Sechs Kilometer feiner, heller Sand ziehen sich an Mallorcas Südküste von Can Pastilla bis hinunter nach s'Arenal – die Playa de Palma ist einer der bekanntesten Strände der Insel und zugleich ihr wohl demokratischster. Eine durchgehende Promenade säumt das Ufer, und fünfzehn nummerierte Balnearios gliedern den Strand in Abschnitte, die hier zugleich Adresse, Treffpunkt und Orientierungspunkt sind. Der Strand trägt viele Gesichter nebeneinander, ohne dass eines das andere ausschließt. Am frühen Morgen ziehen Schwimmer ihre Bahnen im flach abfallenden Wasser, Familien bauen Sandburgen, Radfahrer rollen über die Promenade. Wenige Schritte weiter, rund um das Balneario 6, beginnt das, was den Ort bei vielen deutschen Gästen berühmt – und berüchtigt – gemacht hat: der Ballermann mit der Schinkenstraße, dem Bierkönig und dem Megapark, wo bis in die Nacht gefeiert wird. El Arenal am Südende erinnert mit seinen Sandsteinhäusern noch an das alte Fischer- und Steinbrucharbeiterdorf, das hier lange vor dem Tourismus stand. Wer dem Trubel entkommen will, muss nicht weit gehen: Hinter dem Strand führen Wege in die Pinienschatten Richtung Cap Enderrocat, wo die Musik verklingt und Klippen über dem Meer aufragen. Von Can Pastilla aus ist es nur ein kurzer Weg nach Palma mit seiner Kathedrale La Seu. So verbindet die Playa de Palma Badeurlaub, Partykultur und einen Hauch alter Inselgeschichte auf engstem Raum – ein Ort, der seine Gegensätze offen austrägt.



