Region · Spanien

Balearen

Vier Inseln, vier Geschwindigkeiten: Mallorcas Gebirgsküste, Ibizas weiße Altstadt, Menorcas stille Calas und Formenteras flacher Sandsaum.

17 Städte158 Sehenswürdigkeiten117 Hotels
Überblick

Deine Balearen auf einen Blick

Beste Reisezeit
Mai–Juni & September–Oktober (Baden bis Oktober)
Anreise
Direktflug nach Mallorca, Ibiza, Menorca; Fähre ab Festland
Sprache
Katalanisch (Mallorquí, Eivissenc, Menorquí) & Spanisch
Formentera
Nur per Fähre ab Ibiza, Überfahrt ca. 30 Minuten
UNESCO-Erbe
Serra de Tramuntana · Dalt Vila · Menorca-Biosphäre
Inselgruppe
Gimnesias (Mallorca/Menorca) & Pitiusas (Ibiza/Formentera)
Die Region

Was Balearen ausmacht

Die Balearen bündeln auf vier Inseln, was sonst ganze Länder verteilen: Auf Mallorca fällt die Serra de Tramuntana als UNESCO-Kulturlandschaft ins Meer, während im Osten Buchten wie Cala Agulla bei Cala Ratjada und der lange Naturstrand Es Trenc im Süden warten. Ibiza stapelt seine befestigte Altstadt Dalt Vila über den Hafen und tauscht nachts Ruhe gegen Bass, Menorca schützt als Biosphärenreservat 185 Kilometer Küstenpfad und türkise Calas, und Formentera ist eine halbe Fährstunde entfernt die Insel für Barfußtage. Dazwischen: Palma mit gotischer Kathedrale und Marktkultur, Fähren statt Autobahnen, Ensaimada zum Frühstück und ein Klima, das von der Mandelblüte im Februar bis zum warmen Meer im Oktober reicht.

Reiseführer

Balearen von A bis Z

Aktualisiert August 2026

Wenn die Maschine über die Bucht von Palma eindreht, siehst du zuerst die Kathedrale über dem Wasser, dann die Windmühlen von Es Jonquet – und hinter der Stadt schiebt sich die Serra de Tramuntana als blaugraue Wand in den Dunst. Die Balearen sind kein einzelnes Reiseziel, sondern vier Inseln mit vier Temperamenten – Mallorca mit Gebirge und hundert Buchten, Ibiza zwischen Welterbe-Altstadt und Clubkultur, Menorca als geschütztes Biosphärenreservat und Formentera, wo das Tempo auf Fahrradgeschwindigkeit fällt. Dieser Guide sortiert sie dir, Insel für Insel, mit Fähren und Stränden und der ehrlichen Frage, welche zu dir passt.

Sehenswürdigkeiten

Mallorca Sehenswürdigkeiten – von der Kathedrale in Palma de Mallorca bis zum Cap Formentor

Morgens um neun, bevor die Ausflugsbusse kommen, hast du die Kathedrale La Seu fast für dich – und das Licht fällt durch die große Fensterrose auf den Boden des Hauptschiffs.

Palma de Mallorca ist der logische Auftakt: Die Kathedrale La Seu thront direkt über der Bucht, ihre gotische Fensterrose gehört mit rund 13 Metern Durchmesser zu den größten der Welt, und im Inneren hat Antoni Gaudí Anfang des 20. Jahrhunderts den Baldachin über dem Altar gestaltet. Kauf das Ticket online und komm zur Öffnung – gegen Mittag schieben sich die Kreuzfahrtgruppen durchs Hauptschiff. Danach lohnt die Altstadt dahinter: Patios hinter schmiedeeisernen Toren, das Arabische Bad Banys Àrabs und die Shopping-Achse Passeig del Born bis hinunter zum Hafen.

Zweiter Pflichttermin ist die Fahrt mit dem Roten Blitz: Der historische Holzzug Tren de Sóller rumpelt seit 1912 von Palma durch dreizehn Tunnel über die Berge nach Sóller, von dort bringt dich eine offene Straßenbahn weiter zum Hafen. In Sóllers Talkessel wachsen Orangen- und Zitronenhaine zwischen Steinhäusern, und der Marktplatz mit der Kirche Sant Bartomeu ist einer der stimmungsvollsten Plätze der Insel. Wer lieber fährt, nimmt die Ma-11 durch den Tunnel – seit 2017 mautfrei – und spart eine Stunde.

Im Norden zieht das Cap Formentor alle Blicke auf sich: Die Serpentinenstraße zum Leuchtturm an der Nordspitze gehört zu den spektakulärsten Strecken des Mittelmeers, der Aussichtspunkt Mirador Es Colomer hängt rund 230 Meter über dem Wasser. Beachte die sommerliche Zufahrtsregelung: In der Hochsaison ist die Straße ab Port de Pollença tagsüber für private Pkw gesperrt, dann fährst du mit dem Shuttlebus. Dazu passen Pollença mit seiner 365-stufigen Kalvarienbergtreppe und Alcúdias von einer begehbaren Stadtmauer umschlossene Altstadt.

Der Osten kontert mit Unterwelt und Küste: Die Coves del Drac bei Porto Cristo führen an einem der größten unterirdischen Seen Europas vorbei, klassisch mit kurzem Konzert auf Booten – Tickets vorab buchen, die Zeitfenster sind in den Ferien schnell weg. Oberirdisch reihen sich das Castell de Capdepera, der Leuchtturm von Cala Ratjada und im Südosten der Naturpark Mondragó mit seinen zwei Buchten. Und für den klassischen Postkartenblick fährst du nach Sant Elm und schaust auf die unbewohnte Felseninsel Sa Dragonera.

