
◆ STADT · BALEAREN
Ibiza-Stadt ist die zwei Gesichter der Insel in einer einzigen Silhouette: Über dem Wald aus Schiffsmasten im Hafen türmt sich Dalt Vila auf, die ummauerte Oberstadt aus honigfarbenem Sandstein, gekrönt von Kathedrale und Kastell. Unten, zwischen Stadtmauer und Kai, drängen sich die Gassen von La Marina und Sa Penya, einst Quartiere von Hafenarbeitern und Fischern, heute ein Geflecht aus Tapas-Bars, Boutiquen und dem leisen Beat, der nach Mitternacht von Pacha herüberweht. Es ist eine Stadt, in der 2.600 Jahre Geschichte und die durchtanzte Gegenwart auf engstem Raum aufeinandertreffen.

Begonnen hat alles 654 v. Chr., als phönizische Seefahrer auf dem Hügel über der Bucht eine Handelsstadt gründeten: Ibosim. Über dem Hafen entstand mit der Nekropole Puig des Molins eine der größten und besterhaltenen punischen Begräbnisstätten des Mittelmeerraums, mit mehreren tausend Hypogäen in den Fels gegraben. Wer durch das Museum und die unterirdischen Grabkammern geht, begreift, dass Eivissa kein Inselstädtchen ist, das mit dem Tourismus erwacht wäre, sondern ein Ort, der schon Karthager, Römer und Mauren kommen und gehen sah.
Das heutige Stadtbild prägt die gewaltige Renaissance-Festung. Im 16. Jahrhundert ließ die spanische Krone die alten Mauern zu einem sternförmigen Bollwerk gegen osmanische und französische Angriffe ausbauen, dessen Bastionen und das Portal de ses Taules mit seinen römischen Statuen bis heute den Eingang nach Dalt Vila bewachen. Ganz oben, wo erst ein römischer Tempel, dann eine Moschee stand, thront die Kathedrale Nostra Senyora de las Neus, ein gotischer Bau mit barockem Innenleben und einem Glockenturm, der über die ganze Bucht blickt. 1999 nahm die UNESCO die Altstadt samt Nekropole und der phönizischen Siedlung Sa Caleta ins Welterbe auf.
Doch Eivissa ist nicht nur Stein. Unten in La Marina liegt der Geruch von gegrilltem Fisch und frischem Brot über den Gassen; auf dem Mercat Vell, der alten Markthalle von 1873, stapeln sich Tomaten und Inselkäse. In Sa Penya, dem ehemaligen Fischerviertel mit seinen schwindelerregend engen Treppengassen, hängt noch Wäsche zwischen den Fassaden. Und am Abend verschmelzen die Welten: Yachtbesitzer aus Marina Botafoch, Hippies vom Markt in Sant Carles und Clubgänger auf dem Weg zu Pacha bevölkern dieselbe Hafenpromenade, über der Dalt Vila golden angestrahlt im Dunkel steht.
01 · Auf einen Blick
· Stadtviertel





· Sehenswürdigkeiten
· Entdecken & Buchen
02 · Was tun
Welterbe & Geschichte
Durch das Portal de ses Taules mit seinen kopflosen Römerstatuen, vorbei am Baluard de Santa Llúcia mit dem weitesten Blick über Hafen und Meer, hinauf zur Kathedrale und ins Archäologische Museum. Wer früh kommt, hat die Gassen noch fast für sich.
Gassen & Genuss
Vom Mercat Vell durch das Geflecht enger Gassen: bullit de peix und sofrit pagès in familiengeführten Lokalen, dazu ein Glas hierbas ibicencas. Zum Abschluss flaó, die ibizenkische Käse-Minze-Torte.
Hafen & Glamour
Entlang der erneuerten Hafenpromenade vorbei an Superyachten zur Marina Botafoch mit ihren Edel-Cafés und dem Blick zurück auf die angestrahlte Festung. Der schönste Spaziergang zur blauen Stunde.
Nachtleben
Der Klassiker-Abend: Aperitif am Kai, Dinner-Show im Lío unter freiem Himmel, dann hinüber zu Pacha, dem ältesten Club der Insel. Tickets vorab sichern, die Preise an der Tür sind happig.
03 · Wann
Ibiza-Stadt hat zwei Rhythmen: die ruhige, fast mediterran-bürgerliche Stadt im Frühjahr und Herbst und den pulsierenden Magneten der Clubsaison im Hochsommer. Welcher Eivissa du begegnest, entscheidet allein der Monat.
04 · Häufige Fragen
Eivissa ist der katalanische Name der Stadt und der ganzen Insel – seit der Sprachnormalisierung der Balearen 1979 die offizielle Bezeichnung. Spanisch (und früher amtlich) heißt sie Ibiza. Beide Namen sind im Alltag gebräuchlich; auf Wegweisern dominiert das katalanische Eivissa.
Allen voran Dalt Vila, die UNESCO-geschützte Festungsaltstadt mit Kathedrale, Stadtmauern und Aussichtsbastionen. Dazu die Nekropole Puig des Molins als Zeugnis der phönizisch-punischen Vergangenheit, die quirligen Gassen von La Marina und Sa Penya sowie die Hafenpromenade hinüber zur Marina Botafoch.
Am einfachsten mit der Buslinie L10, die Flughafen, Busbahnhof und Hafen verbindet, etwa alle 30 Minuten fährt und rund 25 Minuten braucht. Taxis stehen ebenfalls bereit. Vom Hafen aus erreicht man die Altstadt bequem zu Fuß.
Absolut. Eivissa ist eine der ältesten Städte des westlichen Mittelmeers, und Dalt Vila, die Museen, die Inselküche und die Hafenatmosphäre tragen einen Aufenthalt mühelos – besonders im Frühjahr und Herbst, wenn die Stadt ruhiger und authentischer ist.
Die Inselküche kreist um den Fisch: bullit de peix (Fischeintopf mit Reisbeilage) und borrida de ratjada (Rochen mit Safran und Kartoffeln). Vom Land kommt sofrit pagès, ein deftiges Fleischgericht. Süß wird es mit flaó, einer Käsetorte mit Minze, und dem Kräuterlikör hierbas ibicencas.
Ja. Vom Hafen von Eivissa fahren je nach Saison bis zu mehreren Dutzend Fähren täglich zur Nachbarinsel Formentera; die Überfahrt dauert je nach Anbieter 30 bis 60 Minuten. Ein Tagesausflug zu den türkisfarbenen Stränden ist problemlos möglich.
05 · In der Nähe
Sagen Sie uns, worauf Sie Lust haben — wir planen Ihre Tage in Ibiza-Stadt (Eivissa).
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