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Formentera

Wenn die Fähre aus Ibiza in La Savina festmacht, kippt das Tempo innerhalb von Minuten: keine Taxischlange, keine Clubplakate, sondern Fahrradverleihe am Kai, ein flaches Land aus Salzlagunen und Feigenbäumen – und dahinter ein Meer, das über den Seegraswiesen so türkis liegt, dass es aus der Luft nach Retusche aussieht.

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Überblick

Deine Formentera-Reise auf einen Blick

Beste Reisezeit
Die schönste Zeit liegt zwischen Mai und Oktober, wenn die Fährverbindungen dicht getaktet sind und das Meer angenehm warm ist. Juni und September verbinden warmes Wasser mit weniger Andrang als die Hochsaison im Juli und August. Im Winter ruht ein Großteil der Insel, viele Restaurants und Unterkünfte schließen, dann zeigt sich Formentera von ihrer stillsten, aber auch kargsten Seite.
Über Formentera

Reisen nach Formentera

Formentera ist die kleinste bewohnte Baleareninsel: rund 83 Quadratkilometer, gut 19 Kilometer vom Hafen La Savina bis zum Leuchtturm an der Ostspitze, und kein Flughafen – wer herkommt, nimmt die Fähre ab Ibiza, und genau dieser Umweg hält den Betrieb klein. Der Norden ist flach und schmal: Von La Savina zieht sich die Halbinsel Es Trucadors als Sandzunge ins Meer, an ihrer Westseite liegt mit Ses Illetes der bekannteste Strand der Insel, an der Ostseite die längere Platja de Llevant. Dazwischen breitet sich der Naturpark Ses Salines aus, mit der großen Lagune Estany Pudent, dem flachen Estany des Peix und den historischen Salzbecken, in denen bis 1984 tatsächlich Salz geerntet wurde. Im Osten steigt die Hochebene La Mola auf 192 Meter an und bricht an der Steilküste ab, wo seit 1861 der Far de la Mola steht; im Süden zieht sich die Platja de Migjorn über Kilometer als Abfolge aus Sand- und Felsabschnitten hin, im Westen schneidet die hufeisenförmige Cala Saona ins Ufer. Die Orte sind winzig und haben klare Rollen: Sant Francesc Xavier ist Hauptort mit der wuchtigen Wehrkirche von 1726 bis 1737, Sant Ferran das Zentrum des Hippie-Erbes der 1960er, Es Pujols der einzige richtige Badeort mit Promenade, Es Caló de Sant Agustí ein Fischerdorf mit alten Bootshäusern und El Pilar de la Mola das Dorf oben auf der Hochebene mit dem Kunsthandwerksmarkt. Dass das Wasser so klar ist, liegt an den Posidonia-Seegraswiesen zwischen Ibiza und Formentera, die seit 1999 zum UNESCO-Welterbe gehören und das Meer filtern. Gereist wird zwischen Mai und Oktober, unterwegs ist man mit Rad, Roller oder Mietwagen – wobei die Insel die Zahl der Fahrzeuge im Sommer inzwischen begrenzt.

Formentera – Karte
Reiseführer

Formentera von A bis Z

Aktualisiert August 2026

Die Fähre braucht eine gute halbe Stunde, und in dieser halben Stunde ändert sich mehr als nur die Adresse. Ibiza rutscht achtern weg, vorn schiebt sich ein flacher Streifen ins Bild, der kaum höher liegt als das Meer, und wenn du in La Savina von Bord gehst, riecht es nach Salz und Kiefern statt nach Hafendiesel. Formentera ist neunzehn Kilometer lang, hat keinen Flughafen und keinen Ort, in dem man sich verlaufen könnte – die Insel funktioniert nach der simplen Regel, dass alles in zwanzig Minuten erreichbar ist und trotzdem nichts drängt.

Strände & Buchten

Die Strände auf Formentera von Ses Illetes bis Migjorn

Der Norden liefert die Bilder, der Süden die Kilometer – und welcher Strand an einem Tag der richtige ist, entscheidet fast immer der Wind.

Ses Illetes liegt auf der schmalen Halbinsel Es Trucadors im Norden und ist der Strand, für den die meisten überhaupt kommen: feiner, heller Sand, vorgelagerte Felseninseln und Wasser, das über den Sandbänken in mehreren Türkistönen steht, bevor es abrupt ins Dunkelblau kippt. Der Strand gehört zum Naturpark Ses Salines, die Zufahrt endet an ausgewiesenen Parkflächen, und für die Einfahrt in den Parkbereich wird in der Saison eine Gebühr fällig. Plane früh oder spät: Zwischen dem späten Vormittag und dem Nachmittag ankern im Hochsommer die Ausflugsboote aus Ibiza vor der Bucht, und dann ist die erste Reihe belegt. Wer über die Landzunge auf die andere Seite läuft, steht an der Platja de Llevant, die genauso hell ist, deutlich mehr Platz hat und bei Westwind der ruhigere Ort ist.

Die Platja de Migjorn ist das Gegenprogramm: kein einzelner Strand, sondern die gesamte Südküste, die sich über mehrere Kilometer als Abfolge aus Sandbögen, flachen Felsplatten und Dünenabschnitten hinzieht. Weil mehrere Zufahrten von der Hauptstraße herunterführen – Es Ca Marí, Es Arenals, Es Còdol Foradat –, verteilt sich das Publikum, und du findest selbst im August Abschnitte, auf denen zwischen dir und dem nächsten Handtuch fünfzig Meter Platz liegen. Badeschuhe sind hier keine schlechte Idee, weil sich Sand und Fels ständig abwechseln. Direkt am Wasser stehen ein paar Strandlokale, darunter Es Codol Foradat, das seit 2020 von der Küche des Sternekochs Nandu Jubany verantwortet wird – ansonsten ist Migjorn eher leer als ausgebaut.

An der Westküste schneidet die Cala Saona als einzige richtige Bucht ins Ufer, ein Sandhufeisen zwischen niedrigen, rötlichen Sandsteinfelsen mit Pinien darauf. Weil sie nach Westen offen liegt, ist sie der Sonnenuntergangsstrand der Insel und am späten Nachmittag entsprechend voll; am Vormittag hast du das flache Wasser oft fast für dich. Die kleineren Alternativen liegen im Norden und Osten: Es Pujols hat einen eigenen Ortsstrand mit Liegen, Bars und kurzen Wegen, in Es Caló de Sant Agustí liegt eine winzige Fischerbucht zwischen den alten Bootshäusern, und rund um Punta Prima führen Holzstege über die Felsplatten zu Badeleitern statt zu Sand – Baden ohne Handtuchsuche, dafür ohne Strand.

