Region · Spanien

Galicien

Wo der Atlantik tief ins grüne Land greift, enden die Jakobswege und beginnen die Rías – Galicien ist Spaniens raue Nordwestecke.

5 Städte50 Sehenswürdigkeiten32 Hotels
Überblick

Deine Galicien auf einen Blick

Beste Reisezeit
Mai, Juni & September (mild, wenig Andrang); Juli/August am wärmsten für Strände
Anreise
Flughäfen Santiago (SCQ), A Coruña (LCG) & Vigo (VGO); AVE ab Madrid seit 2021
Sprache
Galego & Spanisch
Sprachen
Galego & Spanisch, beide offiziell; Ortsnamen meist auf Galego
Vor Ort
Schnellzug Vigo–Santiago–A Coruña; Mietwagen fürs Hinterland empfehlenswert
Spezialitäten
Pulpo á feira, Percebes, Empanada, Albariño-Wein, Meeresfrüchte
Die Region

Was Galicien ausmacht

Galicien ist das Spanien, das kaum jemand auf dem Zettel hat: grün, granitgrau und vom Atlantik geformt, der hier als Rías tief ins Land greift. In Santiago de Compostela laufen alle Jakobswege auf der Praza do Obradoiro zusammen, in A Coruña arbeitet mit dem Torre de Hércules der älteste noch aktive Leuchtturm der Welt, und Lugo umschließt seine Altstadt mit einer komplett erhaltenen Römermauer. Vor Vigo liegen die Cíes-Inseln als Nationalpark mit einem Strand, den eine britische Zeitung einmal zum schönsten der Welt kürte; an der Costa da Morte bricht sich die Dünung an den Klippen von Fisterra. Dazu Pulpo auf Holztellern, Albariño aus den Rías Baixas und ein Licht nach dem Regen, das es so nur hier gibt.

Reiseführer

Galicien von A bis Z

Aktualisiert Juli 2026

Auf der Praza do Obradoiro ist es kurz nach Mittag am lautesten – dann kommen die Pilger an, lassen die Rucksäcke aufs Granitpflaster fallen und legen sich einfach hin, den Blick an der Barockfassade der Kathedrale hinauf. Ein paar Straßen weiter dampft Pulpo in Kupferkesseln, und wenn am Nachmittag ein Regenschauer über die Arkaden zieht, glänzt die ganze Stadt danach wie frisch poliert. Galicien empfängt dich nicht mit Postkartenblau, sondern mit Atlantikgrün – und lässt dich damit nicht mehr los.

Sehenswürdigkeiten

Die schönsten Sehenswürdigkeiten in Galicien

Galiciens große Bauwerke stehen seit Jahrhunderten am selben Platz – eine Kathedrale, ein römischer Leuchtturm, eine komplette Stadtmauer. Und dazwischen eine Küste, die selbst wie ein Denkmal wirkt.

Anfangen musst du in Santiago de Compostela: Die Kathedrale über dem Jakobsgrab ist seit dem Mittelalter das Ziel aller Jakobswege, und ihr Innerstes wurde in den letzten Jahren aufwendig restauriert. Den Pórtico da Gloria, Meister Mateos farbig gefasstes Skulpturenportal aus dem 12. Jahrhundert, besichtigst du nur in kleinen Gruppen mit gebuchtem Zeitfenster – reserviere das vorab über die Kathedralstiftung. Wer schwindelfrei ist, bucht zusätzlich die Führung über die Granitdächer: Von dort oben siehst du die Altstadt, die komplett zum UNESCO-Welterbe gehört, aus der Perspektive der Türme.

In A Coruña steht am nördlichen Ende der Stadt der Torre de Hércules, ein Leuchtturm römischen Ursprungs aus dem 1. Jahrhundert und der älteste der Welt, der noch in Betrieb ist – seit 2009 UNESCO-Welterbe. Der Aufstieg über gut 230 Stufen endet mit Blick über den offenen Atlantik. Das zweite römische Schwergewicht liegt im Binnenland: Lugo umschließt seine Altstadt mit einer vollständig erhaltenen Stadtmauer aus dem 3. Jahrhundert, ebenfalls Welterbe. Der Rundweg auf der Mauerkrone ist gut zwei Kilometer lang, kostenlos und zu jeder Tageszeit offen – geh ihn einmal ganz, unten in den Gassen wartet danach die beste Tapas-Kultur Galiciens.

Die Naturikonen brauchen Planung: Auf die Cíes-Inseln im Nationalpark der Atlantischen Inseln kommst du nur per Boot ab Vigo, Cangas oder Baiona, und in der Saison ist die Besucherzahl pro Tag gedeckelt – erst die kostenlose Genehmigung der Xunta de Galicia online einholen, dann das Fährticket kaufen. Belohnung ist die Praia de Rodas, ein weißer Sandbogen zwischen zwei Inseln, den der Guardian 2007 zum schönsten Strand der Welt erklärte. An der Nordküste bei Ribadeo formt der Atlantik die Praia das Catedrais: Felsbögen und Kavernen, die nur bei Ebbe begehbar sind – zu Ostern und im Sommer brauchst du auch hier eine kostenlose Online-Reservierung.