Sehenswürdigkeiten in Balearen

Alle 158 Sehenswürdigkeiten
Serra de Tramuntana

Serra de Tramuntana: Wandern und Bergdörfer im Welterbe

Hinter Valldemossa riecht es nach Pinien und warmem Kalkstein, Schafsglocken klingeln irgendwo unterhalb der Terrassenmauern – und das Meer liegt 400 Meter tiefer im Gegenlicht.

Serra de Tramuntana: Wandern und Bergdörfer im Welterbe
Serra de Tramuntana

Die Serra de Tramuntana zieht sich fast 90 Kilometer an Mallorcas Nordwestküste entlang und steht seit 2011 als Kulturlandschaft auf der UNESCO-Liste – nicht wegen einzelner Gipfel, sondern wegen des Zusammenspiels aus Trockensteinmauern, Bewässerungskanälen aus maurischer Zeit und Oliventerrassen, die seit Jahrhunderten bewirtschaftet werden. Der höchste Punkt, der Puig Major, misst 1.436 Meter und trägt eine Radarstation; der höchste frei besteigbare Gipfel ist der Puig de Massanella mit 1.365 Metern.

Die Dörfer sind der eigentliche Grund zu kommen: Valldemossa mit der Kartause, in der Frédéric Chopin und George Sand den Winter 1838/39 verbrachten, Deià, das sich als Künstlerdorf um einen Kirchhügel windet – der Schriftsteller Robert Graves lebte und liegt hier begraben –, und Fornalutx, dessen Steingassen sich oberhalb von Sóller den Hang hinaufstapeln. Komm früh oder bleib über Nacht: Zwischen 11 und 17 Uhr schieben sich in Valldemossa die Tagesgruppen durch die Hauptgasse, danach gehören die Dörfer wieder den Bewohnern.

Wandernd erschließt du die Serra über die GR221, die Ruta de Pedra en Sec – die Trockensteinroute quert das Gebirge in mehreren Etappen von Port d'Andratx bis Pollença, mit staatlichen Refugis als Übernachtungsstationen, die du vorab reservieren solltest. Wer nur einen Tag hat, nimmt die Schlucht des Torrent de Pareis bei Sa Calobra oder den Aufstieg zum Kloster Lluc, dem geistlichen Zentrum der Insel. Beste Wanderzeit ist Oktober bis Mai; im Hochsommer sind die Südhänge schattenlos und die Hitze wird ernst.

Mit dem Auto ist die Ma-10 von Andratx nach Pollença eine der großen Panoramastraßen Europas – aber unterschätz sie nicht: schmale Fahrbahn, Radrennfahrer in Pulks und im Frühjahr Reisebusse an jeder Ausweichstelle. Plane für die komplette Strecke einen ganzen Tag mit Stopps am Mirador de Ses Ànimes bei Banyalbufar und in Estellencs. Die Abfahrt nach Sa Calobra – zwölf Kilometer Serpentinen inklusive der berühmten 270-Grad-Krawattenknoten-Kurve – fährst du am besten vor 10 Uhr, bevor die Busse kommen.

Strände & Buchten

Mallorca Strände – Es Trenc, Cala Ratjada und die Buchten des Ostens

In der Cala Agulla stehen die Kiefern bis an den Sand, das Wasser schimmert in drei Blautönen übereinander – und wer die zwanzig Minuten vom Parkplatz läuft, wird mit dem leereren Ende belohnt.

Der Süden gehört Es Trenc: gut zwei Kilometer heller Sand zwischen Ses Covetes und Colònia de Sant Jordi, dahinter Dünen und die Salinen, in denen noch Flor de Sal geschöpft wird – kein Hotel direkt am Strand, dafür Naturschutzstatus und karibisch flaches Wasser. Die Parkplätze kosten in der Saison Gebühr und sind mittags voll; komm vor zehn oder ab 17 Uhr. Ganz anders die Playa de Palma: sechs Kilometer bewirtschafteter Stadtstrand zwischen Can Pastilla und S'Arenal, mit Radweg, Balnearios und kurzen Wegen vom Flughafen.

Der Nordosten um Cala Ratjada ist die beste Mischung aus Strand und Ort: Die Cala Agulla liegt als geschützte Sandbucht im Kiefernwald, die kleinere Cala Gat versteckt sich hinterm Hafen, und der Ort selbst hat sich seine Fischerhafen-Struktur samt Promenade zum Leuchtturm bewahrt – seit Jahrzehnten die Lieblingsecke deutscher Stammgäste, ohne dabei zur Kulisse zu verkommen. Weiter südlich reihen sich Cala Millor mit langem, flach abfallendem Familienstrand und die Doppelbucht von Cala d'Or an der Marina.

Für die Postkartenbuchten fährst du in den Südosten: Caló des Moro und die benachbarte Cala s'Almunia bei Santanyí sind winzig, steil erreichbar und in der Hochsaison ab Vormittag überlaufen – wenn du sie sehen willst, sei um acht dort. Entspannter ist der Naturpark Mondragó mit den Buchten S'Amarador und Cala Mondragó, verbunden durch einen Küstenpfad durch Pinien. Im Norden liegt die Playa de Muro an der Bucht von Alcúdia: vier Kilometer feiner Sand, ideal mit Kindern, weil das Wasser hundert Meter weit hüfttief bleibt.

Zwei Praxisregeln für alle Strände: Erstens weht auf den Balearen fast immer irgendwo ablandiger oder auflandiger Wind – an der Nordküste kann die Tramuntana das Baden kippen, während im Süden Flaute herrscht; ein Blick auf die Windrichtung am Morgen entscheidet die Strandwahl. Zweitens sind die schönsten Calas bewusst unerschlossen: kein Kiosk, keine Liegen, wenig Schatten. Nimm Wasser, Schirm und Schuhe für die Trampelpfade mit – und lass nichts im Mietwagen zurück, die Parkplätze abgelegener Buchten sind beliebte Ziele für Autoknacker.