Zwei Dinge solltest du über Formenteras Strände wissen. Erstens den Wind: Bläst es aus Süd, wird Migjorn unruhig und du fährst nach Norden auf die Trucadors-Seite; kommt der Wind aus Nord oder Ost, drehst du es um. Die Insel ist so schmal, dass dieser Wechsel zwanzig Minuten kostet und den Tag rettet. Zweitens das Seegras: Die braunen Posidonia-Bänke am Spülsaum sind kein Schmutz, sondern natürlicher Küstenschutz, der den Sand festhält, und sie bleiben deshalb an vielen Abschnitten bewusst liegen. Schatten gibt es kaum – abgesehen von den Kiefern hinter einigen Dünenabschnitten stehst du in der vollen Sonne, ein Sonnenschirm oder die frühen Stunden sind also keine Option, sondern Voraussetzung.

Sehenswürdigkeiten in Formentera

Alle 10 Sehenswürdigkeiten
Sehenswürdigkeiten

Sehenswürdigkeiten auf Formentera zwischen Leuchttürmen und Salinen

Die Sehenswürdigkeiten der Insel sind klein, alt und manchmal nur ein Schild am Wegrand – sie erklären, wovon Formentera gelebt hat, bevor das Meer zur Attraktion wurde.

Ses Salines und Estany Pudent
Ses Salines und Estany Pudent

Am östlichen Ende steigt die Straße auf die Hochebene La Mola, und dort oben liegen gleich drei Ziele beieinander. Der Far de la Mola von 1861 steht auf einer rund 120 Meter hohen Steilküste, ein Denkmal in der Nähe erinnert daran, dass Jules Verne diesen Punkt in einem seiner Romane verwendet hat, und der Blick geht über die Abbruchkante hinweg auf offenes Meer ohne jede Küste dahinter. Ein Stück westlich steht der Molí d'en Vell de la Mola, eine Windmühle von 1778, deren hölzernes Mahlwerk erhalten geblieben ist. Und im Dorf El Pilar de la Mola öffnet in der Saison zweimal wöchentlich der Kunsthandwerksmarkt, der bis heute das direkte Erbe der Aussteigerjahre der Insel ist.

Der Gegenpol liegt im Südwesten am Cap de Barbaria, dem südlichsten Punkt der Balearen. Eine schnurgerade Straße läuft über eine karge Karstfläche, auf der außer Trockenmauern, niedrigem Buschwerk und Staub nichts steht, und endet an einem Parkplatz, von dem du die letzten Minuten zu Fuß gehst. Am Ende stehen der Far des Cap de Barbaria und, ein paar Schritte daneben, der alte Wachturm Torre des Garroveret aus dem 18. Jahrhundert; in der Nähe führt eine Leiter in die Felsspalte der Cova Foradada. Bekannt wurde der Ort durch den spanischen Film Lucía y el sexo, seither ist der Sonnenuntergang hier eine kleine Wallfahrt – nimm eine Taschenlampe für den Rückweg mit.

Der Naturpark Ses Salines nimmt den gesamten flachen Norden ein. Die historischen Salzbecken zwischen Estany Pudent und Meer wurden bis 1984 bewirtschaftet und liegen heute als geometrisches Muster aus Dämmen und Wasserflächen in der Landschaft, deren Farbe je nach Salzgehalt und Licht ins Rosa und Violett kippt. Der Estany Pudent selbst ist mit rund dreieinhalb Quadratkilometern die größte Lagune der Insel und ein Rastplatz für Zugvögel; ein Rundweg führt am Ufer entlang. Direkt daneben liegt Ca na Costa, ein megalithisches Grab mit einem Steinkreis, das auf die Bronzezeit datiert wird und der älteste sichtbare Beleg dafür ist, dass hier schon vor viertausend Jahren Menschen lebten.

In der Inselmitte steht die Església de Sant Francesc Xavier, gebaut zwischen 1726 und 1737 mit Mauern, die eher an eine Festung erinnern als an eine Dorfkirche – und genau das war der Zweck, denn Formentera lag jahrhundertelang im Fahrwasser von Piratenüberfällen und war zwischenzeitlich sogar unbewohnt. Erst ab 1697 wurde die Insel systematisch neu besiedelt, und die Kirche war der Fluchtpunkt der neuen Gemeinde. Ein paar Schritte weiter steht mit Sa Tanca Vella ein winziger Kapellenbau, der noch aus der Zeit davor stammt. Wer die Geschichte der Insel in einer halben Stunde mitnehmen will, läuft diese beiden Bauten und den Hauptplatz ab und bleibt danach auf eine Terrasse sitzen.

Orte & Dörfer

Die Orte auf Formentera von La Savina bis El Pilar de la Mola

Sechs Orte, keiner größer als ein deutsches Dorf, und jeder mit einer klaren Aufgabe – wer das versteht, plant den Aufenthalt in zehn Minuten.

Far de la Mola
Far de la Mola

La Savina ist das Eingangstor und der einzige Hafen der Insel. Hier legen die Fähren aus Ibiza an, hier stehen die Verleihstationen für Fahrräder, Roller und Autos unmittelbar hinter dem Kai, hier liegen Segelboote im Yachthafen. Der Ort selbst ist funktional und schnell abgelaufen, interessant ist seine Lage zwischen zwei Salzwasserlagunen: Der Estany des Peix ist nur über einen schmalen Kanal mit dem Meer verbunden und kaum mannstief, der größere Estany Pudent gehört zum Naturpark. Zum Übernachten wählen La Savina vor allem die, die früh wieder auf eine Fähre müssen – etwa im familiengeführten Hostal La Savina direkt am Wasser.

Es Pujols ist der einzige Ort, der sich wie ein Badeort anfühlt: ein kompakter Küstenstreifen mit Sandstrand, einer Promenade voller Restaurants und Bars, den meisten Hotels und Läden der Insel und dem einzigen nennenswerten Abendbetrieb. Wer Formentera mit Kindern oder ohne eigenes Fahrzeug macht, wohnt hier am bequemsten, weil sich abends alles zu Fuß erledigen lässt. Am nordöstlichen Ende führt ein Holzsteg über die Felsen Richtung Punta Prima, an dem mit Chezz Gerdi eines der bekanntesten Lokale der Insel liegt; an der Promenade hält Sa Palmera seit den späten 1960ern die einfache Fischküche.

