Die schönsten Sehenswürdigkeiten in Aragonien
Morgens um neun liegt der Vorplatz der Basílica del Pilar noch leer, nur ein paar Tauben und das Rauschen des Ebro – Aragoniens große Bauwerke musst du dir mit wenigen teilen.
Zaragoza bündelt gleich drei Epochen an einem Flussufer: Die Basílica del Pilar streckt ihre elf Kuppeln und vier Türme über den Ebro, der Eintritt ist frei, und in zwei Deckenfresken erkennst du die Handschrift des jungen Goya. Ein paar Schritte weiter steht die Kathedrale La Seo, deren Außenwand an der Parroquieta ein Teppich aus glasierten Mudéjar-Ziegeln überzieht – Teil des UNESCO-Welterbes der aragonesischen Mudéjar-Architektur. Am westlichen Altstadtrand wartet die Aljafería, ein maurischer Palast aus dem 11. Jahrhundert mit filigranen Bogenhöfen, in dem heute das Regionalparlament tagt. Für alle drei zusammen reicht ein voller Tag.
Nördlich von Huesca schiebt sich das Castillo de Loarre auf einen Felsrücken über die Ebene: eine romanische Burg aus dem 11. Jahrhundert, deren Mauerring, Krypta und Burgkapelle so vollständig erhalten sind, dass Ridley Scott hier Szenen für 'Königreich der Himmel' drehte. Eine halbe Autostunde westlich stehen die Mallos de Riglos, rötliche Konglomerat-Türme von rund 300 Metern Höhe, an denen Kletterseilschaften hängen, während Gänsegeier in den Aufwinden kreisen. Das Dorf Riglos darunter besteht aus zwei Gassen und einer Bar – komm am späten Nachmittag, wenn die Wände im Streiflicht glühen.
Bei Jaca duckt sich das alte Kloster San Juan de la Peña unter einen gewaltigen Felsüberhang: Grablege der ersten aragonesischen Könige und der Ort, an dem der Legende nach der Heilige Gral aufbewahrt wurde, bevor er nach Valencia gelangte. Der Kreuzgang mit seinen romanischen Kapitellen steht halb in der Höhle, halb im Freien – ein Bauwerk, das es so kein zweites Mal gibt. Jaca selbst lohnt für die Kathedrale aus dem 11. Jahrhundert, eine der frühesten romanischen Kirchen Spaniens, und für die sternförmige Zitadelle, in deren Graben Hirsche weiden.
Zwei Ziele fallen aus jedem Raster: Das Monasterio de Piedra bei Nuévalos versteckt in einem Flusspark Dutzende Wasserfälle, Grotten und moosgrüne Kaskaden – mitten in einer der trockensten Landschaften Spaniens, angelegt von Zisterziensermönchen ab dem 12. Jahrhundert. Und südlich von Zaragoza liegt Belchite: die Ruine eines ganzen Dorfes, das 1937 in einer der härtesten Schlachten des Bürgerkriegs zerstört und nie wieder aufgebaut wurde. Die geführten Rundgänge durch die zerschossenen Kirchenschiffe gehören zum Eindrücklichsten, was du in der Region unternehmen kannst.


























