Málaga galt lange nur als Drehkreuz zur Costa del Sol – ein Flughafen, an dem Sonnenhungrige in den Mietwagen stiegen und Richtung Strand verschwanden. Diese Zeiten sind vorbei. Die Geburtsstadt Pablo Picassos hat sich zu Andalusiens entspanntester Großstadt entwickelt, in der sich Geschichte, Kunst und mediterrane Lebensart auf engem Raum begegnen. Über der Altstadt thront die Alcazaba, die maurische Festung der Nasriden mit ihren Gärten und Brunnenhöfen, von der ein Weg hinauf zur Burg Gibralfaro mit Blick über Hafen und Meer führt. Direkt unterhalb liegt das gut erhaltene römische Theater, und nur wenige Schritte weiter ragt die Kathedrale empor, die wegen ihres unvollendeten zweiten Turms liebevoll „La Manquita“, die Einarmige, genannt wird. Kunst prägt die Stadt in besonderem Maß. Das Museo Picasso im Palacio de Buenavista zeigt Werke des berühmtesten Sohns der Stadt, das Geburtshaus an der Plaza de la Merced erinnert an seine Anfänge. Dazu kommen das Centre Pompidou Málaga am modernen Hafen Muelle Uno und die Sammlung Carmen Thyssen – Málaga zählt heute Dutzende Museen. Gegessen wird draußen: In den Chiringuitos am Strand von La Malagueta werden Espetos serviert, an Schilfspießen über offenem Feuer gegrillte Sardinen. In den Tavernen der Altstadt fließt süßer Málaga-Wein, dazu gibt es Fritura malagueña, frittierten Kleinfisch. Wer durch die Calle Larios flaniert, durch den Mercado Atarazanas streift und am Abend an der Promenade La Farola entlanggeht, versteht, warum Málaga längst mehr ist als das Tor zum Strand.






