Ibiza ist eine Insel mit zwei Gesichtern, und ihre Hauptstadt führt beide am deutlichsten zusammen. Über dem Hafen erhebt sich Dalt Vila, die mächtig befestigte Oberstadt aus honiggelbem Sandstein, deren Renaissance-Mauern seit dem 16. Jahrhundert stehen und die heute zum UNESCO-Welterbe zählt. Durch enge Gassen steigt man hinauf bis zur Kathedrale und zur Bastion, von wo aus sich der Blick über Stadt, Hafen und Meer öffnet. Direkt darunter liegt La Marina, das alte Hafen- und Fischerviertel, in dem sich Boutiquen, Bars und Restaurants in schmalen Straßen drängen. Hier, zwischen den Yachten im Hafen und den Marktständen, spürt man den Wechsel vom Tag zur Nacht besonders deutlich: Ibiza-Stadt ist seit Jahrzehnten ein Mittelpunkt der elektronischen Musikszene, und große Clubs prägen das Nachtleben der Insel. Doch Ibiza war lange vor den DJs ein bedeutender Ort. Phönizisch gegründet, später karthagisch und römisch geprägt, hat die Insel über Jahrtausende eine eigene Lebensart bewahrt. Davon zeugen die Salinen im Süden, die Ses Salines, wo seit der Antike Meersalz gewonnen wird und heute Flamingos in den Becken stehen. Ringsum dehnen sich Pinienwälder, weiß getünchte Dörfer und abgelegene Calas mit türkisem Wasser. So verbindet Ibiza-Stadt das stille, mediterrane Erbe der Insel mit ihrer weltbekannten Clubkultur – ein Ort, an dem Geschichte und Gegenwart dicht nebeneinander liegen.