Sant Francesc Xavier ist Hauptort und Verwaltungssitz, gebaut um die Wehrkirche aus dem 18. Jahrhundert. Hier findest du die wenigen richtigen Supermärkte, die Apotheke, Kunsthandwerksstände und ruhige Terrassen wie die von Can Carlos, und hier bist du von jedem Punkt der Insel in maximal zwanzig Minuten. Sant Ferran de ses Roques liegt drei Kilometer weiter östlich an der Hauptachse und lebt von seinem Ruf aus den 1960ern, als Musiker und Aussteiger die Insel entdeckten: In der Fußgängerzone steht bis heute die Fonda Pepe, ein paar Schritte weiter backt Macondo im Holzofen, und abends bauen Händler ihre Tische zum Kunsthandwerksmarkt auf.

Bleiben die beiden Orte im Osten. Es Caló de Sant Agustí ist ein winziges Fischerdorf an der Nordküste, das um eine Handvoll traditioneller Bootshäuser herum gewachsen ist; die Terrassen von Can Rafalet und dem Restaurante Es Caló hängen direkt über der Bucht, und hinter dem Ort beginnt der historische Aufstieg zur Hochebene. Oben liegt El Pilar de la Mola, das Dorf auf der Hochebene, die im Osten auf 192 Meter ansteigt, zwischen Trockenmauern, Feigenbäumen und Weinreben, mit dem Kunsthandwerksmarkt als Mittelpunkt. Beide Orte sind die richtige Wahl, wenn dir Ruhe wichtiger ist als kurze Wege zur Bar – abends fährt hier kaum noch jemand.

Anreise & Fähre

Anreise nach Formentera mit Flug nach Ibiza und Fähre

Formentera hat keinen Flughafen, und das ist kein Nachteil, sondern der Grund, warum die Insel so ist, wie sie ist.

Der Standardweg aus Deutschland führt über Ibiza. In der Sommersaison fliegen viele deutsche Flughäfen den Flughafen Ibiza direkt an, außerhalb der Saison wird das Angebot dünn und du steigst in Palma, Barcelona oder Madrid um. Vom Flughafen zum Hafen von Ibiza-Stadt sind es nur wenige Kilometer, die du per Taxi oder Bus zurücklegst; von dort geht es mit der Fähre nach La Savina. Die schnellen Schiffe brauchen für die Überfahrt rund eine halbe Stunde, langsamere Verbindungen entsprechend länger. In der Hochsaison fahren mehrere Reedereien parallel und bis in den Abend hinein, im Winter ist der Fahrplan deutlich ausgedünnt – prüfe die letzte Abfahrt des Tages, bevor du deinen Rückflug legst.

Ein paar Details machen die Überfahrt entspannter. Tickets gibt es online und an den Schaltern am Hafen; wer flexibel bleiben will, bucht die Rückfahrt offen oder erst vor Ort, weil sich die Reedereien in Preis und Abfahrtszeit unterscheiden. Großes Gepäck wird in der Regel an Bord in einem eigenen Bereich verstaut, du musst es also nicht an den Sitz zerren. Und die Strecke führt durch den Kanal Es Freus zwischen den beiden Inseln, in dem bei Wind spürbar Bewegung ins Schiff kommt – wer empfindlich ist, setzt sich mittschiffs nach unten und nicht ans Heck. Bei starkem Wind können einzelne Abfahrten gestrichen werden, was vor allem für knapp getaktete Rückflüge relevant ist.

Es gibt Alternativen, aber sie lohnen selten. Saisonal verkehren Fähren vom spanischen Festland, etwa ab Dénia – teils direkt, teils mit Zwischenstopp auf Ibiza; das ist interessant, wenn du ohnehin mit dem Auto durch Spanien fährst. Das eigene Auto mitzunehmen ist grundsätzlich möglich, aber teuer und wegen der Zufahrtsbeschränkungen im Sommer umständlich – auf einer Insel von neunzehn Kilometern Länge fährst du besser mit einem vor Ort gemieteten Fahrzeug. Wer von Mallorca kommt, nimmt eine Verbindung nach Ibiza und dort die Anschlussfähre; als spontaner Tagesausflug funktioniert das nicht, dafür ist die Kette zu lang.

In La Savina angekommen, brauchst du keine zehn Minuten bis zur Weiterfahrt. Die Verleihstationen für Räder, Roller und Kleinwagen liegen direkt gegenüber dem Fähranleger, viele Hotels bieten Transfers an, und ein kleines Busnetz mit mehreren Linien verbindet die Orte der Insel, wenn auch nicht im Minutentakt. Taxis gibt es, aber wenige – in der Hochsaison solltest du dich nicht darauf verlassen, abends spontan eines zu bekommen. Wenn du im Juli oder August anreist, reserviere dein Fahrzeug vor der Reise; die Kontingente sind begrenzt, und die letzte freie Vespa am Kai ist selten das Modell, das du wolltest.

Mietwagen

Die schönsten Orte liegen abseits von Bahn und Bus — mit dem Mietwagen bist du flexibel.

Unterwegs auf der Insel

Mietwagen, Roller und das Fahrzeugkontingent auf Formentera

Eine Hauptstraße, ein paar Stichwege, neunzehn Kilometer Länge – und trotzdem ist die Frage nach dem Fahrzeug die wichtigste Planungsentscheidung des Urlaubs.

Platja de Ses Illetes
Platja de Ses Illetes

Seit 2019 begrenzt Formentera die Zahl der Fahrzeuge, die in den Sommermonaten auf der Insel unterwegs sein dürfen. Praktisch heißt das: Autos und Motorroller, die nicht auf der Insel zugelassen sind, müssen für den Aufenthalt registriert werden, und für auswärtige Fahrzeuge wird eine Tagesgebühr fällig; die Zahl der Genehmigungen ist gedeckelt. Zeitraum, Gebührenhöhe und Verfahren legt der Consell Insular jedes Jahr neu fest, deshalb lohnt vor der Buchung ein Blick auf die offizielle Seite der Inselverwaltung. Wer vor Ort bei einem lokalen Anbieter mietet, muss sich um die Registrierung in der Regel nicht selbst kümmern – frag trotzdem nach, bevor du zahlst.

