
◆ STADT · BALEAREN
Am äußersten Nordostzipfel Mallorcas, dort wo die Insel in einer Kette goldener Buchten ins türkise Meer ausläuft, liegt Cala Ratjada — die "Bucht der Rochen", benannt nach den Fischern, die hier einst Rochen und Langusten fingen. Was als verschlafener Hafen begann, ist heute ein lebhaftes Küstenstädtchen mit einer Promenade voller Tapas-Bars, dem zweitgrößten Fischereihafen der Balearen und Stränden wie Cala Agulla und Cala Gat, deren feiner Sand und Pinienkulisse zu den schönsten der Insel zählen. Capdepera mit seiner mittelalterlichen Burg thront nur zwei Kilometer landeinwärts, und am östlichsten Punkt Mallorcas blinkt seit 1861 der Leuchtturm Far de Capdepera über die See nach Menorca.

Der Name verrät die Herkunft: Im 17. Jahrhundert war diese geschützte Bucht ein Hafen für Fischer, die sich auf Rochen und Langusten spezialisiert hatten — auf Mallorquinisch heißt der Rochen "ratjada", und so wurde aus der "Cala de la Ratjada" das heutige Cala Ratjada. Lange blieb der Ort kaum mehr als eine Handvoll Häuser am Wasser, eingebettet zwischen den Hügeln des Gemeindegebiets von Capdepera, dessen Burg seit dem 14. Jahrhundert über die strategisch wichtige Ostküste wachte. König Jaume II. hatte sie als befestigte Siedlung gegründet, um die Bevölkerung vor Piratenüberfällen zu schützen.
Ein eigenes, fast vergessenes Kapitel schrieben die frühen 1930er Jahre: Cala Ratjada wurde zur Zuflucht deutscher und österreichischer Emigranten — Schriftsteller, Maler, Pazifisten, viele von ihnen jüdisch, die vor dem heraufziehenden Nationalsozialismus flohen. Der Künstler und Lebemann Jack Bilbo eröffnete hier seine legendäre Waikiki-Bar, die zum Treffpunkt der internationalen Kolonie wurde. Bei nur rund 400 Einwohnern stammte damals ein erstaunlicher Teil aus dem Ausland — ein kosmopolitisches Intermezzo, lange bevor der Tourismus überhaupt ein Wort war.
Ab den 1960er Jahren kam der Wandel mit voller Wucht: Hotels wuchsen rund um die Buchten, die deutschen Familien kehrten zurück, diesmal als Urlauber, und Cala Ratjada wurde zu einer der beliebtesten Hochburgen der Insel. Doch anders als manch glattgebügelter Ferienort hat der alte Kern seinen Charakter bewahrt. Am Hafen entladen noch immer Fischerboote ihren Fang, die Promenade zwischen Son Moll und Cala Gat lebt vom Trubel der Restaurants, und wer früh am Morgen kommt, spürt unter dem Ferientreiben das alte Fischerdorf weiteratmen.
01 · Auf einen Blick
· Stadtviertel




· Sehenswürdigkeiten
· Entdecken & Buchen
02 · Was tun
Buchten zu Fuß
Vom Stadtstrand Son Moll entlang der Hafenpromenade, vorbei am Fischereihafen und den Tapas-Terrassen der Avinguda Leonor Servera, weiter zur kleinen, von Pinien gerahmten Cala Gat. Wer mag, hängt den steilen Pfad zum Far de Capdepera an und blickt vom östlichsten Punkt Mallorcas hinüber nach Menorca.
Natur & Dünen
Vom Ort in 15 Gehminuten zur 1,5 km langen Cala Agulla mit ihrem feinen Sand und dem Pinienwald dahinter. Von dort führen Wanderwege durch geschütztes Naturgelände weiter zur Cala Mesquida, deren Dünenlandschaft zu den eindrucksvollsten der Insel gehört.
Kultur & Kunst
Hinauf zum Castell de Capdepera mit Panoramablick über Küste und Meer, dann zu den Gärten der Villa March (Sa Torre Cega), wo über 40 Skulpturen der Avantgarde zwischen subtropischem Grün über dem Hafen stehen. Im Mai verwandelt der Mercat Medieval den Burgberg in einen mittelalterlichen Markt.
Abend & Genuss
Tagsüber Fang vom zweitgrößten Fischereihafen der Balearen, abends frischer Fisch und Tapas an der Promenade, dazu ein Glas mallorquinischer Wein. Wer länger bleibt, findet rund um den Ort eine lebendige Barszene — von Cocktailterrassen bis zum traditionsreichen Club Angels.
03 · Wann
Cala Ratjada lebt vom mediterranen Rhythmus: milde, blühende Zwischensaisons, ein heißer, geselliger Hochsommer und ein langer, sanfter Herbst, in dem das Meer noch warm ist, während die Buchten schon wieder Luft holen.
04 · Häufige Fragen
Cala Ratjada liegt am äußersten Nordostzipfel Mallorcas in der Gemeinde Capdepera, rund 75–80 km vom Flughafen Palma entfernt. Mit dem Mietwagen dauert die Fahrt etwa eine Stunde; alternativ gibt es Shuttle- und Busverbindungen (etwa von Rafabus) ab dem Flughafen.
Zu den bekanntesten zählen die feinsandige, von Pinien gesäumte Cala Agulla (rund 1,5 km lang), die kleine, idyllische Cala Gat nahe dem Leuchtturm, der zentrale Stadtstrand Son Moll sowie die wilde, von Dünen umgebene Cala Mesquida. Dazwischen liegen kleinere Buchten wie Cala Lliteres und Cala Moltó.
Sehenswert sind der Leuchtturm Far de Capdepera am östlichsten Punkt der Insel, die Gärten der Villa March (Sa Torre Cega) mit über 40 Avantgarde-Skulpturen über dem Hafen und das mittelalterliche Castell de Capdepera. Dazu kommen der Samstagsmarkt auf der Plaça dels Pins, Wanderungen ins Naturgelände und das lebhafte Hafen- und Promenadenleben.
Am angenehmsten ist es in den Zwischensaisons Mai–Juni und September–Oktober, wenn das Wetter mild, die Strände ruhiger und das Meer im Herbst noch warm ist. Der Hochsommer (Juli/August) bietet das wärmste Badewasser und das volle Ortsleben, ist aber heißer und voller.
Ja. Die geschützten, flach abfallenden Buchten wie Son Moll und Cala Agulla, die fußläufige Promenade, das gute gastronomische Angebot und die Nähe zu Ausflugszielen wie Burg und Leuchtturm machen den Ort besonders bei Familien beliebt — was auch seine lange Tradition als Urlaubsziel deutscher Gäste erklärt.
Der Name bedeutet so viel wie "Bucht der Rochen": Im 17. Jahrhundert fingen die hiesigen Fischer hier Rochen und Langusten. Auf Mallorquinisch heißt der Rochen "ratjada" — daraus wurde der heutige Ortsname.
05 · In der Nähe
Sagen Sie uns, worauf Sie Lust haben — wir planen Ihre Tage in Cala Ratjada.
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