Stadt · Spanien

Cala Millor

Gegen sieben Uhr abends gehört die autofreie Promenade den Familien, den Radfahrern in Trikots und dem Geruch von gegrilltem Fisch, während die Bucht dahinter noch zwei Kilometer weit flach und beinahe still liegt.

3 Stadtviertel7 Sehenswürdigkeiten6 Hotels
Überblick

Deine Cala Millor-Reise auf einen Blick

Beste Reisezeit
Die beste Reisezeit für Cala Millor ist von Mai bis Juni und September bis Oktober: warmes Badewasser, mildes Wetter und ruhigere Strände als im Hochsommer. Juli und August sind heiß und sehr belebt, dafür mit vollem Ferienprogramm. Frühling und Herbst eignen sich besonders für Wanderungen am Punta de n'Amer und Ausflüge ins Hinterland.
Über Cala Millor

Reisen nach Cala Millor

Cala Millor liegt an Mallorcas Ostküste in der weit geöffneten Bucht von Son Servera und ist genau das, was der Name verspricht – ein Ort, der komplett um seinen Strand herum gebaut wurde. Die Platja de Cala Millor zieht sich knapp zwei Kilometer als flacher Bogen aus hellem, feinem Sand hin, davor läuft eine breite, autofreie Promenade, die im Norden ohne erkennbaren Bruch nach Cala Bona weitergeht und im Süden am Fuß der Halbinsel Punta de n'Amer endet. Verwaltungstechnisch teilen sich zwei Gemeinden den Ort, der nördliche Teil gehört zu Son Servera, der südliche zu Sant Llorenç des Cardassar, im Alltag merkst du davon nichts. Eine Altstadt gibt es nicht, denn Cala Millor ist ein Kind des Tourismus und in den Jahrzehnten des Ferienbooms zu seiner heutigen Größe gewachsen; das historische Gegengewicht liegt drei Kilometer landeinwärts in Son Servera mit der nie vollendeten, dachlosen Església Nova. Dafür ist das Umland stärker, als der Ortskern vermuten lässt: Im Süden schützt seit Jahrzehnten ein Naturgebiet die Halbinsel Punta de n'Amer mit Dünen, Kiefernwald und dem eckigen Wehrturm Castell de sa Punta de n'Amer von 1696, im Norden endet die Bucht an der pinienbewaldeten Costa dels Pins mit Villen, Golf und stillen Felsbuchten, und dazwischen liegt mit Cala Bona ein alter Fischerhafen, in dem noch immer Llaüts am Kai vertäut sind. Wer weiter will, hat die Tropfsteinhöhlen bei Porto Cristo, die Burg von Capdepera, das Bergstädtchen Artà und den Safaripark bei Sa Coma in Reichweite. Deutsche Stammgäste kommen hierher seit Jahrzehnten wieder, im Frühjahr rollen zusätzlich die Rennradgruppen durch, und beides prägt den Ort bis in die Speisekarten und die Hotelsaison hinein.

Cala Millor – Karte
Reiseführer

Cala Millor von A bis Z

Aktualisiert August 2026

Um halb acht gehört die Promenade den Frühschwimmern. Zwei Kilometer heller Sand, kaum Wellen, und weit im Norden schaukeln am Kai von Cala Bona noch die Llaüts. Cala Millor ist kein Ort für Museumstage und Gassenbummel, sondern eine einzige weit geöffnete Bucht mit durchgehender Uferlinie, an deren Enden Mallorca wieder wild wird – im Süden das Naturgebiet Punta de n'Amer, im Norden der Pinienhang der Costa dels Pins. Alles dazwischen liegt in Gehweite, und genau das ist der Grund, warum viele Gäste hier seit Jahrzehnten wiederkommen.

Strände & Buchten

Die Strände von Cala Millor, Cala Bona und der Costa dels Pins

Der Hauptstrand ist ein einziger flacher Bogen – für Abwechslung läufst du nach Norden oder gehst über die Halbinsel nach Süden.

Costa dels Pins
Costa dels Pins

Die Platja de Cala Millor ist der Grund, warum es diesen Ort überhaupt gibt: knapp zwei Kilometer heller, feiner Sand in einem weiten Bogen, der so flach ins Wasser läuft, dass du weit hinauswaten kannst, ohne den Boden zu verlieren. Der Strand ist wiederholt mit der Blauen Flagge ausgezeichnet worden, in der Saison gibt es Liegen und Schirme zum Mieten, Duschen, Rettungsschwimmer und über die ganze Länge Zugänge von der autofreien Promenade herunter. Die beste Zeit ist der frühe Morgen: Vor neun gehört das Wasser den Schwimmern und den Frühsportlern, ab elf ist die erste Reihe im Hochsommer belegt. Weil die Bucht nach Osten offen liegt, bringt auflandiger Wind spürbar Welle – dann ist der geschütztere Nordteil Richtung Cala Bona die bessere Wahl, und im Herbst türmen sich nach Stürmen Bänke aus angeschwemmtem Seegras am Ufer, die zum natürlichen Küstenschutz gehören und irgendwann wieder verschwinden.

Nach Norden hört der Sand nicht auf, er wird nur kleinteiliger. Hinter der letzten Hotelzeile geht die Promenade ohne erkennbaren Bruch nach Cala Bona über, wo sich der Strand in mehrere kurze Buchten zwischen Felsrippen und Hafenmauer teilt. Der Maßstab ist hier ein anderer: weniger Liegenreihen, mehr Handtücher direkt auf dem Sand, dazu flaches Wasser, das durch den vorgelagerten Hafen zusätzlich abgeschirmt ist. Für den Weg von einem Ende der Bucht zum anderen brauchst du am Wasser entlang gut eine halbe Stunde, und weil die Promenade durchgehend eben und autofrei ist, funktioniert er auch mit Kinderwagen oder Rollstuhl. Wer am Nachmittag Schatten sucht, findet ihn im Norden eher als am Hauptstrand, wo die Palmen erst hinter der Promenade stehen.

Ganz im Norden, wo die Bucht am Pinienhang der Costa dels Pins endet, wird aus Sand Fels. Zwischen den Villen führen schmale Zufahrten und Treppen hinunter zu kleinen Badestellen mit Leitern, ein paar Handtuchbreiten Sand, überhängenden Kiefern und klarem Wasser, das schnell tiefer wird – gut zum Schnorcheln, weniger geeignet für Kleinkinder. Infrastruktur gibt es hier kaum: keine Liegenvermietung, selten ein Kiosk, und die wenigen Stellplätze am Straßenrand sind im Hochsommer schon am Vormittag besetzt. Komm früh, nimm Wasser und Badeschuhe mit und rechne damit, dass du zwischen zwei Badestellen ein Stück an der Straße entlanggehst. Dafür hast du eine Wasserqualität und eine Ruhe, die der Hauptstrand im Juli nicht bieten kann.