Dazwischen liegen die leiseren Orte: Pontevedra hat seine granitgraue Altstadt schon vor Jahrzehnten vom Autoverkehr befreit und gilt seither als Musterstadt der Fußgängerfreundlichkeit – die Plätze zwischen Praza da Leña und der muschelförmigen Wallfahrtskirche A Peregrina gehören abends den Familien. In Ourense sprudeln mitten in der Stadt die As-Burgas-Quellen mit über 60 Grad aus dem Boden, und am Ufer des Miño reihen sich Thermalbecken, von denen einige frei zugänglich sind. Und in Combarro an der Ría de Pontevedra stehen die Hórreos, Galiciens steinerne Getreidespeicher, direkt über der Wasserlinie.

Sehenswürdigkeiten in Galicien

Alle 50 Sehenswürdigkeiten
Jakobsweg

Jakobsweg durch Galicien – die letzten Etappen nach Santiago

Hinter dem Pass von O Cebreiro wechselt der Camino Francés nach Galicien, und ab hier zählen viele Pilger nicht mehr die Kilometer, sondern die Tage bis zur Kathedrale.

Der Camino Francés, der klassische Hauptweg, erreicht Galicien am Bergdorf O Cebreiro mit seinen strohgedeckten Pallozas – von dort sind es noch rund 150 Kilometer bis Santiago. Die meisten Pilger, die du auf den letzten Etappen triffst, sind allerdings erst in Sarria gestartet: Die Stadt liegt etwas mehr als 100 Kilometer vor dem Ziel, und wer die Compostela, die offizielle Pilgerurkunde, erhalten will, muss mindestens die letzten 100 Kilometer zu Fuß gehen. Entsprechend voll werden die Wege ab Sarria im Sommer – die Abschnitte davor, etwa zwischen O Cebreiro und Samos mit seinem mächtigen Benediktinerkloster, sind deutlich stiller und landschaftlich mindestens so stark.

Der Camino Francés ist nicht die einzige Route: Der Camino Portugués kommt von Süden über Tui herein und führt über Pontevedra und Padrón nach Santiago – flacher, grüner und inzwischen der zweitbeliebteste Weg; die Variante Espiritual schwenkt zur Ría de Arousa aus und folgt dem Wasserweg, auf dem der Legende nach der Leichnam des Apostels nach Galicien kam. Der Camino Inglés startet in Ferrol und schafft die nötigen 100 Kilometer in fünf bis sechs Tagen – ideal, wenn du nur eine Woche hast. Und der Camino del Norte fällt aus dem Baskenland kommend über Ribadeo ins galicische Hügelland ein, einsamer und anspruchsvoller als der Francés.

Zur Praxis: Du brauchst die Credencial, den Pilgerausweis, den du bei Jakobusgesellschaften, in vielen Herbergen oder am Startort bekommst – auf den letzten 100 Kilometern musst du zweimal pro Tag stempeln lassen, sonst gibt es am Ende keine Urkunde. Übernachtet wird in öffentlichen Herbergen der Xunta oder in privaten Albergues; die öffentlichen vergeben Betten nach Ankunft, Pilger zu Fuß haben Vorrang. In Santiago holst du dir die Compostela im Pilgerbüro nahe der Kathedrale – in der Hochsaison mit Wartenummer und Online-Registrierung. Plane für die Etappen ab Sarria fünf Gehtage und buche im Juli und August private Unterkünfte voraus.

Du musst übrigens kein Pilger sein, um den Weg zu mögen: Viele gehen einzelne Etappen als Tageswanderung, etwa von Pedrouzo durch die Eukalyptuswälder bis zum Monte do Gozo, wo zum ersten Mal die Kathedraltürme in Sicht kommen. Und wer nach der Ankunft noch nicht fertig ist, hängt den Epilog an: Der Weg nach Fisterra und Muxía führt in drei bis vier Tagen ans Meer, zum Kilometerstein 0,000 am Leuchtturm von Fisterra – dem Kap, das die Römer für das Ende der Welt hielten. Dort sitzen abends Pilger auf den Felsen und schauen zu, wie die Sonne im Atlantik verschwindet.

Santiago de Compostela

Santiago de Compostela zwischen Kathedrale und Markthalle

Um acht Uhr morgens gehören die Arkaden der Rúa do Vilar den Lieferwagen und ein paar früh gestarteten Pilgern – zwei Stunden später riecht die ganze Altstadt nach Kaffee und nassem Granit.

Die Kathedrale ist der Fixpunkt, aber nimm dir Zeit für die Reihenfolge: Der Eintritt ins Kirchenschiff ist frei, für Museum, Pórtico da Gloria und die Dachführungen buchst du Zeitfenster. Innen führt der Weg der Pilger hinter den Hochaltar zur Umarmung der Apostelfigur und hinab zum Grab. Der Botafumeiro, das rund 50 Kilo schwere Weihrauchfass, das an einem Seilzug durchs Querschiff schwingt, fliegt nicht täglich – er kommt an hohen Feiertagen zum Einsatz oder wenn Gruppen ihn gegen eine Spende bestellen; ob er an deinem Tag schwingt, erfährst du am ehesten über die Pilgermesse um zwölf.