Die ehrlichste Antwort auf die Frage nach dem passenden Fahrzeug lautet: Es kommt auf die Jahreszeit an. Im Mai, Juni, September und Oktober ist das Fahrrad die beste Wahl, weil die Insel bis auf den Anstieg nach La Mola flach ist, die Entfernungen zwischen den Orten selten fünf Kilometer überschreiten und du auf den ausgeschilderten grünen Wegen kaum Autos begegnest. Im Hochsommer bei über dreißig Grad und ohne Schatten kippt diese Rechnung – dann ist der Roller das Mittel der Wahl, weil er dieselbe Freiheit bietet, ohne dass du nach jeder Etappe durchgeschwitzt am Strand ankommst. Ein Auto brauchst du eigentlich nur mit kleinen Kindern, viel Gepäck oder bei Regen.

Vermietet werden vor allem Kleinwagen, Motorroller und zunehmend Elektroroller und E-Bikes; große Fahrzeuge sind auf den schmalen Stichwegen zu den Stränden eher Last als Vorteil. Abgerechnet wird tageweise, in der Hochsaison ziehen die Preise spürbar an und die Kontingente sind schnell vergeben – wer erst am Kai sucht, zahlt am meisten und hat die kleinste Auswahl. Die Anbieter verlangen in der Regel Führerschein und Ausweis auf den Namen des Fahrers und blockieren eine Kaution auf der Kreditkarte; den Nachweis über die Registrierung des Fahrzeugs bekommst du vom Vermieter und lässt ihn im Wagen oder unter dem Rollersitz. Wer stattdessen aufs Rad steigt, fährt weitgehend abseits der Hauptstraße – dazu mehr im Abschnitt über Rad und Wandern. An den bekannten Stränden gibt es ausgewiesene Parkflächen, im Naturpark rund um Ses Illetes ist die Zufahrt in der Saison gebührenpflichtig und die Stellplätze sind begrenzt. Abseits der ausgewiesenen Flächen zu parken, ist im Naturpark keine gute Idee – die Kontrollen sind regelmäßig, und die Dünen sind der Grund, warum es die Regel gibt.

Ein paar praktische Punkte zum Schluss. Tankstellen gibt es nur eine Handvoll, und sie liegen nicht in jedem Ort – tanke voll, bevor du auf die Hochebene fährst. Für den Roller brauchst du den passenden Führerschein, Helmpflicht gilt selbstverständlich, und die Kombination aus Sonnenbrand und Rollerfahrt in Badehose endet erfahrungsgemäß unangenehm. Die Hauptstraße von La Savina bis zur Mola ist gut ausgebaut, viele Stichwege zu den Stränden dagegen sind unbefestigt und staubig; kläre vorher, ob dein Mietvertrag Schotterpisten abdeckt. Und rechne im August damit, dass du an den beliebten Zufahrten früh da sein musst, wenn du einen Stellplatz willst.

Aktivitäten & Touren

Schnorcheln, Kajak und Bootstouren rund um Formentera

Alles, was auf dieser Insel Spaß macht, findet im oder auf dem Wasser statt – und das Wasser ist hier so klar, dass Schnorcheln ohne Vorkenntnisse funktioniert.

Der Kanal Es Freus zwischen Ibiza und Formentera ist Meeresreservat, und das merkst du sofort: Über den Posidonia-Wiesen steht das Wasser glasklar, dazwischen liegen Felsriffe, kleine Höhlen und Sandflächen, auf denen sich Fischschwärme sammeln. Geführte Schnorchel- und Tauchgänge starten in der Saison von Es Pujols und La Savina aus, für Anfänger reicht aber oft schon ein Einstieg von den Felsen bei Punta Prima oder an den ruhigeren Abschnitten von Migjorn. Wichtig ist die Regel, die überall gilt: Die Seegraswiesen sind Schutzgebiet und UNESCO-Welterbe, man geht nicht darauf, man ankert nicht darin, und man nimmt nichts mit.

Für Kajak und Stand-up-Paddle ist der Estany des Peix das ideale Anfängerrevier. Die Lagune direkt neben La Savina ist über einen schmalen Kanal mit dem Meer verbunden, kaum tiefer als anderthalb Meter und dadurch praktisch wellenfrei, und das Ufer ist von jedem Punkt aus in Sichtweite. Wer mehr will, paddelt an der Küste entlang: von Es Pujols an den Felsen Richtung Punta Prima, oder im Norden die geschützte Innenseite der Halbinsel Es Trucadors hinauf. Ein Blick auf den Wetterbericht gehört dazu, denn der Nachmittagswind frischt zuverlässig auf und macht aus einer ruhigen Bucht in einer Viertelstunde eine anstrengende Rückfahrt.

Der beliebteste Ausflug führt nach S'Espalmador, der unbewohnten Nachbarinsel im Norden. Wassertaxis und kleine Ausflugsboote fahren in der Saison ab La Savina hinüber, die Fahrt dauert wenige Minuten, und drüben liegen ausgesprochen helle Strände in völliger Stille. Die Insel gehört zum Naturpark Ses Salines, Zugang, Ankern und Betreten sind reglementiert – das früher populäre Bad im Schlammtümpel ist nicht mehr erwünscht, und der Zutritt zu Teilen der Insel kann eingeschränkt sein. Zu Fuß über die Sandbank von Es Trucadors hinüberzugehen sieht auf Fotos einfacher aus, als es ist: Im Kanal Es Pas steht Strömung, und die Wassertiefe wechselt mit Wind und Wetter.

Der Rest ist Landprogramm mit Meerblick. Der Sonnenuntergang an der Cala Saona ist der klassische Tagesabschluss, weil die Bucht nach Westen offen liegt und die roten Felsen das Licht zurückwerfen; die Alternative ist der Cap de Barbaria mit deutlich mehr Weite und deutlich weniger Komfort. Segel- und Motorboottouren mit Skipper starten ab dem Hafen La Savina, häufig als Halbtagesfahrt in den Norden mit Badestopps. Und wenn du ein Erlebnis suchst, das nichts kostet: Nimm abends das Rad, fahr die Salinenwege am Estany Pudent entlang, und beobachte, wie die Wasserflächen zwischen den Dämmen die Farbe wechseln.

