Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten auf Ibiza
Die Insel ist klein genug, dass du an einem Tag von den Festungsmauern über dem Hafen bis zum Felsen Es Vedrà kommst – und lohnend genug, dass du es besser nicht tust.
Alles beginnt am Portal de ses Taules, dem monumentalen Renaissance-Tor, hinter dem sich die Rampe in die Oberstadt schraubt. Die Mauern ringsum entstanden ab 1554 unter Karl V. nach Plänen des Ingenieurs Giovanni Battista Calvi und wurden unter Philipp II. vollendet, dessen Wappen seit 1585 über dem Tor sitzt – sieben Bastionen, schräge Böschungen gegen Kanonenkugeln, vollständig erhalten, und der Grund, warum Dalt Vila seit 1999 zum UNESCO-Welterbe gehört. Von unten sind es je nach Route zehn bis zwanzig Minuten steil bergauf bis zur Kathedrale Santa Maria d'Eivissa am höchsten Punkt, deren gotischer Kern im 18. Jahrhundert barock überformt wurde. Die besten Blicke hast du gar nicht von dort oben, sondern von den Bastionen, und zwar von zwei verschiedenen: Am Baluard de Santa Llúcia auf der Nordflanke liegen dir Hafen, die Dächer von La Marina und die Bucht von Talamanca zu Füßen, am Baluard de Sant Bernat neben dem Kastell geht der Blick nach Südwesten aufs offene Meer – dort sinkt abends die Sonne. Wer den Anstieg scheut, sucht den öffentlichen Aufzug am Rand der Altstadt – er nimmt dir einen Teil des Höhenunterschieds ab.
Das Welterbe heißt offiziell Ibiza, Biodiversität und Kultur und meint deutlich mehr als die Mauern. Am Fuß des Stadthügels liegt die Nekropole Puig des Molins, eine der größten erhaltenen punischen Grabstätten des Mittelmeerraums, mit mehreren tausend in den Fels geschlagenen Kammern und einem Museum voller Sarkophage, Amulette und Terrakotten. Ein Stück südwestlich, auf einer flachen Landzunge über dem roten Kliff von Sa Caleta, liegen die Grundmauern der ältesten phönizischen Siedlung der Insel aus dem 8. Jahrhundert v. Chr. Und der vierte Teil des Welterbes ist überhaupt nicht an Land zu besichtigen: Die Posidonia-Seegraswiesen in der Meerenge nach Formentera binden Schwebstoffe so gründlich, dass du in mehreren Metern Tiefe noch den Grund erkennst.
Der bekannteste Anblick der Insel steht im Wasser. Es Vedrà, ein rund 380 Meter hoher Kalkfelsen, ragt vor der Südwestküste aus dem Meer – unbewohnt, streng geschützt und umrankt von Geschichten über Sirenen, Magnetfelder und Lichter am Himmel, von denen keine belegt und jede erzählt ist. Den klassischen Blick hast du von der Bucht Cala d'Hort, den dramatischeren vom Torre des Savinar, einem Wachturm aus dem 18. Jahrhundert hoch über der Küste, zu dem ein kurzer, steiniger Pfad führt. Die Zufahrt ist eng und im Sommer schnell verstopft; wer den Sonnenuntergang dort oben sehen will, ist mindestens eine Stunde vorher da und stellt den Wagen weiter unten ab.
Im Süden schließt der Naturpark Ses Salines an, in dem seit der Antike Meersalz gewonnen wird. Die Becken sind bis heute in Betrieb, und wer im Frühjahr oder Herbst die Straße dazwischen entlangfährt, sieht Flamingos in den flachen Wannen stehen. Der Park reicht über die Wasserlinie hinaus bis nach Formentera und schützt genau die Seegraswiesen, denen das Meer seine Klarheit verdankt; an seinem Rand liegen die Naturstrände Ses Salines und Es Cavallet mit Dünen und Pinien statt Hotelzeilen. Als Gegenprogramm zum Meer bleibt die Sa Talaia, mit 475 Metern höchster Punkt der Insel – eine gut einstündige Wanderung ab Sant Josep, oben ein Rundblick, der bei klarer Luft bis Formentera reicht.









































