniger Hotels und mehr Einheimische sind. Die Altstadt ist zentral und trotzdem aus dem lautesten Bereich heraus, verlangt aber Steigungen. Am lautesten ist es zwischen Levante-Promenade und Rincón de Loix; wer dort bucht, nimmt eine höhere Etage zur Rückseite.
Ist Benidorm für Familien mit Kindern geeignet?
Sehr gut sogar. Beide Hauptstrände fallen flach ab und sind vollständig erschlossen, Aqualandia, Mundomar, Terra Mítica und Terra Natura liegen alle in kurzer Fahrdistanz, und die großen Hotels sind auf Halbpension oder All-inclusive mit Kinderprogramm ausgelegt. Prüfe nur die Saisonzeiten der Parks, weil mehrere von ihnen im Winterhalbjahr geschlossen bleiben.
Wie kommt man am günstigsten vom Flughafen Alicante nach Benidorm?
Am günstigsten mit dem Direktbus ab dem Terminal, der in etwa 45 bis 60 Minuten fährt. Etwas länger, dafür landschaftlich schöner ist der Umweg über Alicante-Stadt mit anschließender TRAM-Linie 1 entlang der Küste. Taxi und privater Transfer sind die schnellste, aber deutlich teuerste Variante und lohnen vor allem bei später Ankunft mit Gepäck und Kindern.
Wie anspruchsvoll ist die Wanderung in der Serra Gelada?
Der Aufstieg vom Rincón de Loix auf den Kamm ist steil und steinig, technisch aber unproblematisch. Das eigentliche Problem ist die Sonne: Auf dem gesamten Grat gibt es weder Schatten noch Wasser. Geh früh los, nimm mindestens anderthalb Liter pro Person mit und plane die Tour zwischen Oktober und Mai. Die bequeme Alternative ist der ebene Weg zum Leuchtturm bei Albir.
Was kostet ein Urlaub in Benidorm im Vergleich zur restlichen Costa Blanca?
Benidorm ist wegen der schieren Bettenzahl in der Regel günstiger als Altea, Calpe oder Jávea, besonders bei Hotels mit Halbpension und All-inclusive. Der Preisunterschied über das Jahr ist allerdings größer als der Unterschied zwischen den Orten: Dieselbe Kategorie kostet im August ein Vielfaches dessen, was du im Februar oder November bezahlst.
Lohnt sich Benidorm auch im Winter?
Ja, und zwar für eine ganz andere Reise. Von November bis März liegen die Tageswerte oft zwischen 17 und 20 Grad, die Küstenwege und Bergstraßen sind ideal zum Wandern und Radfahren, und die Preise fallen deutlich. Baden im Meer fällt aus, mehrere Freizeitparks sind geschlossen, und ein Teil der Showpubs macht Pause – dafür ist die Stadt spürbar spanischer.
Welche Gerichte sollte man in Benidorm probieren?
Die Reisgerichte der Region, allen voran arroz a banda mit Fischsud, arroz caldoso in Brühe und arroz del senyoret mit bereits gepulten Meeresfrüchten. Dazu Muscheln und Tapas in der Calle Santo Domingo, ein Wermut vor dem Essen und als Mitbringsel Turrón aus dem nahen Jijona oder Schokolade aus Villajoyosa. Reis wird mittags gegessen und ab zwei Personen bestellt.
Warum stehen in Benidorm so viele Hochhäuser?
Weil die Stadt sich 1956 einen Bauplan gab, der Höhe erlaubte, dafür aber große Abstände und Grünflächen um jedes Gebäude verlangte. Aus dem Fischerdorf wurde so eine vertikale Stadt, die auf sehr wenig Fläche sehr viele Betten unterbringt. Heute wird dieses Modell von Stadtforschern als vergleichsweise flächensparende Form des Massentourismus diskutiert.

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BenidormZwischen zwei kilometerlangen Sandbögen schiebt sich ein weiß gekalkter Felssporn ins Meer, und dahinter steht die dichteste Hochhauskulisse des Mittelmeers.

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