Die Altstadt ist klein genug, um sie ohne Karte zu lernen: Praza do Obradoiro mit dem Rathaus und dem Hostal dos Reis Católicos, dem einstigen Pilgerhospital der Katholischen Könige, dann im Uhrzeigersinn die Plätze Praterías, Quintana und Inmaculada einmal um die Kathedrale herum. Unter den Arkaden von Rúa do Vilar und Rúa Nova bleibst du auch bei Regen trocken – und es wird regnen, irgendwann, kurz und kräftig. Danach hat das Granitpflaster diesen nassen Glanz, für den Fotografen die Stadt lieben. Abends füllt die Universität die Gassen: Santiago ist mit rund 30.000 Studierenden auch eine junge Stadt, keine reine Pilgerkulisse.

Der Mercado de Abastos, ein paar Minuten östlich der Kathedrale, ist die zweitwichtigste Adresse der Stadt: Markthallen aus Granit, in denen Fischhändlerinnen die Ausbeute der Rías auslegen – Jakobsmuscheln, Zamburiñas, Percebes, dazu Tetilla-Käse und Padrón-Paprika. Der Kniff: Bei einigen Ständen kaufst du roh ein und lässt dir die Ware in einer angeschlossenen Küche gegen kleines Geld zubereiten. Wer lieber klassisch isst, hält sich an die Rúa do Franco und ihre Parallelgassen, wo Pulperías und Marisquerías dicht an dicht liegen – je weiter weg von der Kathedrale, desto lokaler das Publikum.

Für den besten Blick auf die Stadt gehst du in den Alameda-Park: Von der Eichenallee am Paseo da Ferradura aus siehst du die Kathedrale frei über den Dächern stehen – nachmittags im Gegenlicht, morgens angestrahlt. Ein halber Tag mehr lohnt für das Museum des galicischen Volkes im ehemaligen Kloster San Domingos de Bonaval mit seiner dreifach gewundenen Barocktreppe und für den dahinterliegenden Park mit Stadtblick. Und iss einmal Tarta de Santiago dort, wo sie herkommt: Die Mandeltorte mit dem gepuderten Jakobskreuz gibt es in jeder Konditorei der Altstadt – die Unterschiede liegen im Mandelanteil, frag ruhig nach.

Rundreise

Galicien Rundreise: die Route für 7 bis 10 Tage

Galicien ist kompakter, als die Karte suggeriert: Zwischen Santiago und fast jedem Punkt dieser Route liegt kaum mehr als eine Autostunde.

Die bewährte Schleife für 7 bis 10 Tage: zwei Tage Santiago de Compostela, dann ein Tagesbogen über die Costa da Morte mit Fisterra und Muxía, weiter nach A Coruña für Leuchtturm und Stadtstrände. Von dort lohnt der Abstecher ins Binnenland nach Lugo mit der Römermauer, bevor du in die Rías Baixas hinunterfährst: zwei, drei Tage für Pontevedra, Combarro, Cambados und O Grove, dazu ein voller Tag für Vigo und die Cíes-Inseln. Wer zehn Tage hat, hängt Ourense mit seinen Thermen und die Ribeira Sacra an, wo der Sil in einer tiefen Schlucht zwischen Weinterrassen fließt.

Wechsle nicht jede Nacht das Quartier – zwei Basen genügen: Santiago für den Norden (Costa da Morte, A Coruña und Lugo sind je eine gute Stunde entfernt) und ein Ort in den Rías Baixas für den Süden, etwa Pontevedra, Sanxenxo oder Cambados. Von dort fährst du sternförmig los und sitzt abends wieder am selben Tisch. Das passt zum Rhythmus der Region: Gegessen wird spät, die Mittagsküche öffnet selten vor halb zwei, abends vor halb neun ist wenig los – plane Besichtigungen auf den Vormittag und lange Mahlzeiten statt langer Fahrten.

Zur Fahrpraxis: Die Autobahn AP-9 verbindet als mautpflichtige Nord-Süd-Achse Ferrol, A Coruña, Santiago, Pontevedra und Vigo – schnell, aber unspektakulär. Die Nationalstraßen und Küstenstraßen sind kurvig und deutlich langsamer, als das Navi verspricht: Für die 90 Kilometer von Santiago nach Fisterra über Land brauchst du gut anderthalb Stunden, an der zerklüfteten Costa da Morte entlang noch mehr. Rechne Puffer ein und nimm die Umwege bewusst mit – die Abzweige zu Aussichtspunkten wie dem Mirador de Ézaro, wo der Xallas als Wasserfall ins Meer stürzt, sind oft der eigentliche Grund der Reise.

Die Verlängerung für Landschaftsfahrer ist die Ribeira Sacra südöstlich von Lugo: Der Sil hat sich hier eine bis zu 500 Meter tiefe Schlucht gegraben, an deren Steilhängen seit Römerzeiten Wein in Terrassen wächst – heute vor allem die rote Mencía-Traube. Katamarane fahren von Anlegern wie Santo Estevo durch den Canyon, oben reihen sich Aussichtskanzeln wie die Balcóns de Madrid bei Parada de Sil, und in den Hängen verstecken sich romanische Klöster. Von Ourense aus ist das ein üppiger Tagesausflug; wer übernachtet, wohnt im Parador des Klosters Santo Estevo mitten im Wald.