Und dann die Strände in Reichweite. Direkt südlich hinter der Punta de n'Amer liegt Sa Coma mit einem breiten, ebenfalls flach abfallenden Sandstrand; auf dem direkten Sandweg quer über die Halbinsel bist du gut eine Stunde unterwegs, auf der großen Runde über den Wehrturm und die Ostkante zweieinhalb bis drei Stunden, mit dem Auto rund zehn Minuten, dahinter schließt S'Illot an. Nach Norden, hinter der Costa dels Pins, kommen die Bucht von Canyamel mit ihrem Dünenstreifen und weiter oben die Naturstrände rund um Cala Ratjada, für die du einen halben Tag und ein Auto einplanen solltest. Wer nur Sand und kurze Wege will, bleibt ohnehin im Ort. Der eigentliche Reiz der Ausflüge liegt darin, dass diese Küste alle paar Kilometer den Charakter wechselt – von der breiten Hotelbucht über den Fischerhafen bis zum Dünenstrand vor Kiefernwald.

Sehenswürdigkeiten

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Cala Millor und Umgebung

Die Sehenswürdigkeiten liegen nicht im Ortskern, sondern an seinen Rändern – und die beiden wichtigsten erreichst du zu Fuß.

Das auffälligste Bauwerk der Gegend steht auf der höchsten Stelle der Halbinsel im Süden: das Castell de sa Punta de n'Amer, ein Wehrturm aus dem Jahr 1696, errichtet gegen Piraten und Kaperfahrer, die an dieser Küste regelmäßig anlandeten. Anders als die meisten mallorquinischen Küstenwarten ist der Bau kantig statt rund, mit dicken Bruchsteinmauern, einem kleinen Innenhof und einer begehbaren Plattform, von der du die ganze Bucht überblickst – von der Felskante der Punta über die Hotelzeile bis zum Pinienhang der Costa dels Pins. Der Zugang kostet einen kleinen Betrag, im Inneren gibt es in der Saison meist einen Ausschank mit Getränken und einfachen Snacks; außerhalb der Saison solltest du dich nicht darauf verlassen und lieber selbst etwas mitnehmen.

Der Turm steht nicht allein, sondern mitten in einem knapp 200 Hektar großen Naturgebiet, das seit den 1980er-Jahren vor Bebauung geschützt ist – ein Stück Ostküste, das in der Boomzeit beinahe zugebaut worden wäre. Auf der Halbinsel wachsen Aleppokiefern, Zwergpalmen, Rosmarin und Wacholder auf sandigem Boden, an der Ostkante fällt die Küste in niedrige Felsen ab, gegen die das offene Meer läuft. Für den Naturschutz heißt das: Bleib auf den Wegen, denn die Dünen im Übergang zum Strand sind der empfindlichste Teil des Gebiets. Für dich heißt es, dass der einzige größere Grünraum am Ort gleichzeitig sein bester Aussichtspunkt und sein verlässlichster Schattenspender ist – und der einzige Platz, an dem du morgens niemandem begegnest.

Das zweite Ziel zu Fuß ist der Hafen von Cala Bona. Er war lange der Verladeplatz, über den Son Servera seine Waren verschiffte, und ist bis heute ein Arbeitsort geblieben: Zwischen den Ausflugsbooten liegen flache Llaüts, die traditionellen mallorquinischen Fischerboote, an der Kaimauer stapeln sich Kisten und Netze, und die Restaurantterrassen beginnen unmittelbar dahinter. Drei Kilometer landeinwärts liegt mit Son Servera der Mutterort, der das historische Gegengewicht zur Hotelzeile bildet – enge Gassen aus Sandstein, ein Platz mit Café-Terrassen, ein Wochenmarkt und mittendrin die Església Nova, eine neugotische Kirche, die nie ein Dach bekam. Entworfen hat sie Joan Rubió i Bellver, ein Schüler Antoni Gaudís; 1905 wurde mit dem Bau begonnen, 1929 ging das Geld aus, und seither steht der Chor offen unter freiem Himmel. Aus der Ruine ist eine Kulisse für Konzerte und Open-Air-Veranstaltungen geworden.

Die bekannteste Sehenswürdigkeit der weiteren Umgebung liegt in Porto Cristo, rund 14 Straßenkilometer südlich über Sa Coma und S'Illot, gut 20 Minuten Fahrt. Die Cuevas del Drach, die Drachenhöhlen, ziehen sich über mehr als einen Kilometer unter dem Kalkstein hin, und ihr Mittelpunkt ist der Llac Martel, einer der größten unterirdischen Seen der Welt. Der Besuch folgt einem festen Ablauf: erst der Rundgang durch die beleuchteten Hallen, dann ein kurzes klassisches Konzert, das Musiker in Ruderbooten auf dem See spielen, danach die Möglichkeit, selbst ein Stück über das Wasser zu fahren. Die Tickets sind an Zeitfenster gebunden und in der Hochsaison früh vergriffen – buche vorab und nimm einen Vormittagstermin. Unten ist es deutlich kühler als draußen, eine dünne Jacke gehört ins Gepäck. Ganz in der Nähe liegen mit den Coves dels Hams weitere Tropfsteinhöhlen, die spürbar weniger Andrang haben.

Sehenswürdigkeiten in Cala Millor

Alle 7 Sehenswürdigkeiten
Wandern & Radfahren

Wandern auf die Punta de n'Amer und Radtouren im Llevant

Die guten Wege beginnen alle am Strand oder an der Promenade, und für keinen davon brauchst du ein Auto.

