Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten auf Menorca
Die Sehenswürdigkeiten liegen nicht auf einer Achse aufgereiht, sondern verteilen sich über die ganze Insel – von der Me-1 aus erreichst du fast jede in unter zwanzig Minuten.
Der sinnvollste erste Programmpunkt ist der Monte Toro, mit 358 Metern der höchste Punkt Menorcas. Von Es Mercadal führt eine schmale, kurvige Straße hinauf auf den Gipfel, wo ein Wallfahrtskloster, eine große Christusstatue und eine Handvoll Antennenmasten stehen. Der Rundblick von dort erklärt die Insel in fünf Minuten: im Süden das flache Kalkplateau, zerlegt von kilometerlangen Trockenmauern in ein Netz aus Weiden und Feldern, im Norden die zerklüftete Küste mit der langgezogenen Bucht von Fornells, und bei klarer Luft am Horizont die Silhouette Mallorcas. Wer sich zu Beginn orientieren will, fährt hier hoch, bevor er die erste Bucht ansteuert.
Am Eingang des Naturhafens von Maó liegt die Fortaleza de La Mola, eine gewaltige Festungsanlage, die im 19. Jahrhundert unter Isabel II. in den Fels gesetzt wurde. Wälle, Kasematten, Gräben und Geschützstellungen ziehen sich über ein so weites Gelände, dass man auch nach zwei Stunden nicht alles gesehen hat; an heißen Tagen fehlt unterwegs jeder Schatten. Mitten im Hafenbecken liegt außerdem die Illa del Rei mit dem britischen Marinehospital des 18. Jahrhunderts, das nach Jahrzehnten als Ruine restauriert wurde und heute neben Museumsräumen auch eine Kunstgalerie samt Skulpturengarten beherbergt. Erreichbar ist die Insel nur per Boot, und die Verbindungen sind saisonal – prüfe die aktuellen Zeiten, bevor du an den Kai fährst.
Am westlichen Ende der Insel liegen zwei sehr unterschiedliche Steinorte fast nebeneinander an der Me-1. Líthica – Pedreres de s'Hostal ist ein stillgelegter Marès-Steinbruch, aus dessen ausgesägten Kammern seit den Neunzigern ein Ensemble aus Gärten, Terrassen und einem begehbaren Labyrinth geworden ist; an den senkrechten Wänden stehen noch die Rillen der Sägen, mit denen die Sandsteinblöcke herausgetrennt wurden. Ein paar Kilometer weiter östlich steht die Naveta des Tudons allein auf einem Feld hinter einer Trockenmauer: ein schiffsförmiges Grabmal der späten Bronzezeit, aus riesigen Blöcken ohne Mörtel gesetzt und das besterhaltene Navetengrab der Balearen.
Drei weitere Klassiker verteilen sich über Süden und Osten. Die Cova d'en Xoroi bei Cala en Porter ist eine in eine rund dreißig Meter hohe Steilküste hineingebaute Höhlenbar – tagsüber ein Aussichtsplatz über dem offenen Meer, abends ein Sundowner-Ort mit Musik und entsprechendem Andrang. Binibeca Vell sieht aus wie ein gewachsenes Fischerdorf, ist aber ein in den Siebzigern bewusst so entworfenes Feriendorf: ein Gewirr aus kalkweißen Gassen und Durchgängen, in dem allerdings Menschen wohnen. Nach anhaltenden Anwohnerprotesten ist der Zugang inzwischen auf ein festes Tagesfenster begrenzt und entsprechend ausgeschildert – prüfe die aktuelle Regelung, bevor du hinfährst, sonst stehst du vor abgesperrten Gassen. Und unten an der Kaikante von Maó lässt sich die Destilerías Xoriguer besichtigen: Verkaufsraum und Verkostungstheke liegen direkt am Hafenbecken, dahinter arbeitet die Brennerei weiter.






