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Rías Baixas & Cíes

Rías Baixas, Vigo und die Cíes-Inseln

In der Ría de Arousa liegen die Bateas in langen Reihen auf dem Wasser – Holzflöße, unter denen an Seilen die Miesmuscheln wachsen, die halb Europa isst.

Rías Baixas, Vigo und die Cíes-Inseln
Rías Baixas & Cíes

Die Rías Baixas sind Galiciens mildeste Ecke: vier tiefe Meeresarme südlich der Costa da Morte, geschützt, sonniger als der Rest der Region und gesäumt von Fischerdörfern, Weinbergen und Stränden. Sanxenxo ist der klassische Badeort mit der Stadtstrand-Promenade an der Praia de Silgar, O Grove auf seiner Halbinsel das Mekka der Meeresfrüchte – im Oktober feiert der Ort sein großes Marisco-Fest. Vom Wasser aus verstehst du die Landschaft am besten: Ausflugsboote fahren zwischen den Muschelflößen hindurch, oft mit Verkostung an Bord – Miesmuscheln, so frisch wie sonst nirgends, dazu ein Glas Weißwein.

Der Wein hat hier einen Namen: Albariño, angebaut in der Herkunftsregion Rías Baixas, deren Hauptstadt Cambados ist – ein Ort aus Granitpalästen, in dem sich Bodegas und Weinbars um die Praza de Fefiñáns drängen. Anfang August feiert Cambados die Festa do Albariño, eines der ältesten Weinfeste Spaniens. Viele Weingüter der Umgebung, vom kleinen Familienbetrieb bis zum Pazo mit jahrhundertealtem Garten, öffnen für Führungen mit Probe – meist gegen Voranmeldung. Und gleich um die Ecke liegt Combarro, wo die steinernen Hórreos in einer Reihe direkt am Wasser stehen; komm früh oder abends, tagsüber schieben sich Gruppen durch die eine Gasse.

Vigo ist der raue Kontrapunkt: Galiciens größte Stadt, gebaut um einen der wichtigsten Fischereihäfen Europas, mit einem Casco Vello, der sich vom Hafen den Hang hinaufzieht. Pflichtprogramm ist die Rúa da Pescadería, besser bekannt als Austerngasse: Dort öffnen die Ostreiras vormittags Austern aus der Ría am Marmortisch, du isst sie im Stehen mit Zitrone und einem Glas Albariño. Danach steigst du auf den Monte do Castro, den Festungshügel über der Stadt – von oben liegt dir die ganze Ría de Vigo zu Füßen, bis zu den Cíes-Inseln, die den Meeresarm wie ein Wellenbrecher abschirmen.

Für die Cíes selbst gilt: Planung schlägt Spontaneität. Die Inseln gehören zum Nationalpark der Atlantischen Inseln, und in der Fährsaison – etwa Ostern bis Mitte Oktober, im Winter nur eingeschränkt – ist die Tagesbesucherzahl gedeckelt. Du beantragst zuerst kostenlos die Besuchsgenehmigung auf der Website der Xunta de Galicia, kaufst dann mit dem Code das Fährticket ab Vigo, Cangas oder Baiona. Drüben gibt es kaum Infrastruktur: ein Restaurant, ein Campingplatz, sonst Wanderwege – der Anstieg zum Leuchtturm Monte Faro dauert gut eine Stunde und liefert den Blick über die Praia de Rodas, deren heller Sandbogen zwei Inseln verbindet. Nimm Wasser und Proviant mit.

Aktivitäten & Touren in Galicien

Alle 29 Aktivitäten
Küste & Strände

Galiciens Küste von der Costa da Morte bis zur Praia das Catedrais

Am Leuchtturm von Fisterra steht der Kilometerstein 0,000 – dahinter nur noch Atlantik, bis Amerika.

Galiciens Küste von der Costa da Morte bis zur Praia das Catedrais
Küste & Strände

Die Costa da Morte westlich von Santiago trägt ihren Namen – Todesküste – wegen der vielen Schiffbrüche an ihren Riffen, und genau diese Wildheit ist heute ihr Kapital: Kaps, Leuchttürme und Dünenstrände, an denen selbst im August Platz ist. Fixpunkte sind das Kap Fisterra mit seinem Leuchtturm über der Brandung, der Wallfahrtsort Muxía, wo die Kirche Nosa Señora da Barca direkt auf den Uferfelsen steht, und der Mirador de Ézaro, an dem der Fluss Xallas als Wasserfall über Granit ins Meer stürzt – ein in Europa fast einmaliges Schauspiel. An den Klippen siehst du mit etwas Glück Percebeiros, die sich bei ablaufender Welle zu den Entenmuscheln abseilen.