Punta de n'Amer
Punta de n'Amer

Der Klassiker ist der Weg auf die Punta de n'Amer. Am Südende des Strandes hört die Bebauung abrupt auf, ein breiter Sandweg führt zwischen Dünen und Kiefern in die Halbinsel hinein und steigt danach gleichmäßig zum Wehrturm hinauf. Für eine Richtung brauchst du je nach Startpunkt etwa eine Dreiviertelstunde, der Untergrund ist fest und ohne Kletterstellen, Kinder schaffen die Strecke problemlos, und über weite Teile spendet der Wald Schatten. Wer nur hinüber nach Sa Coma will, hält sich auf dem direkten Sandweg quer über die Halbinsel und ist gut eine Stunde unterwegs. Die große Runde ist etwas anderes: hinter dem Turm zur Ostkante absteigen, der Felsküste nach Süden folgen und am Strand von Sa Coma wieder herauskommen – dafür solltest du zweieinhalb bis drei Stunden und mehr Wasser einplanen, als du zu brauchen glaubst. Im Hochsommer geht diese Runde nur früh morgens oder am späten Nachmittag.

Der zweite Weg kostet keine Höhenmeter: die Promenade selbst. Vom Südende bei der Punta bis in den Hafen von Cala Bona läufst du gut drei Kilometer immer am Wasser entlang, autofrei, eben und mit Bänken in kurzen Abständen – morgens die Laufstrecke des Ortes, abends der Spaziergang nach dem Essen. Wer weiter will, hängt den Anstieg zur Costa dels Pins an: Hinter dem Hafen führt die Straße in den Pinienwald hinauf, und zwischen den Villen öffnen sich immer wieder Blicke zurück über die ganze Bucht. Bis zum Ende der bewohnten Zone und zurück ist das ein Nachmittag im Schatten alter Kiefern, mit Badepausen an den Felsstellen unterwegs.

Anspruchsvoller wird es im Hinterland. Die Serra de Llevant zieht sich als niedriger, trockener Höhenzug nach Norden, und rund um Artà und Capdepera beginnen markierte Routen über Feldwege zwischen Trockenmauern, Steineichen und Zwergpalmen; der Aufstieg zum Wallfahrtsberg Sant Salvador über Artà ist die kürzeste lohnende Variante und liegt eine knappe halbe Autostunde entfernt. Die Wandersaison an dieser Seite Mallorcas läuft von Oktober bis Mai – im Juli und August sind die offenen Abschnitte ab dem späten Vormittag schlicht zu heiß. Karten und aktuelle Wegehinweise bekommst du im Tourismusbüro am Ort, und feste Schuhe sind auf den Steinplatten sinnvoller als Turnschuhe.

Im Frühjahr wird Cala Millor zum Radort. Zwischen Februar und Mai rollen Rennradgruppen über die Landstraßen der Ostküste, viele Hotels öffnen früher als der Rest des Ortes, halten abschließbare Räume für Räder bereit und stellen das Frühstück auf die Startzeiten ein. Verleihstationen im Ort geben Renn-, Trekking- und E-Bikes tageweise heraus. Auf der Straße führen die naheliegenden Runden über Son Servera nach Artà und Capdepera, hinunter nach Porto Cristo und Manacor oder in weiten Bögen durch das flache Hinterland zwischen den Dörfern; der Verkehr auf den Nebenstraßen ist überschaubar. Wer lieber ganz ohne Autos fährt, nimmt die Via Verde Manacor–Artà: rund 29 Kilometer autofreier Rad- und Wanderweg auf der 1977 stillgelegten Bahntrasse, breit, gut befahrbar und praktisch steigungsfrei, mit Rastplätzen unterwegs. Der Einstieg liegt in Son Servera, drei Kilometer landeinwärts – nach Artà sind es von dort etwa zwölf, nach Manacor etwa sechzehn Kilometer, und weil die Trasse den Durchgangsverkehr meidet, funktioniert sie auch mit Kinderanhänger, E-Bike oder zu Fuß. Im Sommer verlagert sich das Radfahren trotzdem auf die frühen Morgenstunden, weil die Mittagshitze auf den schattenlosen Strecken kein Vergnügen ist.

Aktivitäten & Touren

Wassersport, Bootstouren und Golf rund um Cala Millor

Fast alles startet direkt am Strand oder am Hafen von Cala Bona – ein Auto brauchst du erst für die Ziele im Hinterland.

Der flache Einstieg macht den Hauptstrand zum Übungsgelände. An den Wassersportständen zwischen den Strandzugängen bekommst du in der Saison Tretboote mit Rutsche, Stand-up-Paddle-Boards, Kajaks und Schnorchelausrüstung, dazu die motorisierte Abteilung mit Jetski, Bananenboot und Parasailing. Weil die Bucht weit geöffnet ist und der Wind meist am Nachmittag auffrischt, sind die ruhigsten Stunden für Paddler die frühen; wer aufs Wasser will, geht vor zehn. Für Kinder ist der Bereich beim Hauptzugang am praktischsten, weil die Rettungsschwimmer dort in Sichtweite sitzen. Preise und Öffnungszeiten der Stände wechseln mit der Saison, feste Angaben lohnen sich hier nicht – frag am Vortag direkt am Stand nach.

Vom Hafen von Cala Bona legen die Ausflugsboote ab. Die kürzeste Variante ist eine Fahrt mit dem Glasbodenboot entlang der Felsküste mit Bade- und Schnorchelstopp, meist ein halber Vormittag. Längere Törns laufen nach Norden Richtung Costa dels Pins und Cala Ratjada oder nach Süden bis Porto Cristo, teils mit Mittagessen an Bord. Alle diese Fahrten hängen vom Wetter ab: Bei auflandigem Wind wird es in der offenen Bucht schnell unruhig, und Fahrten fallen aus. Buche deshalb nicht auf den letzten Urlaubstag, sondern lieber früh in der Woche, dann bleibt ein Ersatztermin. Wer tauchen will, findet Basen an der Ostküste, die Ausfahrten zu den Riffen und Höhlen vor der Felsküste anbieten.

Golf ist das zweite große Thema der Bucht. Auf dem Hang der Costa dels Pins liegt der Club de Golf Son Servera, einer der ältesten Plätze der Insel: 1966 als Neun-Loch-Anlage eröffnet, seit 2012 auf 18 Löcher erweitert, hügelig angelegt und von mehreren Bahnen aus mit Blick aufs Meer. Den alten Pinienbestand rund um die Bahnen hat der schwere Sturm von 2001 gekostet; nachgepflanzt wurden Korkeichen, Oliven und Johannisbrotbäume, weshalb der Platz heute offener und trockener wirkt, als ältere Bilder vermuten lassen. Ein Stück landeinwärts bei Son Servera folgt mit dem Pula Golf Resort der zweite 18-Loch-Platz, um ein altes Herrenhaus herum angelegt und von José María Olazábal überarbeitet – der längere und anspruchsvollere der beiden. Beide Anlagen liegen keine Viertelstunde vom Strand entfernt, Startzeiten solltest du in der Hauptsaison im Frühjahr und Herbst vorab reservieren, weil dann die Golfgruppen aus Mitteleuropa anreisen.