Ibiza

Ibiza zwischen Dalt Vila, Hippiemärkten und stillen Buchten

Um sieben Uhr abends färbt sich die Festungsmauer der Dalt Vila honiggelb, unten im Hafen legen die Formentera-Fähren an – und von den Clubs ist noch nichts zu hören.

Ibiza zwischen Dalt Vila, Hippiemärkten und stillen Buchten
Ibiza

Ibiza ist viel mehr als seine Clubnächte, und die Insel zeigt es dir gleich in der Hauptstadt: Die Dalt Vila, die von Renaissance-Bastionen umschlossene Oberstadt von Eivissa, steht seit 1999 auf der UNESCO-Liste – gemeinsam mit den Posidonia-Seegraswiesen vor der Küste, die das Wasser hier so klar filtern. Der Aufstieg durch das Portal de ses Taules zur Kathedrale dauert eine Viertelstunde und lohnt am späten Nachmittag, wenn die Gassen im Schatten liegen und sich der Blick bis Formentera öffnet.

Das Hippie-Erbe der Insel lebt auf den Märkten weiter: Mittwochs füllt der große Markt von Punta Arabí bei Es Canar Hunderte Stände, samstags ist Las Dalias bei Sant Carles die stimmungsvollere Adresse – Kunsthandwerk, Livemusik, Adlib-Mode in Weiß. Im Inselinneren und Norden findest du das andere Ibiza: das Bergdorf Sant Joan, rote Feldwege zwischen Johannisbrotbäumen und Buchten wie Cala d'en Serra oder Benirràs, wo sonntags zum Sonnenuntergang die Trommler zusammenkommen.

Die Westküste inszeniert den Sonnenuntergang wie kein zweiter Ort im Mittelmeer: In Sant Antoni füllt sich der Sunset Strip um das legendäre Café del Mar ab 19 Uhr, wer es ruhiger mag, fährt zu den Klippen von Cala Comte oder Cala d'Hort – dort versinkt die Sonne hinter Es Vedrà, dem 380 Meter hohen Felsen, um den sich mehr Mythen ranken als um jeden anderen Ort der Balearen. Danach beginnt, je nach Reisestil, entweder das Abendessen im Fischerhaus von Sa Caleta oder die Nacht in den Clubs zwischen Eivissa und Platja d'en Bossa.

Für die Basis gilt: Eivissa und Platja d'en Bossa für Nachtleben und kurze Wege, Sant Antoni für Sonnenuntergänge und Bootsausflüge, Santa Eulària des Riu für Familien und alle, die abends Promenade statt Bass wollen. Die Entfernungen sind klein – kein Ort liegt mehr als 40 Minuten vom Flughafen –, aber die Busverbindungen quer über die Insel sind dünn; für die Buchten des Nordens brauchst du einen Mietwagen. Und rechne im Juli und August mit Ibiza-Preisen: Die Insel ist in der Hochsaison die teuerste der Balearen.

Menorca

Menorca – die langsame Schwester der Balearen

Auf dem Camí de Cavalls knirscht roter Sand unter den Schuhen, hinter der nächsten Steinmauer weiden Kühe – und dann öffnet sich der Pfad auf eine Bucht, in der nur zwei Segelboote ankern.

Menorca – die langsame Schwester der Balearen
Menorca

Menorca hat sich dem Bauboom der Nachbarinseln weitgehend verweigert – seit 1993 ist die gesamte Insel UNESCO-Biosphärenreservat, und das spürst du überall: keine Hochhausriegel, dafür Weideland hinter Trockensteinmauern, zwei gemütliche Städte an den Inselenden und dazwischen gut hundert Strände und Calas. Wer Mallorca zu voll und Ibiza zu laut findet, ist hier richtig. Die Anreise läuft über den Flughafen bei Maó – aus Deutschland im Sommer direkt, im Winter meist mit Umstieg in Palma oder Barcelona.

Die Südküste liefert die berühmten Bilder: Cala Macarella und die kleinere Macarelleta, Cala Turqueta und Son Saura liegen als türkise Halbmonde zwischen weißen Kalkfelsen und Pinien. Im Sommer sind die Zufahrten reguliert – zur Macarella fährst du dann mit dem Bus ab Ciutadella oder läufst den Küstenpfad von Cala Galdana in einer guten halben Stunde. Cala Galdana selbst ist der einzige größere Badeort dieser Küste und mit seinem geschützten, flachen Wasser eine gute Familienbasis. Die Nordküste um Fornells ist rauer, rötlicher und windiger – Kitesurfer und Wanderer haben sie für sich.

Der Camí de Cavalls, der alte Küsten-Reitweg, umrundet die ganze Insel: 185 Kilometer in 20 ausgeschilderten Etappen, als GR223 markiert und in Tagesabschnitten wanderbar – die Etappen zwischen Ciutadella und Cala Galdana gehören zu den schönsten Küstenwanderungen Spaniens. Dazu kommt eine Zeitschicht, die es nur hier gibt: die Talayot-Kultur, deren Steintürme, Taulas und Grabbauten seit 2023 als 'Talayotisches Menorca' UNESCO-Welterbe sind. Die Naveta des Tudons bei Ciutadella, ein kieloben liegendes Steinschiff aus der Bronzezeit, ist der bekannteste Bau.

Die beiden Städte teilen sich die Rollen: Maó im Osten sitzt über einem der größten Naturhäfen des Mittelmeers – knapp fünf Kilometer tief –, mit britisch geprägten Fassaden, Gin-Destillerie Xoriguer am Hafen und Bootstouren durch die Bucht. Ciutadella im Westen ist die schönere Altstadt: Arkadengassen, Adelspaläste und ein schmaler Hafenkanal voller Restaurants. Kulinarisch merkst du dir zwei Namen: Caldereta de Langosta, der Langusteneintopf aus Fornells, und der würzige Mahón-Käse mit DOP-Siegel, den du direkt ab Hof kaufst.