Ganz im Norden, an der Mariña Lucense bei Ribadeo, wartet Galiciens berühmtester Strand: die Praia das Catedrais, deren bis zu 30 Meter hohe Felsbögen und Kavernen nur bei Ebbe begehbar sind. Prüfe zwingend die Gezeitentabelle und plane den Besuch um den Niedrigwasser-Zeitpunkt; zu Ostern und in den Sommermonaten musst du zusätzlich vorab kostenlos über das Portal der Xunta reservieren, sonst bleibst du oben auf dem Klippenweg. Der ist allerdings selbst die halbe Reise – und die Rías Altas drumherum, etwa die Steilküste bei San Andrés de Teixido und die Klippen der Serra da Capelada, gehören zu den einsamsten Küstenlandschaften Spaniens.

Zum Baden musst du die Erwartungen kalibrieren: Der Atlantik bleibt auch im Hochsommer frisch, in den offenen Buchten selten über 17, 18 Grad, in den geschützten Rías Baixas etwas milder. Dafür bekommst du Strände, die in Südspanien längst zugebaut wären – die Dünen von Carnota, mit rund sieben Kilometern einer der längsten Strände Galiciens, oder die Lagunenstrände bei Corrubedo. Surfer fahren nach Razo bei Carballo oder zur Praia de Pantín in den Rías Altas, wo Ende August der Pantín Classic stattfindet, ein internationaler Surf-Contest der World Surf League. Grundregel für alle offenen Strände: Die Brandung ist kräftig, bade dort, wo Flaggen und Rettungsschwimmer stehen.

A Coruña & Lugo

A Coruña und Lugo – Atlantikstadt trifft Römermauer

In A Coruña wohnt das Meer mitten in der Stadt – die Halbinsel der Altstadt trennt den Hafen von den Surfstränden, und dazwischen liegen keine zehn Gehminuten.

A Coruña ist die Stadt, die viele auf der Galicien-Route unterschätzen: Am grünen Nordzipfel steht der Torre de Hércules, römisch im Kern, seit fast zweitausend Jahren in Betrieb und damit der älteste arbeitende Leuchtturm der Welt – der Skulpturenpark drumherum und der Blick von der Aussichtsplattform sind den Weg wert. Zurück im Zentrum spiegelt sich das Hafenwasser in den Galerías, den weiß verglasten Fensterfronten an der Avenida da Mariña, die der Stadt den Beinamen Glasstadt eingebracht haben. Und der Paseo Marítimo, eine der längsten Uferpromenaden Europas, verbindet auf über zehn Kilometern Hafen, Leuchtturm und die Stadtstrände Riazor und Orzán.

Abends zieht es alles in die Gassen zwischen Praza de María Pita – dem Arkadenplatz mit dem prunkvollen Rathaus – und der Rúa da Franxa: Tapas-Klassiker sind hier Pulpo, gebratene Padrón-Paprika und Tortilla, die in A Coruña besonders saftig gebraten wird; die Nachbarstadt Betanzos, eine halbe Stunde entfernt, gilt als spanischer Tortilla-Wallfahrtsort. Wer mit Kindern reist, hat in A Coruña zudem die dichteste Museumsinfrastruktur der Region: das Aquarium Finisterrae direkt am Meer, das Wissenschaftsmuseum mit Planetarium und die Domus, ein dem Menschen gewidmetes Mitmachmuseum in einem geschwungenen Bau von Arata Isozaki.

Lugo, gut eine Stunde landeinwärts, ist der kompakteste Geschichtsstopp Galiciens: Die römische Stadtmauer aus dem 3. Jahrhundert umschließt die Altstadt ohne eine einzige Lücke – zwei Kilometer Rundweg auf der Krone, zehn bis fünfzehn Meter hoch, mit Dutzenden Rundtürmen, als einzige vollständig erhaltene Römermauer der Welt UNESCO-Welterbe. Unten lohnen die Kathedrale und die Thermenreste an der römischen Brücke über den Miño. Vor allem aber isst du in Lugo gut und günstig: Die Stadt pflegt die galicische Tapas-Tradition, bei der zum bestellten Getränk eine Kleinigkeit aus der Küche gereicht wird – die Kneipendichte rund um die Rúa da Cruz macht den Abend zum Programm.

Unterkünfte

Übernachten in Galicien vom Pazo bis zum Stadthotel

Galiciens schönste Betten stehen in altem Granit – in Herrenhäusern mit Kamelienpark, in Klöstern mit Kreuzgang und in einem ehemaligen Pilgerhospital direkt neben der Kathedrale.

Die galicische Spezialität ist der Pazo: ein steinernes Landgut aus dem 17. oder 18. Jahrhundert, oft mit eigenem Weinberg, Hortensien und jahrhundertealten Kamelien, heute vielfach als kleines Hotel oder Turismo-rural-Betrieb geführt. In den Rías Baixas übernachtest du so zwischen Albariño-Reben, im Binnenland zwischen Eichenwäldern – meist mit Frühstück aus eigener Produktion und Gastgebern, die dir die Region besser erklären als jeder Reiseführer. Die Prunkstücke der Kategorie sind die Paradores: In Santiago logiert der Parador im Hostal dos Reis Católicos von 1499 an der Praza do Obradoiro, einem ehemaligen Pilgerhospital, das als eines der ältesten Hotels der Welt gilt.