Für Regentage und für Familien mit Kindern gibt es Programm abseits des Wassers. Bei Sa Coma, wenige Kilometer südlich, liegt der Safari Zoo Mallorca, ein Park mit über 600 Tieren, den du im eigenen Auto oder im offenen Safari-Zug durchquerst; dazu kommen ein Streichelbereich und Fütterungszeiten, die den Besuch strukturieren. Die Tropfsteinhöhlen bei Porto Cristo funktionieren ebenfalls unabhängig vom Wetter, und im Ort selbst veranstaltet das Auditòrium Sa Màniga über das Jahr Konzerte, Theater und Ausstellungen – der einzige feste Kulturort zwischen Promenade und Hafen. Kletterhallen oder Freizeitbäder gibt es nicht, dafür füllt ein langer Mittagstisch in Son Servera einen verregneten Nachmittag erstaunlich zuverlässig.

Aktivitäten & Touren in Cala Millor

Ort & Ortsteile

Der Ort von Cala Bona bis zur Costa dels Pins

Drei sehr unterschiedliche Zonen liegen an derselben Bucht, und zwischen ihnen liegt jeweils ein Spaziergang.

Hafen von Cala Bona
Hafen von Cala Bona

Das Zentrum von Cala Millor ist die touristische Hauptschlagader der Bucht und macht daraus kein Geheimnis. Hinter der autofreien Promenade steht die Hotelzeile, dahinter laufen zwei, drei Straßenzüge mit Supermärkten, Apotheken, Wechselstuben, Modeläden und Bars parallel zum Wasser. Eine Altstadt sucht man vergebens, denn der Ort ist erst mit dem Ferienboom entstanden und in wenigen Jahrzehnten auf seine heutige Größe gewachsen. Was das im Alltag bedeutet: kurze Wege zu allem, was du im Urlaub brauchst, viel deutschsprachiges Personal, und abends eine Promenade, auf der zwischen Eisdiele und Tapasbar ein durchgehender Strom von Spaziergängern unterwegs ist. Die Orientierung ist entsprechend simpel: Alles ordnet sich parallel zum Wasser, in der Breite bist du in fünf Minuten durch den Ort, in der Länge brauchst du eine gute halbe Stunde. Wer eine Adresse sucht, geht am besten erst zur Promenade und zählt von dort die Querstraßen ab.

Cala Bona am Nordende ist der ältere und kleinere Nachbar. Der Ort ist um den Fischerhafen herum gewachsen, hat niedrigere Häuser, mehrere kurze Sandbuchten statt eines langen Strandbogens und einen Rhythmus, der eine Stufe langsamer läuft als im Zentrum. Restaurants sitzen hier direkt an der Hafenmauer, die Terrassen schauen auf die Boote, und der Fußweg ins Zentrum dauert am Wasser entlang gut eine halbe Stunde. Wer mit kleinen Kindern reist oder abends nicht in den Trubel will, aber trotzdem alles in Gehweite braucht, wohnt in Cala Bona genau richtig – zumal die Ausflugsboote ohnehin von hier ablegen.

Die Costa dels Pins, spanisch Costa de los Pinos, ist die nobelste Zone der Bucht und das genaue Gegenteil des Zentrums. An einem zum Meer abfallenden, pinienbewaldeten Hang am Fuß der Llevant-Berge stehen großzügige Villen in Gärten, dazu ein einziges großes Hotel, der traditionsreiche Golfplatz und ansonsten sehr wenig. Es gibt keine Promenade, keine Ladenzeile und kaum Gastronomie; wer hier wohnt, hat entweder ein Auto oder plant den Fußweg nach Cala Bona ein. Dafür bekommst du Ruhe, alte Kiefern, klares Wasser an kleinen Badestellen und abends ein Licht, das über der ganzen Bucht liegt.

Das vierte Stück gehört streng genommen nicht mehr zur Küste, prägt den Ort aber trotzdem: Son Servera, drei Kilometer landeinwärts. Hier liegen Rathaus, Wochenmarkt, Kirche und die Bars, in denen mittags Handwerker essen und kaum jemand Deutsch spricht. Für einen Nachmittag lohnt sich der Weg, weil der Kontrast so deutlich ausfällt – Sandsteinfassaden statt Hotelblöcke, ein Platz unter Platanen statt Promenade und mit der dachlosen Església Nova ein Bauwerk, das es so kein zweites Mal auf der Insel gibt. Mit dem Auto sind es fünf Minuten, mit dem Rad eine leichte Viertelstunde bergauf.

Übernachten

Hotels in Cala Millor und die passende Lage am Strand

Fast alle Häuser liegen an derselben Bucht – der Unterschied entsteht durch die Zeile, in der du stehst, und durch den Abschnitt, in dem du landest.

Die erste Strandlinie ist in Cala Millor keine Marketingfloskel, sondern eine klare Kategorie: Zwischen Promenade und Hotelfassade liegt nichts als der Bürgersteig. Das Protur Playa Cala Millor Hotel steht als reines Erwachsenenhaus mit Spa und Poolbar direkt am Wasser, ähnlich das renovierte Hipotels Bahía Cala Millor am nördlichen Ende der Bucht. Das CM Castell de Mar ist das höchste Haus am Ort und verkauft genau das – Panoramablick über die ganze Bucht aus den oberen Etagen, dazu Pool, Spa und Fitnessbereich. Wer aufs Meer schauen will, zahlt dafür einen Aufschlag, der sich in der Nebensaison deutlich verkleinert; wer empfindlich schläft, nimmt in der ersten Reihe ein Zimmer zu einer der ruhigeren Seiten.

Zwei, drei Straßen hinter der Promenade wird es merklich günstiger, ohne dass der Weg ins Wasser nennenswert länger wird – fünf Gehminuten sind hier die Regel, nicht die Ausnahme. In dieser zweiten Reihe stehen die klassischen Familienhotels und Aparthotels mit Selbstversorgerküche, viele davon seit Jahrzehnten von denselben Stammgästen belegt. Für Familien ist das oft die vernünftigere Wahl: mehr Platz pro Euro, Supermarkt um die Ecke und eine Straße zwischen Zimmer und nächtlicher Promenade. All-inclusive ist im Ort weit verbreitet, lohnt sich aber nur, wenn du wirklich im Haus isst – die Dichte guter Restaurants in Gehweite spricht in Cala Millor eher dagegen.

