Die schönsten Sehenswürdigkeiten Andalusiens
Morgens um halb neun liegt der Innenhof der Mezquita noch im Schatten der Orangenbäume, und in den Gassen der Judería riecht es nach frisch gewässertem Stein.
Die drei großen Städte bilden das Rückgrat jeder Andalusien-Reise, und jede verlangt ihre eigene Taktik. In Sevilla stehen Kathedrale und Real Alcázar direkt nebeneinander – beide verkaufen Zeitfenstertickets, und in der Saison sind die Vormittagsslots Tage im Voraus weg. Die Kathedrale ist die größte gotische Kirche der Welt; auf ihre Giralda steigst du nicht über Treppen, sondern über 35 Rampen, die einst ein Reiter hinaufritt. Der Alcázar dahinter ist ein Mudéjar-Palast mit Gärten voller Pfauen, in dem bis heute die spanische Königsfamilie residiert, wenn sie in der Stadt ist. Danach bleibt Zeit für die Plaza de España mit ihren gekachelten Provinzbänken und für einen Abend in Triana auf der anderen Seite des Guadalquivir.
Córdoba erledigst du nicht im Vorbeifahren, auch wenn die Stadt kleiner wirkt: Die Mezquita-Catedral ist ein Wald aus über 850 Säulen mit rot-weiß gestreiften Hufeisenbögen, in dessen Mitte im 16. Jahrhundert eine komplette Renaissance-Kathedrale eingebaut wurde – ein Bauwerk, das die ganze Geschichte al-Ándalus in einem Raum erzählt. Komm möglichst zur Öffnung am Morgen, bevor die Gruppen aus Sevilla eintreffen, und nimm dir danach die Judería mit ihren Blumenhöfen vor. Anfang Mai öffnen die Bewohner beim Festival de los Patios ihre privaten Innenhöfe – dann ist die Stadt voll, aber zu Recht.
Granadas Alhambra ist eines der meistbesuchten Monumente Spaniens, und entsprechend funktioniert sie nur mit Planung: Tickets gibt es ausschließlich mit Zeitfenster für die Nasridenpaläste, die halbe Stunde steht auf dem Ticket und wird am Eingang kontrolliert – wer zu spät kommt, bleibt draußen. In den Ferienmonaten sind die Kontingente oft Wochen im Voraus ausverkauft, buche also, bevor du den Flug festmachst, und nimm den Ausweis mit, der beim Kauf hinterlegt wurde. Der Rest des Geländes – Alcazaba, Generalife-Gärten, Carlos-V.-Palast – lässt sich freier takten. Den klassischen Blick auf das Ganze holst du dir abends vom Mirador de San Nicolás im Albaicín, wenn die Mauern in der tiefen Sonne glühen.
Jenseits der großen drei verteilt sich der Rest des Pflichtprogramms über das ganze Land: Rondas Puente Nuevo spannt sich fast hundert Meter über die Schlucht des Guadalevín, in Setenil de las Bodegas ducken sich ganze Straßenzüge unter überhängende Felsdecken, und am Caminito del Rey läufst du auf Stegen durch eine Steilwand über dem Fluss Guadalhorce – Helmpflicht, begrenzte Tageskontingente, online reservieren. Dazu kommen die römischen Ruinen von Baelo Claudia direkt hinter dem Strand von Bolonia und die Kathedrale von Cádiz, deren goldene Kuppel über dem Atlantik leuchtet. Du wirst nicht alles schaffen – und genau deshalb kommen die meisten wieder.





