Für die Rundreise mit zwei Basen wählst du pragmatisch: In Santiago lohnt ein Hotel innerhalb oder direkt am Rand der Altstadt – du bist abends zu Fuß unterwegs, wenn die Tagesbesucher weg sind, und parkst in einer der Tiefgaragen am Altstadtrand, denn die Gassen selbst sind weitgehend autofrei. In den Rías Baixas hängt die Wahl vom Stil ab: Sanxenxo bietet klassische Strandhotels mit Promenade, Cambados und Pontevedra kleine Stadthotels mit Abendleben, die Pazos der Umgebung Ruhe und Garten. A Coruña und Vigo funktionieren als Stadthotel-Stopps für eine, zwei Nächte – in Vigo idealerweise nahe am Hafen, wo morgens die Cíes-Fähre ablegt.

Zwei Besonderheiten noch: Entlang der Jakobswege ist die Unterkunftslage zweigeteilt – öffentliche Herbergen sind Pilgern mit Credencial vorbehalten und nicht reservierbar, aber private Albergues, Pensionen und Casas rurales am Weg kannst du ganz normal buchen; im Juli und August solltest du das auf den letzten 100 Kilometern auch unbedingt tun. Und für Familien oder Selbstversorger sind Ferienhäuser auf dem Land eine starke Option: Die Preise liegen spürbar unter dem Mittelmeerniveau, viele Häuser haben Kamin statt Klimaanlage – was zum Klima passt – und die Vermieter drücken dir zur Begrüßung nicht selten Gemüse aus dem eigenen Garten in die Hand.

Hotels in Galicien

Alle 32 Hotels

Ferienhäuser & Villen mit Pool

Die beliebteste Wahl in der Region — privates Ferienhaus oder Villa mit Pool, oft mitten in den Weinbergen.

Agriturismi & Weingüter

Urlaub auf dem Land: übernachten auf einem Weingut oder Bauernhof, mit Wein und Öl aus eigener Ernte.

Essen & Trinken

Essen und Trinken in Galicien

In der Pulpería sticht die Köchin den Oktopus mit der Schere direkt aus dem Kupferkessel, schneidet ihn auf den Holzteller und streut Paprika und grobes Salz darüber – mehr braucht es nicht.

Pulpo á feira ist das Nationalgericht: weich gekochter Oktopus auf dem Holzteller, mit Olivenöl, Paprikapulver und grobem Salz, dazu Kartoffeln und Brot – traditionell mit Ribeiro-Wein aus der weißen Tonschale getrunken. Du bekommst ihn überall, aber seine Hauptstadt liegt im Binnenland: O Carballiño bei Ourense feiert im August die Festa do Pulpo, eines der größten Gastro-Feste Galiciens, und die Pulpeiras der Gegend gelten als die besten des Landes. Der Grund ist historisch – Klöster ließen den Oktopus einst als Zehnt-Abgabe ins Binnenland bringen, wo er getrocknet und gekocht wurde.

Das Meer liefert den Rest der Karte: Percebes, die Entenmuscheln, die an der Costa da Morte unter Lebensgefahr von den Felsen geerntet werden und entsprechend kosten; Jakobsmuscheln, deren Schale das Symbol des Pilgerwegs ist; Zamburiñas, die kleineren Kammmuscheln vom Grill; Austern in Vigos Pescadería-Gasse; Miesmuscheln von den Bateas der Rías. Wer sich nicht entscheiden kann, bestellt in einer Marisquería die Mariscada, die große Meeresfrüchteplatte für den ganzen Tisch – dafür reservierst du am besten mittags am Wochenende, wenn die galicischen Familien selbst essen gehen, und rechnest zwei, drei Stunden ein.

Vom Land kommen die stilleren Klassiker: Pementos de Padrón, die kleinen grünen Bratpaprika, von denen sprichwörtlich manche scharf sind und andere nicht; Empanada, der flache gefüllte Teigkuchen mit Thunfisch, Muscheln oder Fleisch; Caldo galego, die Kohlsuppe mit weißen Bohnen; Lacón con grelos, Schweinefleisch mit Stängelkohl, das Wintergericht schlechthin; dazu der zarte Tetilla-Käse und zum Schluss Tarta de Santiago, die Mandeltorte mit dem Jakobskreuz aus Puderzucker. Die Portionen sind ländlich großzügig – die Ración ist zum Teilen gedacht, bestell lieber nach als zu viel.

Getrunken wird vor allem Weiß: Albariño aus den Rías Baixas, mineralisch und zum Meeresgetier wie gemacht, daneben Ribeiro aus dem Umland von Ourense und Godello aus Valdeorras. Die Ribeira Sacra steuert mit Mencía einen kühlen, feinen Roten bei. Bier heißt in Galicien fast immer Estrella Galicia, gebraut in A Coruña und Lokalstolz. Und wenn nach dem Essen das Licht ausgeht und eine blaue Flamme über einer Tonschale tanzt, erlebst du die Queimada: flambierter Tresterschnaps mit Zitrusschale und Kaffeebohnen, zu dem traditionell ein Zauberspruch gegen böse Geister aufgesagt wird – Folklore, ja, aber gute.