Aktivitäten & Touren in Formentera

Alle 7 Aktivitäten
Rad & Wanderwege

Radfahren und Wandern auf den Camins Verds

Formentera ist flach genug, dass eine Inseldurchquerung mit dem Rad ein Vormittag ist – und karg genug, dass du dabei Wasser dabeihaben solltest.

Cala Saona
Cala Saona

Das Rückgrat ist das Netz der Camins Verds, der grünen Wege: über dreißig ausgeschilderte Routen, die auf Feldwegen, alten Verbindungen und ruhigen Nebenstraßen die Orte, Strände und Aussichtspunkte verbinden. Die Strecken sind kurz – von La Savina nach Sant Francesc rechnest du keine halbe Stunde mit dem Rad, nach Es Pujols kaum mehr, und selbst quer über die Insel bis Es Caló bleibst du unter anderthalb Stunden. Der Belag wechselt zwischen Asphalt und festem Schotter, ein einfaches Trekkingrad reicht völlig. Karten liegen an den Verleihstationen und im Tourismusbüro aus, die Beschilderung im Gelände ist einheitlich und gut zu lesen.

Die bekannteste Wanderung ist der Camí de sa Pujada, auch Camí Romà genannt: ein alter, teils gepflasterter Pfad, der von Es Caló de Sant Agustí in Serpentinen die Steilstufe zur Hochebene La Mola hinaufführt. Bis vor wenigen Generationen war er die einzige Verbindung nach oben, und er ist bis heute der Weg mit den weitesten Blicken der Insel: Unterwegs liegt dir die gesamte Nordküste mit der Sandzunge von Es Trucadors zu Füßen, an klaren Tagen dahinter Ibiza. Rechne für den Aufstieg gut eine Stunde, nimm feste Schuhe und geh früh – die Steilstufe schaut nach Nordwesten, liegt vormittags also noch im Schatten, während sie ab dem Nachmittag voll in der Sonne steht und Schatten dann nur streckenweise bietet.

Zwei weitere Wege lohnen. Rund um den Estany Pudent führt ein Uferweg an den alten Salzbecken vorbei, flach, gut zu gehen und im Frühjahr und Herbst voller Vögel; er lässt sich gut mit einem Abstecher zum Steinkreis von Ca na Costa verbinden. Und im Norden läufst du von den Parkflächen bei Ses Illetes die Halbinsel Es Trucadors hinauf bis ans nördliche Ende, wo sich der Sand zur Sandbank Richtung S'Espalmador verjüngt – links Meer, rechts Meer, dazwischen ein Streifen von wenigen Metern Breite. Das ist eine knappe Stunde Weg und der eindrücklichste Spaziergang, den die Insel zu bieten hat.

Zur Praxis: Von Juni bis September ist Wandern auf dieser Insel ein Frühmorgen- oder Spätnachmittagsvergnügen, weil es zwischen elf und siebzehn Uhr fast nirgendwo Schatten gibt. Die eigentliche Wander- und Radsaison sind deshalb April, Mai, Oktober und selbst der milde Winter, wenn die Insel leer ist und die Temperaturen bei angenehmen Werten liegen. Nimm mehr Wasser mit, als du für nötig hältst – unterwegs gibt es außerhalb der Orte keine Versorgung, und im Sommer sind manche Strandkioske die einzige Möglichkeit. Feste Schuhe braucht nur der Aufstieg nach La Mola, für alles andere reichen Turnschuhe.

Übernachten

Hotels auf Formentera und die passende Lage für deinen Urlaub

Die Insel hat begrenzt viele Betten und eine kurze Saison – wer im Sommer spontan sucht, zahlt drauf oder findet nichts.

Formentera hat bewusst keine Hotelburgen. Die Zahl der Betten ist überschaubar, große Anlagen sind die Ausnahme, und viele Häuser öffnen erst im Frühjahr und schließen im Oktober oder November wieder. Daraus folgt eine einfache Regel: Für Juli und August buchst du besser mehrere Monate im Voraus, für Mai, Juni, September und Oktober hast du deutlich mehr Auswahl zu spürbar besseren Preisen. Preislich liegt die Insel über dem spanischen Durchschnitt, weil jede Palette Ware zweimal umgeladen wird, bevor sie hier ankommt – dafür bekommst du ein Ziel, das nie den Betrieb einer Massendestination entwickelt hat.

Direkt an der langen Südküste liegen die Strandhotels. Das Gecko Hotel & Beach Club ist die Adresse für alle, die Design, Ruhe und einen Beachclub mit Yoga- und Wellnessangebot suchen, und liegt unmittelbar an der Platja de Migjorn. Größer und familientauglicher sind das Insotel Hotel Formentera Playa mit zwei Außenpools, Spa und breitem Sportangebot sowie das renovierte Hotel Riu Palace La Mola mit drei Pools, Spa und Kinderclub – beide ebenfalls am Migjorn-Strand und beide die richtige Wahl, wenn dein Urlaub aus Strandtagen mit kurzen Wegen bestehen soll. Ein Fahrzeug brauchst du hier trotzdem, weil die Orte ein paar Kilometer entfernt liegen.

Wenn du Leben um dich herum willst, ohne dafür zu fahren, ist Es Pujols der Ort. Hier liegen Promenade, Ortsstrand, Bars und die größte Restaurantdichte der Insel in Gehweite beieinander, und mit dem Hotel Blanco Formentera findest du ein modernes Haus mit Pool, Yoga-Deck und Wellnessbereich mitten darin. Die ruhige Gegenvariante ist Sant Francesc Xavier: Das familiengeführte Hotel & Spa Es Marès liegt im Hauptort, minimalistisch, mit Spa und mit dem Vorteil, dass du zu Fuß zu Supermarkt, Apotheke und den besten Dorfterrassen kommst und trotzdem von jedem Strand der Insel in maximal zwanzig Minuten zurück bist.

Zwei Sonderfälle noch. Wer sehr früh oder sehr spät eine Fähre nimmt oder nur ein oder zwei Nächte bleibt, ist im Hostal La Savina am Hafen gut aufgehoben – ein familiengeführtes Haus mit langer Geschichte, das direkt am Wasser und wenige Schritte vom Anleger liegt. Und wer Formentera als Selbstversorger-Urlaub plant, sucht eher nach Ferienhäusern und Apartments im Inselinneren rund um Sant Ferran und Sant Francesc als nach Hotels; das ist die verbreitetste Form der Unterkunft auf der Insel und für längere Aufenthalte oft die entspanntere. Achte in beiden Fällen darauf, ob das Haus außerhalb der Sommermonate überhaupt geöffnet hat.