Formentera

Formentera – Barfußinsel zwischen Ses Illetes und La Mola

Die Fähre braucht eine halbe Stunde ab Eivissa, dann rollst du den Mietroller von der Rampe – und ab der ersten Kurve hinter La Savina riecht die Luft nach Salz, Rosmarin und heißem Asphalt.

Formentera – Barfußinsel zwischen Ses Illetes und La Mola
Formentera

Formentera hat keinen Flughafen, und genau das rettet die Insel: Wer kommen will, nimmt praktisch immer die Fähre ab Ibiza-Stadt – Schnellboote brauchen rund 30 Minuten, mehrere Reedereien fahren im Sommer fast im Halbstundentakt bis in den Abend; dazu gibt es im Sommer einzelne Direktfähren ab Dénia auf dem Festland. Im Hafenort La Savina stehen die Vermieter für Fahrräder, Roller und kleine Elektroautos direkt an der Mole; mehr Fahrzeug braucht es nicht, die Insel misst von Küste zu Küste kaum 20 Kilometer. Wer nur einen Tagesausflug macht, sollte die Rückfahrt vorab buchen – die letzten Boote sind im August voll.

Der Strand, für den alle kommen, ist Ses Illetes im Norden: eine schmale Sandzunge im Naturpark Ses Salines, mit flachem, türkis leuchtendem Wasser auf beiden Seiten – das Posidonia-Seegras vor der Küste, Teil des UNESCO-Welterbes, hält das Wasser hier so klar. Die Zufahrt in den Naturpark kostet im Sommer Gebühr, und ab Mittag ankern die Ausflugsboote aus Ibiza in Reihe. Ruhiger sind die Playa de Migjorn, die sich fünf Kilometer an der Südküste entlangzieht und zwischen den Felsabschnitten immer eine leere Sandtasche bietet, und Cala Saona im Westen zum Sonnenuntergang.

Abseits der Strände ist Formentera ein Hochplateau mit zwei Leuchttürmen: Im Osten steigt die Straße in Serpentinen zur Hochfläche von La Mola, wo der Leuchtturm an der Steilküste steht – Jules Verne hat ihn in einem Roman verewigt, eine Stele erinnert daran. Am Mittwoch- und Sonntagnachmittag füllt sich der kleine Kunsthandwerkermarkt von El Pilar de la Mola. Im Süden hält der Leuchtturm von Cap de Barbaria die Gegenrichtung: karge Steinwüste, ein einsamer Torre und der wohl stillste Sonnenuntergang der Balearen. Dazwischen liegen Sant Francesc mit Dorfplatz und Boutiquen und der Salzsee Estany Pudent, an dem im Herbst Flamingos rasten.

Formentera funktioniert in zwei Geschwindigkeiten: als Tagesausflug ab Ibiza – morgens Ses Illetes, mittags Fisch in Es Pujols oder am Migjorn, nachmittags La Mola, abends zurück – oder als eigene Reise von drei, vier Tagen, für die du im Sommer früh buchen musst, denn die Betten sind knapp und nicht billig. Der Reiz liegt im Rhythmus: Radwege statt Staus, die 'Rutas Verdes' genannten Feldwege durchziehen die ganze Insel, und nach 18 Uhr, wenn die Tagesboote weg sind, gehören die Strände wieder denen, die bleiben.

Inselhopping & Route

Inselhopping auf den Balearen: die beste Route für 10 bis 14 Tage

Die Fähre aus Alcúdia schiebt sich am Morgen aus der Bucht, achtern versinkt die Tramuntana im Dunst – und eine gute Stunde später wächst voraus schon Menorcas flache Küstenlinie aus dem Meer.

Die Grundroute für zwei Wochen sieht so aus: Einflug nach Palma, drei bis vier Tage Mallorca mit Stadt, Tramuntana und einer Bucht deiner Wahl. Dann die Fähre von Alcúdia nach Ciutadella – die Schnellfähren brauchen für den Sprung nach Menorca gut ein bis anderthalb Stunden – und drei, vier Tage Calas und Camí de Cavalls. Zurück nach Mallorca und weiter mit der Fähre von Palma nach Ibiza-Stadt, alternativ fliegst du die kurze Strecke. Ibiza bekommt drei Tage, Formentera per 30-Minuten-Boot mindestens einen ganzen – besser zwei mit Übernachtung. Rückflug ab Ibiza, damit du nicht zurück nach Palma musst.

Ein paar Fährregeln ersparen dir Frust: Die Verbindungen Alcúdia–Ciutadella und IbizaFormentera laufen ganzjährig – im Sommer dicht getaktet, im Winter teils mit nur wenigen Abfahrten pro Tag –, die Strecke Palma–Maó dagegen fährt deutlich seltener – plane Menorca deshalb über Alcúdia an oder zurück. Buche Sommerfähren mit Sitzplatz ein paar Tage im Voraus, mit Fahrzeug deutlich früher. Ein Mietwagen darf in der Regel nicht von Insel zu Insel: Du gibst ihn ab und mietest auf der nächsten neu – das ist meist ohnehin günstiger als die Fahrzeugmitnahme auf der Fähre. Bei starker Tramuntana im Norden können Abfahrten ausfallen; leg zwischen Fähre und Rückflug einen Puffertag.

Wer nur eine Woche hat, hoppt nicht, sondern kombiniert klug: entweder Mallorca solo – die Insel füllt mit Palma, Tramuntana, Norden und Südosten locker sieben Tage – oder das Doppel Ibiza plus Formentera, das ohne einen einzigen Flugwechsel funktioniert. Auch Menorca trägt eine ganze Woche, wenn du wandern und baden willst. Der klassische Fehler ist die Vier-Inseln-Woche: Du verbringst dann mehr Zeit an Fähranlegern und Mietwagenschaltern als am Wasser. Faustregel: pro Insel mindestens drei Nächte, sonst streichen.