Restaurants in Galicien

Alle 40 Restaurants
Anreise & Mobilität

Anreise nach Galicien und Mietwagen vor Ort

Der Landeanflug auf Santiago führt über ein Flickwerk aus Eukalyptuswald, Weiden und Granitdörfern – und meistens durch mindestens eine Wolkenschicht.

Galicien hat drei Flughäfen: Santiago de Compostela (SCQ) ist der größte und für Reisende aus Deutschland die erste Wahl – es gibt je nach Saison einzelne Direktflüge, ansonsten fliegst du mit Umstieg über Madrid, Barcelona oder ein anderes europäisches Drehkreuz. A Coruña und Vigo werden fast nur innerspanisch bedient. Ein Preistipp ist der Umweg über Portugal: Porto wird aus vielen deutschen Städten direkt und oft günstig angeflogen, und vom dortigen Flughafen bist du mit dem Mietwagen in etwa zwei Stunden in Vigo – die Kombination Porto plus Rías Baixas ist auch inhaltlich eine starke Reise. Prüfe nur vorab, ob dein Vermieter die Einreise nach Spanien erlaubt und was die Einwegmiete kostet.

Innerhalb Spaniens ist die Bahn schnell geworden: Seit der Fertigstellung der Schnellfahrstrecke verbinden AVE- und Alvia-Züge Madrid mit Ourense in rund zweieinhalb Stunden und mit Santiago in gut drei Stunden – buchbar über Renfe, deutlich günstiger bei früher Buchung. Wer die Anreise als Etappe denkt, kombiniert so Madrid und Galicien in einer Reise. Innerhalb Galiciens fährt die Bahn auf der Achse A Coruña–Santiago–PontevedraVigo dicht und zuverlässig; quer dazu, an die Costa da Morte oder in die Ribeira Sacra, kommst du mit dem Zug dagegen praktisch nicht.

Deshalb die klare Empfehlung: Nimm einen Mietwagen, mindestens für die Küsten- und Landtage. Die Stationen an den Flughäfen Santiago und Porto sind gut sortiert, außerhalb der Ferien sind die Tagespreise moderat. Auf der Nord-Süd-Achse zahlst du auf der AP-9 Maut, die parallelen Nationalstraßen sind kostenlos und landschaftlich schöner, aber langsam – kurvig, dörferreich und gern hinter einem Traktor. In den Altstädten von Santiago, Pontevedra und Lugo fährst du gar nicht erst hinein: Sie sind weitgehend Fußgängerzone, park in den ausgeschilderten Parkhäusern am Rand. Und pack eine Regenjacke ins Auto – nicht als Pessimismus, sondern als Realismus: Das Wetter wechselt hier im Stundentakt, und das schönste Licht kommt ohnehin direkt nach dem Schauer.

Mietwagen

Die schönsten Orte liegen abseits von Bahn und Bus — mit dem Mietwagen bist du flexibel.

Städte & Basisorte

Die schönsten Städte in Galicien – und welche Basis zu dir passt

Beste Reisezeit & Wetter

Beste Reisezeit für Galicien: Wetter am Atlantik im Jahreslauf

Galicien ist Spaniens grüne Ecke, und grün hat seinen Preis: Regen gehört zum Jahr wie der Granit – aber der Sommer ist verlässlicher, als sein Ruf glauben lässt.

Das Klima ist atlantisch: milde Winter ohne Frostperioden, ein feuchtes, launisches Frühjahr, ein warmer, aber selten heißer Sommer und ein langer, oft goldener Frühherbst. Die Werte unten gelten für Santiago de Compostela; an der Küste der Rías Baixas ist es meist zwei, drei Grad wärmer und deutlich sonniger, im Binnenland um Ourense im Sommer spürbar heißer. Regen fällt vor allem von Oktober bis April – im Juli und August bleibt es dagegen häufig tagelang trocken.

Jan11°4°mild, sehr nass
Feb12°4°Regen, Kamelienblüte
Mär15°6°launisch, erstes Grün
Apr16°7°wechselhaft, grün
Mai18°9°milder, noch Schauer
Jun22°12°trockener, ideal
Jul24°13°warm, viel Sonne
Aug25°14°Hochsaison, Feste
Sep23°12°stabil, Weinlese
Okt19°10°goldene Tage, Regen
Nov14°7°nass, still
Dez12°5°mild, regenreich

Beste Reisezeit · Balken = Tageshöchstwert

Die beste Reisezeit für Galicien sind Juni, Juli und September: warm genug für Küste und Cíes-Ausflug, mit den meisten stabilen Sonnentagen und – im Juni und September – noch ohne den spanischen Ferienandrang. Der August funktioniert ebenfalls gut, ist aber der vollste Monat mit den größten Festen von Cambados bis O Carballiño. Für reine Städte- und Jakobsweg-Reisen taugen auch Mai und Oktober, dann mit Regenjacke im Tagesgepäck.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zu Galicien