Hotels in Formentera

Alle 6 Hotels

Ferienhäuser & Villen mit Pool

Die beliebteste Wahl in der Region — privates Ferienhaus oder Villa mit Pool, oft mitten in den Weinbergen.

Agriturismi & Weingüter

Urlaub auf dem Land: übernachten auf einem Weingut oder Bauernhof, mit Wein und Öl aus eigener Ernte.

Essen & Trinken

Restaurants auf Formentera vom Strandlokal bis zum Dorfklassiker

Die Karte ist überall ähnlich, der Unterschied liegt in der Lage – und in der Frage, ob du sechs Wochen vorher reserviert hast.

Das bekannteste Lokal der Insel steht buchstäblich im Sand. Juan y Andrea liegt an der Bucht von Ses Illetes und wird seit 1971 von derselben Familie geführt; auf den Tisch kommen gegrillter Fisch, Hummer und Paella, serviert wird zwischen Sonnenschirmen mit Blick auf ankernde Boote. Das hat seinen Preis und seine Wartezeiten, und in der Hochsaison ist eine Reservierung keine Empfehlung, sondern Voraussetzung. Die ruhigere Variante desselben Konzepts liegt an der Südküste: Es Codol Foradat steht in erster Reihe am Migjorn-Strand und wird seit 2020 von der Küche des katalanischen Sternekochs Nandu Jubany verantwortet, mit deutlich mehr Handschrift auf dem Teller als der Strandlage nach zu erwarten wäre.

Für Fisch ohne Inszenierung fährst du nach Es Caló de Sant Agustí. Can Rafalet und das Restaurante Es Caló haben beide Terrassen über der kleinen Fischerbucht mit ihren alten Bootshäusern, und beide kochen das, wofür man herkommt: Oktopus auf galicische Art, gegrillten Tagesfang, mediterrane Klassiker ohne Umweg. In Es Pujols dagegen ist der Stil urbaner – Chezz Gerdi liegt am Holzsteg Richtung Punta Prima und ist abends einer der Treffpunkte der Insel, während Sa Palmera an der Promenade seit den späten 1960ern die familiäre Version mit frischem Fisch und spanischer Küche hält. Wer zwischen beiden schwankt, entscheidet über die Uhrzeit: Es Caló mittags, Es Pujols abends.

Die Dorfküchen sind die dritte Kategorie und für viele die beste. Can Carlos in Sant Francesc Xavier serviert mediterrane Küche auf einer Gartenterrasse unter Lichterketten und ist die Adresse für den ruhigen, längeren Abend. In Sant Ferran hält die Fonda Pepe seit den 1960ern die Erinnerung an die Hippiejahre wach und ist bis heute eher Treffpunkt als Restaurant, ein paar Schritte weiter backt Macondo als eine der ältesten Pizzerien der Insel im Holzofen – dort stehen abends Einheimische und Urlauber gemeinsam an. Regional lohnt ein Blick auf die Karte: peix sec, luftgetrockneter Fisch im Salat, der bullit de peix als Fischeintopf und zum Abschluss Flaó, der Frischkäsekuchen mit Minze.

Ein paar Gewohnheiten erleichtern den Abend. Gegessen wird spanisch spät, vor 20 Uhr sind viele Terrassen noch leer und manche Küchen noch gar nicht offen. Reservieren solltest du im Juli und August überall dort, wo es einen Namen gibt, und zwar Tage bis Wochen vorher – die Insel hat schlicht nicht genug Tische. Außerhalb der Saison dreht sich das Bild: Zwischen November und März schließt ein großer Teil der Lokale, offen bleibt vor allem, was von Einheimischen lebt, also die Dorfadressen in Sant Francesc und Sant Ferran. Und rechne mit Preisen über dem Festlandsniveau; das ist kein Aufschlag für Touristen, sondern die Rechnung einer Insel ohne eigene Versorgung.

Restaurants in Formentera

Alle 9 Restaurants
Urlaub planen

Formentera Urlaub – eine Woche zwischen Strand und Salinen

Eine Woche ist auf dieser Insel keine Aneinanderreihung von Programmpunkten, sondern eine Rotation zwischen vier oder fünf Stränden mit Pausen dazwischen.

Die ersten beiden Tage gehören dem Norden. Am Ankunftstag holst du in La Savina dein Fahrzeug, checkst ein und läufst am späten Nachmittag den Uferweg am Estany Pudent ab, vorbei an den alten Salzbecken, deren Farbe im schrägen Licht kippt; abends reicht ein Tisch in Sant Francesc Xavier. Der zweite Tag ist der Klassiker: früh auf die Halbinsel Es Trucadors, ein Vormittag an Ses Illetes, bevor die Boote aus Ibiza kommen, dann der Fußweg bis ans nördliche Ende, wo sich die Landzunge zur Sandbank verjüngt. Nachmittags wechselst du auf die windabgewandte Seite an die Platja de Llevant und lässt den Tag an der Promenade von Es Pujols ausklingen.

Tag drei und vier führen nach Osten. Fahr früh nach Es Caló de Sant Agustí, sieh dir die alten Bootshäuser an und nimm den Camí de sa Pujada hinauf zur Hochebene, solange die Steilstufe noch im Schatten liegt. Oben gehst du vor Mittag die letzten Kilometer zum Far de la Mola über der Steilküste und isst danach in El Pilar de la Mola. Legst du den Tag auf einen Mittwoch oder Sonntag, öffnet dort am Nachmittag der Kunsthandwerksmarkt und füllt den halben Ort; zurück nach Es Caló zu deinem Fahrzeug geht es denselben Pfad wieder hinunter. Der vierte Tag ist ein reiner Strandtag an der Südküste: Such dir eine der Zufahrten zur Platja de Migjorn, nimm Badeschuhe mit, weil sich Sand und Felsplatten abwechseln, und plane das Mittagessen in einem der Strandlokale direkt am Wasser ein. Für den Abend passt Sant Ferran mit Holzofenpizza und Kunsthandwerksmarkt.

