Die Strände auf Formentera von Ses Illetes bis Migjorn
Der Norden liefert die Bilder, der Süden die Kilometer – und welcher Strand an einem Tag der richtige ist, entscheidet fast immer der Wind.
Ses Illetes liegt auf der schmalen Halbinsel Es Trucadors im Norden und ist der Strand, für den die meisten überhaupt kommen: feiner, heller Sand, vorgelagerte Felseninseln und Wasser, das über den Sandbänken in mehreren Türkistönen steht, bevor es abrupt ins Dunkelblau kippt. Der Strand gehört zum Naturpark Ses Salines, die Zufahrt endet an ausgewiesenen Parkflächen, und für die Einfahrt in den Parkbereich wird in der Saison eine Gebühr fällig. Plane früh oder spät: Zwischen dem späten Vormittag und dem Nachmittag ankern im Hochsommer die Ausflugsboote aus Ibiza vor der Bucht, und dann ist die erste Reihe belegt. Wer über die Landzunge auf die andere Seite läuft, steht an der Platja de Llevant, die genauso hell ist, deutlich mehr Platz hat und bei Westwind der ruhigere Ort ist.
Die Platja de Migjorn ist das Gegenprogramm: kein einzelner Strand, sondern die gesamte Südküste, die sich über mehrere Kilometer als Abfolge aus Sandbögen, flachen Felsplatten und Dünenabschnitten hinzieht. Weil mehrere Zufahrten von der Hauptstraße herunterführen – Es Ca Marí, Es Arenals, Es Còdol Foradat –, verteilt sich das Publikum, und du findest selbst im August Abschnitte, auf denen zwischen dir und dem nächsten Handtuch fünfzig Meter Platz liegen. Badeschuhe sind hier keine schlechte Idee, weil sich Sand und Fels ständig abwechseln. Direkt am Wasser stehen ein paar Strandlokale, darunter Es Codol Foradat, das seit 2020 von der Küche des Sternekochs Nandu Jubany verantwortet wird – ansonsten ist Migjorn eher leer als ausgebaut.
An der Westküste schneidet die Cala Saona als einzige richtige Bucht ins Ufer, ein Sandhufeisen zwischen niedrigen, rötlichen Sandsteinfelsen mit Pinien darauf. Weil sie nach Westen offen liegt, ist sie der Sonnenuntergangsstrand der Insel und am späten Nachmittag entsprechend voll; am Vormittag hast du das flache Wasser oft fast für dich. Die kleineren Alternativen liegen im Norden und Osten: Es Pujols hat einen eigenen Ortsstrand mit Liegen, Bars und kurzen Wegen, in Es Caló de Sant Agustí liegt eine winzige Fischerbucht zwischen den alten Bootshäusern, und rund um Punta Prima führen Holzstege über die Felsplatten zu Badeleitern statt zu Sand – Baden ohne Handtuchsuche, dafür ohne Strand.
Zwei Dinge solltest du über Formenteras Strände wissen. Erstens den Wind: Bläst es aus Süd, wird Migjorn unruhig und du fährst nach Norden auf die Trucadors-Seite; kommt der Wind aus Nord oder Ost, drehst du es um. Die Insel ist so schmal, dass dieser Wechsel zwanzig Minuten kostet und den Tag rettet. Zweitens das Seegras: Die braunen Posidonia-Bänke am Spülsaum sind kein Schmutz, sondern natürlicher Küstenschutz, der den Sand festhält, und sie bleiben deshalb an vielen Abschnitten bewusst liegen. Schatten gibt es kaum – abgesehen von den Kiefern hinter einigen Dünenabschnitten stehst du in der vollen Sonne, ein Sonnenschirm oder die frühen Stunden sind also keine Option, sondern Voraussetzung.









