Wann ist die beste Reisezeit für Galicien?
Juni bis September: 22 bis 25 Grad, die meisten trockenen Tage und angenehme Abende. Juni und September sind die entspanntesten Monate, der August der vollste. Von Oktober bis April musst du mit häufigem Regen rechnen – dafür sind die Städte dann fast leer und die Preise niedrig.
Wie viele Tage braucht man für Galicien?
Eine Woche reicht für den Kern: zwei Tage Santiago, ein Tag Costa da Morte, ein Tag A Coruña oder Lugo und zwei, drei Tage Rías Baixas mit Vigo und den Cíes-Inseln. Mit zehn Tagen kommen Ourense, die Ribeira Sacra oder ein paar Jakobsweg-Etappen dazu, ohne dass es hektisch wird.
Braucht man in Galicien einen Mietwagen?
Für die Küste ja: Costa da Morte, Rías Baixas und Praia das Catedrais erreichst du ohne Auto kaum sinnvoll. Nur die Städteachse A Coruña–Santiago–PontevedraVigo ist gut mit der Bahn verbunden. Die AP-9 ist mautpflichtig, die Landstraßen sind kostenlos, kurvig und langsamer als gedacht.
Wie kommt man auf die Cíes-Inseln?
Nur per Boot ab Vigo, Cangas oder Baiona, hauptsächlich von Ostern bis in den Oktober. Die Besucherzahl ist gedeckelt: Erst holst du dir kostenlos die Genehmigung auf der Website der Xunta de Galicia, dann kaufst du mit dem Code das Fährticket. In den Sommerferien solltest du das mehrere Tage im Voraus erledigen.
Muss man die Praia das Catedrais reservieren?
Zu Ostern und in den Sommermonaten ja: Der Zugang zum Strand ist dann kontingentiert, die Reservierung über das Portal der Xunta de Galicia ist kostenlos. Wichtiger noch ist die Gezeitentabelle – die Felsbögen sind nur bei Ebbe begehbar, bei Flut bleibt dir der Blick vom Klippenweg.
Wie viel muss man für die Compostela laufen?
Mindestens die letzten 100 Kilometer zu Fuß, mit Pilgerausweis und zwei Stempeln pro Tag auf diesem Abschnitt. Klassischer Startpunkt ist Sarria am Camino Francés mit fünf Etappen bis Santiago; alternativ starten viele in Tui am Camino Portugués oder in Ferrol am Camino Inglés. Radpilger brauchen 200 Kilometer.
Regnet es in Galicien wirklich so viel?
Übers Jahr ja – Santiago gehört zu den regenreichsten Städten Spaniens, mit weit über hundert Regentagen. Aber der Regen verteilt sich sehr ungleich: Juli und August sind oft wochenlang trocken, und selbst in der Nebensaison kommen die Schauer meist kurz und kräftig statt als Dauerregen. Regenjacke einpacken, Reise trotzdem planen.
Kann man in Galicien baden?
Ja, mit Atlantik-Erwartung: Das Wasser bleibt auch im Sommer frisch, meist um 16 bis 19 Grad, in den geschützten Rías Baixas am mildesten. Dafür sind die Strände weitläufig und wenig verbaut – von der Praia de Rodas auf den Cíes über die Dünen von Carnota bis zu den Stadtstränden von A Coruña.
Ist Galicien teuer?
Nein, Galicien gehört zu den günstigeren Regionen Spaniens: Menüs, Tapas und Unterkünfte kosten spürbar weniger als am Mittelmeer, in Lugo gibt es zum Getränk traditionell eine Tapa dazu. Teuer sind nur einzelne Delikatessen wie Percebes – und die Hochsaison-Wochen im August an den Rías Baixas.
Wann schwingt der Botafumeiro in Santiago?
Nicht täglich: Das große Weihrauchfass kommt in der Kathedrale an bestimmten kirchlichen Hochfesten zum Einsatz oder wenn Gruppen es gegen eine Spende bestellen. Ob es an deinem Tag fliegt, erfährst du am ehesten rund um die Pilgermesse – garantieren lässt es sich außerhalb der Festtage nicht.
Welcher Wein kommt aus Galicien?
Vor allem Weißwein: Albariño aus den Rías Baixas ist der bekannteste, dazu kommen Ribeiro aus dem Umland von Ourense und Godello aus Valdeorras. Die Ribeira Sacra liefert mit der Mencía-Traube einen feinen Roten von steilen Terrassen über dem Sil. Viele Weingüter öffnen für Proben – meist mit Voranmeldung.
Ist Galicien ein Ziel für Familien mit Kindern?
Gut sogar: kurze Fahrstrecken, flach abfallende Strände in den Rías Baixas, die Bootstour zu den Muschelflößen und in A Coruña Aquarium, Planetarium und das Mitmachmuseum Domus für Regentage. Nur die Wassertemperatur ist nichts für Warmduscher – Neoprenshorty für Kinder wirkt Wunder.
GalicienWo der Atlantik tief ins grüne Land greift, enden die Jakobswege und beginnen die Rías – Galicien ist Spaniens raue Nordwestecke.

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