Wer Ruhe sucht, geht an die Ränder der Bucht. Auf der Costa dels Pins liegt mit dem Hipotels Eurotel Punta Rotja & Spa das einzige große Haus der Zone, direkt am Meer, mit weitläufigen Gärten, großem Spa und Blick über die Bucht – abends bist du dort auf das Hotel angewiesen oder fährst nach Cala Bona hinunter. Die golfaffine Alternative liegt landeinwärts: Das Pula Golf Resort bei Son Servera ist ein kleines Haus rund um ein altes Herrenhaus, unmittelbar am 18-Loch-Platz und mit dem Auto eine knappe Viertelstunde vom Strand entfernt. In Cala Bona selbst findest du zusätzlich kleinere Häuser und Apartments direkt über dem Hafen.

Zwei Dinge solltest du vor der Buchung klären. Erstens die Saison: Cala Millor ist ein Ort mit ausgeprägtem Winterschlaf, viele Hotels und Restaurants schließen zwischen November und Februar oder März, und wer in der Nebensaison anreist, prüft vorher, was im Umkreis überhaupt geöffnet hat. Zweitens das Auto: Die Hotels an der Promenade haben selten eigene Stellplätze in ausreichender Zahl, die Straßen dahinter sind im Sommer eng zugeparkt, und öffentliche Parkflächen liegen meist ein paar Blocks landeinwärts. Frag beim Buchen nach Parkmöglichkeit und Preis – oder überlege, den Mietwagen nur für einzelne Ausflugstage zu nehmen, weil du ihn im Ort ohnehin stehen lässt.

Hotels in Cala Millor

Alle 6 Hotels

Ferienhäuser & Villen mit Pool

Die beliebteste Wahl in der Region — privates Ferienhaus oder Villa mit Pool, oft mitten in den Weinbergen.

Agriturismi & Weingüter

Urlaub auf dem Land: übernachten auf einem Weingut oder Bauernhof, mit Wein und Öl aus eigener Ernte.

Essen & Trinken

Restaurants in Cala Millor zwischen Promenade und Fischerhafen

An der Promenade zahlst du für die Aussicht, in den Seitenstraßen für die Küche – beides hat seine Abende.

Die erste Reihe ist die naheliegendste Adresse und funktioniert vor allem tagsüber. Das 20/20 Cafe direkt an der Strandpromenade ist die Frühstücks- und Nachmittagsadresse mit Meerblick, Tapas und einer eigenen veganen Karte – in einem Ort, in dem vegane Küche sonst selten ausgeschildert ist, ein spürbarer Unterschied. Ein Stück weiter serviert die Terrasse der La Terraza del Mar am Passeig de Mar mediterrane Küche mit Blick auf den Strand, deutsch geführt und vor allem für Paella und Tapas bekannt. Am Passeig Marítim reihen sich außerdem italienisch geprägte Lokale mit Pizza, Pasta und Meerblick aneinander. Reservieren lohnt in der Hochsaison überall dort, wo die Terrasse in erster Reihe steht.

Die besseren Küchen sitzen ein paar Schritte abseits. Das Tià Jass, ein mediterranes Restaurant mit Steakhouse-Schlagseite in einer Seitenstraße, gilt vielen Stammgästen als das beste Lokal am Ort und ist vor allem für seine Hummer-Paella bekannt – hier solltest du reservieren, und zwar nicht erst am selben Nachmittag. Ähnlich funktioniert Toni's Restaurant, familiengeführt, spanisch, in einer ruhigen Nebenstraße und gerühmt für Meeresfrüchte-Paella. Beide zeigen, was in Cala Millor gilt: Zwischen Promenade und Ortsrand liegen preislich und qualitativ Welten, und der Fußweg dorthin dauert selten mehr als fünf Minuten.

Für Fisch fährst du besser nach Norden. Am Hafen von Cala Bona liegen die familiengeführten Häuser direkt an der Kaimauer, mit Terrassen, von denen aus du beim Essen zusiehst, wie die Boote einlaufen, und mit einer Karte, in der frisch zubereitete Paella und Tagesfang die Hauptrolle spielen. Wichtig ist dabei eine mallorquinische Gepflogenheit: Ganzer Fisch wird nach Gewicht abgerechnet. Frag vor der Bestellung nach Kilopreis und ungefährem Gewicht des Stücks, dann gibt es am Ende keine Überraschung. Paella ist außerdem fast überall ein Gericht für mindestens zwei Personen und braucht in einer guten Küche eine gute halbe Stunde – wer es eilig hat, bestellt etwas anderes.

Regional heißt an dieser Küste vor allem: Arròs brut, eine kräftige, gewürzte Reissuppe mit Fleisch und Gemüse, Frit mallorquí aus der Pfanne, Tumbet als geschichtetes Gemüsegericht mit Kartoffeln, Auberginen und Paprika, dazu die Streichwurst Sobrassada auf Brot und zum Kaffee eine Ensaïmada. Getrunken wird lokales Bier oder Wein von der Insel, zunehmend auch aus den Bodegas rund um Manacor und Felanitx. Zwei praktische Hinweise: In den touristisch geprägten Lokalen an der Promenade wird früh gegessen, oft schon ab sechs, während man in Son Servera und in den Ortskernen des Hinterlands eher spanisch spät zu Abend isst. Und wer die authentischere Version sucht, fährt genau dorthin – drei Kilometer landeinwärts ändert sich die Karte spürbar.

Restaurants in Cala Millor

Anreise & vor Ort

Anreise nach Cala Millor mit Flug, Mietwagen und Fähre

Der Flughafen liegt auf der anderen Inselseite, die Fähre kommt in Palma an – für beides brauchst du eine Stunde Fahrt quer über Mallorca.

Der Standardweg führt über den Flughafen Palma de Mallorca, gut 60 Kilometer westlich. Die Fahrt geht über die Autobahn und die Schnellstraße Richtung Manacor und danach über Landstraße nach Son Servera und Cala Millor; je nach Verkehr und Tageszeit rechnest du mit rund einer Stunde. Zur Auswahl stehen Transferbusse der Veranstalter, die im Sommer mehrere Hotels nacheinander anfahren, Sammel- und Privattransfers, das Taxi mit Festpreis auf Anfrage sowie der Mietwagen, den du direkt am Terminal übernimmst. In den Sommermonaten sind die Mietwagenschalter am Nachmittag stark ausgelastet und die Rückgabeschlangen lang – plane für den Rückflug spürbar mehr Puffer ein als zu Hause gewohnt.

