Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Málaga
Alcazaba, römisches Theater und Kathedrale liegen so dicht beieinander, dass du vom Festungstor in wenigen Gehminuten vor dem Kathedralenportal stehst.
Die Alcazaba ist der Anfang von allem. Die maurische Festungsanlage wurde im 11. Jahrhundert auf einen Felssporn über dem Hafen gesetzt, und sie funktioniert bis heute wie ein Filter: Du steigst durch mehrere gestaffelte Tore, jedes im rechten Winkel zum nächsten, damit Angreifer nie Anlauf nehmen konnten, und landest oben in Gärten mit Wasserrinnen, Hufeisenbögen und Blick über die Ziegeldächer der Altstadt. Direkt an ihrem Fuß liegen die Ränge des Teatro Romano, das aus der Zeit des Kaisers Augustus stammt und erst 1951 bei Bauarbeiten wiederentdeckt wurde – der Eintritt kostet nichts, abends ist der halbrunde Zuschauerraum angestrahlt. Für beides zusammen solltest du gut zwei Stunden einplanen, am besten am frühen Vormittag, weil es in der Anlage kaum Schatten gibt.
Wenige Gehminuten weiter steht die Catedral de la Encarnación, an der ab 1528 über zweieinhalb Jahrhunderte gebaut wurde und die trotzdem unfertig blieb. Der Südturm ist nie über den Ansatz hinausgekommen, weshalb die Stadt ihre Kathedrale nur La Manquita nennt, die Einarmige. Im Inneren lohnt vor allem das Chorgestühl, an dem der Bildhauer Pedro de Mena im 17. Jahrhundert Dutzende lebensgroßer Heiligenfiguren aus Holz schnitt – eine der besten Holzbildhauerarbeiten Andalusiens. Wer höher hinaus will, bucht die Führung über die Dachflächen: Eine enge Wendeltreppe führt auf die Gewölbekappen, von denen aus du auf Alcazaba, Hafen und Meer schaust. Die Zeitfenster sind klein, also vorab online reservieren.
Über der Alcazaba, rund 130 Meter hoch auf dem Gibralfaro-Hügel, liegt die zweite Burg. Yusuf I. von Granada ließ sie im 14. Jahrhundert ausbauen; verbunden sind beide Anlagen über die Coracha, einen doppelten Mauergang, der sich den Hang hinaufzieht. Zu Fuß dauert der Aufstieg vom Paseo del Parque je nach Tempo zwanzig bis dreißig Minuten, teils über Treppen, teils über einen schattenlosen Serpentinenweg – in der Mittagshitze keine gute Idee, dann nimmst du besser den Stadtbus, der vom Zentrum hinauffährt. Oben läufst du den kompletten Wehrgang ab, und vom Aussichtspunkt liegt die sechzehneckige Stierkampfarena von La Malagueta im Häusermeer, deren Grundriss sich erst aus dieser Höhe als Vieleck zu erkennen gibt. Alcazaba und Gibralfaro lassen sich mit einem Kombiticket besuchen.
Unten in der Stadt beginnt der andere Teil des Programms. Der Mercado Central de Atarazanas steckt in einer Eisenhalle des 19. Jahrhunderts, in die man das marmorne Hufeisentor der früheren nasridischen Werft eingebaut hat – Atarazanas heißt Schiffswerft, und das Meer reichte damals tatsächlich bis hierher. An der Stirnseite leuchtet ein großes Buntglasfenster mit den Wahrzeichen der Stadt. Komm vormittags, wenn die Fischtheken voll sind und an den Bartresen in der Halle das zweite Frühstück ausgeschenkt wird. Von dort sind es fünf Minuten zur Calle Marqués de Larios, der 1891 eröffneten Prachtstraße aus Marmorplatten, die schnurgerade auf die Plaza de la Constitución zuläuft und abends zur Flaniermeile der ganzen Stadt wird.