Die zweite Wochenhälfte wird lockerer. Ein Tag gehört dem Wasser: eine Bootstour oder ein Wassertaxi nach S'Espalmador, alternativ ein Schnorchelgang im Meeresreservat Es Freus oder eine Kajakrunde auf dem flachen Estany des Peix. Ein weiterer Tag gehört dem Südwesten – die schnurgerade Straße zum Cap de Barbaria, der Leuchtturm und der Wachturm am südlichsten Punkt der Balearen, danach die Cala Saona, wo du bis zum Sonnenuntergang bleibst. Und einen Tag lässt du bewusst offen, für den Strand, der dir bis dahin am besten gefallen hat, oder für den Wind, der dir die Entscheidung ohnehin abnimmt.

Und wenn du weniger Zeit hast: Als Tagesausflug ab Ibiza funktioniert Formentera, ist aber die schwächste Variante – du verbringst zwei Stunden auf Fähren, kommst mittags an und siehst im Wesentlichen Ses Illetes. Zwei bis vier Tage sind das sinnvolle Minimum und decken die Höhepunkte im Norden, die Hochebene und einen Strandtag im Süden ab. Ab einer Woche kippt der Aufenthalt in etwas anderes: Du hörst auf, Ziele abzuarbeiten, und planst nach Wind, Licht und Lust. Wer länger bleibt, nimmt in der Regel ein Ferienhaus im Inselinneren und schiebt einen Tagesausflug nach Ibiza-Stadt ein – in dieser Richtung ist die Fähre plötzlich wieder ein Vorteil.

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Stadtviertel

Die Stadtviertel von Formentera – und welches zu dir passt

La SavinaLa SavinaDer einzige Hafen der Insel und damit die Ankunft für jeden Besucher: Fähren aus Ibiza legen direkt neben den Verleihstationen für Räder, Roller und Autos an. Rundherum liegen die beiden Lagunen Estany des Peix und Estany Pudent mit ihren Salinenwegen.Ideal für: Ankunft & Wassersport½ TagEs PujolsEs PujolsDer einzige Ort, der sich wie ein Badeort anfühlt: kompakter Sandstrand, eine Promenade voller Restaurants und Bars, die größte Auswahl an Hotels und Läden und der einzige nennenswerte Abendbetrieb der Insel. Vom Holzsteg Richtung Punta Prima geht es zu den Felsbädern.Ideal für: Strand ohne Fahrzeug2–3 TageSant Francesc XavierSant Francesc XavierHauptort und ruhige Mitte der Insel, gebaut um eine Wehrkirche aus den Jahren 1726 bis 1737. Hier liegen Supermärkte, Apotheke, Kunsthandwerksstände und die besten Dorfterrassen – und von hier bist du in maximal zwanzig Minuten an jedem Strand Formenteras.Ideal für: Zentrale Basis½ TagSant Ferran de ses RoquesSant Ferran de ses RoquesDas Dorf an der Hauptachse lebt von seinem Hippie-Erbe der 1960er-Jahre: In der Fußgängerzone steht bis heute die Fonda Pepe, nebenan backt eine der ältesten Pizzerien der Insel im Holzofen, und abends bauen Händler ihre Tische zum Kunsthandwerksmarkt auf.Ideal für: Abende & Märkte½ TagEs Caló de Sant AgustíEs Caló de Sant AgustíEin winziges Fischerdorf an der Nordküste, gewachsen um eine Handvoll traditioneller Bootshäuser in einer geschützten Felsbucht. Die Terrassen hängen über dem Wasser, der Fisch kommt direkt von hier, und hinter dem Ort beginnt der alte Aufstieg zur Hochebene La Mola.Ideal für: Fischküche & Ruhe½ TagEl Pilar de la MolaEl Pilar de la MolaDas Dorf oben auf der Hochebene im Osten, zwischen Trockenmauern, Feigenbäumen und Weinreben. In der Saison füllt der Kunsthandwerksmarkt zweimal wöchentlich den halben Ort, und ein paar Kilometer weiter steht der Far de la Mola über der Steilküste.Ideal für: Markt & Leuchtturm1 Tag
Beste Reisezeit & Wetter

Beste Reisezeit für Formentera mit Wetter und Saison im Jahreslauf

Die Badesaison reicht von Mai bis Oktober, die angenehmsten Wochen liegen an ihren Rändern – im Winter ist die Insel eine andere.

Formentera hat ein mediterranes Klima mit heißen, sehr trockenen Sommern und milden, feuchteren Wintern. Im Juli und August liegen die Höchstwerte um dreißig Grad, im Januar immer noch bei rund sechzehn; Frost ist an dieser Küste praktisch unbekannt. Der meiste Regen fällt zwischen September und Dezember, meist als kurzer, kräftiger Schauer statt als Dauerregen. Entscheidender als die Lufttemperatur sind zwei andere Größen: das Meer, das bis in den Juni braucht, um wirklich warm zu werden, dafür bis weit in den Oktober warm bleibt – und die Saison, denn zwischen November und April schließen viele Hotels, Strandlokale und Verleihstationen ganz.

Jan16°8°still, halbe Insel geschlossen
Feb16°8°leer, Radwetter ohne Hitze
Mär18°9°erste warme Tage, Wanderzeit
Apr20°11°Saisonstart, Meer noch kühl
Mai23°14°warm, Strände noch leer
Jun27°18°Badewetter, alles geöffnet
Jul29°21°heiß, Boote vor Ses Illetes
Aug30°22°Hochsaison, teuerste Wochen
Sep27°19°warmes Meer, deutlich ruhiger
Okt24°16°mild, Saisonende, einzelne Schauer
Nov20°12°ruhig, viele Häuser zu
Dez17°9°mild, Insel im Winterbetrieb

Beste Reisezeit · Balken = Tageshöchstwert

Die beste Reisezeit für Formentera sind Mai, Juni und September. Im Mai und Juni liegen die Höchstwerte zwischen 23 und 27 Grad, die Strände sind noch frei, Räder und Zimmer verfügbar – nur das Meer verlangt im Mai etwas Überwindung. Der September dreht das um: Das Wasser ist nach dem Sommer am wärmsten, die Boote vor Ses Illetes werden weniger, und die Preise geben nach. Juli und August sind heiß, teuer und an den bekannten Stränden voll, dafür hat alles geöffnet. Von November bis April ist Formentera ein Ziel für Radfahrer und Wanderer, die Ruhe suchen und damit leben können, dass ein Großteil der Betriebe geschlossen hat.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zu Formentera

