Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Marbella
Marbellas Sehenswürdigkeiten verteilen sich auf zwei Pole – die Altstadt im Zentrum und den Yachthafen gut sechs Kilometer weiter westlich, verbunden durch eine durchgehende Promenade am Wasser.
Alles beginnt an der Plaza de los Naranjos. Die Katholischen Könige ließen den Platz 1485 anlegen, kurz nachdem die Stadt an Kastilien gefallen war, und zwar bewusst als rechtwinkliges Gegenstück zum verwinkelten maurischen Gassennetz ringsum. An der einen Seite steht die Casa Consistorial, das Rathaus aus dem 16. Jahrhundert, daneben die Casa del Corregidor mit ihrem Steinportal, in der Ecke duckt sich die winzige Ermita de Santiago, der älteste Sakralbau der Stadt. Die Orangenbäume in der Mitte tragen Zierfrüchte, keine Nachtischorangen. Plane den Kaffee hier als Programmpunkt ein, nicht als Mahlzeit – auf dem Platz zahlst du die Lage mit, zwei Gassen weiter bekommst du dasselbe zum halben Preis.
Zwei Minuten bergauf steht die Iglesia de la Encarnación an der Plaza de la Iglesia, mit einem ockerroten Barockportal aus Sandstein und einer ungewöhnlich großen Orgel; errichtet wurde sie auf dem Areal der früheren Hauptmoschee. Gleich dahinter beginnen die Murallas del Castillo, die Reste der maurischen Alcazaba aus dem 10. Jahrhundert. Das ist keine museale Anlage mit Kassenhäuschen, sondern ein Stück Festungsmauer, das zwischen Wohnhäusern steht und an dem Wäsche im Wind hängt. Ein paar Schritte weiter sitzt im Hospital Bazán, einem Renaissancebau des 16. Jahrhunderts, das Museo del Grabado Español Contemporáneo mit spanischer Druckgrafik unter anderem von Picasso und Miró – klein, kühl und der ruhigste Programmpunkt der Altstadt. Wie die meisten städtischen Museen in Andalusien macht es über Mittag Pause und hat nicht an jedem Wochentag geöffnet: Plane es für den späten Vormittag oder den frühen Abend ein und wirf vorher einen Blick auf die aktuellen Zeiten.
Vom Rand der Altstadt zieht sich der Parque de la Alameda mit gekachelten Bänken, Keramikbrunnen und alten Ficusbäumen bis zur Avenida del Mar, einer Marmorpromenade, auf der zehn Bronzeskulpturen von Salvador Dalí stehen – eine Freiluftgalerie zwischen Palmen, Kinderwagen und Skateboards. Sie endet direkt am Paseo Marítimo, der Strandpromenade, die ohne Unterbrechung gut sechs Kilometer nach Westen bis Puerto Banús führt und in der Gegenrichtung am Stadthafen La Bajadilla und am Leuchtturm aus dem 19. Jahrhundert vorbeikommt. Zu Fuß brauchst du für die Strecke bis zum Yachthafen gut anderthalb Stunden, mit dem Rad eine gute halbe – es ist der beste Überblick über die Stadt, den du ohne Auto bekommst.
Am westlichen Ende liegt Puerto Banús, 1970 von José Banús als Yachthafen im Stil eines andalusischen Dorfs eröffnet und seither die bekannteste Adresse der Costa del Sol. Die Runde um das Hafenbecken kostet nichts und liefert genau das, wofür die meisten kommen: Megayachten an der Kaimauer, Boutiquen in der zweiten Reihe, Motorengeräusch auf der Uferstraße. Deutlich stiller ist das Museo Ralli an der Küstenstraße kurz davor, ein privates Kunstmuseum mit lateinamerikanischer und surrealistischer Sammlung, in dem der Eintritt traditionell frei ist. Mit Kindern lässt sich beides gut mit dem Strand verbinden, der unmittelbar daneben beginnt.