Zur Reisezeit fürs Hopping: Mai, Juni und September sind ideal – alle Fähren fahren, die Refugis und Landhotels haben offen, aber die August-Vollauslastung fehlt. Im Juli und August funktioniert die Route auch, nur eben mit vollen Booten, Zufahrtssperren an Buchten wie Macarella und Caló des Moro und Hochsaisonpreisen auf Ibiza und Formentera. Von November bis März dünnen die Verbindungen aus und viele Strandorte machen komplett zu – dann ist ein reiner Mallorca-Trip mit Palma und Wanderungen die bessere Idee als eine Vier-Insel-Tour gegen den Fahrplan.

Unterkünfte

Hotel, Finca oder Ferienwohnung – so wohnst du auf den Balearen

Abends auf der Finca-Terrasse zirpen die Grillen im Mandelhain, im Pool steht noch die Tageswärme – und das nächste Dorf mit Marktplatz und Bar liegt fünf Autominuten entfernt.

Die Finca ist Mallorcas Antwort auf das toskanische Landhaus: ein Natursteinhaus zwischen Mandel- und Olivenbäumen, meist mit Pool, oft im stillen Inselinneren um Orte wie Santanyí, Campos, Artà oder Selva. Sie ist die beste Wahl für alle, die morgens Buchten abklappern und abends selbst grillen wollen – aber sie verlangt zwingend einen Mietwagen, und die guten Häuser für Juli und August sind oft schon im Winter vergeben. Lies die Lage genau: 'ländlich ruhig' bedeutet gern zwei Kilometer Feldweg, und nicht jeder Pool ist im April schon beheizt.

Hotels spielen ihre Stärke an zwei Enden aus: In Palma wohnst du in Boutique-Häusern in der Altstadt und hast Kathedrale, Tapasbars und Nachtleben zu Fuß – ideal für Städtetage und Nebensaison, wenn das Strandprogramm wegfällt. An den Küsten dominieren die Resorts: Playa de Palma und Cala Millor für klassischen Strandurlaub, Alcúdia und Playa de Muro mit ihren flachen Stränden für Familien, Cala Ratjada und Cala d'Or für die Mischung aus Bucht, Hafen und Abendpromenade. Halbpension lohnt vor allem mit Kindern; in den Orten selbst isst du abends aber meist besser als am Buffet.

Auf den Nachbarinseln verschieben sich die Regeln: Ibiza ist im Juli und August die teuerste Insel Spaniens – wer nicht fürs Nachtleben kommt, wohnt in Santa Eulària oder im Norden deutlich ruhiger und günstiger als in Eivissa oder Platja d'en Bossa. Menorca setzt auf Landhotels, sogenannte Agroturismos, zwischen Weiden und Trockenmauern sowie Ferienanlagen um Cala Galdana und Son Bou. Auf Formentera sind Betten strukturell knapp: kleine Hostals, Apartments und wenige Hotels – wer im Sommer übernachten will, bucht Monate im Voraus oder weicht auf Juni und September aus.

Zwei Planungsregeln zum Schluss: Erstens gilt auf den Balearen eine Übernachtungssteuer, die pro Person und Nacht an der Rezeption fällig wird – ein paar Euro, in der Nebensaison reduziert, aber bei zwei Wochen Familie spürbar, also einkalkulieren. Zweitens entscheidet der Standort mehr als der Stern: Auf Mallorca liegt zwischen deinem Hotel im Südosten und dem Cap Formentor schnell eineinhalb Stunden Fahrt. Wähle die Basis nach deinem Programm – Nordosten für Buchten und Tramuntana-Nähe, Süden für Es Trenc und Palma, oder teile den Aufenthalt in zwei Stationen.

Hotels in Balearen

Alle 117 Hotels

Ferienhäuser & Villen mit Pool

Die beliebteste Wahl in der Region — privates Ferienhaus oder Villa mit Pool, oft mitten in den Weinbergen.

Agriturismi & Weingüter

Urlaub auf dem Land: übernachten auf einem Weingut oder Bauernhof, mit Wein und Öl aus eigener Ernte.

Essen & Trinken

Essen und Trinken auf den Balearen

Im Celler, dem alten Weinkeller-Restaurant, stehen die Fässer noch an der Wand, und die Wirtin stellt ohne Bestellung Oliven, Brot und Aioli auf den Tisch, bevor du die Karte aufschlägst.

Mallorcas Küche ist Bauernküche mit Meeresrand: Pa amb oli – Brot mit Öl, Tomate, Käse oder Schinken – ist der Standard-Snack, die weiche, paprikarote Streichwurst Sobrassada das wichtigste Erzeugnis der Insel, und das Gemüsegericht Tumbet schichtet Kartoffeln, Auberginen und Paprika unter Tomatensauce. In den Cellers von Inca und Sineu isst du Spanferkel und Arròs Brut, die 'schmutzige' Reissuppe mit Fleisch und Innereien. Süß endet alles mit der Ensaimada, der schmalzgebackenen Hefeschnecke – als Mitbringsel kaufst du sie am Flughafen in der Achteck-Schachtel, besser aber in einer Backstube in Palma.

Jede Insel hat ihre Spezialität, für die sich der Umweg lohnt: Auf Menorca ist es die Caldereta de Langosta, der Langusteneintopf, den die Restaurants am Hafen von Fornells zelebrieren – teuer, aber ein Essen, das einen ganzen Abend trägt –, dazu der würzige Mahón-Käse und der Gin Xoriguer, den du als Pomada mit Zitronenlimonade trinkst. Ibiza kocht Bullit de Peix, Fischeintopf mit Safranreis als zweitem Gang, und backt Flaó, den Käsekuchen mit Minze. Auf Formentera gehört Peix Sec, getrockneter Fisch im Salat, zur Tradition der Fischerfamilien.

