Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Sevilla
Kathedrale, Real Alcázar und Archivo General de Indias bilden seit 1987 gemeinsam eine einzige UNESCO-Welterbestätte und stehen am selben Platz nebeneinander, alles Weitere liegt in Gehweite.
Der Real Alcázar de Sevilla ist der älteste noch genutzte Königspalast Europas; die spanische Königsfamilie bewohnt bei Aufenthalten in der Stadt bis heute das obere Stockwerk. Das Herzstück ist der Palast, den Pedro I. ab 1364 von Handwerkern aus Granada und Toledo errichten ließ, mitten in einer christlichen Stadt und im maurischen Formenrepertoire: Stuckwände wie erstarrte Spitze, Zedernholzdecken, Hufeisenbögen über schlanken Doppelsäulen. Im Patio de las Doncellas zieht sich ein abgesenkter Garten mit einem langen Wasserbecken durch den Innenhof, im Salón de Embajadores wölbt sich eine vergoldete Holzkuppel aus dem 15. Jahrhundert über dem Thronsaal. Nimm dir danach mindestens eine Stunde für die Gärten mit ihren Becken, Orangenreihen und der Grottengalerie entlang der alten Stadtmauer – dort entstanden die Aufnahmen der Wassergärten von Dorne für Game of Thrones.
Die Catedral de Sevilla wurde zwischen 1401 und 1506 auf dem Grundriss der Almohaden-Moschee gebaut und ist nach Rauminhalt die größte gotische Kirche der Welt. Den Hauptaltar begann Pierre Dancart 1482; über rund achtzig Jahre fügten mehrere Bildhauer nacheinander mehr als tausend vergoldete Figuren zu einem einzigen Retabel, das vom Boden bis ins Gewölbe reicht. Im südlichen Querschiff tragen vier bronzene Herolde den Sarg von Christoph Kolumbus. Vom Patio de los Naranjos aus siehst du, was von der Moschee übrig blieb: der Waschbrunnen in der Mitte, die Orangenreihen, das Hufeisentor der Puerta del Perdón. Der Aufstieg auf La Giralda, das 1184 begonnene Minarett mit seinem Renaissance-Glockenaufsatz von 1568, führt fast ohne Stufen nach oben: über 35 flache Rampen, auf denen früher Reiter hinaufkamen, und erst ganz oben über eine letzte Treppe in die Glockenstube. Deshalb schaffen ihn auch Kinder und Großeltern ohne Drama.
Die Plaza de España liegt rund zwanzig Gehminuten südlich der Kathedrale am Rand des Parque de María Luisa und ist kein historischer Platz, sondern die Kulisse der Iberoamerikanischen Ausstellung von 1929. Aníbal González baute ein weites Halbrund aus Ziegel, Marmor und Keramik, davor einen Kanal mit vier gefliesten Brücken für die alten Königreiche Spaniens; entlang der Arkaden erzählen 48 gekachelte Nischen je eine spanische Provinz. Ruderboote gibt es tagsüber zu mieten, das beste Licht liegt in der letzten Stunde vor Sonnenuntergang auf den Fliesen. Der Park davor, 1893 von der Infanta María Luisa Fernanda gestiftet und für die Ausstellung neu angelegt, ist mit seinen Pavillons, Zedern und Brunnen der Ort, an dem Sevilla im Sommer Schatten sucht.
Vier Adressen komplettieren die Pflichtliste. Das Metropol Parasol am Plaza de la Encarnación, das hier niemand anders als Las Setas nennt, galt nach der Eröffnung 2011 jahrelang als größte Holzkonstruktion der Welt; über die Wellen führt ein Panoramaweg, im Untergeschoss zeigt das Antiquarium römische Hausreste, die beim Bau zum Vorschein kamen. Der zwölfeckige Torre del Oro am Fluss stammt aus der Almohadenzeit um 1220 und beherbergt heute das Schifffahrtsmuseum der Stadt. Das Archivo General de Indias residiert in der Kaufmannsbörse, die Juan de Herrera Ende des 16. Jahrhunderts entwarf, und verwahrt seit 1785 die Akten der spanischen Kolonialverwaltung in Regalen aus Mahagoni. Und das Museo de Bellas Artes am Plaza del Museo zeigt im ehemaligen Mercedarier-Kloster die dichteste Murillo-Sammlung der Welt, dazu Zurbarán und Valdés Leal.