Wer mit dem eigenen Auto kommt, kommt mit der Fähre. Valencia und Dénia laufen ausschließlich Palma an, ab Barcelona gibt es neben Palma auch Fahrten nach Alcúdia im Norden der Insel – und von dort bist du in knapp einer Stunde an der Ostküste, ohne Mallorca einmal komplett zu queren. Saisonal kommen Verbindungen vom französischen Festland nach Alcúdia dazu sowie die kurze Überfahrt zwischen Alcúdia und Ciutadella auf Menorca. Die Überfahrten dauern je nach Strecke und Schiffstyp zwischen wenigen Stunden und einer Nacht, Fahrpläne und Betriebszeiträume wechseln jährlich – prüfe sie vor der Buchung und plane bei Anreise über Nacht eine Kabine ein. Vom Hafen Palma fährst du dieselbe Stunde quer über die Insel wie vom Flughafen, ab Alcúdia hältst du dich an die Ostküste und bist deutlich schneller da. Für Reisende, die Mallorca ausgiebig erkunden wollen, ist das eigene Auto die entspannteste Variante, für einen reinen Strandurlaub überflüssig.

Ohne Auto geht es ebenfalls. Regionalbusse verbinden Cala Millor und Cala Bona mit Son Servera, den Nachbarorten der Ostküste und mit Palma; Linien, Takte und Saisonzeiten ändern sich allerdings regelmäßig, verlass dich also auf den aktuellen Fahrplan des mallorquinischen Verkehrsverbunds statt auf Angaben aus dem Vorjahr. Die Eisenbahn erreicht die Ostküste nicht ganz: Die Strecke aus Palma endet in Manacor, rund 20 Kilometer entfernt, von dort geht es mit Bus oder Taxi weiter – die 1977 stillgelegte Fortsetzung nach Artà ist heute als autofreier Rad- und Wanderweg Via Verde ausgebaut. Für Ausflüge auf eigene Faust ist ein Mietwagen für einzelne Tage oft die beste Lösung – Vermieter gibt es im Ort, und du zahlst nur für die Tage, an denen du wirklich fährst.

Im Ort selbst brauchst du kein Fahrzeug. Die Promenade verbindet auf gut drei Kilometern alles, was du täglich ansteuerst, Supermärkte und Apotheken liegen in den Straßen dahinter, und der Weg vom südlichen Ortsrand bis in den Hafen von Cala Bona dauert zu Fuß gut eine halbe Stunde. Für längere Strecken nimmst du das Rad – Verleihstationen geben Trekking- und E-Bikes tageweise heraus, und die flachen Straßen im Hinterland sind unkompliziert zu fahren. Wer mit dem Auto anreist, sollte wissen, dass die Straßen hinter der Hotelzeile im Hochsommer eng zugeparkt sind und die Suche nach einem Platz abends Zeit kostet; ein Hotel mit Stellplatz spart Nerven.

Mietwagen

Die schönsten Orte liegen abseits von Bahn und Bus — mit dem Mietwagen bist du flexibel.

Urlaub planen

Cala Millor Urlaub – eine Woche an Mallorcas Ostküste

Eine Woche reicht, um Bucht, Halbinsel und Hinterland kennenzulernen, ohne den Urlaub in eine Besichtigungstour zu verwandeln.

Die ersten beiden Tage gehören dem Wasser und der Orientierung. Tag eins ist Strandtag am Hauptabschnitt: früh ins Wasser, mittags Schatten, nachmittags ein erster Spaziergang die Promenade nach Norden, bis der Sand in den Hafen von Cala Bona übergeht, und abends Essen an der Kaimauer. Tag zwei beginnt mit der Wanderung auf die Punta de n'Amer – Aufbruch spätestens um neun, oben der Wehrturm und der Rundblick über die Bucht, danach zurück an den Strand oder weiter über die Ostkante nach Sa Coma. Wer nachmittags noch Energie hat, hängt eine Runde mit dem Tretboot oder dem Stand-up-Paddle-Board an, solange das Wasser ruhig liegt.

Die Wochenmitte ist für die Ausflüge da, die ein Auto oder eine gebuchte Tour brauchen. Ein Vormittag reicht für die Cuevas del Drach bei Porto Cristo, wenn du das Zeitfenster früh legst; anschließend lohnt der Hafenort selbst mit seinem geschützten Strand und den Fischlokalen. Ein zweiter Ausflugstag führt nach Norden: erst hinauf zum Castell de Capdepera mit seinem mittelalterlichen Mauerring, dann weiter nach Artà mit dem Aufstieg zur Wallfahrtskirche und einem späten Mittagessen in den Gassen. Familien tauschen einen der beiden Tage gegen den Safari Zoo bei Sa Coma, der sich gut mit einem Nachmittag an der Bucht kombinieren lässt.

Für den Rest der Woche wechselst du das Tempo. Ein Tag bleibt frei für die kleinen Badestellen an der Costa dels Pins – hinfahren oder hinlaufen, Badeschuhe mitnehmen, Schnorchel dazu, und den Nachmittag im Kiefernschatten verbringen. Ein anderer gehört dem Hinterland: vormittags über Son Servera mit Markt, Platz und der dachlosen Església Nova, nachmittags eine Radrunde durch die flachen Felder zwischen den Dörfern oder eine Runde Golf auf einem der beiden Plätze. Und wenn das Wetter kippt, ziehst du den zweiten Höhlenbesuch oder einen langen Mittagstisch im Hinterland vor.

Zwei Punkte für die Planung. Erstens: Leg die wetterabhängigen Programmpunkte – Bootsausflug, Paddeltour, lange Wanderung – nicht auf den letzten Tag, sondern früh in die Woche, dann bleibt ein Ersatztermin, wenn der Wind auffrischt. Zweitens: Ein Mietwagen für die gesamte Woche ist selten nötig. Zwei oder drei Ausflugstage decken alles ab, was nicht zu Fuß erreichbar ist, den Rest der Zeit steht der Wagen ohnehin in der Seitenstraße. Wer zwei Wochen bleibt, hängt einen Tagesausflug nach Palma an, dazu die Halbinsel Llevant nördlich von Artà und, wenn die Saison passt, eine Fährfahrt nach Menorca ab dem Norden der Insel.