Die Märkte sind der beste Einstieg: In Palma versorgt dich der Mercat de l'Olivar mit Fisch, Obst und Tapastresen, der Mercat de Santa Catalina ist die kleinere Feinschmecker-Variante im Ausgehviertel. Auf dem Land haben die Wochenmärkte feste Tage – Sineu mittwochs mit Viehmarkt, Santanyí samstags, Artà dienstags. Kauf, was Saison hat: Erdbeeren ab April, Aprikosen im Juni, Feigen und Mandeln im Spätsommer, Orangen aus dem Tal von Sóller den ganzen Winter. Dazu Flor de Sal aus den Salinen von Es Trenc und Olivenöl mit der Herkunftsbezeichnung Oli de Mallorca.

Beim Wein lohnt der Blick über den Hausvino hinaus: Mallorca hat mit Binissalem und Pla i Llevant zwei eigene DO-Gebiete, in denen einheimische Sorten wie Manto Negro und Callet wachsen – viele Weingüter um Binissalem und Felanitx bieten Proben an, meist mit Anmeldung. Und stell dich auf den Inselrhythmus ein: Mittagessen läuft von 13.30 bis 16 Uhr, abends füllen sich die Restaurants nicht vor 20.30 Uhr, und in den Dörfern schließen Läden über die Siesta von etwa 14 bis 17 Uhr. Wer um 18 Uhr Hunger hat, überbrückt mit Tapas an der Bar – das ist keine Notlösung, sondern das Konzept.

Restaurants in Balearen

Alle 138 Restaurants
Anreise & Mobilität

Anreise auf die Balearen – Flüge, Fähren und Mietwagen

Zwei Stunden nach dem Start in Frankfurt kippt die Maschine über der Bucht von Palma in die Kurve – Son Sant Joan ist einer der meistangeflogenen Ferienflughäfen Europas, und das merkt man den Preisen an: Wer flexibel ist, fliegt günstig.

Palma de Mallorca (PMI) ist das Drehkreuz der Balearen: Direktflüge starten von praktisch jedem deutschen Flughafen, die Flugzeit liegt bei rund zwei bis zweieinhalb Stunden, und außerhalb der Ferienspitzen gibt es die Strecke oft zu Budget-Preisen. Ibiza (IBZ) wird im Sommer aus vielen deutschen Städten direkt angeflogen, im Winter meist über Palma, Barcelona oder Madrid. Menorca (MAH) hat im Sommer einzelne Direktverbindungen, sonst steigst du um. Formentera hat keinen Flughafen – die Insel erreichst du praktisch nur per Fähre ab Ibiza-Stadt; im Sommer legen zusätzlich einzelne Direktfähren ab Dénia an.

Vom Flughafen Palma bringt dich der Bus A1 ins Zentrum und die Linie A2 zur Playa de Palma; für die Resorts im Osten und Norden der Insel fahren Umsteigeverbindungen ab der Estació Intermodal, mit Koffern und Kindern ist der Transfer oder Mietwagen aber die realistischere Wahl. Auf der Insel selbst funktioniert der öffentliche Verkehr besser als sein Ruf: Die Bahn fährt von Palma nach Inca, Sa Pobla und Manacor, der Rote Blitz nach Sóller, und das TIB-Busnetz verbindet die Küstenorte – nur die Tramuntana-Dörfer und abgelegene Buchten bleiben ohne Auto mühsam.

Beim Mietwagen entscheidet der Buchungszeitpunkt: Außerhalb der Sommerferien bekommst du Kleinwagen ab etwa 25 bis 35 Euro pro Tag, im August können sich die Preise vervielfachen und die Flotten sind schlicht ausgebucht – reserviere für Juli und August möglichst Monate im Voraus. Nimm die kleinste Klasse, die dein Gepäck fasst: In den Altstadtgassen von Pollença, auf der Ma-10 und an den Miniparkplätzen der Calas ist klein ein handfester Vorteil. Achte auf die Tankregelung 'voll/voll' und fotografiere den Wagen bei Übernahme – die Inselvermieter rechnen Kratzer gern streng ab.

Die Fähren sind das Bindegewebe des Archipels – und eine echte Anreise-Alternative: Ab Barcelona, Valencia und Dénia laufen Fähren nach Palma, Alcúdia, Maó und Ibiza, teils über Nacht mit Kabine, sodass du das eigene Auto mitbringen kannst. Zwischen den Inseln gilt: Alcúdia–Ciutadella in gut ein bis anderthalb Stunden, Palma–Ibiza je nach Schiff in zwei bis vier, Ibiza–Formentera in rund 30 Minuten. Buche Sommerüberfahrten mit Fahrzeug früh und rechne bei starkem Nordwind mit Verspätungen oder Ausfällen – zwischen Fähre und Rückflug gehört immer ein Puffer.

Mietwagen

Die schönsten Orte liegen abseits von Bahn und Bus — mit dem Mietwagen bist du flexibel.