Wie lange dauert die Fähre von Ibiza nach Formentera?
Die schnellen Schiffe brauchen ab dem Hafen von Ibiza-Stadt rund eine halbe Stunde nach La Savina, langsamere Verbindungen entsprechend länger. In der Sommersaison fahren mehrere Reedereien parallel bis in den Abend, im Winter ist der Fahrplan deutlich ausgedünnt. Prüfe die letzte Abfahrt des Tages, bevor du deinen Rückflug ab Ibiza legst.
Wie viele Tage sollte man für Formentera einplanen?
Das hängt daran, was du sehen willst. Zwei Tage reichen für die Nordstrände rund um Ses Illetes und die Halbinsel Es Trucadors. Mit drei Tagen kommt die Hochebene La Mola mit Leuchtturm und Kunsthandwerksmarkt dazu, mit vier zusätzlich das Cap de Barbaria und ein ganzer Strandtag an der Platja de Migjorn. Eine Woche brauchst du erst, wenn auch Bootstour, Schnorcheln und freie Tage für den Wind hineinpassen sollen.
Lohnt sich Formentera als Tagesausflug ab Ibiza?
Machbar, aber du bekommst nur einen Ausschnitt. Hin- und Rückfahrt fressen einen guten Teil des Tages, übrig bleibt in der Regel ein einziger Inselabschnitt. Wenn es nur ein Tag sein kann: erste Fähre nehmen, am Kai in La Savina ein Rad oder einen Roller mieten, sich für den Norden oder die Hochebene entscheiden statt für beides – und die Rückfahrt mit Puffer planen, denn bei starkem Wind können Abfahrten ausfallen.
Darf man das eigene Auto mit nach Formentera nehmen?
Grundsätzlich ja, aber seit 2019 begrenzt die Insel die Zahl der Fahrzeuge in den Sommermonaten. Auswärtige Autos und Roller müssen registriert werden, es wird eine Tagesgebühr fällig, und die Zahl der Genehmigungen ist gedeckelt. Zeitraum und Verfahren legt die Inselverwaltung jedes Jahr neu fest – vor der Buchung auf der offiziellen Seite prüfen.
Braucht man auf Formentera einen Mietwagen?
Nur selten. Auf neunzehn Kilometern Insellänge und weitgehend flachem Gelände sind Fahrrad und Roller die naheliegenden Mittel, und beide bekommst du direkt am Fähranleger in La Savina. Ein Auto lohnt vor allem mit kleinen Kindern, viel Gepäck oder im Hochsommer, wenn dir dreißig Grad ohne Schatten die Radtour verleiden. In der Hochsaison vorab reservieren.
Welcher Strand ist bei welchem Wind der richtige?
Das ist die wichtigste lokale Faustregel. Bläst der Wind aus Süd, wird die Platja de Migjorn unruhig und du fährst nach Norden auf die Halbinsel Es Trucadors; kommt er aus Nord oder Ost, drehst du es um und gehst an die Südküste oder an die Cala Saona im Westen. Die Insel ist so schmal, dass dieser Wechsel höchstens zwanzig Minuten kostet.
Wo übernachtet man auf Formentera am besten?
Es Pujols, wenn du Promenade, Bars und Restaurants zu Fuß erreichen willst. Die Südküste an der Platja de Migjorn, wenn der Urlaub aus Strandtagen bestehen soll. Sant Francesc Xavier für die ruhige Mitte mit kurzen Wegen in alle Richtungen. Und La Savina, wenn du nur ein bis zwei Nächte bleibst oder früh eine Fähre nehmen musst.
Kann man zu Fuß nach S'Espalmador laufen?
Auf Fotos sieht die Sandbank am Nordende von Es Trucadors nach einem einfachen Spaziergang aus, in der Realität steht im Kanal Es Pas Strömung, und die Wassertiefe wechselt mit Wind und Wetter. Sicherer und schneller ist das Wassertaxi oder ein Ausflugsboot ab La Savina. S'Espalmador gehört zum Naturpark, Zugang und Ankern sind reglementiert.
Warum ist das Wasser auf Formentera so klar und was heißt das für Boote?
Zwischen Ibiza und Formentera wachsen ausgedehnte Posidonia-Seegraswiesen, die seit 1999 zum UNESCO-Welterbe gehören und das Wasser filtern. Praktisch bedeutet das: Auf den Wiesen wird nicht geankert, sie werden nicht betreten und nichts wird entnommen. Auch die angeschwemmten braunen Bänke am Strand bleiben liegen – sie halten den Sand fest und sind kein Schmutz.
Was ist auf Formentera im Winter geöffnet?
Deutlich weniger, als viele erwarten. Zwischen November und April schließen ein großer Teil der Hotels, die meisten Strandlokale und viele Verleihstationen. Geöffnet bleibt vor allem, was von Einheimischen lebt, also die Läden und Dorfrestaurants in Sant Francesc Xavier und Sant Ferran. Wer in dieser Zeit kommt, kommt zum Radfahren, Wandern und wegen der Leere.
Ist Formentera teuer?
Ja, im Vergleich zum spanischen Festland spürbar. Jede Ware wird zweimal umgeladen, bevor sie hier ankommt, das Bettenangebot ist begrenzt und die Saison kurz – das schlägt auf Zimmerpreise, Speisekarten und Mietfahrzeuge durch. Wer sparen will, reist im Mai, Juni oder Oktober, nimmt ein Apartment im Inselinneren und mietet ein Rad statt eines Autos.
Gibt es auf Formentera Nachtleben?
Nicht im Sinne von Ibiza, und das ist der Punkt der Insel. Der Abendbetrieb konzentriert sich auf Es Pujols mit Bars und Restaurants an der Promenade, dazu kommen Strandlokale mit Sonnenuntergangsmusik und die abendlichen Kunsthandwerksmärkte in Sant Ferran und El Pilar de la Mola. Wer clubben will, nimmt die Fähre zurück nach Ibiza.

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FormenteraWenn die Fähre aus Ibiza in La Savina festmacht, kippt das Tempo innerhalb von Minuten: keine Taxischlange, keine Clubplakate, sondern Fahrradverleihe am Kai, ein flaches Land aus Salzlagunen und Feigenbäumen – und dahinter ein Meer, das über den Seegraswiesen so türkis liegt, dass es aus der Luft nach Retusche aussieht.

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