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Ausflüge an der Ostküste

Ausflüge ab Cala Millor nach Porto Cristo, Artà und Capdepera

Die lohnendsten Ziele liegen alle im Umkreis einer halben Autostunde, und die meisten funktionieren auch als halber Tag.

Platja de Cala Millor
Platja de Cala Millor

Nach Süden führt der meistgefahrene Ausflug. Porto Cristo, rund 14 Kilometer und gut 20 Minuten über Sa Coma und S'Illot entfernt, ist ein Hafenort mit schmaler, geschützter Bucht, einem Sandstrand am Ende des Fjords und einer Reihe von Fischlokalen an der Uferstraße; die Cuevas del Drach liegen am Ortsrand, die Coves dels Hams ganz in der Nähe. Wer noch weiter fährt, erreicht Manacor, die Stadt der Kunstperlen – ob und wo dort gerade Fabrikbesichtigungen laufen, wechselt allerdings, das prüfst du besser vorab. Verlässlich sind der Wochenmarkt, der Kirchturm über den Dächern und eine Innenstadt, die von Tourismus wenig weiß. Auf dem Rückweg lohnt der Abstecher an die kleineren Buchten südlich von Porto Cristo, an denen Mallorcas Ostküste ihre schmalen, felsigen Einschnitte zeigt.

Nach Norden wird es historischer. Capdepera trägt auf seinem Hügel einen der größten erhaltenen Mauerringe der Insel, eine mittelalterliche Wehranlage, in der neben der gotischen Kapelle Nostra Senyora de l'Esperança das Gouverneurshaus mit seinen Ausstellungsräumen, ein Wehrturm und die alten Zisternen erhalten sind – der eigentliche Reiz liegt aber im Rundgang auf den Zinnen mit Blick über das Hinterland und bis ans Meer. Ein paar Kilometer weiter liegt Artà, ein Städtchen aus Sandstein, über dem die Wallfahrtskirche Sant Salvador auf einem Hügel thront; der Aufstieg über eine zypressengesäumte Treppe dauert eine Viertelstunde und endet an einer Wehrmauer mit Rundblick. Beide Orte lassen sich an einem Tag verbinden, und beide haben mehr Alltag als Cala Millor.

Für einen Badeausflug an andere Küsten reicht ebenfalls eine halbe Stunde. Nördlich hinter der Costa dels Pins liegt Canyamel mit breitem Sandstrand und den Coves d'Artà, deren Eingang hoch über dem Meer in der Felswand sitzt und die zu den eindrucksvollsten Höhlen der Insel gehören. Noch weiter nördlich beginnen die Naturstrände rund um Cala Ratjada und die Dünenbucht Cala Mesquida. Südlich reihen sich Sa Coma und S'Illot direkt an, beide zu Fuß oder in wenigen Autominuten erreichbar. Für alle diese Ziele gilt im Hochsommer dieselbe Regel: Die Parkplätze sind am Vormittag belegt, wer nach elf kommt, sucht lange.

Und dann die große Runde. Palma ist gut eine Autostunde entfernt und lohnt als voller Tagesausflug – Kathedrale La Seu über dem Hafen, die Gassen der Altstadt, der Mercat de l'Olivar und das Castell de Bellver auf seinem Hügel füllen den Tag ohne Mühe. Wer die Serra de Tramuntana im Nordwesten sehen will, muss weiter fahren und sollte dafür eher einen ganzen Tag oder eine Übernachtung einplanen, weil die Bergstraßen Zeit kosten. Realistischer für den Wochenurlaub sind die nahen Ziele: Der Reiz der Ostküste liegt darin, dass du abends wieder am eigenen Strand sitzt, statt zwei Stunden zurückzufahren.

Stadtviertel

Die Stadtviertel von Cala Millor – und welches zu dir passt

Beste Reisezeit & Wetter

Beste Reisezeit für Cala Millor im Jahreslauf

Die Bucht hat eine lange Saison, aber zwei sehr verschiedene Gesichter – Badeurlaub und Wandermonate liegen fast auf gegenüberliegenden Seiten des Kalenders.

Das Klima an Mallorcas Ostküste ist mediterran mit milden, feuchteren Wintern und heißen, sehr trockenen Sommern. Weil die Bucht von Cala Millor weit nach Osten offen liegt, kühlt der Seewind die Hitze im Juli und August spürbar ab, bringt bei auflandigen Lagen aber auch Welle an den flachen Strand. Das Meer folgt der Luft mit Verzögerung: Im Mai ist es noch frisch, ab Ende Juni angenehm, im August am wärmsten und im September fast genauso warm – der Grund, warum viele Stammgäste erst nach den Sommerferien anreisen. Zwischen November und Februar schließen viele Hotels und Restaurants; dann bleiben leere Wege, Küstenlicht und ein sehr ruhiger Ort.

Jan15°6°still, vieles geschlossen
Feb15°6°Mandelblüte im Hinterland
Mär17°7°Saisonstart, Rennradzeit
Apr19°9°grüne Hügel, Meer kalt
Mai23°12°warm an Land, freie Strände
Jun27°16°lange Tage, Wasser wird warm
Jul30°19°Hochsaison, Promenade voll
Aug30°20°heiß, teuerste Wochen
Sep27°17°Meer noch warm, ruhiger
Okt23°14°milde Badetage, erste Schauer
Nov19°10°Saisonende, leere Wege
Dez16°7°mild, kleines Angebot

Beste Reisezeit · Balken = Tageshöchstwert

Die beste Reisezeit für Cala Millor sind Mai, Juni und September. Im Mai und Juni liegen die Höchstwerte zwischen 23 und 27 Grad, der Strand ist frei, die Punta de n'Amer noch angenehm zu begehen und die Preise moderat; wer warmes Wasser will, kommt im September, wenn das Meer nach dem August noch warm ist und der Andrang nachlässt. Juli und August sind verlässlich heiß, aber auch am vollsten und am teuersten, und im Hochsommer verlagern sich Wanderungen und Radtouren zwangsläufig in die frühen Morgenstunden. Oktober funktioniert für ruhige Badetage mit Schauerrisiko, und zwischen November und Februar reist du für leere Wege und Mandelblüte, nicht fürs Baden – dann hat auch nur ein kleiner Teil der Hotels und Restaurants geöffnet.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zu Cala Millor

