Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Cádiz
Die historische Altstadt misst kaum anderthalb Kilometer, und fast jedes Ziel dieser Liste liegt keine zehn Gehminuten vom nächsten entfernt.
Die Kathedrale ist der Fixpunkt, an dem du dich in Cádiz immer wieder orientierst. Gebaut wurde sie ab 1722 nach Plänen von Vicente Acero, fertig war sie erst 1838 – über 116 Jahre hinweg wechselten die Baumeister und mit ihnen der Stil, weshalb der Bau unten barock beginnt und oben – bei den Turmaufsätzen und der Kuppel – neoklassizistisch endet. Die Hauptfassade zum Platz ist noch ganz Acero, barock bewegt, konkav und konvex geschwungen und mit Marmorportal. Bezahlt hat den Bau der Handel mit den amerikanischen Kolonien, daher der Beiname „Kathedrale der Amerikas“. Von außen prägt die mit gelben Kacheln gedeckte Kuppel die Silhouette, die vom Meer aus wie vergoldet aussieht. Innen fällt zweierlei auf: die Netze unter den Gewölben, weil der poröse Muschelkalk der Küste die Salzluft schlecht verträgt, und der Abstieg in die Krypta, in der unter anderem der in Cádiz geborene Komponist Manuel de Falla begraben liegt. Auf den Torre de Poniente führt eine Rampe statt einer Treppe, oben stehst du zwischen Kuppel und Atlantik.
Der zweite Aussichtspunkt ist die Torre Tavira, mit gut 45 Metern über dem Meeresspiegel der höchste der Wachtürme, die auf den Kaufmannshäusern der Altstadt sitzen. Über hundert solcher Türme stehen noch, sie waren keine Verteidigungsanlagen, sondern Beobachtungsposten: Wer als Erster die Segel des eigenen Schiffs aus Amerika erkannte, war auch als Erster am Hafen. 1778 wurde die Torre Tavira zum offiziellen Wachturm des Hafens bestimmt. Heute steckt in ihrer Spitze eine Camera obscura, die das Straßenleben der Stadt über ein Linsensystem live auf eine weiße Schale projiziert, kommentiert von einem Guide – das funktioniert nur bei Tageslicht und wird umso eindrucksvoller, je klarer der Himmel ist. Auf der Dachterrasse bekommst du danach den Rundblick ohne Optik dazu, mit Kuppel, Bucht und dem Häusermeer bis zur Puerta de Tierra.
Wie tief die Geschichte hier liegt, zeigt am besten das römische Theater mitten im Viertel El Pópulo. Es entstand im 1. Jahrhundert vor Christus und wird Lucius Cornelius Balbus zugeschrieben, dem mächtigsten Gaditaner der römischen Zeit; über die Jahrhunderte wurde es überbaut, vergessen und erst 1980 nach einem Brand in einem Lagerhaus wiederentdeckt. Heute steigst du über ein kleines Besucherzentrum in einen Gewölbegang hinab und kommst auf den Rängen wieder heraus, während über dir Wohnhäuser stehen, deren Fundamente auf dem antiken Bau ruhen. Der Eintritt kostet in der Regel nichts. Gleich nebenan lohnen die drei erhaltenen mittelalterlichen Stadttore Arco de los Blancos, Arco de la Rosa und Arco del Pópulo sowie die Casa del Almirante, ein Palast aus rotem und weißem Marmor.
Vier weitere Adressen gehören auf die Liste. Das Museo de Cádiz an der Plaza de Mina zeigt im Erdgeschoss die beiden phönizischen Sarkophage der Stadt – der männliche wurde 1887 gefunden, der weibliche fast hundert Jahre später – und eine Etage höher Gemälde von Zurbarán. Das Gran Teatro Falla an der Plaza de Fragela fällt schon durch seinen roten Backstein im Neomudéjar-Stil auf und ist im Winter Bühne des berühmten Karnevalswettbewerbs. Die Puerta de Tierra mit ihrer barocken Marmorfassade von 1756 markiert bis heute die Grenze zwischen Altstadt und Neustadt. Und die Plaza de San Juan de Dios mit dem neoklassizistischen Rathaus ist der Platz, auf dem du am Hafen ankommst und an dem sich abends halb Cádiz zum Sitzen trifft.