Städte & Basisorte

Die schönsten Städte in Balearen – und welche Basis zu dir passt

Palma de MallorcaPalma de MallorcaKathedrale über der Bucht, Altstadt-Patios, Markthallen und das Ausgehviertel Santa Catalina – Palma ist eine echte Städtereise-Adresse, die auch im Winter funktioniert. Vom Flughafen bist du in 15 Minuten da.Ideal für: Stadt & Kultur2–3 TageAlcúdiaAlcúdiaUmmauerte Altstadt mit großem Wochenmarkt, davor die flache Bucht mit der Playa de Muro – die klassische Familienbasis im Norden, mit Cap Formentor und Tramuntana in Reichweite.Ideal für: Familien & Strand5–7 TageCala RatjadaCala RatjadaFischerhafen mit Promenade zum Leuchtturm, die Cala Agulla im Kiefernwald vor der Tür und abends Leben ohne Ballermann-Lautstärke – seit Jahrzehnten die Lieblingsecke deutscher Stammgäste im Nordosten.Ideal für: Strand & Hafenort5–7 TageCala d'OrCala d'OrWeiß getünchte Ferienarchitektur um mehrere fjordartige Buchten und eine große Marina – gute Basis für den Südosten mit Mondragó-Naturpark, Santanyí-Markt und den Postkartenbuchten um Caló des Moro.Ideal für: Buchten-Basis5–7 TagePlaya de Palma / El ArenalPlaya de Palma / El ArenalSechs Kilometer Stadtstrand mit Radweg und kurzem Flughafentransfer – tagsüber Sport und Familienprogramm, abends je nach Abschnitt ruhig oder feierlaut. Palma liegt eine Busfahrt entfernt.Ideal für: Strand & kurze Wege4–7 TageIbiza-Stadt (Eivissa)Ibiza-Stadt (Eivissa)Die Welterbe-Festung Dalt Vila über dem Hafen, Marina, Restaurants und die kürzesten Wege zu Clubs und Formentera-Fähre – Eivissa verbindet Kultur und Nachtleben wie kein zweiter Ort der Balearen.Ideal für: Kultur & Nachtleben2–4 TageSant Antoni de PortmanySant Antoni de PortmanySunset Strip mit Café del Mar, Bootsausflüge zu den Westküsten-Buchten wie Cala Comte und ein junges Publikum – Sant Antoni ist Ibizas Sonnenuntergangs-Hauptstadt mit breitem Ausgeh-Angebot.Ideal für: Sonnenuntergänge & Feiern4–7 TageSanta Eulària des RiuSanta Eulària des RiuDas ruhige Ibiza: Promenade, Jachthafen, Familienstrände und der Hippiemarkt Las Dalias im Hinterland – wer die Insel ohne Clubprogramm will, wohnt hier am entspanntesten.Ideal für: Ruhiges Ibiza5–7 TageMaó (Mahón)Maó (Mahón)Menorcas Hauptstadt über einem fast fünf Kilometer tiefen Naturhafen: britisch geprägte Fassaden, die Gin-Destillerie Xoriguer und Bootstouren durch die Bucht – guter Startpunkt für den Inselosten.Ideal für: Hafenstadt & Genuss2–3 TageCiutadella de MenorcaCiutadella de MenorcaArkadengassen, Adelspaläste und ein schmaler Hafenkanal voller Restaurants – Menorcas alte Hauptstadt ist die schönste Altstadt der Insel und liegt den Süd-Calas wie Macarella am nächsten.Ideal für: Altstadt & Calas3–5 TageFormenteraFormenteraSes Illetes, Radwege durch Salinenlandschaft und der Leuchtturm von La Mola – die kleinste bewohnte Baleareninsel erreichst du nur per Fähre ab Ibiza, und genau das hält ihr Tempo niedrig.Ideal für: Barfuß & Entschleunigung2–4 Tage
Beste Reisezeit & Wetter

Beste Reisezeit für die Balearen: Wetter und Klima im Jahreslauf

Zwischen Mandelblüte im Februar und badewarmem Meer im Oktober spannt sich auf den Balearen ein langes Reisejahr – nur was du vorhast, entscheidet den Monat.

Das Balearen-Klima ist klassisch mediterran: milde, feuchte Winter, ein früh startendes Frühjahr, heiße, trockene Sommer um die 30 Grad und ein langer, warmer Herbst, in dem das Meer die Sommerwärme speichert – im Oktober hat das Wasser oft noch 22 Grad. Die Werte unten gelten für Palma; auf Menorca weht die Tramuntana spürbar öfter, Ibiza und Formentera sind im Sommer einen Tick heißer. Badesaison ist Juni bis Mitte Oktober, Wander- und Radzeit Oktober bis Mai.

Jan15°6°mild, vieles geschlossen
Feb16°6°Mandelblüte, still
Mär18°8°Radsaison startet
Apr20°10°grüne Insel, Wanderzeit
Mai24°13°warm, noch ruhig
Jun28°17°Badestart, lange Tage
Jul31°20°heiß, Hochsaison
Aug31°21°voll, Meer 26 Grad
Sep28°18°warmes Meer, leerer
Okt24°14°mild, Wandern & Baden
Nov19°10°ruhig, launisch
Dez16°7°still, mild

Beste Reisezeit · Balken = Tageshöchstwert

Die beste Reisezeit für die Balearen sind Mai, Juni, September und der frühe Oktober: warm genug zum Baden, kühl genug für Tramuntana-Wanderungen und den Camí de Cavalls, dazu fahren alle Fähren und die August-Preise fehlen. Der Hochsommer gehört den reinen Strandurlaubern – dann sind Zufahrten zu den bekanntesten Calas reguliert und Ibiza wie Formentera am teuersten. Für Radfahrer und Wanderer sind Februar bis April die stille Alternative mit Mandelblüte.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zu Balearen