Wie viele Tage sollte man für Cala Millor einplanen?
Für Strand, Punta de n'Amer und den Hafen von Cala Bona reichen drei bis vier Tage. Eine Woche ist die runde Zahl: Damit bekommst du zusätzlich die Höhlen bei Porto Cristo, einen Tag in Capdepera und Artà sowie die Badestellen an der Costa dels Pins unter. Zwei Wochen lohnen, wenn du die Insel weiter erkunden oder mehrere Golfrunden spielen willst.
Welcher Abschnitt der Bucht passt zu wem?
Der Hauptstrand vor der Promenade hat die komplette Infrastruktur und den flachsten Einstieg, ist im Hochsommer aber auch am vollsten. Cala Bona im Norden ist kleinteiliger, ruhiger und durch den Hafen zusätzlich geschützt. Die Costa dels Pins bietet klares Wasser an kleinen Felsbuchten mit Leitern, dafür weder Liegen noch Kiosk. Wer wilden Sand will, geht über die Halbinsel nach Sa Coma.
Wie kommt man zu Fuß auf die Punta de n'Amer?
Der Einstieg liegt am Südende des Strandes, wo die Bebauung endet und ein breiter Sandweg zwischen Dünen und Kiefern beginnt. Bis zum Wehrturm auf der Kuppe brauchst du je nach Startpunkt etwa eine Dreiviertelstunde, der Weg ist fest, ohne Kletterstellen und auch mit Kindern machbar. Der direkte Sandweg quer über die Halbinsel nach Sa Coma dauert gut eine Stunde, die komplette Runde über Turm und Felskante zweieinhalb bis drei Stunden – Wasser mitnehmen und die Mittagshitze meiden.
Braucht man in Cala Millor einen Mietwagen?
Für den Ort nicht: Strand, Promenade, Restaurants, Supermärkte und der Weg nach Cala Bona liegen alle in Gehweite, und Regionalbusse fahren in die Nachbarorte. Für die Höhlen bei Porto Cristo, Capdepera, Artà und das Hinterland spart ein Auto viel Zeit. Viele Gäste mieten deshalb nur für zwei oder drei Ausflugstage einen Wagen, statt ihn eine Woche lang in der Seitenstraße stehen zu lassen.
Wie weit ist es vom Flughafen Palma nach Cala Millor?
Gut 60 Kilometer quer über die Insel, über Autobahn und Schnellstraße Richtung Manacor und anschließend Landstraße. Je nach Verkehr und Tageszeit dauert die Fahrt rund eine Stunde. Bedient wird die Strecke von Transferbussen, Sammel- und Privattransfers, Taxis und Mietwagen. Für die Rückreise im Sommer solltest du beim Mietwagen zusätzliche Zeit für die Rückgabe einplanen.
Worin unterscheiden sich Cala Millor und Cala Bona wirklich?
Nicht in der Entfernung – die Promenade verbindet beide ohne Bruch in einer guten halben Stunde –, sondern im Maßstab. Cala Millor ist der große, um den Strand herum gebaute Ferienort mit Hotelzeile, Ladenstraßen und Nachtleben; Cala Bona ist um einen Fischerhafen gewachsen, hat niedrigere Häuser, einen kleinteiligen Küstenverlauf statt eines durchgehenden Strandbogens und die Restaurants direkt an der Kaimauer. Die Ausflugsboote legen in Cala Bona ab.
Wo wohnt man in Cala Millor am besten?
In der ersten Strandlinie im Zentrum bist du mitten im Geschehen und zahlst dafür Aufschlag und abendlichen Geräuschpegel. Zwei bis drei Straßen dahinter wird es deutlich günstiger, ohne dass der Weg ins Wasser über fünf Minuten hinausgeht. Cala Bona ist die ruhigere Variante mit kurzen Wegen, die Costa dels Pins die stille Lage für alle, die ein Auto haben oder das Hotel kaum verlassen wollen.
Wann ist die beste Reisezeit für Cala Millor?
Mai und Juni für angenehme 23 bis 27 Grad, freie Strände und begehbare Wege, September für ein Meer, das nach dem August noch warm ist, bei nachlassendem Andrang. Juli und August sind heiß, voll und teuer, Oktober bringt milde Badetage mit Schauerrisiko. Zwischen November und Februar ist der Ort sehr ruhig, viele Hotels und Restaurants haben geschlossen – das ist die Zeit für Wanderungen und Mandelblüte.
Ist Cala Millor mit kleinen Kindern gut zu machen?
Ja, aus drei Gründen: Der Sand fällt über die ganze Länge flach ab, die Promenade ist autofrei und durchgehend eben, sodass Kinderwagen und Laufräder problemlos funktionieren, und die Wege zwischen Hotel, Strand und Supermarkt bleiben kurz. Achte bei auflandigem Wind auf die Welle am offenen Strandabschnitt und weiche dann nach Cala Bona aus, wo der Hafen zusätzlich abschirmt.
Was kann man in Cala Millor bei schlechtem Wetter machen?
Die Tropfsteinhöhlen bei Porto Cristo sind das verlässliche Programm, weil sie ohnehin unter der Erde stattfinden; in der Nähe liegen mit den Coves dels Hams noch ruhigere. Dazu kommen das Castell de Capdepera mit seinen Ausstellungsräumen, der Ortskern von Artà und Veranstaltungen im Auditòrium Sa Màniga. Der Safari Zoo bei Sa Coma lässt sich bei Regen im eigenen Auto durchfahren.
Wie laut ist Cala Millor abends?
Deutlich ruhiger als die großen Partyzentren der Insel, aber lebendiger als ein Fischerdorf. Rund um die Promenade und die Querstraßen dahinter bleiben Bars und Terrassen im Juli und August bis spät geöffnet, mit Livemusik und Straßenkünstlern in der Hauptsaison. Wenige hundert Meter landeinwärts oder in Cala Bona ist davon kaum etwas zu hören – die Lage vor der Buchung genau ansehen lohnt sich.
Lohnt sich Cala Millor auch außerhalb der Sommermonate?
Im Frühjahr und Herbst sehr: März bis Mai gehören den Radfahrern und Wanderern, im Oktober ist das Meer noch warm und die Promenade halb leer. Im tiefen Winter musst du wissen, worauf du dich einlässt – zwischen November und Februar sind viele Hotels und Restaurants geschlossen, und Ausflugsboote fahren nicht. Dafür hast du Strand, Halbinsel und Küstenwege praktisch für dich allein.

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Cala MillorGegen sieben Uhr abends gehört die autofreie Promenade den Familien, den Radfahrern in Trikots und dem Geruch von gegrilltem Fisch, während die Bucht dahinter noch zwei Kilometer weit flach und beinahe still liegt.

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