Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Granada
Fast alles liegt in einem Halbkreis von zwei Kilometern um die Plaza Nueva – allerdings mit hunderten Höhenmetern dazwischen.
Die Alhambra ist der Grund, aus dem die meisten kommen, und sie ist kein einzelnes Gebäude, sondern eine ummauerte Stadt auf dem Sabikah-Hügel. Ganz vorn steht die Alcazaba, der militärische Kern mit der Torre de la Vela, von deren Plattform du über die Dächer bis in die Vega blickst. Dahinter folgen die Nasridenpaläste, das eigentliche Ziel, mit Stuckwänden, Holzdecken und Inschriften, die überall dasselbe wiederholen. Mitten hinein setzte Karl V. ab 1527 einen runden Innenhof in einen quadratischen Renaissancebau – ein Bruch, der auf Fotos brutal wirkt und vor Ort erstaunlich gut funktioniert. Im selben Bau sitzen heute das Museum der Alhambra und das Museum der Schönen Künste. Für die Nasridenpaläste gilt ein festes Zeitfenster, das auf dem Ticket steht und nicht verhandelbar ist.
Zum Areal gehört, ein Stück weiter oben und durch Gärten getrennt, der Generalife, der Sommersitz der Nasridenherrscher. Der Patio de la Acequia mit seinem langen Wasserkanal ist das bekannteste Bild, die Escalera del Agua mit dem Wasser, das in ausgehöhlten Handläufen bergab läuft, das schönere Detail. Direkt gegenüber, auf dem Hügel jenseits des Darro, liegt der Albaicín, dessen Gassennetz noch der maurischen Stadt folgt und der seit 1994 mit zum Welterbe gehört. Sein Fixpunkt ist der Mirador de San Nicolás mit dem Blick, der auf jeder zweiten Postkarte klebt. Unten am Fluss führt die Carrera del Darro daran vorbei, mit dem Bañuelo, einem arabischen Bad aus dem 11. Jahrhundert, und der Casa de Castril, in der das Archäologische Museum untergebracht ist.
Im Zentrum wechselt die Epoche. Die Kathedrale wurde ab 1523 über der Hauptmoschee begonnen, zunächst gotisch geplant und dann von Diego de Siloé in einen Renaissancebau umgeworfen, mit einer hellen Rotunde als Hauptkapelle und einer Fassade, an der Alonso Cano im 17. Jahrhundert arbeitete. Direkt daran gebaut steht die Capilla Real, älter als die Kathedrale und für viele der bewegendere Ort: Unter den marmornen Grabmälern Isabellas und Ferdinands stehen in der Krypta die schlichten Bleisärge, daneben zeigt die Sakristei Isabellas Krone und Zepter sowie flämische Tafelbilder aus ihrer Sammlung. Rundherum liegen die Alcaicería, der wiederaufgebaute Basar der alten Seidenbörse, der Corral del Carbón als einzige vollständig erhaltene nasridische Karawanserei Spaniens und die Plaza Bib-Rambla mit ihren Blumenständen.
Bleiben die Ziele am Rand, die viele auslassen. Das Monasterio de la Cartuja im Norden der Stadt hat eine Sakristei, in der der spanische Spätbarock jede Zurückhaltung verloren hat – Stuck, Marmorintarsien und Schildpatt bis unter die Kuppel. Das Monasterio de San Jerónimo bewahrt das Grab des Feldherrn Gonzalo Fernández de Córdoba und einen der ruhigsten Kreuzgänge der Stadt. Oberhalb des Sacromonte steht die Abadía del Sacromonte aus dem 17. Jahrhundert über den Höhlen, in denen 1595 die umstrittenen Bleitafeln gefunden wurden. Und im Realejo öffnet der Cuarto Real de Santo Domingo einen nasridischen Saal aus dem späten 13. Jahrhundert, der älter ist als die Paläste oben auf dem Hügel und ihrer Architektur vorausgeht.