Welche Baleareninsel passt zu welchem Urlaub?
Mallorca ist die vielseitigste: Gebirge, Buchten, Stadt und Familienstrände auf einer Insel. Ibiza steht für Nachtleben, Sonnenuntergänge und Boutique-Flair, Menorca für stille Calas, Wandern und Familien, Formentera für Barfuß-Strandtage ohne Programm. Wer zum ersten Mal kommt, startet mit Mallorca.
Wie viele Tage braucht man für die Balearen?
Für eine Insel reicht eine Woche gut – Mallorca füllt mit Palma, Tramuntana und Buchten auch zwei. Fürs Inselhopping über drei oder vier Inseln plane 10 bis 14 Tage und pro Insel mindestens drei Nächte, sonst verbringst du mehr Zeit an Fähranlegern als am Wasser.
Braucht man auf Mallorca einen Mietwagen?
Für Strandurlaub in einem Ort nicht zwingend – Bahn und TIB-Busse verbinden Palma mit vielen Küstenorten. Für die Tramuntana-Dörfer, abgelegene Calas und flexible Buchten-Tage schon: Buche für Juli und August Monate im Voraus, dann kosten Kleinwagen sonst ein Vielfaches oder sind ausgebucht.
Wie kommt man von Ibiza nach Formentera?
In der Regel per Fähre ab dem Hafen von Ibiza-Stadt: Schnellboote mehrerer Reedereien brauchen rund 30 Minuten und fahren im Sommer fast im Halbstundentakt bis in den Abend; im Sommer gibt es zusätzlich einzelne Direktfähren ab Dénia. Formentera hat keinen Flughafen; vor Ort mietest du in La Savina Fahrrad, Roller oder Kleinstwagen.
Gibt es eine Fähre zwischen Mallorca und Menorca?
Ja, die dichteste Verbindung läuft von Alcúdia im Norden Mallorcas nach Ciutadella – Schnellfähren brauchen gut ein bis anderthalb Stunden. Palma–Maó fährt deutlich seltener. Im Sommer solltest du Sitzplätze einige Tage, Fahrzeugmitnahme deutlich früher reservieren.
Wann ist die beste Reisezeit für die Balearen?
Mai, Juni, September und Anfang Oktober: 24 bis 28 Grad, badewarmes Meer ab Juni und wieder freie Straßen zu den Buchten. Juli und August sind heiß, voll und teuer, dafür maximal verlässlich fürs Baden. Februar bis April gehören Radfahrern, Wanderern und der Mandelblüte.
Welche Strände auf Mallorca sind die schönsten?
Es Trenc im Süden für den langen Naturstrand mit Dünen, Cala Agulla bei Cala Ratjada für Sand im Kiefernwald, der Naturpark Mondragó und Caló des Moro im Südosten für die Postkartenbuchten, Playa de Muro im Norden für flaches Familienwasser. Früh kommen lohnt überall – ab Mittag sind die kleinen Calas voll.
Ist Mallorca für Familien mit Kindern geeignet?
Sehr gut: Die Bucht von Alcúdia mit der Playa de Muro fällt extrem flach ab, viele Hotels sind auf Kinder eingestellt, und Ausflüge wie der Holzzug nach Sóller, die Coves del Drac oder das Castell de Capdepera funktionieren für alle Altersstufen. Die Flugzeit von gut zwei Stunden ist auch mit Kleinkindern machbar.
Was kostet ein Urlaub auf den Balearen?
Die Spanne ist groß: Mallorca deckt vom günstigen Pauschalpaket in der Nebensaison bis zur Luxus-Finca alles ab, Menorca liegt im Mittelfeld, Ibiza und Formentera sind im Juli und August die teuersten Ecken Spaniens. Dazu kommt die Übernachtungssteuer von wenigen Euro pro Person und Nacht. Mai, Juni und September drücken die Preise deutlich.
Lohnt sich die Serra de Tramuntana ohne Wanderung?
Ja – die Panoramastraße Ma-10 von Andratx nach Pollença, die Dörfer Valldemossa, Deià und Fornalutx, das Kloster Lluc und die Zugfahrt nach Sóller erschließen das Welterbe auch ohne Bergschuhe. Plane einen ganzen Tag, fahre früh los und rechne mit Radgruppen und Bussen auf der schmalen Strecke.
Ist Ibiza nur etwas für Partyurlaub?
Nein: Die Welterbe-Altstadt Dalt Vila, Hippiemärkte wie Las Dalias, stille Buchten im Norden und die Sonnenuntergänge an der Westküste tragen einen kompletten Urlaub ohne Clubnacht. Wer Ruhe sucht, wohnt in Santa Eulària oder im Inselnorden statt in Eivissa oder Platja d'en Bossa – und kommt außerhalb von Juli und August.
Kann man auf den Balearen im Oktober noch baden?
Meist ja: Das Meer speichert die Sommerwärme und liegt Anfang Oktober noch um 22 Grad, die Lufttemperatur erreicht tagsüber oft 24 Grad. Einzelne Herbststürme sind möglich, aber gerade die erste Oktoberhälfte gehört zu den entspanntesten Badewochen des Jahres – mit leeren Stränden und Nebensaisonpreisen.
Welche Bucht auf Menorca sollte man gesehen haben?
Cala Macarella mit der kleineren Macarelleta ist die berühmteste – türkises Wasser zwischen weißen Kalkfelsen. Im Sommer ist die Zufahrt reguliert: Du nimmst den Bus ab Ciutadella oder wanderst den Küstenpfad ab Cala Galdana in einer guten halben Stunde. Ähnlich schön und oft leerer sind Cala Turqueta und Son Saura.
Was muss man auf den Balearen gegessen haben?
Auf Mallorca Pa amb oli, Sobrassada, Tumbet und zum Abschluss eine Ensaimada; auf Menorca die Caldereta de Langosta aus Fornells, Mahón-Käse und Gin Xoriguer als Pomada; auf Ibiza den Fischeintopf Bullit de Peix und den Minz-Käsekuchen Flaó. Dazu Weine aus den mallorquinischen DO-Gebieten Binissalem und Pla i Llevant.
BalearenVier Inseln, vier Geschwindigkeiten: Mallorcas Gebirgsküste, Ibizas weiße Altstadt, Menorcas stille Calas und Formenteras flacher Sandsaum.

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